Allgemein

Nie zu spät für ein Liebesgedicht … Zum heutigen Post von Lyrikerin und Malerin Tania Rupel Tera

Bild von Tania Rupel Tera, gepostet auf ihrer Facebookseite, Februrar 2018

Die Sonne brennt, und brennt, und brennt
Als ob es nie anders war
Als ob es nie anders wird
Als ob kein Ende existiert

Der Schnee fällt, und fällt, und fällt
Als ob es nie anders war
Als ob es nie anders wird
Als ob kein Ende existiert

Worauf warten wir noch
Wann lieben wir uns
Als ob es nie anders war
Als ob es nie anders wird
Als ob kein Ende existiert

„Der Schrei der Tropfen“ von Tania Rupel Tera: Lyrik und Bilder –  ISBN/EAN: 9783939321729

Jede Woche postet die Lyrikerin und Malerin Tania Rupel Tera auf ihrer Facebook-Seite eines ihrer Bilder, die sie bevorzugt in Acryl, Öl und Pastell malt. Inzwischen erkenne ich ihre Werke auf ersten Blick, anhand ihrer kraftvollen Farben – nicht unbedingt knallig bunt, aber Aufmerksamkeit fordernd, die Linien mit einer Bestimmtheit gesetzt, der ich mich nicht entziehen kann! Ebenso wenig, wie dem Wortlaut ihrer Gedichte, deren Klarheit mich von der ersten Zeile an fesselt, bis sie mich schließlich, stets ein wenig atemlos entlassen, nach einer Kaskade an Gedanken und Bildern, innerhalb nur weniger Verse; oft begleitet von einem lakonischen Unterton, der in unerwartete  Schlusspointen mündet.

Tania Rupel Tera, Gasteig, Münchner Bücherschau 2017

Das erste Mal getroffen habe ich Tania Rupel Tera im Künstlerkreis Kaleidoskop. Eine schöne Bulgarin, die im gemischten Programm dieses Abends mit einigen Gedichten vertreten war. Ehrlich gesagt erwartete ich nicht viel von diesem Auftritt. Zum einen zeichnet sich der Künstlerkreis bewusst dadurch aus, dass die Qualität der Darbietungen sehr unterschiedlich ausfällt und damit einen wünschenswert paritätischen Querschnitt durch die Welt der Münchner Kleinkunst darstellt. Zum anderen wählen viel zu viele angehende LiteratInnen ausgerechnet Dichtung als Einstieg in das Schreiben. (So übrigens auch ich, 😦  vor vielen Jahren) Die Möglichkeit textlicher Kürze erscheint verlockend. Dabei wird übersehen, dass es dafür auf jedes einzelne Worte in besonderem Maße ankommt, von der Schwierigkeit des Textvortrags bei Lesungen ganz zu schweigen. Doch bereits ab dem Moment, an dem sich Tania Rupel Tera auf eine Bühne begibt, weicht alle Zierlichkeit von ihr, sie baut sich mit der Wucht ihrer Worte regelrecht vor dem Publikum auf.

Dabei ist Deutsch nicht einmal ihre Muttersprache. Geboren und aufgewachsen ist Tera in Bulgarien, als Tochter eines in ihrer Heimat bedeutenden Literaten. Nach einem Studium der Literatur und Journalistik an der Universität „Kliment Ochridski“ in Sofia, siedelte sie 2005 nach München über. Seit 2013 ist sie Mitglied im Freien Deutschen Autorenverband Bayern (FDA) und in der Autoren Galerie 1, seit 2017 Mitglied der Kulturplattform jourfixe-muenchen.

Tania Rupel Tera, 2017 fotografiert von jourfixe-Mitglied Dirk Schiff  für die Benefiz-Fotoausstellung „We Are All The Same“. Der gleichnamige Fotoband ist, wie Teras Lyrik, im SALON LiteraturVERLAG von jourfixe-Mitglied Franz Westner erschienen

Über sich selbst äußert sie auf der Homepage des SALON LiteraturVERLAGs von jourfixe-Mitglied Franz Westner:

Tania Rupel Tera mit Verleger Franz Westner, SalonLiteratur Verlag, am Stand auf der Leipziger Buchmesse

Gegenstand meiner Arbeit ist der Mensch, sein Wesen, sein bewegtes Inneres, seine Seele mit all ihren Facetten. Am meisten interessiert mich, welche Gefühle, Sehnsüchte, Ängste und Wunden sich tief in ihm verbergen. So entstehen Momentaufnahmen – manchmal zart und poetisch in Metaphern und Allegorien, manchmal expressionistisch und mit der Wucht aufbrechender Worte und Farben.“

(Tania Rupel Tera)

Heute Vormittag fügte Tania Rupel Tera ihrem wöchentlichen Bild-Post obiges Gedicht bei, in Form eines verspäteten Sankt-Valentin-Grußes, denn, so die Künstlerin, „es ist nie zu spät für ein Liebesgedicht.“ Für die Liebe wohl auch nicht. Trifft sie einen nicht sowieso unausweichlich, um unendlich zu brennen und sei es nur, um danach zu Nichts zu verglühen?  Heute morgen hatte ich wieder lyrische NachDenkZeit …

Von Tania Rupel Tera dort erschienen:

Der Schrei der Tropfen, Lyrik, Gemälde

„Blick ins Buch“ als Flipbook


Zu Tania Rupel Teras Facebook-Seite


Verzeichnis aller jourfixe–Blogbeiträge mit jew. Link

Advertisements
Standard