„Mit Laptop und Staffelei“ – Fotos, Impressionen und Pressespiegel zum Festakt der MKG im Ägyptischen Museum (noch bis 25.2.)

„150 Jahre sind ein dickes Brett.“ Mit dieser knappen Feststellung beschrieb Paul Martin Cambeis,  der amtierende, 19. Präsident der MKG, die gewichtige Nachfolge, die er 2017 angetreten hat. Dass er diese durchaus auszufüllen versteht, belegen nicht nur seine fundierte Ausbildung an der Münchner Kunstakademie und die überbordende künstlerische Vita in gefühlt allen nur möglichen Kunstsparten, sondern ebenso sein pointierter und zugleich lässiger Stil, ob er nun einen Pinsel, einen Hobel oder eben eine traditionsreiche Künstlergemeinschaft ins „21. Jahrhundert führt“.

Paul Martin Cambeis vor dem Gemälde „Die Regie verliert die Kontrolle“, von Professor Zhao Yangbo, Öl/Leinwand, 180 cm x 240 cm, Katalog 2018/S. 84; Foto: Lippert

„Feiern mit Weggefährten und Kollegen“, lautete das Motto der diesjährigen Jubiläumsveranstaltung. Dementsprechend sinnbildlich wiedervereinigt zeigt ein Foto Paul Martin Cambeis vor einem beeindruckenden Gemälde von Professor Zhao Yangbo, prominenter zeitgenössischer Vertreter der Münchener Secession, die sich vor 125 Jahren, nach künstlerischen Differenzen, von der MKG Münchner Künstlergenossenschaft abgespalten hatte. „Bestimmt trug Lenbach durch seinen Eigensinn maßgeblich dazu bei“, räumt Cambeis in seinem Grußwort zu Katalog/Festschrift ein, „doch heute, 125 Jahre danach, haben wir die Trennung überwunden.

Paul Martin Cambeis „Selbst das Maul offen haltend“ Bronze, 30 x 50 x 48 / Katalog 2018/S. 132; Foto Ravasz

Gut so! Ein – vorübergehender -„Theaterdonner“ sei ab und an auch unseren Kolleginnen und Kollegen der Bildenden Künste vergönnt.  Ein recht leidenschaftliches Gemüt zeichnet uns Kunst- und Kulturschaffende ja angeblich alle aus, und so verwundert es auch nicht weiter, dass die „Schwimmende“ von Brigitte Yoshiko Pruchnow das erhitzte Selbstbildnis des MKG-Vorsitzenden auf dem Foto links nicht wirklich zu besänftigen scheint. 😉

Das Motto „Feiern mit Weggefährten und Kollegen“ gipfelte in der Auszeichnung des Ehepaars Maja und Peter Grassinger, deren Lebenswerk die Erhaltung und der künstlerische Betrieb des Münchner Künstlerhauses am Lenbachplatz ist.

Ein Leben für das Münchner Künstlerhaus – Dafür wurde das Ehepaar Maja und Peter Grassinger mit der MKG-Ehrenmedaille 2018 ausgezeichnet; Neben ihnen: S.K.H. Prinz Christoph von Bayern und Gemahlin IKH Prinzessin Gudila von Bayern, Foto: Lippert

MKG-Ehrenpräsident Nikos W. Dettmer bei Eröffnung der Jubiläumsausstellung, Foto Lippert

Dafür hatte Maler und Bildhauer Nikos W. Dettmer , Ehrenpräsident der MKG und Mitglied der Kulturplattform jourfixe-muenchen, eigens eine Medaille gestaltet, die ab sofort jedes Jahr im Rahmen der Ausstellungseröffnung der MKG an Münchnerinnen und Münchner verliehen wird, die sich in besonderer Weise um die Künstler und das kulturelle Leben in München verdient gemacht haben. In seiner Laudatio in der Festschrift äußert sich Dettmer:“ Nach Jahrzehnten aufopfernder Arbeit steht das Künstlerhaus heute als Begegnungs- und Aufführungsstätte für Künstler aller Sparten zur Verfügung. Unermüdlich schaffen Maja Grassinger und ihr hervorragendes Team den anstrengenden Drahtseilakt zwischen Ökonomie und Kunst.“ (…)

Peter Lang kann nicht nur „seriös mit Fliege“, sein Alias ist „Genosse Rock’n Roll„, Hier spielt er neben dem „Jazztrio“ von Franz Hämmerle (Allotrianer); Pappel, 238 cm x 90 cm x 80 cm, Katalog S. 138, Foto: Radesz

Auch mit der musikalischen Umrahmung schloss sich historisch ein Kreis: Engagiert war unser Freund und jourfixe-Mitglied Peter Lang, Inhaber des Artist Studio im UG des Münchner Künstlerhauses. Der ungarische Multiinstrumentalist bespielte, in bewährt souveräner Manier, mit seiner EinMannBigBand, das Untergeschoss des Staatlichen Museums Ägyptischer Kunst, in dem seit einigen Jahren die Jahresausstellung der MKG stattfindet – und durch sie eine Verbindung zwischen zeitgenössischer Gegenständlicher Kunst und antiker Kunst hergestellt wird. Peter Lang für den Musikteil vorgeschlagen hatte MKG-Sprecherin Dr. Elisabeth Sorger.  Wie sie uns einmal bei einer jourfixe-Versammlung verriet, hatte sie Peter und seine Bandcollegen als blutjunges Mädchen angehimmelt, als diese im Budapester Jugendpark ihr Publikum musikalisch verzückten. Peter war nämlich Gründungsmitglied der beiden ungarischen Kultbands Omega und Hungaria“. Damals hätte Elisabeth sich nie träumen lassen, dass sie eines Tages Peter selbst engagieren würde!

Überfülltes Auditorium bei den Festansprachen zum 150. MKG-Jubiläum – Bildmitte: Dr. Elisabeth Sorger, Sprecherin der MKG, links außen Promi-Journalistin Daniela Schwan, meine Freundin aus wilderen Zeiten, heute u.a. Redakteurin von WIR! in Bayern Foto: Lippert

Brigitta Rambeck, Leiterin des traditionsreichen Münchner Seerosenkreises

Herzog Franz von Bayern schreibt in seinem Grußwort: „Genau 100 Jahre ist es her, dass zum letzten Mal ein Mitglied meiner Familie die Schirmherrschaft für die Jahresausstellung der Münchner Künstlergenossenschaft übernahm. Umso mehr bin ich erfreut, dass diese Verbindung 2018 wieder belebt wird. (…) Sie (die MKG) besteht weiterhin und passt sich den Anforderungen an eine moderne Künslerorganisation an, als ein Forum für den Austausch im Zeitalters des Internets und der Digitalisierung. Dafür wünsche ich der Künstlergenossenschaft und ihren Mitglieder alles Gute.

Nach Sichtung des aktuellen Pressespiegels zum Jubiläum der MKG, mit vielen Statements von Präsident Paul Martin Cambeis zum künftigen Kurs dieser altehrwürdigen Münchner Institution, tippe ich auf das erfolgreiche Prinzip „Laptop mit Lederhosen„, also auf das ur-bayerische Talent, Tradition zu bewahren und mit modernen Errungenschaften aufzupeppen.

Besucher der Vernissage, Foto: Lippert

Der Bayerische Rundfunk widmete der MKG zum 150. Jubiläum bereits einen Beitrag, aufrufbar in der ARD-Mediathek:

28.01.2018 | 9 Min. | Verfügbar bis 27.01.2019 | Quelle: © Bayerischer Rundfunk

 Sie waren Malerfürsten ebenso wie arme Künstlerkreaturen als König Ludwig II. die „Münchener Künstlergenossenschaft“ 1868 mit königlichen Privilegien versah. Hundert Künstlerinnen und Künstler zählt die MKG heute – keine Avantgarde, sondern meisterhafte Traditionalisten der Malerei, Grafik und der Bildhauerei.

Vernissage der Jahresausstellung 2018 der MKG, Foto Radesz


Zur MKG-Münchner Künstlergenossenschaft s. a.

jourfixe-Blogbeitrag 2018: Ein Meilenstein der Münchner Kunstgeschichte

jourfixe-Blogbeitrag 2017: Nur mit dem Herzen sieht man gut“   

jourfixe-Blogbeitrag 2016: Unkuratiert streiten


Ausstellungsdauer noch bis Sonntag, 25. Februar 2018

Zeiten: MO geschl./ DI: 10 – 20 Uhr / MI – SO: 10 – 18 Uhr


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Wolfi Kornemann – Nachruf auf den Grand Seigneur des Nachtcafé

Keiner außer Wolfi Kornemann hatte und hätte mir damals, um die Jahrtausendwende, die Chance geboten, meine Vision einer Kulturplattform, an der Schnittstelle zwischen Hochkultur und Bohème in ihrer teilweise gewagt experimentellen Form aufzubauen.

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Mit Entertainerin Maria Maschenka 2002, Foto: Hohmuth

Noch dazu in einem Prominenten-Lokal. Andere Wirte an Wolfis Stelle hätten einen Ruf zu verlieren gehabt. Nicht aber ein Wolfi Kornemann. Er stand über solchen Kleinlichkeiten und schien sowieso immer einige Meter über dem Treiben in seinem Lokal zu schweben. Nicht etwas, weil er arrogant gewesen wäre, sondern auf Grund seiner Aura. Und von dort oben aus schien er Hof zu halten. Ebenfalls nicht, weil ihm daran gelegen gewesen wäre, sondern weil die Gäste ihn auf Grund seines Charismas und seiner Nonchalance auf ein sinnbildliches Podest gehoben hatten. Rituell pilgerten die Damen und Herren Gäste zu seinem Stammplatz am Fenster zur Terrasse, um ihm ihre Aufwartung zu machen. Groß war die Aufregung beim Personal, als sich einmal „Loddar“, sprich Lothar Matthäus, aus Unkenntnis der Gepflogenheiten, auf Wolfis Stuhl niederließ. Nur sehr, sehr langsam konnte ihm beigebracht werden, was er da verbrochen bzw. entweiht hatte.

An Wolfis Tisch, auf dem sich der obligatorische Sektkübel mit Diätlimo befand, durften nur wenige Auserwählte Platz nehmen. Ab Beginn meiner Arbeit im Nachtcafé zählte ich dazu, denn im Gegensatz zu vielen Kooperationspartner_Innen zuvor und danach, ließ er nie den Chef heraushängen, nicht nur, weil er das, auf Grund seines Status, gar nicht nötig hatte, sondern auch weil er sich, im Gegensatz zu den meisten anderen Menschen in Führungsposition, dieser auch selbstverständlich bewusst war. Durch die natürliche Autorität, die er ausstrahlte, setzte er durch, was er für wirklich durchsetzenswert hielt. Alles andere erachtete er als nicht der Rede wert.

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Jazzgeiger Hannes Beckmann

Als das Nachtcafé 1987 eröffnete, erfuhr ich von meinem späteren Mann, dem brasilianischen Schlagzeuger Edir dos Santos davon, der mir erzählte, dass er zusammen mit dem – ebenfalls kürzlich verstorbenen – Jazzgeiger Hannes Beckmann dort auftreten würde. Damals engagierte Wolfi fast ausschließlich Jazz-Bands, die von 23 Uhr bis 3 Uhr nachts spielten, jeden Tag. Geöffnet hatte das Lokal sogar bis 6 Uhr in der Früh; der Name „Nachtcafé“ war zugleich Programm. Entsprechend entwickelte es sich sehr schnell zu einem Szenetreffpunkt, an dem man sich nach eigenen Auftritten oder Veranstaltungen einfand, immer an den für die auftretenden Musiker und deren Anhang vorbehaltenen Tischen, an der Wand neben dem Eingang zur Küche.

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Collage von Pierre Ittner, 2001

Wolfis Konzept ging von Anfang an auf: In den Anfangsjahren reichte die Schlange derer, die Einlass begehrten, die Treppe hinunter bis auf die Straße. Außer, man gehörte dazu. Bei mir war das zu meinem großen Erstaunen von Anfang an der Fall. Die ersten Male beinahe ungläubig, passierte ich, innerlich um einen gefühlten Meter größer, die Wartenden und wurde von Chef-Türsteher Günter mit freundlichem Gruß stets problemlos in die neuen heiligen Hallen des Münchner Nachtlebens eingelassen. Später verriet mir Wolfi, dass ich damals als große Jazz-Liebhaberin galt, die überall zu finden sei, wo wirklich guter Jazz gespielt wurde. Dieses Renommee  verschaffte mir zum ersten und einzigen Mal in meinem Leben ein unproblematisches Entree irgendwo hin und zwar eines, dass meine Vita noch entscheidend beeinflussen sollte. Diese Episode sagt viel über Wolfis Maßstäbe aus, die beispielsweise Liebe zum Jazz höher bewerteten, als so manchen Status und manches Einkommen.

Natürlich war Wolfi auch Prominenten-Wirt, das gehörte zum Geschäft, aber ebenso wie Toni Netzle im Alten Simpl, verstand er es, mit seinen V.I.P.’s auf einer ganz bodenständigen Ebene zu verkehren. So suchte Boris Becker in der heißen Phase seiner Scheidung mit Babs regelmäßig Wolfi auf, der Babs gut kannte und ihm wohl mit väterlichem Rat in dieser Zeit zur Seite stand. Auch ein großer Spiegel-Artikel über Boris Becker wurde zuvor im Nachcafé sorgfältig Korrektur gelesen. Gut erinnere ich mich noch, dass ich einmal von der Toilette zurückkehrte und an Wolfis Tisch plötzlich Udo Jürgens Kartoffelsuppe löffelnd vorfand. Die Konversation drehte sich dann ausschließlich um unsere Kinder. Später fand sich auch Jürgens Sohn ein und sass mit seinem Vater Händchen haltend mit am Tisch. Ich war gerührt.

Wie aber war es mir gelungen, meinen Status als Gast in den einer PR-Dame und Veranstalterin im Nachtcafé auszubauen?

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Stunde Null für den jourfixe-muenchen: Der „Neue Kanzleirat“ im Lehel

Im Sommer 1999 hatte ich Wolfi um ein Gespräch gebeten, weil mein Künstlerstammtisch im Kanzleirat im Lehel (heute „Leib und Seele“) aus allen Nähten platzte und meine Bohème-Gäste den Wirten dann doch zu sehr Künstler und zu wenig Gäste waren. Lange hatte ich daraufhin überlegt, wo am frühen Abend wenig los und viel Platz sei und mir war nur das Nachtcafé eingefallen. Wolfi gefiel mein Konzept und Anfang September 1999 war der Jour Fixe im Nachtcafé geboren und erreichte schnell einen gewissen Kultstatus. Zum einen lag das daran, dass Wolfi mich einfach gewähren ließ, mit dem Ergebnis verrücktester Programm-Einfälle: So tanzte Entertainerin Maria Maschenka, als einmal die Technik streikte, à capella singend, auf den Tischen. Ein anderes Mal gab der spanische Sänger und Liedermacher Pedro Soriano sein anarchistisches Credo musikalisch zum Besten. Haindling Schlagzeuger Enderlein nebst Gattin stellte Alteisen aus und sogar die Graffitti-Szene tummelte sich zwischen betuchten Gästen, was allerdings vor der Tür in Handgreiflichkeiten zwischen Graffitti-Jungens und Türstehern ausgeartet sein soll.

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Kontrastreicher Jour Fixe im Nachtcafé – Hinten links eine Akkordeonistin aus New York, rechts Gregoris, der Bouzouki-Solist von Theodorakis, daneben ein fast nackter Butoh-Tänzer, vorne ganz rechts der anarchistische Liedermacher Pedro Soriano, daneben die Schwabinger Gisela, in der Mitte Conny Kreitmaier, dann Ur-Faust-Darsteller Michael Lieb

Richard Rigan zog sich, nur von einer Sektflasche bedeckt, aus und wieder an und bei „La Femme zwischen Minne und Trieb“ gestattete uns Wolfi schließlich sogar die Errichtung einer Dunkelkammer, in der pornografische Kunstfotos gezeigt wurden. Dies allerdings erst, nachdem unsere Steffi Bachhuber, ihres Zeichens Gleichstellungsbeauftragte der Bayerischen Staatsoper, Überzeugungsarbeit geleistet hatte. 2016_07_02_Caroline_Link_Wolfi_Kornemann_Nachtcafe_jourfixe-BlogAuch Oscar-Preisträgerin Caroline Link moderierte eine jourfixe-Aufführung, die hörende und gehörlose Darsteller zusammenführte. 2016_07_02_Martin_Wichmann_Tannhaeuser_Persiflage_Jour_Fixe_Nachtcafe_Wolfi_KornemannUnd Kleindarsteller Martin Wichmann wurde als Venus von Botticelli mit blonder Perrücke kostümiert und von Maria Maschenka als Tannhäuser angesungen. Großartige Abende mit ebenso großartigen, teilweise namhaften Künstlern wechselten ab mit hoher Trashkunst und so manchem genialen Flop. Mein Konzept verlangte nach „kreativer Reibung durch kontrastierende künstlerische Begegnungen“ und die ergab sich, dank Wolfis Offenheit, zur Genüge. In meiner Besessenheit, die Kulturplattform aufzubauen, gepaart mit entsprechender Egozentrik, machte ich mir damals überhaupt nicht klar, wie viel Offenheit Wolfi meinem Projekt tatsächlich entgegen brachte – und nicht nur das: Er stellte mir, zur Durchführung meiner Veranstaltungen, zwei Mal im Monat ein kleines Budget zur Verfügung und erlaubte mir darüber hinaus, spezielle Gäste auch noch kostenlos zu bewirten! In einer Zeit, in der es finanziell um das Nachtcafé schon gar nicht mehr gut bestellt war. Andi Gatz, der damalige Geschäftsführer reagierte – zu Recht, wie mir heute klar ist – erbost. Zu bremsen vermochte er mich nicht.

Aber Wolfi Kornemann, auch das ist mir erst später bewusst geworden, unterstützte meine Arbeit auch, in dem er seine Kontakte zur Presse spielen ließ. Eines Mittags, als ich ins Nachtcafé kam, fand ich auf meinem Schreibtisch in Wolfis Büro einen Zeitungsartikel, der die Schwabinger Gisela zeigte, die einige Zeit vorher an einem Jour Fixe im Nachtcafé teilgenommen hatte. Der Artikel lobte meine Reihe in den allerhöchsten Tönen, wie sie eigentlich nur durch „Vitamin B“ zustande kommen können.

Irgendwann war ich selbst ausgepowert. Zwei breit gefächert aufgestellte Programme im Monat noch neben einem Halbtagsjob und der allgemeinen Nachtcafé-PR zu stemmen, wuchs mir langsam über den Kopf, der dank seiner Sturheit inzwischen auch schon gegen so einige Nachtcafé-Wände gerannt war. Wolfi warf mir vor, was mich sehr verletzte, dass ich mich nur noch um die Belange des Jour Fixe kümmern und die PR für die anderen Nachtcafé-Veranstaltungen vernachlässigen würde. Ich wiederum versuchte ihm klar zu machen, dass mit den immer gleichen Bands auf Dauer die PR-Möglichkeiten begrenzt seien und ein neues Konzept entwickelt werden müsse.

Eine Art Müdigkeit schien ihn jedoch inzwischen oft zu lähmen, die ich in Ansätzen jetzt auch an mir selbst schmerzlich zu begreifen beginne. Wie hart muss die letzte Zeit im Nachtcafé für ihn gewesen sein. Sich jede Nacht – und das auch noch ohne künstlich aufputschenden Alkohol – in einem immer leerer werdenden Lokal um die Ohren zu schlagen … Manchmal schien mir, als erlebe er sehenden Auges sein Lebenswerk dahin dämmern, ohne Kraft und ohne Lust, dem entgegen zu steuern. Woher diese auch nehmen, nachdem er doch schon alle in seiner Branche nur möglichen Höhepunkte und auch deren Kehrseiten zur Genüge erlebt hatte? Hinzu kam, dass die Zeit der wilden Exzesse, die unsere Generation in den 80er und 90er Jahren im Nachtleben ausgekostet hatte, unweigerlich endete. Die meisten von uns hatten den Sprung in eine gemäßigtere Lebensweise gefunden, die mehr Wasser und weniger Alkohol und einen Rückzug in die vier Wände bedeutete. Wer diesen Absprung nicht geschafft hatte, war entweder bereits gestorben, wie der Jazz-Percussionist Charles Campbell oder der geniale Bandleader Frank St. Peter. Vielen anderen hatten der Zahn der Zeit oder gesundheitliche Probleme, wie dem Geiger Hannes Beckmann, einen Riegel vor das allzu wilde Leben geschoben. Das machte sich auch am Konsumverhalten der immer spärlicher werdenden Gäste bemerkbar. Sprudel statt Sekt und auch den nur in Maßen. Die erste Wirtschaftskrise des neuen Milleniums war über uns herein gebrochen.

Zu der Zeit verstärkte auch die Versicherungsgesellschaft, der das Nachtcafé gehörte, ihren Druck, das Lokal zu schließen. Schließlich teilte mir Wolfi, da ich bereits weitere Veranstaltungen plante, im Vertrauen mit, dass nach dem Oktoberfest 2002 das Nachtcafé schließen werde. Das wollte ich einfach nicht wahrhaben. Ich, die ich über eine ganze Zeit hindurch ziemlich gedankenlos „mein Ding“ auf Wolfis Kosten durchgezogen und diese Tatsache nicht einmal wirklich registriert hatte, merkte auf einmal, dass mein Leben längst mit dem Nachtcafé verwoben war und verschloss mich panisch jeder Realität. Bis mich meine Tochter, die inzwischen auch dort arbeitete, eines Morgens aus dem Schlaf riss, mit den Worten: „Mama, Du stehst besser auf und holst Deine Sachen aus dem Büro. Das Nachtcafé ist dicht.“

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Der letzte Jour Fixe im Nachtcafé gestaltete sich rund um eine Ausstellung zu Mozart und seinem Requiem. Es sollte auch unseres werden …

Das Thema des letzten Jour Fixe war eine Ausstellung von Bildern gewesen, die ein Maler ausschließlich Mozart gewidmet hatte. Wie unter Schock machte ich mich auf den Weg ins Lokal und gab auch den Künstlern Bescheid, ihre Sachen zu holen, um diese nicht in der Konkursmasse enden zu lassen. Kurzfristig gelang es uns auch, die für den nächsten Tag geplante Veranstaltung im Rahmen des Türkischen Oktobers ins Künstlerhaus zu verlegen. Frau Grassinger hatte sich der Pianistin und Veranstalterin Aylin Aykan gegenüber kurzfristig bereit erklärt, uns Räumlichkeiten im Künstlerhaus zur Verfügung zu stellen.

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Logo zur damaligen Festival-Reihe

Über das Team des Türkischen Oktobers, das sich zu einer kurzfristigen Presse-Meldung gezwungen sah, bekamen die Medien Wind und plötzlich, während der Maler, die Schauspielerin Patrizia von Miserony und ich ein riesiges Bild ausgerechnet von Mozarts Requiem aus dem Lokal schleppten, sahen wir uns von Fotografen umzingelt und am nächsten Tag unser Foto in der Zeitung wieder. Damals erfuhr ich, wie es sich anfühlt, wenn etwas, das einem persönlich das Herz bricht, tagelang Schlagzeilen macht. Noch dazu, wenn man wie ich, sein Foto veröffentlicht sieht und im Zweitjob auch noch an einem Empfang sitzt, an dem täglich viele Zeitungsleser_innen vorbei kommen …

Meine Büro-Schlüssel habe ich ohne jeden Kommentar auf dem Schreibtisch in Wolfis Büro hinterlegt. Nein, gedankt habe ich ihm seine menschliche wie finanzielle Großzügigkeit damals wirklich nicht. Wolfi hatte mir doch den Freiraum und die Plattform geboten, mich fast über Nacht als Kulturmanagerin zu etablieren und mich dabei gleichzeitig auszuprobieren und zu lernen? Ein Stück weit auf der Strecke geblieben war dabei mein Anstand Wolfi gegenüber. Obwohl ich wusste, dass Wolfi gar nicht gut auf ihn zu sprechen war, nahm ich, nach der Wiedereröffnung durch Alex Busch, meine Tätigkeit im Nachtcafé und den Jour Fixe kurzfristig wieder auf. Ich wollte mein altes Nachtcafé-Leben zurück, um jeden Preis, musste jedoch feststellen, dass es dieses Nachtcafé nicht mehr gab. Das Lokal bestand nur noch als leere Hülle, denn seine Seele hatte es mit Wolfi verlassen. Doch wieder überraschte mich Wolfis menschliche Größe: Statt mir meine Illoyalität übel zu nehmen, ließ er mir einige Zeit später über die Journalistin Ingeborg Schober „ganz liebe Grüße“ ausrichten, die ich nun wirklich nicht verdiente.

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Münchner Künstlerhaus, neue Heimat des jourfixe-muenchen von 2003-2009

Aber in einem Punkt habe ich auf ihn gehört: Immer wieder einmal hatte er zu mir gesagt: „Das Nachtcafé wird nicht ewig bestehen. Danach solltest Du mit Deinem Jour Fixe in eine würdige Lokalität wie dem Künstlerhaus gehen.“ Diesen Rat immerhin habe ich befolgt und viele Jahre mit dem Jour Fixe im Künstlerhaus verbracht, bis sich die gesamte Kulturplattform von Grund auf veränderte, weil ich mich mehr und mehr auf die Produktion eigener Collagen in Zusammenarbeit mit dem Musiker Jon Michael Wnkler verlegte.

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Jürgen Draeger bei der „Bruno Balz“-Premiere im Künstlerhaus, dahinter Steffi Bachhuber

Ausgerechnet nach der Premiere meiner allerersten Produktion, der Urfassung meines Portraits über den Textdichter Bruno Balz kreuzten sich noch ein letztes Mal unsere Wege. Zu meiner Aufführung war der letzte Lebensgefährte von Bruno Balz, der Maler und Schauspieler Jürgen Draeger angereist und nach der Vorstellung begaben wir uns, zusammen mit meiner Tochter, in das Lokal auf der Maximilianstraße, das Wolfi damals führte. Es wurde ein langer Abend, es gab viel zu erzählen, viel war inzwischen geschehen. Spät verließen wir Wolfi, ohne dass ich ahnte, das dies ein Abschied für immer von meinem großen, lieben Gönner sein würde, ausgerechnet an dem Tag, an dem ich künstlerisch ein neues Kapitel aufgeschlagen hatte.

Die letzten Jahre lebte Wolfi wohl zurückgezogen in Kroatien. Oft habe ich an ihn denken müssen und auch den Plan gefasst, ihm durch das einzige, was ich zu schenken in der Lage bin, nämlich eine Collage über sein Lebenswerk „Nachtcafé“, ein wenig von dem zurück zu geben, was ich ihm verdanke. Wie viel das ist, habe ich ihm nie mehr schildern können.

Heute Morgen klingelte mich die ehemalige Prominenten-Wirtin Toni Netzle, um für sie unfassbar frühe 9.30 Uhr aus dem Bett, weil sie in der Süddeutschen Zeitung auf die Todesanzeige der Familie gestoßen war, eine ganz schlichte, liebevolle Notiz, nur mit den Vornamen als Signatur. Das war, glaube ich, in Wolfis Sinne, der zeitlebens in seinem Lokal alle von Haus aus geduzt hat und sich mit Vornamen im Diminutiv anreden ließ.

Mit Tonis Anruf heute Morgen schließt sich für mich ein weiterer Kreis. Toni und Wolfi haben einander als Kollegen offenbar geschätzt und sind einander, jetzt im Abstand von Jahren betrachtet, in einer ganzen Reihe von Punkten ähnlich. Gut also, dass Toni es war, die mir die Nachricht überbracht hat. Auch hilfreich ist es für mich, meine Bestürzung mit vielen anderen ehemaligen Wolfi-Gästen heute in den sozialen Netzwerken teilen zu können, die über die Jahre immer wieder die Schließung des Nachtcafés bedauert haben. Wie sehr wir alle Wolfi und sein Nachtcafé vermissen, zeigt allein schon die Tatsache, dass es gleich zwei dem Nachtcafé gewidmete Facebook-Gruppen gibt, ebenso wie die Vielzahl an Rückmeldungen, die auf meine Nachricht hin erfolgt sind.

Ich gestatte mir, einen besonderen Post unter den vielen zu zitieren, weil er so von Herzen kommt und für viele von uns spricht. Dragi schreibt:

„Bald ist party oben beser als unten….war ein toller.“


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Unkuratiert streiten … Die Jahresausstellung 2016 der MKG im Ägyptischen Museum

Vernissagen machen richtig Spaß, wenn die Exponate stilistische Vielfalt aufweisen und die Ausstellenden ohne prätentiöses Gehabe einfach Freude darüber ausstrahlen, sich und ihre Werke der Öffentlichkeit vorzustellen. Ein gutes Beispiel dafür bot die ungarische Malerin Elisabeth Sorger bei der Jahresausstellung 2016 der Münchner Künstlergenossenschaft:

Elisabeth Sorger vor ihrem Exponat, MKG 2016

Malerin Elisabeth Sorger vor ihrem Exponat, MKG-Jahresausst. 2016

Kunst war immer schon die Berufung, Informatik lange ihr Beruf. Seit Sorger jedoch 1999 ihr „heimisches Atelier“ verlassen hat, blickt sie bereits auf 43 nationale und internationale Ausstellungen zurück, die sie 2014 bis nach San Antonio/Texas in die „Greenhouse Gallery International of fine Art“ führte!

Aktuell gehört Elisabeth Sorger zu den ausgewählten Teilnehmer_Innen der diesjährigen Ausstellung der MKG – Münchner Künstlergenossenschaft königlich priviligiert 1868zu deren Vernissage Sorger ihren Landsmann und alten Freund Peter Lang (Artist Studio) und mich eingeladen hatte. Die Begriffe „königlich“ und „priviligiert“ hatten mich im Vorfeld der Veranstaltung fürchten lassen, das Umfeld könne sich als Ansammlung selbstzufriedener Münchner Traditionalisten entpuppen, deren Visionen und persönliche Errungenschaften sich in der großen Vergangenheit ihrer Vorgänger_Innen erschöpfen. Und hatte nicht der zeitweilige MKG Präsident Franz von Lenbach (1836 – 1904) der Gruppe einst sogar den Rücken gekehrt, um eine eigene Künstlerschaft um sich zu scharen, die er nach eben jener Allotria (= Halligalli)-Stimmung benannte, die die MKG vehement abgelehnt haben soll? „Bei uns gibts fei koa Allotria!“ So kolportieren es zumindest Allotrianer.

Peter Grassinger, Allotrianer und Ehrenpräsident des Münchner Künstlerhauses in der historischen Kegelbahn; Foto: Werner Bauer

Peter Grassinger, Allotrianer und Ehrenpräsident des Münchner Künstlerhauses in der historischen Kegelbahn; Foto: Werner Bauer

Bis heute treffen sie sich wöchentlich im Münchner Künstlerhausvon Allotria-Stimmung  jedoch habe ich während meiner jourfixe-Zeit im Künstlerhaus nicht viel zu spüren bekommen. Im Gegenteil: Unter anderem machte ich mich unbeliebt, weil unser jourfixe-Team ab und zu die historische Kegelbahn als Künstler-Garderobe nutzte und somit eben jenen Raum entweihte, in dem der Prinzregent Luitpold mit Lenbach und seinen Allotrianern einst zu kegeln pflegte! Auch bei anderen Gelegenheiten, wie der Recherche zur Collage über den Alten Südlichen Friedhofwar ich in Kontakt zu Nachfahren illustrer Münchner gekommen, Begegnungen, die ich, als Münchnerin ohne jegliche Vergangenheit, meist als eher frostig empfand. Daher habe ich inzwischen eine zwiespältige Haltung zu Münchner Organisationen und Familien entwickelt, deren Wurzeln in der Gründerzeit oder gar noch davor liegen, vor allem was die Durchführung gemeinsamer künstlerischer Projekte anbelangt. Meiner Meinung nach erfordern kreative Prozesse Hingabe und kein Standesbewusstsein.

MKG-Praesident Nikos_W_Dettmer bei seiner Eröffnungsrede zur MKG Ausstellung 2016

MKG-Praesident Nikos Dettmer bei der Eröffnungsrede

Doch meine Bedenken bezüglich der MKG-Vernissage erwiesen sich schnell als unbegründet. Nach einer erfreulich kurzen und ebenso herzlichen Rede seitens MKG-Präsident Nikos W. Dettmer, überraschte mich die Festrede von Dr. Matthias Mühling, Direktor des Lenbachhauses.

Dr. Matthias Mühling, Präsident Lenbachhaus

Dr. Matthias Mühling, Präsident Lenbachhaus

Eine Ansprache, die, zusammengefasst, für kreative Reibung und künstlerischen Wildwuchs als Impulsgeber plädierte, so wie ich sie seit 1999 in den Mittelpunkt meines Konzepts für die Kulturplattform jourfixe-muenchen gestellt, aber nicht aus dem Mund eines Vertreters der Hochkultur erwartet habe. Besagte zwei Impulsgeber verhindern meiner Meinung nach unter anderem, dass künstlerische Endprodukte, seien es nun Bilder, Kompositionen, Literatur oder Bühnenstücke in nichts sagender Perfektion erstarren. Ein künstlerischer „Wurf“ aber bedarf leidenschaftlicher Risikobereitschaft und Kompromisslosigkeit. Kuratoren und Konsens stehen dem leicht auch mal im Weg, vor allem im Frühstadium künstlerischer Entwicklungen. Bravo und merci für Ihre Worte, Dr. Mühling!

"Lebenslinien" - grafische Arbeit der ungarischen Künstlerin Elisabeth Sorger auf der MKG-Ausstellung 2016 im Ägyptischen Museum München

„Lebenslinien“ – grafische Arbeit der ungarischen Künstlerin Elisabeth Sorger auf der MKG-Ausstellung 2016 im Ägyptischen Museum München

Nach den einführenden Reden begegnete uns der Grand Seigneur unter den aktuellen Allotrianern, der offensichtlich den Kolleginnen und Kollegen der MKG die Ehre erweisen wollte: Peter Grassinger, seines Zeichens auch Ehrenpräsident des Münchner Künstlerhauses. Seinem unermüdlichen  Einsatz, wie auch dem seiner Frau Maja Grassinger ist zu verdanken, dass das Künstlerhaus der Stadt als kultureller Spielort erhalten bleibt.

Minotaurus_Martin_Cambeis_MKG_Ausstellung-2016_jourfixe-Blog

„Minotaurus“-Skulptur, Paul Martin Cambeis, MKG-Ausstellung 2016

Eine schöne Überraschung war es auch, Paul Martin Cambeis wieder zu treffen, dessen künstlerische Vielfalt mich immer neu überrascht. Kennengelernt habe ich ihn als Mitglied des Fastfood-Improtheaters sowie als Maler und Comic-Zeichner. In letzterer Funktion hat er mir in einer Nacht-und-Nebel-Aktion eine Aufführung der Collage „Cajun Tales“ gerettet, in dem er alle ursprünglich darin enthaltenen Comic-Zeichnungen durch eigene  ersetzte, nachdem uns zwei Wochen vor Termin die Rechte zur Projektion der alten Comic-Bilder entzogen worden waren. Inzwischen ist Martin Cambeis Vorstandsmitglied der MKG und mit – wieder eine neue Facette – gleich mehreren Skulpturen in der Ausstellung vertreten.

Außergewöhnlich ist auch die Location, in der neuerdings die MKG-Jahresausstellungen stattfinden: Das Ägyptische Museum, das nun wieder  einmal, neben Jahrtausende alten Werken, jene von zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern beherbergt. Zu einem solchen Wett“Streit“ uralter und moderner sowie sehr unterschiedlicher Kunststile, bedarf es sicher keines Kurators …

Die Jahresausstellung der MKG 2016 ist noch bis Sonntag, 28. April zu sehen, täglich von 10 – 18 Uhr, dienstags bis 20 Uhr, montags geschlossen


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Gaudi & Gaudí: Osterblues mit Promis und Presse

„Größtmögliche Präsenz entwickeln, zeigen und bewahren!“ so lautet das A & O in der Kunst-/Kultur und Medienbranche. In diesem Sinne war die Veranstaltung im PresseClub vergangene Woche, mit der biografischen Collage zum 85. Geburtstag der Münchner Künstlerin und Ex-Wirtin des Alten Simpl, Toni Netzle, ein voller PR-Erfolg für die Jubilarin. Unter dem Titel „Toni, die Legende“ hat sie es bis in die BUNTE geschafft, inklusive der von mir organisatorisch und künstlerisch gestalteten Matinee. In die Society-News von MARIE WALDBURG, unter der Rubrik „Was ich wichtig fand“. So weit, so schön, so gut – so haarscharf daneben für mich …!

Gaby_dos_Santos_Marie_Waldburg_Bunte_Society_jourfixe-Blog_Collage_Nicht_immer_Simpl

Marie Waldburg skizziert sehr anschaulich Atmosphäre und Wirtin in der Collage „Nicht immer Simpl“. Foto: Bunte

Society-Kolumnistin Marie Waldburg, die selbst mit einem O-Ton in meiner Collage vertreten ist, greift in der aktuellen Ausgabe der Bunten (Donnerstag, 01.4.15) nicht nur die Bedeutung des Alten Simpls unter Toni Netzle nochmals auf, sondern beschreibt auch recht detailliert die Matinee selbst.

Gaby_dos_Santos_jourfixe-Blog_Christian Wolff_Marina_Wolff_jPresseClub_Toni_Netzle_Collage_Nicht_immer_Simpl_Alter_Simpl.JPG

Toni mit Christian und Marina Wolff posieren im Foyer

Waldburg listet auf,  wer sich so alles unter den Gästen befunden hat und widmet einige Sätze Christian Wolff und seiner Frau Marina, unter Erwähnung seiner Laudatio.

Unerwähnt bleibt nur Gaby dos Santos, ihres Zeichens immerhin alleinige Organisatorin der Matinee sowie Autorin und Produzentin der dabei aufgeführten „Simpl“-Collage.  „Aua!“ Wohlbemerkt: Wäre dieser Artikel, wie alle anderen aktuellen Pressestimmen, eine allgemeine Würdigung Toni Netzles und ihres Simpls gewesen, dann hätte ich mich über diesen prominent platzierten Beitrag ebenso wenn nicht noch mehr gefreut, wie über die vielen anderen Veröffentlichungen zur Person „Toni Netzle“. Schließlich war das ja Sinn und Zweck meines wochenlangen Engagements: Toni sollte den „größtmöglichen Bahnhof“ zu ihrem 85. Geburtstag erhalten!

Gaby_dos_Santos_jourfixe-Blog_Ilona_Gruebel_Erich_Neureuther_Gabriele_Weißhaeuptl_Stadtrat_Walter_Zoeller_Anita_Bauer_DureAber  mich in einem Artikel, der sich auf die Veranstaltung selbst bezieht, als Initiatorin überhaupt nicht erwähnt zu sehen, sorgt bei mir derzeit für Blues-Stimmung. Gerade die in der sogenannten (vogel)freien Szene tätigen KünstlerInnen wie ich, ohne Budget für flächendeckende Werbemittel, sind auf Presse-Resonanz angewiesen.  Eine Erwähnung in der Bunten wäre meiner Meinung nach also angemessen gewesen. Zwar bin ich nicht prominent, aber dennoch die maßgebliche Kraft dieser Veranstaltung gewesen.

Gaby_dos_Santos_jourfixe-Blog_Kuenstlermaske_mit_TraeneIn meinen derzeitigen Frust mischt sich auch noch ein schlechtes Gewissen Toni gegenüber, weil ich mich bezüglich der Waldburg-Kolumne nicht ungetrübt wie sonst mit ihr freuen kann. Zu viele, sehr einsame Stunden künstlerischer Arbeit und Herzblut sind in diese Collage geflossen; viel Raubbau habe ich wieder einmal an mir selbst begehen und mein Innerstes umstülpen müssen, um schöpferisch etwas zu leisten. Vor meinem Inneren Auge musste ich Klang, Text und Bild zeitgleich heraufbeschwören, um sie zu einem neuen Ganzen zu verweben, tagelang, wochenlang, unter immensen Druck einem erlösenden „The End“ nachjagen, das, statt näher zu kommen, sich immer weiter zu entfernen schien.

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Gaby dos Santos während der Matinee für Toni Netzle, am 19.3.15 im PresseClub München

„Ach Gaby“, meinte Angelica Fuss, Geschäftsführerin im PresseClub, am Vortag zu mir, „Du wirst sicher wieder bis in die Nacht an der Collage feilen„. Sie sollte recht behalten. Obwohl ich mir fest vorgenommen hatte, um 23 Uhr den Computer abzuschalten und bis Mitternacht auch meinen Geist. Es galt ja, den Herausforderungen der bevorstehenden Matinee einigermaßen fit entgegen zu treten. Soweit der Plan, den ich übrigens immer bei solchen Anlässen fasse, um ihn dann mit schöner Regelmäßigkeit scheitern zu sehen. Diesmal kapitulierte sogar die vorsorglich eingenommene Schlaftablette angesichts meines Endspurt-Adrenalins. Als ich endlich den Rechner herunter fuhr, zeigte er 4 Uhr morgens an. Entsprechend zog auch  diese Veranstaltung wieder wie ein unwirklicher Film an mir vorüber. Und danach lag ich, ebenfalls wie üblich, drei Tage flach. Kein Außenstehender wird je wirklich nachvollziehen können, wie sehr man bei jeder Produktion aufs Neue Raubbau an sich selbst betreibt, bis zu dieser völligen Erschöpfung, die von der Umwelt häufig in Richtung „künstlerisch-hysterische Hypochondrie“ umgedeutet wird.

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Für Reporter-Legende Dagobert Lindlau konnte ich beinahe keinen Platz mehr finden

Den letzten Rest Energie raubt einen regelmäßig die Veranstaltung selbst. Da kann man noch soviel Veranstaltungserfahrung gesammelt haben; irgendein unerwartetes Problem stellt sich immer ein. Diesmal unterlief mir ein Faux Pas bzgl. der Reservierungen: Da mir die bei Empfängen übliche Diskriminierung durch namentliche Reservierungen für sogenannte „wichtige“ Gäste und „freie“ Restplätze-Wahl für das „Fuß“Volk zuwider ist, reserviere ich nur für die Gäste, die aktiv zur Entstehung der Produktion beigetragen haben, in diesem Fall vor allem für meine „O-Tön-Partner“, sowie für die LaudatorInnen und für Behinderte. Aber auch das nur bis ca. 10 Minuten vor Veranstaltungsbeginn. In diesem Fall waren jedoch fast alle meine O-Töne prominent und erschienen kurz vor knapp. Angelica Fuss klärte mich später auf, dass Promis dies absichtlich so handhaben, um sich nicht allzu lange dem Ansturm von Presse und Neugierigen auszusetzen. Jedenfalls hatte ich meine liebe Not, überhaupt noch Sitzmöglichkeiten für die Spätankömmlinge aufzutun, wobei die Breitners, übrigens sehr angenehme, bodenständige Menschen, sich über einen Platz in Ausgangsnähe durchaus angetan zeigten. Spekulationen zu folge erlaubte ihnen diese Lage, sich gleich nach Ende der Vorstellung der Presse zu entziehen.

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Dennoch erntete ich Tadel seitens einiger Gäste, wie ich denn dazu käme Paul Breitner derart weit hinten zu platzieren …

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Toni mit Christian Bruhn, Komponist und GEMA-Präsident, dahinter Peter Grassinger, Ehrenpräsident Münchner Künstlerhaus, neben ihm Naomi Isaacs

Ebenfalls zum zweiten Mal als Zuschauer war auch der Erfolgskomponist und Präsident der GEMA, Christian Bruhn, erschienen, der mir kürzlich noch ein Interview für die Collage gegeben hatte, obwohl, wie er betonte, er die Livemusik bei der Uraufführung 2012 als „fürchterlich“ empfunden habe. Stimmt, die war damals ziemlich in die Hose gegangen, einfach weil kaum Zeit für Proben geblieben war, nachdem wir als freies Ensemble alle Arbeitsschritte einer Produktion und Aufführung in Personalunion stemmen mussten und müssen. Daher – und weil diesmal überhaupt kein Budget für Musiker-Gagen vorhanden war – beschränkte ich mich beim Überarbeiten der Collage darauf, nur meine  Wenigkeit zum Nulltarif schuften zu lassen und konnte daher Bruhn versichern, dass es diesmal keine Livemusik geben werde. Das muss er missverstanden haben, denn als zum Bildvorspann Jon Michael Winklers wunderschön nostalgisches „Amato“ als Ton-Einspielung erklang, protestierte Bruhn lauthals in den Zuschauerraum hinein: „Sie hatten doch gesagt:’Keine Musik!‘

Einen Moment lang bereute ich, Bruhn nicht schon während unseres Vorgesprächs zum O-Ton-Interview Kontra gegeben zu haben. Gegen Kritik an sich gibt es ja nichts einzuwenden. Im Gegenteil: Gerade unter Kollegen kann sie sehr hilfreich sein, wenn sie respektvoll eingebracht wird. Den abschätzigen Blick von oben herab, noch dazu seitens eines soviel erfolgreicheren Kollegen, empfinde ich jedoch als ebenso überflüssig wie unangemessen, zumal sich Bruhn & Co. sehr umschauen würden, wenn sie auch nur eine Produktion unter den Umständen stemmen müssten, unter denen die Freie Szene routinemäßig ihrer künstlerischen Arbeit nachgeht. Mir fordert ein solches Stehvermögen jedenfalls Hochachtung ab. Nicht zuletzt deshalb hatte ich nur aus Rücksicht zu Toni seinerzeit Christian Bruhn gegenüber meinen Mund gehalten. Ist es vielleicht die Angst, den errungenen Erfolg zu verlieren und wieder auf dem Boden kleinkünstlerischer Realität aufzuschlagen, der so manchen etablierten Künstler derart arrogant gegenüber weniger erfolgreichen oder talentierten KollegInnen auftreten lässt?

Toni_Netzle_Michaela_May_Christian_Wolff_Christian_Bruhn_Naomi_Isaacs_Tatjana_Lukina_Mir_Ralph_Siegel_Nicht_immer_Simpl_Collage_jourfixe-muenchen_Gaby_dos_Santos_PresseClub-MuenchenDanach kehrte glücklicherweise Ruhe ein und während der Show herrschte „Emotion pur“. Man verging gemeinsam vor Rührung, verlor sich gemeinsam in nostalgischen Simpl-Reminiszenzen und lachte gemeinsam. Die Hohe Kunst der Toni Netzle, Menschen unterschiedlichster Couleur zusammen zu führen, kam hier wieder einmal zum Tragen und meiner Collage außerordentlich zugute. Ein Publikum das derart „mitgeht“, hat man selten zu Gast! Entsprechend endete die Vorstellung in einem sehr warmen Applaus, mit einer zu Tränen gerührten Toni; für beides bin ich aufrichtig dankbar. Ebenso für die halbe Stunde, die sich Ralf Gabriel, Geschäftsführer der Kultur-GmbH aus seiner übervollen Agenda schälte, um zumindest kurz seine Aufwartung zu machen, obwohl einen Tag später seine Münchner Stiftungswoche startete. Dankbar bin ich auch für das Angebot einer Cutterin, meine Collage in ihrer Firma für „mau“ in eine „Simpl“-DVD zu konvertieren, nach der zahlreiche Gäste nach der Vorstellung gefragt hatten.

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Reprise der Collage „Nicht immer Simpl – Toni Netzle“, MI, 6. Mai, 18.30 Uhr, Hanns Seidel Stiftung, Lazarettstr. 33, Eintritt frei

Besonders erfreulich und eine schöne Bestätigung ist für Toni und mich, dass eine der anwesenden Gäste, die Moderatorin und Regisseurin Christine Weissbarth uns vom Fleck weg ein Anschluss-Engagement an die renommierte Hanns Seidel Stiftung verschafft hat, das sie selbst moderieren wird. Details in der Info-Broschüre:

http://www.jourfixe-muenchen-ev.de/Bilder2014/Toni_Netzle_2015_Simpl_Collage_Gaby_dos_Santos.pdf

Man sollte also wirklich nicht zulassen, dass Erschöpfung und Frust einem dauerhaft den Blick verhängen! In den über zwanzig Jahren, die ich nun als Kunst- und Kulturschaffende unterwegs bin, habe ich viel Schönes, Berührendes und Anregendes erleben dürfen, doch geprägt haben mich leider vor allem die unvermeidlichen Rückschläge und Härten des Metiers, obgleich mich ja niemand gezwungen hat, diesen Weg einzuschlagen, der mein(e) Beruf(ung) wurde.

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Toni Netzle fotografiert von Werner Bauer

Zurück zur Matinee:  Als ich bemerkte, dass sich ein junger Journalist im Türrahmen eingefunden hatte und fleißig Notizen machte, freute ich mich sehr. Ein weiterer „Toni“-Artikel stand in Aussicht und erschien dann auch pünktlich in der Wochenend-Ausgabe der AZ, gab aber nicht wirklich Anlass zu wilder Freude: „Gaudi ist ihr wichtiger als Geld“ lautete sinngemäß (da mir von Toni nur telefonisch wiedergegeben) der Eyecatcher im Titel. Tonis typisch trockener Kommentar: „Ich kenne nur einen Gaudí (Antoni) und der hat in Barcelona gebaut.“

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Keine „Gaudi“ in Toni Netzles Vokabular, nur Architekt Gaudí!

„Gaudi“ steht in Bayern für jene Art „kracherter“, schenkelklopfender Heiterkeit, der man in bei Fasching, Oktoberfest und mitunter auf weißblauen Volksbühnen begegnet, Anlässe, die Toni allesamt ein Gräuel sind, seit jeher. Vielleicht auch, weil diese Formen des Entertainments stets mit reichlich bayerischem Bier heruntergespült werden wollen. Doch Toni trinkt – ebenfalls seit jeher – leider nur Tee ..!

Auf bundesweite Bühnenebene übertragen, ist Gaudi eine baiuwarische Begleiterscheinung von Comedy, die Antithese zum Kabarett.

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Einleitende Bildprojektion zum Auftritt von Wolfgang Neuss im Alten Simpl

Einer der führenden Kabarettisten der 50er bis 70er Jahre war Wolfgang Neuss, ein ganz, ganz böser Bube des damaligen Politkabaretts, im allerbesten Sinne. Dass dieser Star tatsächlich im Alten Simpl aufgetreten ist, ist auf die Hingabe Tonis der Kunst gegenüber zurückführen, die bezeichnend für ihre Lebenseinstellung ist, und in der ich mich stark wiederfinde. Daher habe ich diese Episode in die Collage integriert. Da Ruhm vergänglich ist, habe ich der ersten Bildprojektion einen erläuternden Untertitel hinzugefügt, aus Rücksicht auf die Jüngeren im Publikum …

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Ausschnitt einer weiteren Bildprojektion zum Auftritt von Wolfang Neuss im Simpl, Foto Heinz Gebhardt

Hier ein Skript-Auszug, aus dem sich ableiten lässt, dass das Engagement von Neuss in den Simpl mit einem Bedürfnis nach „Gaudi“ so gar nichts zu tun hatte:

Ton-Einblendung Toni Netzle  (liest aus ihren Memoiren über einen Simpl-Abend mit Wolfgang Neuss): (…) Sein Programm war so frech, so böse, so wahr, dass einem der Atem stockte. Das war einer der Abende, in denen ich glücklich wie ein kleines Kind in einer Ecke saß, fast heulend vor Freude. So wollte ich meinen SIMPL immer haben. Das war die Erfüllung meiner Träume. An die materielle Seite dachte ich in solchen Momenten überhaupt nicht, denn ein finanzieller Erfolg war das natürlich nicht. Im Gegenteil, es hat mich wahnsinnig viel Geld gekostet, aber was macht das schon? Die ganze Stadt sprach über diesen Abend. Die Zeitungen waren voll, über einen Kabarettabend, den ich mir wirklich nicht habe leisten können. Gott sei Dank habe ich mir solche finanziellen Desaster öfter gegönnt. Es musste einfach sein. Da gab es keinen anderen Weg. Auch das gehörte zu meinem Leben.“

Toni Netzle heute vor einer der vielen Schlagzeilen aus ihrer erfolgreichen Zeit als Simpl-Wirtin

Toni Netzle heute vor einer der vielen Schlagzeilen aus ihrer erfolgreichen Zeit als Simpl-Wirtin

Bei aller Einsicht darüber, dass Schlagzeilen Aufmerksamkeit erregen müssen, ein Titel wie „Gaudi wichtiger als Geld“ schmerzt, ganz besonders als Headline über ihrem Zeitungsportrait, denn er erzeugt eine verzerrte Wahrnehmung dessen, was die Persönlichkeit von Toni ausmachte und ausmacht.

Toni Netzle ist eine Grande Dame der Münchner Künstlerszene, die die Kunst beherrscht, hörbar und direkt dennoch ganz leise Töne anzuschlagen. Obgleich sie aus einer der großen alten Münchner Familien stammt, steht sie für Antoni Gaudí und so gar nicht für bayerische Gaudi – vielleicht auch gerade deshalb …

Was meinen Oster-Blues anbelangt: Offensichtlich stimmt bei mir die Balance zwischen Arbeitsaufwand und künstlerischer wie finanzieller Genugtuung nicht mehr wirklich. Gerade tüftle ich für meine nächsten Jahre, nach Beendigung der noch fest anliegenden Projekte, neue Spielwiesen aus, mit mehr Auslauf für die narzisstische Komponente meiner Persönlichkeit und mit weniger Möglichkeiten mir die positiven Sichtweisen zu verstellen. Ja, es wird langsam aber sicher Zeit für ganz neue Herausforderungen!

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Zum Verzeichnis aller Blogs, unter denen der vorherige detailliert auf Toni Netzle, den Alten Simpl und die Simpl-Collage eingeht, findet sich unter nachstehendem Link:

http://www.jourfixe-muenchen-ev.de/jourfixe_Blog_Verzeichnis.html

Alle Fotos der Veranstaltung stammen von Johannes Schwepfinger/Vorstandsmitglied im PresseClub München,

ein Portrait-Foto von Toni Netzle stammt von Werner Bauer (s. Untertitel)

bei den anderen Abbildungen handelt es sich um eigene Bildcollagen.

 

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