Somewhere Over The Rainbow in München … Zur Einweihung des Bodendenkmals für die in der NS-Zeit verfolgten Schwulen und Lesben

Für Stadtrat Thomas Niederbühl stellte diese städtische Zeremonie mit Sicherheit eine Sternstunde da: In pastelligen Farben, in bewusster Anlehnung an den Regenbogen, erinnert ab sofort ein Bodendenkmal an die in der NS-Zeit verfolgten Schwulen und Lesben in München! Wie Thomas Niederbühl in seiner Ansprache erzählte, währte sein Kampf für eine solche Gedenkstätte über 30 Jahre. Allein hat er ihn nicht geführt, aber für den nötigen politischen Nachdruck gesorgt, seit er 1996 sein Amt als europaweit erster offen schwuler Stadtrat für die Rosa Liste antrat, die den Anspruch der LGBT-Community in München vertritt, ihr Leben“Ganz normal anders“ zu gestalten.

Vorne links: Claudia Stamm (Zeit zu Handeln), dahinter Thomas Niederbühl (Rosa Liste) und „Die Schwestern der perpetuellen Indulgenz„, mit dem Münchner Stadtmuseum und der Synagoge der IKG München als Hintergrund: Ja, München ist BUNT! Foto: Stephan Rescher

Das Münchner Stadtmuseum UND die Jüdische Synagoge im Hintergrund, Schwulen und Lesben im Vordergrund, links im Bild Claudia Stamm, ehemalige Landtagsabgeordnete und Gründerin der Bürgerrechtsbewegung „Zeit zu Handeln“, hinter ihr Thomas Niederbühl, der wohl noch immer Europa-weit einzige Stadtrat einer „Rosa Liste“. Dazwischen, unübersehbar in ihrer Aufmachung, Mitglieder  Der Schwestern der Perpetuellen Indulgenz/Abtei Bavaria. Man sollte sich aber durch deren schrill-farbigen Auftritt nicht täuschen lassen über die Ernsthaftigkeit ihres Anliegens:

Andreas Unterforsthuber von der Münchner Regenbogenstiftung, mit einer „Schwester der Perpetuellen Indulgenz“, Foto: Raymund Spiegel

Wir sind Teil einer international tätigen Gemeinschaft, die sich seit 1979 für HIVPrävention, Lebensfreude und gesellschaftliche Gleichstellung von trans-, homo- und bisexuellen Menschen einsetzt, wie sie sich auf Ihrer Homepage vorstellen. Ihr Erkennungszeichen: Man erkennt uns am weiß grundierten Gesicht, das an den Tod durch AIDS erinnern soll. Dazu setzen wir farbliche Akzente, um symbolisch das Leben und die Freunde darzustellen. 

Eine „Schwester der Perpetuellen Indulgenz/Abtei Bavaria“ mit Rita Braaz, Rosa Liste

Überhaupt empfand ich die bunte Mischung des Publikums, ein Querschnitt unserer Stadtgesellschaft als einzigartig. Wohltuend zahlreich hatten sich u.a. eingefunden, nur um einige zu nennen: Vertreter_Innen der Stadt, wie die Stadträte Marian Offman (CSU), Haimo Liebich und Christian Vorländer (SPD) und Lydia Dietrich, Beppo Brem und Florian Roth für die Münchner Grünen sowie Rita Braaz, Rosa Liste, und Andreas Unterforsthuber von der Münchner Regenbogenstiftung

Rede von Ulla von Brandenburg, Schöpferin des Denkmals. In der ersten Reihe u.a.: Barbara Kittelberger, Stadtdekanin der EKD (mit rotem Top), daneben Dr. Michael Stephan, Leiter  des Stadtarchivs, ganz rechts Hans-Georg Küppers, Kulturreferent der Landeshauptstadt München und OB Dieter Reiter (SPD), Foto: Edith Grube

Foto: Münchner Aids Hilfe via Thomas Niederbühl

Für die musikalische Umrahmung sorgte der Münchner Regenbogen-Chor, dirigiert von meiner Vereinsfreundin Mary Ellen Kitchens (musica femina München).  Als der Evergreen „Over The Rainbow“ von Judy Garland aus gegebenem Anlass angestimmt wurde, wurde mir ganz und gar emotional zumute, zumal auch meine Freundinnen nicht fehlten: Sinteza Ramona Röder, die einmal mehr extra aus Ingolstadt angereist war und natürlich Aktivistin Edith Grube.

Erich Schneeberger, Vorstand im Landesverband der Sinti und Roma mit Ramona Röder; Foto: E. Grube

Edith stellte sich mit ihrem „Stolperstein-Button“ als personifizierte Gretchenfrage in die erste Reihe, vis à vis von OB Reiter und Kulturreferent Hans-Georg Küppers, denn sie kämpft seit Jahren, gemeinsam mit dem Verein „Stolpersteine für München“ um Terry Swartzberg, für die Legalisierung dieser in den Boden eingelassenen Gedenksteine, deren eingravierter Text an Opfer des Holocaust erinnert. Diese Form des Erinnern jedoch lehnen deren Gegner_Innen gerade wegen der in ihren Augen unangemessenen Bodenlage ab …

90 qm Bodendenkmal; Foto: Gudrun Lux

Bei dem neuen Denkmal für die verfolgten Schwulen und Lesben jedoch handelt es sich ebenfalls um ein Bodendenkmal, das bewusst als solches ausgewählt wurde, wie auch aus den Reden von Oberbürgermeister Reiter, Kulturreferent Hans-Georg-Küppers und der Künstlerin selbst hervorging; gerade wegen seiner unmittelbaren Erlebbarkeit durch Begehbarkeit, zudem direkt am Ort des Übergriffs auf die Schwulenkneipe „Schwarzfischer“ 1934, seitens der Nationalsozialisten gelegen. Da frage ich mich schon, warum in ein und der selben Stadt, dieses Bodendenkmal als eben ein solches gelobt wird, während die Stolpersteine weiterhin verboten bleiben, weil sie, laut den Gegner_Innen, am Boden keine würdige Form des Gedenkens ermöglichen?

Die Stolpersteine lehnt sie als Gedenkform vehement ab: Charlotte Knobloch, Präsidentin der IKG München; an der Einweihung dieses Bodendenkmals nahm sie jedoch teil …

Die Opfer würden hier nochmals mit Füßen getreten, lautet eines ihrer Argumente.

Am selben Tag war Gunter Demnig, Schöpfer der Stolpersteine zusammen mit Frau Katja zur Verlegung 21 weiterer Stolpersteine auf privatem Grund angereist und schloss sich danach der Einweihung des Denkmals am Oberanger an. Katja Demnig äußerte später via Facbook: Wir freuen uns sehr, dass diese bislang so unbeachtete Gruppe endlich Aufmerksamkeit geschenkt bekommt — auch in München. Deshalb sind wir gerne zur Eröffnung gegangen.“ 

Katja und Gunter Demnig, unter den Zuschauer_Innen, Foto: E. Grube

Dass sich einmal der Schöpfer der Stolpersteine und deren vielleicht erbittertste Gegnerin, Charlotte Knobloch auf ein und derselben Veranstaltung einfinden würden, hätte ich mir nie träumen lassen!

Jon Michael Winkler und Gaby dos Santos, Kulturplattform jourfixe-muenchen; Foto: Edith Grube

Überhaupt erfüllten mich die bekannten Gesichter unterschiedlichster Couleur, die ich unter den Zuschauern ausmachte, mit einem Gefühl der Zuversicht, was den Facettenreichtum unserer Stadtgesellschaft anbelangt, als ein farbenfrohes heterogenes Miteinander: Ja,  München, die ehemalige Hauptstadt der Bewegung, ist längst bunt geworden …

Foto: OB Dieter Reiter, Facebook via Thomas Niederbühl

Daran erinnerte Albert Knoll, Vorstand des Forums Homosexualität in einem anschließenden Vortrag, im Rahmen eines Empfangs im Jüdischen Museum München, von dem ich nachstehend die Kernausschnitte veröffentliche:

Es sind ja nur ein paar farbige Betonplatten an der Ecke Oberanger / Dultstraße – und doch haben sie so viel Bedeutung, wie kaum sonst irgendwo auf der Welt Betonplatten Bedeutung haben. (…)

Ausschnitt des Bodendenkmals: Das rosa Dreieck steht für die rosa Wimpel, die die homosexuellen KZ-Häftlinge kennzeichneten

Ich freue mich, dass das Kunstwerk nach so langer Planungszeit endlich fertig geworden ist, ein Tag auf den das forum homosexualität münchen, auf den die Rosa Liste und die interessierte Community schon lange gewartet hat. Das Kunstdenkmal ist damit Ausdruck des Willens der Stadt München, die bislang stiefmütterlich behandelte Opfergruppe der homosexuellen Männer und Frauen wahrzunehmen und ihr einen gebührenden Platz in der kommunalen Gedenklandschaft zu gewähren. Das zeugt von Respekt und gleichzeitig auch der Anerkenntnis, dass die nach 1945 fortgesetzte Verfolgung ein Unrecht war, dessen sich die Bundesrepublik bekennen muss. Vor 25 Jahren noch undenkbar: der § 175 war noch in Kraft, die Rosa Liste noch nicht im Stadtrat; die Bereitschaft in Gesellschaft und Politik, die „vergessenen“ oder besser gesagt, die bis dahin „ausgegrenzten“ Opfer des Nationalsozialismus zu würdigen, war damals nicht gegeben. Das hat sich geändert.

Albert Knoll während seiner Rede im Jüdischen Museum; Foto: queerelations

Das Terrorregime des Nationalsozialismus hat das Leben von Tausenden von schwulen Männern auf dem Gewissen und es hat das Leben von abertausenden von Lesben und Schwulen massiv beeinträchtigt und beschädigt. Der § 175 war der einzige Strafrechtsparagraph, bei dem es keine Geschädigten gab – bei dem der Staat seine Macht über die Geburtenrate ausspielen wollte – letztlich die Aufsicht über die Schlafzimmer der Deutschen haben wollte. Homosexuelle Männer wurden zu Staatsfeinden erklärt.

Historische Abbildung des „Schwarzfischers“

Im Sommer 1934 verordnete Gauleiter Adolf Wagner eine groß angelegte Razzia. „Zur Gesunderhaltung unseres Volkes“ – so das Zitat – „muß künftig gegen jede Art der Betätigung widernatürlicher Unzucht mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln eingeschritten werden.“ Daten aus den Rosa Listen wurden gesammelt, die Einsatzkräfte der Polizei aufgestockt für eine Großaktion, die dann am 20. Oktober 1934 mit aller Gewalt durchgeführt wurde. Parkanlagen und Bedürfnisanstalten wurden durchsucht und alle Gäste aus den Schwulenlokalen „Zum Schwarzfischer“in der Dultstraße und „Arndthof“ am Glockenbach verhaftet. Diese reichsweit erste Großrazzia brachte fast 150 Münchner vor den Vernehmungsbeamten, der entschied, dass jeder Dritte von ihnen „vorläufig in Schutzhaft genommen“ wurde und nach Dachau kam. Damit war die Aktion noch nicht zu Ende. Im Morgengrauen durchsuchte die Polizei die Wohnungen von Männern, die in den berüchtigten „Rosa Listen“ eingetragen waren, z.B. die des aus Niederösterreich zugezogenen Franz Kopriva, der 1930 hier Arbeit fand. Kopriva stand in der Homosexuellen-Liste der bayerischen Polizei als „Wiederholungstäter“. Im Zuge der Razzia durchsuchten die Beamten seine Wohnung in der Seidlstraße nahe dem Hauptbahnhof und verhafteten ihn und einen Mann, der sich bei ihm aufhielt. Nach zwei Tagen wurde er – ohne Einschaltung der Justiz – ins KZ nach Dachau überstellt. Lesben waren vom Strafgesetzbuch verschont, der § 175 galt nur für Männer. Es gibt aber einige Quellen, dass lesbische Frauen in Gefängnisse und Konzentrationslager gebracht wurden. Sie wurden offiziell aus politischen, rassischen oder sozialhygienischen Gründen verfolgt. Eine eigenständige weibliche Sexualität negierte die damalige Gesellschaft und die Nationalsozialisten sahen keine „bevölkerungspolitische Gefahr“. Das Ziel des NS-Staates war es, eine einheitliche Volksgemeinschaft aus dem Boden zu stampfen. Da war kein Platz für Lesben oder Schwule, sie wären letztlich alle zu „Gemeinschaftsfremden“ erklärt worden. Beispiele für Lebensgeschichten Münchner homosexueller Frauen im Nationalsozialismus konnten wir bislang nicht finden.

Das Jahr 1945 bedeutete für homosexuelle Männer weder Befreiung noch das Ende von Verfolgung und Kriminalisierung. Viele kamen wieder in Haft, der § 175 war weiterhin gültig. Erst im Jahr 1969 wurde das Totalverbot aufgehoben. 1994 entschied sich der Bundestag für das Ende der strafrechtlichen Diskriminierung und 2002 beschloss er die Rehabilitierung der vor NS-Gerichten verurteilten Männer. Erst jetzt hat die Bundesregierung eine Vorlage zur Rehabilitierung der Männer eingebracht, die aufgrund des Paragrafen 175 in der Nachkriegszeit verurteilt wurden. Eine Hürde für die Aufhebung der Urteile wird dabei bleiben: die Männer werden nachweisen oder bezeugen müssen, dass der Sexualpartner älter als 16 Jahre war, also doch eine Einzelfallprüfung.

Der anschließende Empfang im nahegelegenen Jüdischen Museum am St.. Jakobsplatz, Foto: queerelations

Zum Schluss: Ich bedanke mich herzlich bei den Verantwortlichen, die diesen Festakt im Jüdischen Museum ermöglicht haben. Es ist ja nur ein kleiner Sprung vom neuen Mahnmal am Oberanger hinüber zum Jakobsplatz, wo an die Massenvernichtung der Juden erinnert wird. Im unterirdischen Verbindungsgang zur Synagoge sind die Namen der Münchner jüdischen Opfer zu lesen. Mit Sicherheit waren einige Schwule und Lesben darunter. Deren Namen sind uns unbekannt. Wichtig ist aber etwas ganz anderes: es gibt kein Gegeneinander der Opfer / des Opfergedenkens. Die heutige Raumwahl zeigt vielmehr, dass es ein Hand in Hand derjenigen gibt, die an diese brutalen Zeiten erinnern. Das ist wichtig, denn wie es sich in jüngster Zeit zeigt, die Verharmloser, die Verleugner und die Gegner eines Gedenkens, alte und neue Rechtsradikale formieren sich wieder und fordern uns alle, die wir entschlossen sind, die demokratischen Werte zu verteidigen, zum Handeln heraus. Mahnmale werden mutwillig beschädigt, Juden, Lesben und Schwule sehen sich zunehmend Beleidigungen und Gewalt ausgesetzt. Wir werden ein waches Auge darauf haben, damit Jakobsplatz und Oberanger weiterhin würdige Orte der Zusammenkunft und des Gedenkens bleiben.

Albert Knoll, links mit Thomas Niederbühl, Foto: Stephan Rescher

Soweit die bewegende Rede von Albert Knoll, bewegend besonders, wenn man bedenkt und wie auch von Thomas Niederbühl in seiner Eröffnungsrede erwähnt (s. Youtube-Beitrag am Ende),  dass der internationale Opferverband in Dachau lange Zeit verhinderte, dass ein Gedenkstein für die homosexuellen Opfer errichtet werden durfte. Auch in Hinblick auf die (meiner Meinung nach unsägliche) Diskussion, ob denn das neue Mahnmal auch verfolgten Lesben gewidmet werden solle, äußerte Thomas Niederbühl, dass es  keine Opferhierarchien geben dürfe! Recht hat er, finde ich, schließlich ist und bleibt jedes Opfer eines zuviel!

Gerade wenn es in der heutigen Zeit plötzlich dramatischerweise wieder gilt, sich üblen Anfängen brauner Gesinnung zu erwehren, dann ist die Geste des „Hand in Hand Gehens“, wie sie Albert Knoll anspricht, und wie man sie Dienstag an Oberanger und Jakobsplatz erleben durfte, in ihrer Symbolik nicht hoch genug zu bewerten.

Nachstehend nochmals die prägnantesten Momente der Feier am Oberanger, festgehalten in einem Video von Wolfgang Troescher

<p><a href="https://vimeo.com/223362203">Einweihung des Denkmals f&uuml;r die homosexuellen Opfer der NS-Zeit</a> from <a href="https://vimeo.com/troescher">Wolfgang Tr&ouml;scher</a> on <a href="https://vimeo.com">Vimeo</a>.</p>

Zum Verzeichnis aller bisherigen jourfixe-Blogbeiträge mit jew. Link

Advertisements
Standard

Verliehen aber nicht vergeben – Der Anita-Augspurg-Preis 2015 zwischen Posse und Politikum

„Wenn die israelitische Kultusgemeinde die Vergabe des Preises als Angriff sieht, steht es uns angesichts unserer Geschichte gut an, das ernst zu nehmen“, sagte Fraktionschef Hans Podiuk. Damit ließ die CSU die Preisverleihung platzen (…), schrieb SZ.de zur Aberkennung des Anita-Augspurg-Preises 2015 an die Münchner Gruppe der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit (IFFF).

Die Namensgeberin des Preises, Anita Augspurg, Foto 1902, war 1915 Mitbegründerin der IFFF/WILPF

Die Namensgeberin des Preises, Anita Augspurg, Foto 1902, war 1915 Mitbegründerin der IFFF; Quelle

Der Preis wird zu Ehren der Namensgeberin und Aktivistin für Frieden und Frauenrechte Anita Augspurg seit 1994 von der Landeshauptstadt München verliehen und zeichnet Frauenorganisationen aus,„die zu mehr Gleichberechtigung von Frauen beitragen“. Verliehen wird der Preis seitens einer Jury aus Frauenverbänden unter dem Vorsitz von Stadträtin Lydia Dietrich /Die Grünen.

Der Münchner Merkur zitiert dazu Dietrich in einem Artikel vom 9.3.16: „Sie (Anm.: die IFFF-München) sind seit langem aktiv in der Friedens- und Frauenpolitik, engagieren sich gegen Waffenexporte und Militarismus“, sagt Dietrich im Merkur und verweist darauf, „dass die IFFF auch bei den Vereinten Nationen berät und Frauenperspektiven bei der Klimaschutzkonferenz in Paris eingebracht hätte. In München, schätzt sie, sind 20 bis 30 Frauen aktiv. (Anm.: tatsächlich ca. 60 Mitglieder) Aber auch Dietrich räumt ein, es seien bei IFFF-Texten „problematische Formulierungen“ dabei. „Aber ich will nicht, dass die IFFF darauf reduziert wird.

Wurde sie aber offensichtlich doch, denn seinen Artikel hatte Felix Müller im Merkur überschrieben mit: „Frauenpolitik: Städtischer Preis für Israel-Feinde?

Logo der deutschen Sektion der IFFF/WILPF

Logo der deutschen Sektion der IFFF/WILPF

Bereits Mitte Februar waren Stimmen laut geworden, die der IFFF vorwarfen, der BDS-Bewegung (Anm.:“Boycott, Divestment, Sanctions“ als politisches Druckmittel) nahe zu stehen, so nachzulesen im anonymen Blog Schlamassel vom 18.2., Titel:  Anita-Augspurg-Preis für BDS-Organisation?. Des weiteren wird dort beanstandet: „(…) wer auf der offiziellen Seite der ‚Frauenliga für Frieden und Freiheit‘ auf den Link „Nahostkonflikt“ klickt, findet dort ausschließlich wortgewaltige Verurteilungen und Dämonisierungen des jüdischen Staates. Unter anderem macht die Münchner IFFF-Aktivistin Heidi Meinzolt ihrem Ärger Luft und fordert ein Ende der „internationalen Rücksichtnahme auf die schwierige Situation des Staates Israel“.

Auf welche Weise die zu dem Zeitpunkt eigentlich noch geheime Entscheidung zugunsten der IFFF durchgesickert war, ist nicht bekannt, aber der Stein wurde so ins Rollen gebracht … 

Protest am Marienplatz gegen ein öffentliches Bundeswehrgelöbnis, gegen den erstarkenden Militarismus in Deutschland. Zweite von links: Brigitte Obermayer, dann Eleonore Broitzmann, Brigitte Schuchard

Protest am Marienplatz gegen ein öffentliches Bundeswehrgelöbnis, gegen den erstarkenden Militarismus in Deutschland. 2. von  links: Brigitte Obermayer, dann Eleonore Broitzmann, Brigitte Schuchard

Am 22. Februar fand eine Anhörung der Münchner IFFF-Aktivistinnen Brigitte Obermayer und Heidi Meinzolt statt, unter Leitung von CSU-Stadtrat Marian Offman, der auch Mitglied der Israelitischen Kultusgemeinde München ist. Desweiteren anwesend: Nicole Lassal, neue Leiterin der Frauengleichstellungsstelle der LH München, die für die Preisvergabe verantwortlich zeichnet, außerdem Jury-Vorsitzende Lydia Dietrich. Brigitte Obermayer und Heidi Meinzolt gaben an, dass die Münchner Sektion der IFFF selbst nicht mit der BDS-Kampagne befasst gewesen sei und persönlich dieses politische Druckmittel auch ablehne, da es die Falschen treffe. Damit schienen die Vorbehalte gegenüber einer Auszeichnung der IFFF München mit dem Anita-Augspurg-Preis ausgeräumt; die IFFF-München erhielten ein offizielles Gratulationsschreiben (Ausschnitte), datiert 25. Februar.

Die wichtigsten Passagen aus dem Gratualtionsschreiben an die IFFF-München, vom 25.02.2016

Die wichtigsten Passagen aus dem Gratualtionsschreiben von Nicole Lassal, Leiterin der Frauengleichstellungsstelle der LH München, an die IFFF-München, vom 25.02.2016

Doch hinter den Kulissen brodelte es offensichtlich weiter: Die Kritik des „Schlamassel“-Blogs wurde in Folge vom Online-Portal „Hagalil“  unter dem Titel: „Die Obsession zu Israel aufgegriffen, weitere Blogs, wie „Planet dissi/Antisemitismus schlossen sich an.

Brigitte Obermayer, Sprecherin der IFFF-München, 17.3.16, Seidlvilla

Brigitte Obermayer, Sprecherin der IFFF-München, 17.3.16, Seidlvilla

Im Zuge einer erneuten Debatte im Personalausschuss des Münchner Stadtrates erreichte Brigitte Obermayer, Sprecherin der IFFF München, die Aufforderung zu einer nochmaligen Stellungnahme und zwar „ad hoc“, da nunmehr eine Entscheidung über die Preisvergabe nicht länger vertagt werden könne. Obermayer blieb daher keine Zeit, ihre Liga-Kolleginnen zu erreichen, um sich mit ihnen bezüglich einer neuen Formulierung zu besprechen; vielmehr musste sie sich ganz allein die geforderte weitere Stellungnahme „aus dem Ärmel schütteln„, wie sie es später ausdrückte.

„Die Sprecherin der Gruppe München, Brigitte Obermayer, versichert dass die BDS-Kampagne in München nicht unterstützt wurde, da die Gruppe München andere Arbeitsschwerpunkte hat:

* Kampf gegen Gewalt an Frauen mit den Schwerpunkten Zwangsprostitution, Frauen- und Menschenhandel

* Einsatz für internationale Abrüstung

* Verbreitung und Unterstützung der UN Resolution 1325, für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen an Konfliktlösungsfällen

Wir in München sehen Sanktionen und Boykottmaßnahmen durchaus kritisch. Sie treffen immer auch Menschen, die nichts dafür können. Es gab umfassende Wirtschaftssanktionen, z.B. gegen den Irak, gegen Jugoslawien oder Haiti mit verheerenden Auswirkungen auf die Bevölkerung. Daraus haben wir gelernt, dass Sanktionen und Boykottmaßnahmen meist keine geeigneten Maßnahmen sind, um nachhaltigen Frieden zu erreichen; deshalb setzen wir uns immer für Konfliktlösung im Dialog ein.“ (Brigitte Obermayer)

Diesen Text jedoch, vor allem das Wort „meist“ gegen Ende der Stellungnahme, interpretierten Teile des Stadtrats als „Rücktritt vom Rücktritt“ seitens der Münchner Liga-Frauen, also als eine Distanzierung von ihrer vorhergehenden Distanzierung gegenüber den BDS-Forderungen ihrer Dachorganisation. Einen Tag später informierte die Gleichstellungsbeauftragte Lassal die zur Verleihung des Anita-Augspurg-Preises geladenen Gäste in einem Schreiben, dass der Festakt am 17.3. im Alten Rathaussaal abgesagt und eine Entscheidung bzgl. der Preisvergabe vertagt worden sei.

Der Münchner Merkur berichtete zeitgleich: Doch kein städtischer Preis für umstrittene Frauengruppe“ (…) Das hat die CSU im Stadtrat durchgesetzt. Die Preisvergabe wurde abgesagt. (…) Der Stadtrat verschob die Entscheidung über die Vergabe des frauenpolitischen Anita-Augspurg-Preises am Mittwoch, nachdem unsere Zeitung über Vorwürfe, die Organisation sei israelfeindlich, berichtet hatte (…)

Dass die Preisverleihung nicht nur vertagt, sondern definitiv abgesagt worden war, erfuhr die IFFF – ausschließlich! – durch eine weitere, knappe Pressemeldung in der SZ vom 11.3. Dort stand auch zu lesen, dass im Ältestenrat nun überdacht werde, die Jury des Frauenrechtspreises anders zu besetzen, um Probleme mit Kandidatinnen vorab zu klären. (…)“ 

Da stellt sich mir die Frage, ob und welches politische Kalkül hinter einer solchen Umbesetzung stecken könnte. Sollte eine Jury nicht eher für Unabhängigkeit als für Harmlosigkeit stehen?

Die Frauen der "Women's International League for Peace an Freedeom" (WILPF/IFFFF) Im Kampf um den Frieden, 1915 wie 2015, Quelle

Die Frauen der „Women’s International League for Peace an Freedeom“ (WILPF/IFFF): Aktiv im Kampf um den Frieden, 1915 wie 2015; Das Foto rechts stammt aus den Gründertagen | Quelle: wilpfinternational.org (Peace)

Einen Beigeschmack hat für mich auch die Tatsache, dass zum ersten Mal, seit 1994 der Anita-Augspurg-Preis ausgelobt wurde, mit der IFFF-München eine Frauenorganisation geehrt werden sollte, die eben nicht eher unverfängliche soziale bzw. kulturelle Ziele verfolgt, sondern politische. Diesen Kurs vertrat schon IFFF-Mitbegründerin und Preis-Namensgeberin Anita Augspurg (1857 – 1943). Ihr und ihren Mitstreiterinnen, denen damals noch nicht einmal das Wahlrecht zustand, gelang es in den Kriegswirren von 1915, im neutralen Den Haag zu einer transnationalen Friedenskonferenz zusammen zu kommen; Frauen verbündeter wie verfeindeter Staaten gleichermaßen! Geeint durch die vehemente Ablehnung des Krieges, wagten sie sich damit auf Konfrontationskurs mit dem damals vorherrschenden militaristisch-nationalen Zeitgeist.

1915 treffen Frauen aus befreundeten und verfeindeten Nationen zum ersten transnationalen Frauenfriedenskongress in Den Haag zusammen; Quelle

1915 treffen Frauen aus befreundeten und verfeindeten Nationen zum 1. transnationalen Frauenfriedenskongress in Den Haag zusammen; Quelle

„Wir Frauen so vieler verschiedener Nationalitäten, die wir uns, um unsere Gefühle auszudrücken, verschiedener Sprachen bedienen müssen, von denen eine jede ihre eigenen nationalen Charakterzüge trägt, sind hierher gekommen, in dem gleichen Bewußtsein, mit den gleichen Hoffnungen, dem einen Wunsch, daß unsere Stimme bis ans Ende der Erde dringe im Protest gegen diesen fürchterlichen Massenmord und gegen die Annahme, Krieg sei der einzige Weg, internationale Konflikte auszutragen.“ Mit diesen Worten eröffnete Dr. Aletta Jacobs, erste praktizierende Ärztin in den Niederlanden und Vorsitzende des niederländischen Zweiges der Internationalen Frauenstimmrechtsbewegung, den Ersten Internationalen Kongress europäischer und amerikanischer Frauen.

Zu den Organisatorinnen zählte auch Anita Augspurg, deren Friedensarbeit von der IFFF-München von Generation zu Generation und mit großem ehrenamtlichen Einsatz bis heute weiter getragen wurde  …

Video der Feierlichkeiten von 2015, zum 100. Jahrestag des Frauenfriedenskongresses in Den Haag:

 In unser aller Interesse sollten Bemühungen um dauerhaften globalen Frieden auf breite Zustimmung stoßen, auch seitens der Politik. Die aber wird nicht wirklich aus dem Stadium diplomatischer Lippenbekenntnisse hinaus kommen, solange Waffenlobbies, territoriale Interessen und nationales Machtbewusstsein eine Rolle spielen. Dem wiederum widersetzen sich Friedensaktivist_Innen in aller Welt, so auch die Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit (IFFF/WILPF), die dadurch von Anfang an Vorbehalten bis hin zu Repressalien ausgesetzt war.

Brigitte Schuchard, Historikerin und Aktivistin der Münchner IFFF-Gruppe

Brigitte Schuchard, Historikerin und Aktivistin der Münchner IFFF-Gruppe

Daran erinnerte die Historikerin und IFFF-Mitglied Brigitte Suchard  bei einem  „Gedankenaustausch“, der am 17. März in der Seidlvilla stattfand, anstelle der Preisverleihung im Alten Rathaussaal:  „Immer wieder wird die IFFF in ungerechtester Art herabgesetzt, diffamiert, verfolgt – durch die Nationalsozialisten, durch die bayerische Landesregierung der 50er bis in die späten 60er Jahre (Anmerk: Verdacht eventueller kommunistischer Umtriebe);  und heute, 2016, kann sich der Münchner Stadtrat nicht entschließen, der Münchner Gruppe den bereits zugesagten Preis zu verleihen (…)  Auch ich persönlich fühle mich von dem Vorwurf des Antisemitismus und der Israelfeindlichkeit gekränkt, denn ich habe mich vor allem in meinen beruflichen Jahren (als Referentin für Zeitgeschichte am MPZ) mit großem Engagement in Schulen und der Erwachsenenbildung dafür eingesetzt, über die unsäglichen nationalsozialistischen Verbrechen genau zu informieren und damit das Bewusstsein und den Willen zu einem „Nie Wieder“ in die Menschen zu pflanzen und ich habe – und das war mir ein Herzensanliegen – in vielen Führungen und Stadtrundgängen versucht, vergangene und gegenwärtige jüdische Kultur lebendig werden zu lassen. Ich habe versucht, Sensibilität zu zeigen und Verantwortung zu übernehmen in Bezug auf die deutsche Geschichte und den Holocaust.“

„(…)  die IFFF ist aus meiner Sicht kein würdiger Empfänger“, urteilt hingegen  Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinden München und Oberbayern in einem Kommentar, ebenfalls im Münchner Merkur vom 10.3.  Die internationale Dachorganisation der IFFF beschäftige sich „völlig übermäßig und obssesiv mit Israel und schreckt dabei nicht vor üblen, überzogenen Diffamierungen und Dämonisierungen des jüdischen Staates zurück. Haltlose Anschuldigungen gehen einher mit den inzwischen um sich greifenden Boykottforderungen der BDS-Bewegung, mit der die Organisation offen sympathisiert.“ (…) Abschließend äußert Charlotte Knobloch in ihrem Merkur-Statement, das Recht auf freie Meinungsäußerung relativierend: (…) „Dass jedoch israelfeindliche Gruppierungen auch noch ausgezeichnet werden, übersteigt die Schmerzgrenze der jüdischen Gemeinschaft“.

Anita Augspurg in den 40er Jahren

Anita Augspurg in den 40er Jahren

Die IFFF erwidert auf ihrer Homepage: „Arme Anita Augspurg!  73 Jahre nach deinem Tod im Schweizer Exil  wird nun die Organisation, die du mit so viel Herzblut und Engagement mitten im 1. Weltkrieg gegründet hast und die als Gruppe der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit noch immer in deiner Heimatstadt München für Frieden und Gerechtigkeit arbeitet, nach „aktueller Lesart“ des Antisemitismus bezichtigt. (…) Du, die mit Jüdinnen, mit Frauen aus kriegsführenden und nicht kriegsführenden Ländern eng zusammengearbeitet hast und immer Rechtsverletzungen und Gewalt angeprangert hast, würdest dich fragen, warum man immer noch nicht Unrecht beim Namen nennen darf und Wege aus der Gewaltspirale ignoriert!“

Man kann die Haltung der IFFF/WILPF gegenüber der Politik Israels befürworten oder auch ablehnen; in Zusammenhang mit dem Anita-Augspurg-Preis sollte das jedoch keine Rolle spielen, weil es hier um die Auszeichnung ganz anderer Meriten geht, was sowohl aus der Selbstdarstellung des Preises hervorgeht, wie auch aus der Bewerbung der IFFF-München um selbigen. Auch IFFF-Sprecherin Brigitte Obermayer betonte mir gegenüber nochmals in einem Schreiben: “Wir haben uns als Münchner Gruppe um den Anita Augspurg Preis beworben, weil  Münchner Frauen seit 1915 in der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit/IFFF mitarbeiten. Wir haben eine 100jährige Geschichte in dieser Stadt. Das Wissen um diese klugen und mutigen Frauen ist ein Auftrag an die jüngeren Generationen dort anzusetzen, wo sie für uns vorgedacht haben. Ein Zusammenleben in Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit für alle Menschen. Das geht nur, wenn sich viele für das Weiterleben auf diesem Planeten einsetzen. Das geht nur, wenn wir zusammen entscheiden, dass die Menschen wichtiger sind als der Profit und die Habgier. Das geht nur, wenn wir die Ziele unserer Vorfahrinnen umsetzen, dafür setzen wir uns ein.”Anita_Augspurg_Lida_Gustava_Heymann_1868

Daher – und nicht zuletzt angesichts des historischen Hintergrunds, ist die Aberkennung des Preises für mich, selbst noch nach wochenlanger Recherche, nicht nachvollziehbar. Mal ganz abgesehen davon, dass ich mich frage, wie es heutzutage für eine Friedensorganisation möglich sein soll, Friedenspolitik zu betreiben und dabei die Palästina-Frage auszuklammern?

Ein Artikel wie der von IFFF-Nahost-Koordinatorin Heidi Meinzolt 10.1.2009: Israel außerhalb der Staatengemeinschaft, auf der Homepage der Organisation, mag vielfach als „starker Tobak“ empfunden werden, auf „Dämonisierung“ zielt er jedoch, meinem Empfinden nach, nicht ab. Vielmehr skizziert er in sehr direkter Sprache Verhältnisse, die hierzulande in der Regel diplomatischer umschrieben werden.

Heidi Meinzolt, Nahost-Koordinatorin der IFFF nimmt Stellung zu den gegen ihren Homepage-Artikel geäußerten Vorwürfen; 17.3.2016, Seidlvilla

Heidi Meinzolt, Nahost-Koordinatorin der IFFF, nimmt Stellung zu den gegen ihren Artikel geäußerten Vorwürfen; 17.3.16, Seidlvilla

Meinzolts Artikel jedoch entstand unter dem Einfluss persönlicher Eindrücke, die sie selbst kurz zuvor in Palästina gesammelt hatte und fiel entsprechend emotional aus. Dass aber Emotionalität in einer (politischen) Auseinandersetzung ein schlechter Stichwortgeber ist, äußert Meinzolt inzwischen selbst in ihrer Stellungnahme auf der IFFF-Homepage: (…) „ich habe gelernt, dass Wut und Empörung immer auch Verletzungen anderer in Kauf nehmen und einen möglichen Dialog über Grenzen hinweg behindern. Das bedauere ich, gerade auch in der Münchner Diskussion, weil sie falsche Debatten auslöst. Ich sehe mich jedoch nach wie vor in der 100-jährigen Tradition der IFFF/WILPF, Unrecht zu analysieren und auch gegen den jeweiligen Mainstream zu benennen.“ (…)

Natürlich stehen wir Deutschen gegenüber unseren jüdischen Mitbürger_Innen in der Pflicht eines sensiblen Umgangs; zu Vasallentreue gegenüber der israelischen Politik sollte das meiner Meinung nach aber nicht führen müssen. Sollte nicht gerade unter befreundeten Staaten Kritik zwingend erlaubt sein?

"Gedankenaustausch in der Seidlvilla statt Preisverleihung im Alten Rathaus, v li.: Heidi Meinzolt, Brigitte Obermayer, Brigitte Schuchard von der IFFF-München, 17.3.2016

„Gedankenaustausch in der Seidlvilla statt Preisverleihung im Alten Rathaus, v li.: Heidi Meinzolt, Brigitte Obermayer, Brigitte Schuchard von der IFFF-München, 17.3.2016

Statt dessen sehe ich im Zusammenhang mit den Vorfällen rund um den Anita-Augspurg-Preis 2015  eine Entwicklung bestätigt, die Erika Christmann der  Projektgruppe „Frauen wagen Frieden„, (Evangelische Arbeitsstelle Arbeit und Gesellschaft/Pfalz) in einem Schreiben an den Münchner Stadtrat, mit Kopie an die IFFF-München, zusammenfasst:

Mit großer Enttäuschung und auch Zorn erleben wir immer wieder, wie auch vor einigen Wochen bei den deutsch-israelischen Konsultationen, dass die Freude an weiteren gemeinsamen Projekten in die Öffentlichkeit getragen wird, von Kritik an der israelischen Besatzungspolitik aber nichts zu hören ist. Besonders entmutigend ist natürlich auch, dass Sie die Kritik der Münchner IFFF (Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit) an der israelischen Politik als israelfeindlich, ja auch antisemitisch bewerten.“ (…)

Die US-Aktivistinnen von Code Pink erhalten am 15.4.2016 den Wilhelmine-von-Bayreuth-Preis für Toleranz und Humanität in kultureller Vielfalt der Stadt Bayreuth; Quelle

Die US-Aktivistinnen von Code Pink erhalten am 15.4.2016 den Wilhelmine-von-Bayreuth-Preis für Toleranz und Humanität in kultureller Vielfalt der Stadt Bayreuth; Quelle

Vielleicht ist Ihnen die Debatte um die Preisverleihung in Bayreuth an die Code-Pink-Frauen, die bereits den Aachener-Friedenspreis 2014 erhalten haben, entgangen. (Anm.: Sie waren ähnlichen Vorwürfen wie die IFFF-München ausgesetzt.) Man hat sich aufgrund genauerer Informationen und vielleicht auch durch gezielteres Nachdenken über Antisemitismus durch eine erneute Abstimmung im Stadtrat entschlossen, den Preis zu verleihen, übrigens auch unter besonderer Fürsprache der CSU. Vielleicht ist Ihnen auch entgangen, dass in den letzten Monaten verstärkt jüdische Gruppierungen oder auch Einzelpersonen gezielt Preisverleihungen und Veranstaltungen, bei denen auch Kritik an der israelischen Politik zu erwarten ist, in Verruf bringen, ja Bürgermeister, Volkshochschulen und andere Institutionen mit der sogenannten Antisemitismuskeule erpressen, so dass diese Veranstaltungen abgesagt, die Referenten ausgeladen bzw. die Zusage für die Räumlichkeiten zurückgenommen werden.“ (…)

Die im obigen Absatz beschriebenen Absagen scheinen mir zwar nicht unbedingt gerechtfertigt, aber durchaus nachvollziehbar: Das Ausmass der Verbrechen, in die der Antisemitismus im Dritten Reich gipfelte, wirkt auf die meisten von uns bis heute mit solcher Nachhaltigkeit, dass wir nicht annähernd in den Verdacht des Antisemitismus geraten wollen. Dieses Bedürfnis nach Distanzierung spricht für uns und muss bewahrt bleiben. Erpressbar sollte uns das aber nicht machen! Nun sind die Grenzen zwischen angemessener und unverhältnismäßiger Rücksichtnahme fließend, was gerade Entscheidungsträger_Innen im unmittelbaren Umgang mit Vertreter_Innen Israelitischer Kultusgemeinden und deren Anliegen immer wieder vor Probleme stellen dürfte. Wären aber nicht gerade deshalb offen ausgetragene Debatten, zum deutsch-jüdischen Leben in München, zu Gedenkformen wie den Stolpersteinen und auch zur Politik Israels zielführender, als Tuscheleien hinter vorgehaltener Hand? Die halte ich für wesentlich bedenklicher, als offen und demokratisch geführte Kontroversen, gerade jetzt, wo der braune Ungeist wieder an Terrain gewinnt.

Dem gilt es, gemeinsam mit unseren jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern entschieden Paroli zu bieten, nicht aber Gruppierungen wie der IFFF-München. Kritisch hinterfragen zu dürfen, ohne nachteilige Konsequenzen fürchten zu müssen, ist eine Voraussetzung für Demokratie. Durch die Aberkennung des Anita-Augspurg-Preises sehe ich sie ein Stück weit in Frage gestellt. Für mich ist es das falsche Signal in unserer Stadt, die doch für Weltoffenheit einsteht, und ich hoffe, dass ihr Stadtrat, dem Beispiel Bayreuths Folge leistend, den Status quo noch einmal zur Diskussion stellt.

Offiziell aberkannt wurde der Preis an die Frauen der IFFF-München ja bis heute nicht!

***************************************************

Anlässlich der Verleihung des Wilhelmine-von-Bayreuth-Preis für Humanität und Toleranz in Bayreuth, am Freitag, den 15. April  sind 7 Delegierte von CODEPINK  – Women for Peace – auf einer Vortrags-Tour in Deutschland.

Für CODEPINK sprachen: Toby Blomé, Ann Wright, Elsa Rassbach
Weiterer Redner: Thomas Rödl, Sprecher der DFG-VK Bayern
In der anschließenden Diskussion wurde zu den Ereignissen in München eine Resolution verfasst. (Text folgt in Kürze)


Nachtrag am 27.04.: Eine neue Friedensinitiative stellt sich der Öffentlichkeit vor:

BIB BÜNDNIS ZUR BEENDIGUNG DER ISRAELISCHEN BESATZUNG E.V.I.G.
Deren ersten Blog mit allem Wissenswerten habe ich reblogged.
Infos siehe auch unter www.BIB-JETZT.de


Standard

„Naja …“ Holocaust-Zeitzeugin Helga Verleger im Jüdischen Museum München

Naja„, äußerte am gestrigen Abend Zeitzeugin Helga Verleger immer dann, wenn die von ihr mit leiser Stimme vorgetragenen Reminiszenzen eine allzu schmerzhafte Wendung nahmen. Als sie beispielsweise erzählte, wie ihre Mutter von ihr und dem Vater in einem separaten Wagon deportiert wurde. Die Tochter hatte auch Kleidungsstücke der Mutter eingepackt und wurde in einer Kolonne an einem Waggon vorbeigeführt, aus dem ihre Mutter blickte. „Ich gab meiner Mutter ihren Winter-Muff“, erzählt Helga Verleger sinngemäß und fügte an das Publikum gewandt hinzu: „Aber Sie wissen ja heutzutage gar nicht mehr, was ein Muff ist“. Gelächter – Das gleich darauf in betroffenes Schweigen mündete, als Frau Verleger hinzufügte: „Das war das letzte Mal, dass ich sie gesehen habe“. Über der zierlichen alten Dame zeigt eine Bildprojektion eine zierliche Heranwachsende mit der Mutter. Im Verlauf des Abends erfährt man, dass die Mutter wohl gleich bei Ankunft in einem der berüchtigten Gaswagen getötet wurde, während Vater und Tochter im estnischen Lager vergebens auf sie warteten. „Naja“. Der Vater wurde später in ein anderes Lager, getrennt von der Tochter, verlegt. Auch ihn hat sie nie wieder gesehen

Auf dieses „naja„, folgte gestern stets ein leises Lächeln aus Augen, von denen jeder im Raum wusste, dass sie das Grauen schon in ganz jungen Jahren gesehen und als Teil ihres damaligen Alltags betrachtet hatten. Und es war unter anderem dieses immer wieder geäußerte „naja„, das uns den Holocaust so mahnend näher brachte, wie es auch gelungenste Dokumentationen nicht vermögen. Die Menschen, um deren Schicksal es geht und uns trennt ein gefährlich funktionales TV-Gerät, das selbe, das uns auch mit fiktiven Metzeleien, TV-Trash und sachlich vorgetragenen Schreckensmeldungen aus aller Welt beflimmert. In einem Ausmass, das leicht abstumpfen lässt. Tatsachen lassen sich emotional nur noch schwer von der emotiven Distanz abtrennen, mit der man das Fließen von Theaterblut wahrnimmt. Immer lauter werden Forderungen, nicht zu letzt seitens der jungen Generation, doch endlich diese ihnen so ferne Vergangenheit ruhen zu lassen. Zu fern und zu wenig nachvollziehbar erscheint ihnen der Holocaust. Sie waren nie Täter, nicht ihre Eltern und Großeltern. Wozu also die ganze Erinnerungskultur? Ich finde: Weil wir aus ihr persönlich lernen können. Man wehre den Anfängen, sonst könnte sich das Böse, dass uns allen viel näher steht, als wir es gerne hätten, sich wieder einen Weg in eine ganze Gesellschaft bahnen. Jederzeit und überall. Wir haben die besondere Chance und Verpflichtung einer beispielhaft schlimmen Vergangenheit als Vorlage.

Millionenfacher Mord bleibt dennoch uns allen unbegreiflich. Es ist das „naja“ eines persönlichen Schicksals, das uns mit einer realen Person mitfühlen lässt und uns dadurch einen winzigen Spalt zur Vergangenheit öffnet. Einen wichtigen winzigen Spalt, weil wir aus ihr lernen können, wie die große Anti-Pegida-Bewegung beispielsweise erfreulich zeigt.

Die gestrige Begegnung mit Helga Verleger fand im Rahmen des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus statt, wie jedes Jahr veranstaltet im Jüdischen Museum München

http://www.juedisches-museum-muenchen.de/

von der Gesellschaft für christlich jüdische Zusammenarbeit München Regensburg

http://www.gcjz-m.de/

Diese Gesellschaft existiert seit 1948 und Helga Verleger ist dort seit vielen Jahren Mitglied. Persönlich finde ich es ebenso tröstlich wie zukunftsweisend, dass eine Frau, nein, eine beeindruckende Dame, die den Holocaust durchlitten hat, bereit zu einem solchen interreligiösen Dialog in Deutschland ist.

Mehr zu Helga Verleger unter anderem unter

http://die-quellen-sprechen.de/Helga_Verleger.html

Sehr einfühlsam moderiert wurde das Zeitzeugengespräch von Dr. Andreas Heusler (Stadtarchiv München). Grußworte kamen vom Vorsitzenden der mitveranstaltenden liberalen jüdischen Gemeinde Beth Shalom, Dr. Mühlenstein, sowie von der katholischen Vorsitzenden des Vereins: Ordinariatsdirektorin Dr. Gabriele Rüttiger sowie vom jüdischen Vorsitzenden Prof. Dr. Abi Pitum.

Alle wiesen in ihren Reden darauf hin, dass wir nicht mehr lange die Chance solcher unmittelbaren Begegnungen haben werden. Umso mehr begrüße ich die weltweiten Bemühungen, die ganz persönlichen Schicksale und erinnernden Worte noch rechtzeitig einzufangen und für die nachkommenden Generationen zugänglich zu machen. Denn so erfreulich gut besucht die Veranstaltung trotz Schneesturms war, es fehlten weitgehend die jungen Leute, wie meine Freundin Toni Netzle zu Recht anmerkte.

Und: Bei vielen Anwesenden handelte es sich um jüdische Mitbürger, dabei wäre es doch an uns „anderen“, diesen Tag in der jährlichen Agenda als einen Pflichttermin zu betrachten ..


Zum Verzeichnis aller Blogs mit jeweiligem Link

Standard

„Ohne Künstler und Kunstschaffende wäre keine Stadt lebenswert“ – Abschied von Dr. Angelika Baumann im Kulturreferat

Als “Mittelweg ohne Gold” bezeichnet der Satiriker Ephraim Kishon die vielen Kompromisse, die ich, wie viele Kunstschaffende, eingehen muss, um einigermaßen über die – materiellen – Runden zu kommen. Da ich mit einem relativ großen Einfallsreichtum bedacht wurde, beschreite ich meinen “Mittelweg ohne Gold” recht komfortabel, mal mehr, mal weniger, aber irgendwie stetig. Dabei sammle ich die Welt um mich Momentaufnahmen ein, verdichte sie in Ideen und Gefühlen zu einer Vision, die schließlich auf kreative Umsetzung drängt. An diesem Punkt droht der Mittelweg zur Sackgasse zu werden: Zwar sind Gedanken frei und Visionen gratis, in künstlerischer Umsetzung jedoch bitten sie zur Kasse. Vor diesem Dilemma findet man sich als Kunstschaffender des öfteren wieder, selbst wenn das Auskommen an sich einigermaßen gesichert ist. Aber wie darüber hinaus die eigenen Herzblut-Projekte realisieren? Was, wenn das neueste Projekt partout produziert werden will? Wenn dem eigenen kleinen Theater das Aus droht? Wenn einem das Atelier gekündigt wurde?

Man hofft inständig auf eine Förderung durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München und nicht selten erscheint einem eine solche Förderung als letzter Ausweg. Mit entsprechend großer Emotionalität werden Ablehnungen daher aufgenommen, als große Katastrophe und persönlicher Affront. Nur zu gut weiß ich aus eigener Erfahrung, wovon ich hier schreibe 😉 Nicht der Kopf durch die Wand, sondern der Schritt durch die Tür hat mich dann schrittweise mit den Strukturen und Richtlinien des Kulturreferats vertraut gemacht – und mit einer ganzen Reihe MitarbeiterInnen, die Jon Michael Winkler und mir durchaus nicht immer mit Fördermitteln, aber auf jeden Fall mit Ratschlägen und Kontakten weiter geholfen haben.

Eine wichtige Ansprechpartnerin für den jourfixe-muenchen war seit einigen Jahren Frau Dr. Angelika Baumann, Abteilungsleiterin der Abt. 1 – Bildende Kunst, Darstellende Kunst, Film, Literatur, Musik, Stadtgeschichte und Wissenschaft.

Als ich erfuhr, dass Frau Dr. Baumann am 1. September aus dem Amt scheidet, bat ich um ein Abschieds-Interview für den jourfixe-Blog. Nachstehend finden sich in Zusammenfassung unser Gespräch sowie Links zu O-Tönen. Das Interview wirft einen Blick zurück auf die beinahe 25 Jahre, in denen Frau Dr. Baumann Kultur in München mitgestaltet hat. Darüber hinaus beinhaltet das Gespräch eine Reihe von Informationen zu Aktivitäten und Richtlinien des Kulturreferats.

Jon Michael Winkler, unser Erster Vorsitzender und ich haben in den vergangenen sechs Jahren Frau Dr. Baumann als offene Ansprechpartnerin mit Kompetenz UND Herz schätzen gelernt. Durchaus – wie schon in anderen meiner Blog-Beiträge thematisiert – keine Selbstverständlichkeit in der Kulturszene.

Abschiedsinterview mit Angelika Baumann am 4. August 2014 im Kulturreferat Muenchen

Abschiedsinterview mit Frau Dr. Baumann am 4. August 2014 im Kulturreferat München

 

Dafür, liebe Frau Dr. Baumann, danken wir Ihnen! Ebenso für das Interesse, mit dem Sie unsere Produktionen verfolgt haben, ob im Rahmen von Kooperationen oder direkt im Publikum. Sie werden uns fehlen!

Bereits seit 1990 ist die promovierte Historikerin für das Kulturreferat tätig. Damals wurde erstmalig eine Stelle für kommunale Geschichtsarbeit ausgeschrieben. Dr. Angelika Baumann, damals noch TV-Redakteurin, bewarb sich mit Erfolg und betrat mit diesem Aufgabenbereich absolutes Neuland, mit entsprechend großem Gestaltungsfreiraum, was sie als besonders reizvoll empfand.

Mit der Zeit übernahm Frau Dr. Baumann die Betreuung einer Reihe von Großprojekten in ihrem Fachgebiet, so beispielsweise 2002 die Vorbereitungen für das Jüdische Museum in München.

Ebenso hatte Frau Dr. Baumann daran mitgewirkt, die Grundsatzbeschlüsse des Münchner Stadtrats zu einem NS-Dokumentationszentrum in München vorzubereiten und das Projekt maßgeblich begleitet.

Besonders in Erinnerung geblieben ist Frau Dr. Baumann die sogenannte „Wehrmachtausstellung“ von 1997. In Absprache mit ihrem Chef, dem damaligen Kultureferenten Siegfried Hummel, hatte Frau Dr. Baumann die Ausstellung selbst nach München geholt und in historischen Bezug zur Stadt gestellt.  Diese erste Wehrmachtsausstellung, ebenso wie eine zweite, die in überarbeiteter Fassung später im Stadtmuseum gezeigt wurde, blieben monatelang Stadtgespräch, wobei die teilweise leidenschaftlich Pro und Contra ausgetragenen Diskussionen  zu einer intensiven zeitgeschichtlichen Auseinandersetzung führten.

2005 übernahm Frau Dr. Baumann, zusätzlich zu ihrem Aufgabenbereich, die Abteilungsleitung für alle Sparten der Kulturförderung, mit Ausnahme der  Bereiche „Stadtteilkultur“, der „kulturelle Bildung“ und „urbane Kultur“. Ein sinnvoller Zusammenschluss, durch welchen die Kommunikationswege optimiert wurden. Dennoch blieben und bleiben die finanziellen Mittel begrenzt. Es sei immer zu wenig Geld da, um allen Anträgen gerecht zu werden, räumte Frau Dr. Baumann ein und betonte ausdrücklich, dass sie die Frustration abgewiesener Kunstschaffender sehr gut nachvollziehen könne, aber …

In Folge sprach ich an, dass sich speziell die Freie Musikszene, nicht zuletzt gegenüber der Theaterszene, als ein Stück weit benachteiligt fühle, worauf Frau Dr. Baumann eine Reihe von Bereichen aufzählte, in denen sich das Kulturreferat speziell für die Förderung von Musik einsetzt und nannte als zukunftsnahe Maßnahme die Schaffung von Proberäumen für MusikerInnen, da hier dringender Bedarf zu beobachten sei.

Auf die Frage hin, ob es spezielle Situationen im Kulturreferat gebe, die ihr besonders gegenwärtig seien, berichtete Frau Dr. Baumann, dass immer wieder Künstler in recht verzweifelten Lebenslagen und besonders häufig an Freitagen, wohl mit dem Wochenende vor Augen, bei ihr vorgesprochen hätten. Diese Anfragen führt Frau Dr. Baumann auch darauf zurück, dass in der Künstlerszene das Kulturreferat inzwischen verstärkt als Partner wahrgenommen werde, in der Lage, in prekären Situationen weiterzuhelfen; zwar nicht immer mit Geld, aber durchaus mit Kontakten und Tipps. (Dass sich für solche Anliegen jedoch gerade der Freitag NICHT zu einem“ Jour Fixe“ entwickeln sollte, versteht sich … 😉 )

In diesem Zusammenhang appellierte Frau Dr. Baumann, sich unbedingt über Förderrichtlinien auf der Homepage des Kulturreferats zu informieren. Nachstehend der Link

http://www.muenchen.de/Kulturfoerderung

Frau Dr. Baumann schloss mit einem Appell an die Künstler zu mehr Selbstbewusstsein und empfahl zugleich, sich dem Markt nicht zu verschließen.

„Ohne seine Künstler und Kunstschaffenden wäre keine Stadt lebenswert „, so Frau Dr. Baumanns Fazit.

Nachfolger von Frau Dr. Baumann, in der Abteilung zur Förderung von Kunst und Kultur, wird ab 1. September 2014, Marc Gegenfurtner. Er war zuvor sieben Jahre lang der persönliche Mitarbeiter des Kulturreferenten.

Soweit der jourfixe-Blog für heute. Eine Übersicht aller Beiträge findet sich auf der Homepage unserer Kulturplattform jourfixe-muenchen, unter

http://www.jourfixe-muenchen-ev.de/jourfixe_Blog_Verzeichnis.html

Standard