Allgemein

Geburtstag auf Wolke 7: Fotostrecke, Kommentare und weiterführende Links zur Künstlerfeier an meinem 60. Geburtstag, 4. Juni 2018, bei Terry Swartzberg in München

Runde Geburtstage verleiten mich regelmäßig zum Kassensturz: Wo genau stehe ich an diesem Stichtag, in Bezug auf meine Pläne, Ziele, Überzeugungen und auf meine Gefühlswelt? Und wer steht an meiner Seite, beziehungsweise mir zur Seite? Nehme ich den aktuellen, sechzigsten Geburtstag zum Maßstab, fällt meine biografische Zwischenbilanz um so vieles besser aus, als mir selbst bislang bewusst war. Von der Zuneigung meiner Gäste fühlte ich mich regelrecht eingelullt, von vielen liebevollen Gesten, Zuwendungen, Worten und künstlerischen Darbietungen. Dass die Gästeliste sich fast ausschließlich aus künstlerischen WegbegleiterInnen und engen KooperationspartnerInnen unterschiedlichstem Datums zusammensetzte, spielte dabei für mich keine Rolle, denn in meinem Leben verlaufen die Grenzen zwischen künstlerischer, beziehungsweise kultureller Arbeitswelt und Privatleben seit Jahrzehnten fließend.

Glücklich – Gaby dos Santos am 60. Geburtstag. Links im Hintergrund Christiane von Nordenskjöld, Kustodin (Ateliermuseum) der Magda-Bittner-Simmet-Stiftung

Die prägnantesten Momentaufnahmen, festgehalten von mehreren Gästen, habe ich in nachstehender Fotostrecke zusammengestellt, kommentierjt und verlinkt, weil diese nicht nur eine schöne Erinnerung für mich – und hoffentlich für meine Gäste – darstellen, sondern auch widerspiegeln, wofür die Kulturplattform jourfixe-muenchen steht. Nachfolgendes Gruppenfoto zeigt zwar nicht alle der geladenen !80 Gästen, aber einen guten Querschnitt:

Kurz vor Beginn der Künstler-Session: HINTEN von links: Manuela Rosenkind (Illustratorin, Autorin „Mia Meilenstein„), Harry Rosenkind (Musik-Promoter, Schlagzeuger der Kultrockband „Sahara“), Elisabeth Sorger (Malerin, Sprecherin der MKG-Münchner Künstlergenossenschaft), Reiner Mauthe, Catherine Houdayer (Modeexpertin), Jörn Pfennig (Lyriker, Bestseller mit „Grundlos zärtlich“), ganz an der Wand Arno Baum (Musik-Booker, Bassist der Progressive-Rockband PROGNOSTIC) und ansatzweise zu sehen Piaistin Masako Ohta; MITTLERE REIHE im Sessel: Ulrike Keil (Musikwissenschaftlerin, Pressechefin von Musikerlebnis/Tonicale, musica femina münchen) mit Ehemann, Michaila Kühnemann (Film- und Radiomacherin RADIO MÜNCHEN, Kabarettistin, Liedermacherin), Peter Lang (Inhaber Artist Studio München, als Musiker Mitbegründer der ungarischen Kultbands Hungaria und Omega), Claudia Cane (Rockröhre), VORNE, neben mir, Christine Weissbarth (Schauspielerin, Moderatorin und Referentin bei der Hanns-Seidel-Stiftung) sowie, halbverdeckt, Cecilia Gagliardi (Sängerin, Gitarristin, Theater im Roßstall/Germering)

Die  Kulturplattform jourfixe-muenchen steht seit fast zwanzig Jahren für kulturelle und künstlerische Vielfalt, mit dem Ziel gegenseitiger Inspiration und der Bildung von Synergien. Diese Vielfalt spiegelte sich in der Geburtstagsfeier wieder: Die Künstler- und Kulturschaffenden des jourfixe sind unterschiedlichster Couleur, doch bilden Know How, Offenheit und Interesse gegenüber anderen Kunstformen, Freude an künstlerischen Synergien und multidisziplinären Projekten einen kittenden, gemeinsamen Nenner. Als Mitglied kann man sich bei uns nicht bewerben; statt dessen spreche ich gezielt Kunst- und Kulturschaffende an, die ich mir als Bereicherung unseres künstlerischen Pools erhoffe, zur Entwicklung gemeinsamer Projekte und gegenseitigen Unterstützung.

Gastgeber Terry Swartzberg, Journalist, PR-Fachmann und Vorsitzender von „Stolpersteine für München e.V.“ stellte mir für meine Geburtstagsfeier sein historisches Häuschen am Nockerberg zur Verfügung und ermöglichte so einen unvergesslichen Abend! Foto: Dirk Schiff (portraitiert.de)

Apropos gegenseitige Unterstützung: Eben mal sein ganzes Haus für die Feier zu meinem 60. Geburtstag zur Verfügung stellen – das macht ihm so schnell keiner nach und entspricht seinem Wesen: Für den Kosmopoliten Terry Swartzberg sind Aufgeschlossenheit, soziales Engagement (u.a. in seinen PR-Kampagnen) und phantasievoll gestaltete Lebensfreude zwei Seiten einer Medaille. Nach rund 25 Jahren als Korrespondent für die International Herald Tribune, gilt sein großes Engagement seit einigen Jahren dem Verein Stolpersteine für München e.V., dem er vorsteht und mit dem er aktuell ein großes Sommerfest vorbereitet, am Mittwoch, 20. Juni 2018, um 20 Uhr, bei freiem Eintritt im Jüdischen Museum München, mehr unter jourfixe-News. Und einmal mehr ist einfach jede/r herzlich willkommen! Ohne Anmeldung und bei freiem Eintritt.

„Gabys gute Geister“ nannte meine Freundin Edith Grube Reiner Mauthe, Marianne Niederkofler, Sigi Blässer und Jon Michael Winkler; Letzterer ist nicht nur mein enger Vertrauter sondern auch Erster Vorsitzender des jourfixe-Vereins. Für mich bedeuten die vier Menschen auf obigem Foto weit mehr als Mainzelmännchen! Mit ihnen ist in Teilen mein Leben verwoben. Fest steht aber auch, dass  ohne deren Hilfe diese Geburtstagsfeier gar nicht zu stemmen gewesen wäre. Der untere Bildteil zeigt einen Ausschnitt des üppigen Büffets: Alle Gäste waren gebeten worden, Speisen und Getränke anstelle von Geschenken mitzubringen. Foto: Stey

 

Geburtstagskind Gaby dos Santos führt Prof. Thomas Pekny, Intendant Komödie im Bayerischen Hof, durch Terry Swartzbergs historisches Domizil am Nockerberg, Foto: Oliver Stey

 

Theaterwelten: Angelica und Lili Fell, Geschäftsführung der inklusiven FBM-Freien Bühne München mit Thomas Pekny, Chef der Komödie im Bayerischen Hof; Foto: Dirk Schiff

 

Kommt Moses nicht zum Berg … Nachdem es im Winter wegen einer Endlosschlange nicht möglich gewesen war, das Rockmuseum im Olyimpiaturm zu erreichen, kam dessen Betreiber, Herbert Hauke eben zu uns. Neben ihm seine Frau Gabi, Tourbegleiterin und Assistentin von Sissi Perlinger; Foto: Schiff

 

Foto links: Die finnische Sängerin Tuija Komi im Gespräch mit musica-femina-Grafikerin Irmgard Voigt; Foto rechts: Claudia Strauch (Strauch Media) im Gespräch mit Behar Heinemann, links und  Petra Windisch de Lates (Vorstand Lebensbrücke e.V. und J.I.M.-Jazzmusiker Initiative München)

 

Foto links: Das Sänger-Ehepaar Maya und Charles Logan; Rechts schneide ich eine der Geburtstagstorten an, die mir Gäste gebacken haben, assistiert von Gabi Hauke, dahinter jourfixe-Gründungsmitglied Angelika Grimm (Sozialpädagogin); Foto: Elisabeth Sorger

 

V.l. Alexander Diepold (Madhouse), hat gerade in München den alljährlichen Gedenktag für die im Holocaust ermordeten Sinti und Roma durchgesetzt, daneben Eva Giesel, Litag Theaterverlag, rechts Uta Horstmann, Bundesverdienskreuzträgerin für ihr lebenslanges Engagement für Sinti & Roma, auf den Stufen Esthera und Artur Silber (Musik-Manager DownTown Studios,PR–Agentur Silberpfeil, Schlagzeuger, u.a. PROGNOSTIC)

 

Unter den Nazis wurden ihre Ethnien unter dem Sammelbegriff „Zigeuner“ verfolgt, doch hier ist Differenzierung angesagt: Von links: Oliver Stey, aus einer Zirkus- und Schausteller-Dynastie, der das größte Privatarchiv dazu führt, die schillernde Behar Heinemann, eine, wie sie es selbst formuliert „stolze Rom“ (Autorin und Kulturmanagerin) sowie der Sinto Alexander Diepold (Madhouse-Chef), dem München seit diesem Jahr einen festen Gedenktag für die verfolgten Sinti & Roma verdankt; Fotos: Dirk Schiff

 

Fotografin Anne Schiff – Mit ihr und ihrer Familie erlebe ich immer wieder kuschelige private Stunden; Rechts Stephanie Bachhuber (Bayer. Staatsoper) Am Vortrag meines Geburtstags feierten wir den 20. Jahrestag unserer Freundschaft! Fotos: Dirk Schiff

 

Geniales Geschenk von Naomi Isaacs (Institute for Charismology): Ein Kaleidoskop – zeitlose Freude! Links von ihr Reiner Mauthe, rechts Sänger Charles B. Logan, an der improvisierten Bar; Rechtes Bild: Ulrich Floßdorf, Traumatherapeuth etc. bei Alexander Diepolds Familienberatungsstelle Madhouse; Foto: Stey

 

Die finnische Sängerin Tuija Komi kam auf Krücken! Und verstand sich mit Gastgeber Terry Swartzberg offensichtlich prima. Für mich ist sie ein veritabler Sonnenschein, kann aber auch „traurig“ und sang später bei der Session à capella ein melancholisches finnisches Gänsehaut-Lied; Fotos: Dirk Schiff

 

Von links: Petra Windisch de Lates (Vorstand Lebensbrücke e.V. und J.I.M.-Jazzmusiker Initiative München), Kriminalautorin Sabine Vöhringer („Die Montez Juwelen„) Michaila Kühnemann, Radio München, Moderatorin, Filmemacherin, Kabarettistin, Musikerin, Foto/Ausschnitte von Oliver Stey

 

Blick von Terry Swarzbergs Terrasse in den Innenhof. Von vorne links: Dr. Ulrich Schäfert, Leiter Kunstpastoral der Erzdiözese,, Grafikerin/Illustratorin Elena Buono, Heidi und Peter Lang, Artist Studio und Kulturjournalistin Heidi Weidner; ganz re. Sängerin Tuija Komi; Foto: Oliver Stey

 

Totale des Innenhofs – Im Vordergrund zu sehen ist Regisseur Rüdiger Nüchtern, ganz hinten wird es Italienisch: An der Wand die Grafikerin und Illustratorin Elena Buono und vor Ihr die Sängerin und Kabarettistin Cecilia Gagliardi, die einer römischen Künstlerdynastie entstammt; Foto: Dirk Schiff

Links neben Musikerin Cecilia Gagliardi (Theater im Roßstall/Germerin) die japanische Pianistin Masako Ohta, bei der ich mich fragte, wie sie aus einem Keyboard in Schoß-Format derart perlende Klänge zu zaubern vermochte. Rechts Sängerin Linda Jo Rizzo, die kürzlich das Hippodrom zum Kochen brachte. Foto-Ausschnitte: Dirk Schiff

Höhepunkt der Feier waren sicherlich die Geburtstagsständchen der MusikerInnen unter den Gästen sowie ein eigens zu meinem Geburtstag getextetes Gedicht SIXTY SEXY GABY des Lyrikers Jörn Pfennig! Große Freude! …

Lyriker Jörn Pfennig, zwei Ausschnitte von Fotos von Dirk Schiff

Vorbemerkung:

Eines Deutschen Dichters Scheitern
ist für ihn und die Welt ein wahrer Graus.
Doch manchmal kann es beide auch erheitern –
probieren wir’s doch einfach mal aus:

Das Gedicht:

Der Deutsche Dichter muss ja nicht denken –
von dieser Pflicht hat sein Volk ihn befreit
um sie dem Deutschen Denker zu schenken
der sich immer schon sehr
aber seither noch mehr
schier unglaublicher Bedeutung erfreut.
(… mehr)

Stimmungsbild während der temperamentvollen Performance von Jazz-Sängerin Jenny Evans; rechts außen Hausherr Terry Swartzberg, neben ihm Jazz-Sänger Thomas de Lates, Foto: Oliver Stey

 

Zwei Momente der Performance von Jazz-Sängerin Jenny Evans: Ein peppiges Lied à capella und aus eigener Feder über die Vorzüge reifer Frauen; Jennys Auftritt berührte mich sehr, denn oft war ich früher in ihrem Jazz-Lokal Jenny’s Place zu Gast gewesen und hätte mir nie träumen lassen, sie einmal als Geburtstagsgast zu begrüßen … Foto-Ausschnitte: Dirk Schiff

 

Csaba Gal, Leiter des Künstlerkreises Kaleidoskop und Cecilia Gagliardi (‚Theater im Roßstall/Germering) singen „Bella Ciao“, das „House Of Rising Sun“ Italiens, Foto: Dirk Schiff

 

Mitwirkende an der Künstlersession: Jazz-Sänger Thomas de Lates und zwei der Musiker der Progressive-Rockband PROGNOSTIC: Keyborder Martin Stellmacher und Sänger Charles B. Logan

 

Vertraute aus wilden Zeiten: Journalistin Daniela Schwan (rechts neben mir). Links zu sehen ist Kabarettistin Karin Engelhard. Dahinter Klaus Onnich, Kurator MVG-Museums – Foto: Dirk Schiff

 

Ein schönes Portrait-Foto von Kulturjournalistin Daniela Schwan; Foto: Dirk Schiff (portraitiert.de)

 

Mit meinem alten Freund aus wilden Datscha-Zeiten, Zarko Mrdjanov, Gitarrist von Massel Tov, meiner Schwägerin Sigi und Heidi Lang vom Artist Studio, Foto: Dirk Schiff

 

Elisabeth Sorger, Malerin und Sprecherin der MKG – Münchner Künstlergenossenschaft, Martin Hubensteiner, Ausstellungsmacher der LV1871, Gaby dos Santos und Christine Weissbarth, Referentin/Moderatorin der Hanns-Seidel-Stiftung, Foto: Dirk Schiff

 

In der Mitte Claudia Weigel, (Parlamentarische Beraterin Hochschul- und Kulturpolitik, Fauenpolitik für die BayernSPD Landtagsfraktion), links Autorin Gunna Wendt, nach deren Biografie über Franziska zu Reventlow wir zur Zeit, gemeinsam mit Musikerin Michaela Dietl, eine Collage zum 100. Todestag produzieren

 

Renate Lettenbauer und Lising Pagenstecher, wie ich Mitglieder von musica femina münchen    und Rockröhre Claudia Cane, die später Janis Joplins „Mercedes Benz“ sang; Foto: Dirk Schiff

 

Meine Freundin Edith Grube, Tochter und Nichte der KZ-Überlebenden Werner und Ernst Grube; Aktivistin (Stolpersteine für München e.V.) und Verwaltungssupervisor bei Madhouse, mit ihrem Mann Robert; Links: Harry Rosenkind (Musikpromoter und Schlagzeuger der Kult-Rockband „Sahara„)

 

Meine Collage über Textdichter Bruno Balz brachte mich mit diesen beiden Herren zusammen: Mein Bühnenpartner Lutz Bembenneck (li) und der „Experte“ für die Talkrunde nach der Aufführung, Albert Knoll, Archivar der KZ-Gedenkstätte Dachau und Vorstand des Forums Homosexualität München,

 

Unsere beiden jourfixe-Fotografen einmal selbst vor der Linse von Oliver Stey: Links: Dirk Schiff/ portraitiert.de und rechts Bernd Sannwald, ein As in abstraktv wirkender Detail-Fotografie

 

Dieses Portrait von Naomi Isaacs fand Dirk Schiff (portraitiert.de) so ansprechend, dass er spontan beschloss, es in seine neue Herbst-Ausstellung „Münchner und Zuagroste“ einzubeziehen. Wie bereits seine erfolgreiche Ausstellung im Vorjahr mit Uschi Glas, „We are all the same“, findet die Vernissage im Hotel Le Méridien statt, diesmal zugunsten von Jutta Speidels HORIZONT e.V.

 

Es ist spät geworden … Christiane von Nordenskjöld, Kustodin (Ateliermuseum) der Magda-Bittner-Simmet-Stiftung im Gespräch mit Jon Michael Winkler;; Foto: Stey

 

Ein glückliches Geburtstagskind sagt: „Danke!“


Verzeichnis aller jourfixe–Blogbeiträge mit jew. Link

 

 

 

 

Advertisements
Standard
Allgemein

„Und ich gehe heute noch“ – Vom Ausstieg ins Leben der Künstlerin Naomi Isaacs

An einem Sonntag Mittag 1984 saß Sekretärin Naomi Isaacs  im Biergarten des Wirtshaus Am Gehrenberg. Sie erinnert sich – sinngemäß: „Ich saß unter Kastanienbäumen und genoss eine Stimmung, die der an schönen Sommertagen glich, mit Vogelgezwitscher und dem Lärmen spielender Kinder, während die Erwachsenen ihren Kaffee tranken. Es war einer dieser seltenen, absolut klaren Tage, an denen man von der Terrasse aus den ganzen Bodensee überblicken konnte.“ Die Weite des Ausblicks inspirierte Naomi zu einer Vision grenzenloser Möglichkeiten: „Wenn ich jetzt aufstehe und anfange zu gehen, einfach so, zu Fuß, dann könnte ich bis an den Bodensee kommen und dann den See mit der Fähre überqueren und weiter gehen, immer weiter, denn wer sollte mich aufhalten können? Im selben Moment ist ein Teil von mir aufgestanden und los gegangen und dieser Teil geht heute noch …“

Das Wirthsaus am Gehrenberg über dem Bodensee, Quelle: Südkurier

Das Wirthsaus am Gehrenberg über dem Bodensee, Quelle: Südkurier

Bereits ein Jahr zuvor hatte es in Naomi zu rumoren begonnen. Anlass war der 40. Geburtstag, der, wie so oft an runden Geburtstagen, eine innerliche Bestandsaufnahme heraufbeschwor. Beim Aufwachen hatte sie überlegt: „Gestern war Dienstag, heute ist Mittwoch – fühl ich mich jetzt anders? Ja,“ entschied sie, „zu alt, um mir mit vierzig noch von jemanden sagen zu lassen, wo es lang geht und viel zu jung zum sterben.

Naomi Isaacs mit ihrem damaligen Mann in den 80er Jahren

Naomi Isaacs mit ihrem damaligen Mann in den 80er Jahren

Seit Jahren trafen sie und ihr damaliger Ehemann sich regelmäßig mit einer Gruppe Freunden zum Essen. Eines Abends stellte Naomi fest, dass sie sich für kein einziges der vielen Gerichte auf der Speisekarte erwärmen konnte. „‚Steak wäre klasse, aber nee, zuviel zum Kauen, Scampi wäre schön, aber der ganze Reis mit Sauce zu viel …‘ Alles, was ich mir auf der Karte anschaute, war  irgendwie nicht so wie ich es haben w0llte. Innerlich ahnte ich, dass es hier um mehr ging, als nicht zu wissen, was ich bestellen wollte. Die Wahrheit war, dass ich keinen Hunger mehr hatte und das auf vielen Ebenen. Ich merkte: ‚Something is rearing its ugly head‘.

Naomi_Isaacs_Ugly_Hat_Gaby_dos_Santos_jourfixe-muenchen

Wer kennt es nicht, dieses leise Unbehagen, das einen im Lauf des Lebens beschleicht und ganz leise aber unentwegt zu fragen scheint: „Na, wo sind sie denn geblieben, die vielen Träume und Pläne, mit denen man sich das Leben bunt pflastern wollte? Wann ist sie verloren gegangen, diese Leichtigkeit mit der man die Gegenwart ausgelebt hast, ohne dabei auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, ob die Zukunft abgesichert genug sei. Wo ist der jugendliche Tatendrang geblieben? So vieles scheint ausgesperrt, hinter einem Riegel, den man seinem Dasein irgendwann unmerklich selbst vorgeschoben hat …

jourfixe-Blog_Naomi_Isaacs_80er_Jahre_Foto

Naomi beschreibt diesen Vorgang auf der biografischen Seite ihrer Homepage so: „Allmählich  wandelten sich unsere Interessen und wir hörten auf, die Clubs zu besuchen. Ich arbeitete als ‚Tippse‘ in einem großen Konzern. Über die nächsten 15 Jahre und viele Firmen stieg ich auf zur Abteilungssekretärin.

Naomi Susan Isaacs 1987

Naomi Susan Isaacs 1987

Als Naomi 1984 am Gehrenberg beschloss, ihrer Vision Taten folgen zu lassen, hatten sich ihr Mann und sie bereits auseinander gelebt und im Guten getrennt.

Wovor sich Naomi damals am meisten fürchtete, war etwas, das sie als „Hauptbeschäftigung aller alleinstehenden Damen mittleren Alters“ bezeichnet: „Es sich abends daheim gemütlich zu machen“, begleitet von Fragestellungen ohne tieferen Sinn, wie „Was koche ich für mich, welches Deckchen lege ich heute auf? Das wäre für mich, wie langsames Sterben.“

Türkenstraße_Muenchen_Allotria-Jazz-Club_Gerry_Hayes_Naomi_Isaacs_jourfixe-BlogWas also tun, mit den Abenden? Glücklicherweise gab es noch den Allotria-Jazzclub von Gerry Hayes in der Türkenstraße. Naomi war positiv überrascht: „Die Gesichter waren zwar neu, aber die Atmosphäre dort, der Geruch in der Kneipe, nach Bier und Zigaretten, waren noch genau so, wie ich sie von früher kannte. Und der Klang von Jazz fuhr mir wieder voll unter die Haut.“ Der Allotria-Club sollte nicht Naomis einziges Jazzdomizil bleiben …

Um 1990 in der "alten" Untefahrt mit Wirtin Liesl

Um 1990 in der „alten“ Untefahrt mit Wirtin Liesl

Es gab da ja auch noch die Unterfahrt, bis heute einer der international renommiertesten Jazzclubs, „die zu meinem „zweiten Wohnzimmer“ wurde. Ich half in der Küche und an der Kasse, stieg bei den Jamsessions ein …„, so Naomi.

Naomi Isaacs mit Jenny Evans, Jazz-Sängerin, Schauspielerin und damals Chefin des Musik-Lokals "Jenny's Place", Foto um 1990

Naomi Isaacs mit Jenny Evans,  damals Chefin des Musik-Lokals „Jenny’s Place“, Foto um 1990

Dann eröffnete die Jazzsängerin und Schauspielerin Jenny Evans ihre coole Musik-Kneipe „Jenny’s Place“, die bis 3 Uhr offen blieb und für die Nachtreiber unter der Jazz-Klientel gesellte sich schließlich auch noch Wolfi Kornemanns legendäres „Nachtcafé“ hinzu, in dem man bis 6 Uhr früh essen und trinken und die halbe Nacht Jazz-Bands live hören konnte. Nachtcafe_Muenchen_Wolfi_Kornemann_Naomi_Isaacs_Gaby_dos_Santos_jourfixe-BlogDie Jazz-Szene Münchens präsentierte sich also Mitte der 80er Jahre als Segen und Fluch für eine Aussteigerin in Spe wie Naomi. Die Nächte wurden lang, länger, schließlich endlos. „Kurz duschen und gleich in die Firma„, fasst Naomi rückblickend diese Zeit zusammen.“Irgendwann hat mein Chef gesagt: ‚Pass auf Naomi, Du wirst dich bald zwischen Arbeit und Musik entscheiden müssen‘ und meinte das als Drohung.“ Sein Kosmos lag so weit weg von Naomis, dass er nicht im entferntesten damit rechnete, dass sich Naomi von ihrer bürgerlichen Existenz innerlich verabschiedet und auf Münchner Bühnen bereits Blut geleckt hatte …

Liederbuehne_Robinson_jourfixe-Blog_Naomi_Isaacs

Mit Folk-Repertoire in der Liederbühne Robinson, 80er Jahre

Auftritt 1960

Auftritt 1960

In der Liederbühne Robinson hatte sie, im Duo mit Gitarrist Gotte Gottschalk, ihr Repertoire an Folksongs aus Jugendzeiten reaktiviert, „einfach um zu sehen, ob ich auf der Bühne noch was kann.“ Sie konnte – und zwar so überzeugend, dass sie Bernhard Fricke, Chef von „David gegen Goliath“, einige Zeit später zur Gründungsfeier seiner Partei auf die Bühne des Zirkus Krone engagierte.

Als Frickes Anruf kam, saß Naomi noch in ihrem Büro. Als der Politiker ihr eröffnete, wie viel Mühe es ihn gekostet habe, sie zu finden und ob sie Zeit habe, noch am gleichen Abend im Zirkus Krone zu singen, glaubte sie zunächst an einen Scherz. Es war keiner und so trat sie, gemeinsam mit Gitarrist Geoff Goodmann und Bassist Chris Lachotta als Schluss-Act auf: „Nach Werner Schneider und Eisi Gulp und vielen weiteren großen Namen kamen zum Schluss wir und sangen ein paar American Folk-Songs. Fricke ging es darum, dass ich Leute zum Mitsingen animiere.

Innenansicht des Zirkus-Krone-Baus in München

Innenansicht des Zirkus-Krone-Baus in München

Ein kluger Schachzug von Fricke; ich wette, die Stimmung war zum Schluss bombastisch, da Naomi mit so ungefähr jeder Publikums-Situation umzugehen versteht. Selbst habe ich gerne und wiederholt Naomi bei jourfixe-Veranstaltungen in ähnlichen Momenten eingesetzt. Typisch Naomi also auch, sich von einer solchen Location nicht einschüchtern zu lassen. Sie berichtet im Gegenteil über diesen Auftritt als: „… sehr gemütlich, groß aber alles wirkte durch die kreisförmige Anordnung sehr nah. Und danach gings in Jenny’s Place zum Feiern.

Naomi_Isaacs_Auftritt_80erJahre

Erste Auftritte als Jazz-Sängerin

Dieser Auftritt wirkte motivierend. In der Bühnenwelt Fuß fassen zu können, schien nicht mehr utopisch und fest stand nunmehr für Naomi auch: „Ich konnte nicht länger im Büro bleiben. Es gab dort nichts neues mehr für mich zu lernen, beziehungsweise, was es zu lernen gegeben hätte, hat mich nicht interessiert. Auch hatte ich inzwischen zuviel Eigenständigkeit entwickelt, um von meinem Chef weiterhin tagtäglich Anweisungen entgegen zu nehmen.“ Ein Eklat stand zu erwarten und stellte sich auch bald darauf ein:

jourfixe-Blog_Naomi_Isaacs_um_1990

Naomi Isaacs: Wendepunkt im Leben Ende der 80er Jahre

Wir hatten alle im Büro Postkarten, Zeichnungen und lustige Sprüche an den Wänden hängen; ich hatte mich für einige Cartoons von Mordillo entschieden. Eines Tages kam ich ins Büro und die Hälfte meiner Blätter hat gefehlt. Als ich mich nach deren Verbleib erkundigte, kam mein Chef hinzu. ‚Hast du meine Zeichnungen gesehen?‘- ‚Ja, die hab ich runter genommen, weil ich die nicht mehr sehen konnte.‚“ Naomis Antwort fiel ebenso treffend aus, wie sie ungewöhnlich für eine Sekretärin ihrem Chef gegenüber war: “ ‚Du Werner, Du bist mein Chef, und wenn Du mir sagst ich soll die Bilder runter tun, dann muss ich das. Aber was du getan hast, ist Diebstahl.‘ Er wurde kreidebleich, ging in sein Büro und kam zurück mit ein paar Bildern, die er dort im Papierkorb entsorgt hatte.“ Kurz darauf reichte Naomi ihre längst überfällige Kündigung ein.

Naomis fulminanter Auftritt am 70. Geburtstag in der Unterfahrt

Naomi Isaacs fulminanter Auftritt am 70. Geburtstag in der Unterfahrt, 20. Januar 2013

Ich habe Kraft geschöpft aus der Angst vor dem, was mir blüht, wenn ich es nicht mache, erklärt Naomi Isaacs rückblickend. „Nochmal zwanzig Jahre diesen Mist weitermachen und am Ende ein Strauß Blumen und ein Handshake, man feiert mich flüchtig beim Abschied und danach bin ich abgehakt ..?“ Sie fragte sich, was sie denn tatsächlich mit ihrem weiteren Leben anfangen wollte und formulierte damals für sich: „Eigentlich will ich Sängerin werden.

Um 1990

Um 1990

Anais_Nin_Naomi_Isaacs_Selbstverwirklichung_Gaby_dos_Santos_jourfixe-Blog

Zitat von Anais Nin

„Ich habe mich davor gefürchtet, mich mit 65 im Spiegel anzuschauen und mir selbst sagen zu müssen: ‚Und Du hast es nicht einmal versucht!‘

Diese Angst wog bei Naomi stärker, als das Bedürfnis nach relativer Sicherheit, das viele Menschen vor einer so drastischen Kursänderung in der Mitte ihres Lebens abhält.

Mit der Kündigung zum 1. April 1986 trat Naomi Susan Isaacs mit 43 Jahren ihre Laufbahn als Sängerin an. Im Rückblick schreibt sie auf ihrer Homepage: (…) Ich kündigte  meinen Job als Sekretärin und schenkte mir ein Sabbatjahr, um mich ganz der Musik zu widmen und herauszufinden, ob diese Musikwelt mich haben wollte.“ (…)

Naomi_Isaacs_Anfang90er_Gesang_Zungenbild

Um 1990

Die Musikszene hieß sie zunächst keineswegs unisono „herzlich willkommen im Club!“ Im Gegenteil. Neuankömmlingen, vor allem bürgerlichen Quereinsteigern/Innen gegenüber mauert die Kunst- und Kulturszene gerne, nach dem Motto: „Da könnte ja jeder kommen!“ Zudem stellt sich die Musikszene bis heute häufig als eine Art Macho-County dar. Und nun erschien da aus dem Nichts diese Frau Anfang 40, die künstlerisch noch wenig vorzuweisen hatte, außer dem unbedingten Wunsch, in die Münchner Jazz-Szene einzusteigen. Ausgerechnet! Dazu muss man wissen, dass  durch die swingende Szene unserer Stadt eine sprichwörtliche „Jazz-Polizei“ patrouilliert, die meint, ihre Auffassung darüber, wie sich der Jazz zu präsentieren habe, behüten zu müssen wie einen heiligen Gral. Eine Naomi passte da nicht unbedingt jedem ins Schema.

Darüber hinaus sei allen Anwärterinnen und Anwärtern auf einen Einstieg in das Bohème-Leben versichert:

Naomi auf einer Feier in den 90er Jahren

Naomi auf einer Feier in den 90er Jahren

Bei aller Farbigkeit geht es hier tatsächlich so brotlos zu, wie immer kolportiert wird. Naomi berichtet selbst offen darüber, dass sie einige Zeit lang buchstäblich „aus der Tonne gelebt“ habe. Sie schildert es ohne Selbstmitleid, zu recht, denn dafür sollte besser kein Platz sein, wenn es einen in diese Art von Leben zieht. Naomi setzte aber auch sehr schnell Weichen für den Aufwärtstrend:

90er Jahre: Daheim beim Gesangsunterricht

90er Jahre: Daheim beim Gesangsunterricht

Sie suchte sich Untermieter und sie begann, Gesang zu unterrichten. Beinahe aus dem Stand machte sich Naomi als Gesangslehrerin einen Namen in der Szene und auch mit ihrer Gesangskarriere ging es aufwärts. Sie schreibt auf der biografischen Seite ihrer Homepage:

Naomi_Isaacs_Workshop_90erJahre.jpeg

Als Coach bei einem Workshop um 1990

Am Ende des ersten Jahres hatte ich eine Italientournee absolviert und eine kleine Schar von Schülern um mich gesammelt. Durch sie entdeckte ich meine Leidenschaft für das Unterrichten. Während der folgenden Jahre besuchte ich kontinuierlich Jazzworkshops im In- und Ausland und ergänzte meine Musikkenntnisse mit Workshops und Ausbildungen in Kinesiologie, Familienstellen nach Bert Hellinger, NLP (Neurolinguistisches Programmieren), ESP und vieles mehr. 

Andrea_Pancur_Klezmer_Naomi_Isaacs_jourfixe-Blog

Naomi Isaacs coached Sängerin Andrea Pancur, längst selbst eine etablierte Größe der interantionalen Klezmerszene, hier bei Dreharbeiten zur BR-Reihe „Lebenslinien“

1990 gründete ich das New Vocal Center, ein Zentrum für Unterricht und Workshops „mit, um und für die Stimme“. Neben dem Unterricht organisierte ich Workshops und durfte einige berühmte Jazz- und Bluessänger willkommen heißen. Es kamen Mark Murphy, Jay Clayton, Theo Bleckmann, Angela Brown und viele mehr, die das Leben des New Vocal Center bereichert haben. Bald nahm meine eigene Reisetätigkeit solche Ausmaße an, dass ich 1998 das New Vocal Center ruhen lassen musste, um mich auf meine eigene Karriere zu konzentrieren.

bio_Naomi_Susan_Isaacs_jourfixe-Blog_Gaby_dos_SantosNaomis Sabbatjahr von 1987 dauert bis heute an. Inzwischen hat die Münchner Kulturszene längst „Ja“ zu Naomi gesagt. Aber der Weg dahin war steinig und nur begehbar für jemanden mit der Konsequenz, Ausdauer und unkonventionellen Lebenshaltung, die Naomi charakterisieren. Sie hält selbst auf ihrer Homepage fest: „Das Musikerleben kann auch manchmal etwas einsam sein und die Reiserei ist nicht immer so glamourös, wie ihr Ruf. Ich habe auf dem Boden in kalten, feuchten Speichern geschlafen, ohne eine richtige Waschgelegenheit, meilenweit entfernt von einer Tasse Kaffee oder einem Stück Brot. Ich musste mir anhören, dass Künstler „einfache Behausungen“ bevorzugen, weil sie sich in einem richtigen Hotel deplatziert fühlen würden. Ich habe im Auto auf öffentlichen Parkplätzen geschlafen und Hoteleinrichtungen gesucht, um mich morgens zu waschen … Andererseits wurde ich eingeladen, privat zu wohnen und habe enorme Gastfreundschaft und Großzügigkeit erlebt – und dabei ein paar Freunde fürs Leben gefunden.“

Längst etabliert und hochangesehen: Naomi Isaacs Ende der 90er Jahre

Längst etabliert und hochangesehen: Naomi Isaacs Ende der 90er Jahre

Ende der 90er Jahre hatte sich Naomi endgültig in der Münchner Künstlerszene etabliert und zeitgleich mit mir die Idee, ein Künstlertreff zu eröffnen. Während ich mit dem Jour Fixe im Nachtcafé begann, startete sie ihren Kultursalon im Café des Theater Drehleier. Zwar unterschieden sich unsere Veranstaltungen konzeptionell deutlich: Ich präsentierte kleine Show-Blöcke, Naomi eine Talkshow und beide waren wir gut besucht. Auf Grund der Prominenz des Nachtcafé lag ich, was die Medienresonnanz anbelangte, im Vorteil. Aaaaber: Von der persönlichen Akzeptanz her punktete eindeutig Naomi, so dass sich zu ihrem einjährigen Jubiläum das „who-is-who“ der Künstlerszene einfand, allen voran die Kabarett-Größe Helmut Ruge. Auch der damalige Kulturreferent, spätere Kulturstaatsminister und Philosophie-Professor Julian Nida-Rümelin fand sich unter den Jubiläumsgästen, ganz privat und unübersehbar turtelnd mit seiner zukünftigen Frau, der Autorin Natalie Weidenfeld. Und am Klavier sass kein geringerer als der Grand-Seigneur des Jazz-Pianos, Joe Kienemann!

jourfixe-muenchen_Naomi_Isaacs_Gaby_dos_Santos_jourfixe-Blog

Naomi Isaacs, ca. 2001, Bildcollage: Gaby dos Santos

Dieser Abend entwickelte sich zu dem, was ich mir immer erträumt, jedoch in diesem Ausmaß nie ganz erreicht hatte, allen meinen Anstrengungen zum Trotz oder vielleicht gerade deshalb: Ein rauschendes Bohème-Fest!

Eigentlich gehört Neid nicht zu meinen Schwächen, mit ganz wenigen Ausnahmen und diese Jubiläumsveranstaltung war eine solche! Noch am nächsten Mittag spürte ich das böse Stechen akuten Neids im Bauch! Eigentlich sass ich gemütlich auf der Terasse im Nachtcafé und verspeiste ein gutes Stück Rostbeaf aus der Nobelküche, während Star-Trompeter Dusko Goykovich seine täglichen Musikübungen im Lokal absolvierte. Mir hätte wirklich froh zumute sein können, doch der fiese Neid bohrte und bohrte in mir. Irgendwann hatte ich genug von diesem unrühmlichen Zustand, rief Naomi an und gratulierte ihr – und zwar ehrlich!

Naomi und ich 2014, Foto: Aniela Adams

Naomi und ich 2014, Foto: Aniela Adams

Danach ging es mir besser, und ich war wieder in der Lage, meine im Nachtcafé gesammelten Lorbeeren zu zählen, statt einer Kollegin die ihren zu missgönnen! Ich beschloss, mich fortan in die Riege der Naomi-Fans einzureihen und so meine Magenschleimhäute zu schonen. Ein guter Entschluss, denn mit den Jahren ist Naomi mir eine meiner wenigen vertrauten Menschen und neuerdings auch Haidhausener Nachbarin geworden. Ich liebe es, mit ihr in der Küche plaudernd und philosophierend die Zeit zu vergessen. Zudem gehört Naomi seit Jahren zum kleinen, eingeschworenen Kreis der Vereinsmitglieder des jourfixe-muenchen e. V. und ist mir mehr als einmal mit Rat und Tat helfend beiseite gestanden. Darüber hinaus hat sie mich vor einigen Jahren, auf einem ihrer Workshops, nachhaltig von meinem bis dato fürchterlichen und von allen Teamkollegen gefürchteten Lampenfieber befreit … oooo

Naomi Susan Isaacs Nachtcafé Blues[1]

Ich wechsele ich gerne öfter mal die Pferde,“ sagt Naomi heute noch und überrascht uns, ihre Fans, Freunde und Weggefährten immer wieder neu. So schenkte sie sich und uns zu ihrem 70. Geburtstag Postkarte aus Bali – ein Kinderbuch für Erwachsene“.

Das Buch kostet € 39,- und ist erhältlich bei „Buch in der Au“ und „Kunst- und Textwerk GmbH“, Lesecafé

Die Entstehungsgeschichte des Buches ist typisch für Naomi: Projekten Raum lassen, sich zu entwickeln und der Entwicklung schrittweise folgen. „Ich hatte nie wirklich vor, ein Buch zu schreiben. Es ergab sich ‚Kapitel für Kapitel‘ aus meinem Leben und meinen Begegnungen.“ Ursprünglich sollte sie für ihren musikalischen Partner Christopher Varner das Konzept für ein Musikprojekt mit Kindern schreiben. Zwölf Kinder, zwölf Begegnungen, zwölf Abenteuer – Wie sie ihre Stärken entdecken, an sich glauben lernen und ihren Weg im Leben finden“,  so der Klappentext des Buches, haben sich aus der Kernidee entwickelt, zusammengefasst in einem hinreißend von Samar Ertsey illustrierten Märchenbuch , das sie sowohl auf der Frankfurter wie auch auf der Leipziger Buchmesse vorstellte.

Naomi Isaacs 2014 auf der Frankfurter Buchmesse, wo sie ihr Buch "Postkarte aus Bali" präsentierte

2014 auf der Frankfurter Buchmesse, wo sie ihr Buch „Postkarte aus Bali“ präsentierte

Seit Naomis Abgang aus dem „Acht-bis-siebzehn-Uhr-Alltag“ sind nunmehr fast dreißig Jahre vergangen, in denen Naomi ihre Entscheidung nie bereut hat. „Das Leben ist ein einziges Abenteuer„, befindet sie. „Ich bin dankbar für alles, was ich bisher lernen, erfahren und weitergeben durfte.

1995 Scapeland, Trio für freie Jazz-Improvisationen, mit Erik Z. Eriksson und Georg Janker - Comeback 2015!

1995 SCAPELANDS ( freie Improvisation) mit Erik Z. Eriksson,  Georg Janker Comeback im Herbst 2015!

“ Unter ihrem Namen sind bislang 5 CD’s erschienen; Workshops und Konzerte führen sie in die ganze Welt, zuletzt wieder einmal in die USA sowie nach Fernost. Hinter diesem scheinbar so beneidenswerten Lebensstil verbergen sich jedoch eine Menge Pragmatismus und Disziplin. So hat die berühmte „Tonne“ nicht nur einige Jahre Naomi ernährt, sondern auch die Rente mitfinanziert, die ihr heute finanzielle Unabhängigkeit bietet; eine Errungenschaft, die  Naomi aber nicht in ihrem Tatendrang bremst.

 

Naomi Isaacs gibt einen Workshop

Naomi Isaacs gibt einen Workshop

 An ihrem Geburtstag Anfang 2018 wurde ein neues Projekt aus der Taufe gehoben,
das Institute of Charismology, dessen Gründungsmitglied und Initiatorin sie ist.
 
0000000

Naomi_Isaacs_Portrait_jourfixe-BlogMehr zu Naomi Isaacs und ihre aktuellen Termine findet sich auf ihrer Homepage, die unter Naomis Leitsatz „Celebrating People“ steht: naomisusanisaacs.com

R.HH.Biswurm, in APPLAUS„… keine andere Sängerin, die zum Umfeld der sogenannten Münchner Szene zu rechnen ist, verspritzt derartig viel Individualität, wie es Naomi Isaacs vermag.“

00000
Naomi_Isaacs_jourfixe-Blog_Shop

Naomi Isaacs entdeckt in Zürich einen Shop gleichen Namens …

Die Hannoversche Zeitung schreibt:

 „Eine Sängerin von entwaffnender Ehrlichkeit und Authentizität, die die Zuhörer in ihren Bann zieht. Nicht nur eine Grundstimmung durchzieht den Abend, es sind so viele, sie könnten ein ganzes Leben füllen …“

Das Titelfoto von Naomi Isaacs stammt von Werner Bauer

Link zur Übersicht aller jourfixe-Blogbeiträge

Standard