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„Schlägerbobbe mit Herz“ – Portrait der Münchner Aktivistin Edith Grube, die im Oktober 2018 vor Gericht muss

Als ich im September 2018 meiner Freundin Edith zum Geburtstag gratulieren wollte, lies sie mal eben die neueste Bombe aus ihrer bewegten Vita als Kultur- und Politaktivistin platzen: Am 17. Oktober steht sie in München vor Gericht! Dazu schreibt erläutert der deutsch-türkische Blogger und Polit-Aktivist Kerem SchambergerEdith Grube soll 2250;- € Strafe zahlen, weil sie von meiner Facebookseite zwei Beiträge mit YPG-Symbolen* geteilt hat. Dies hat sie natürlich nicht akzeptiert und nun kommt es zum ersten Prozess in diesem Fall in München. Es wird der Auftakt einer langen Reihe von Prozessen in diese Richtung sein*. Umso wichtiger ist es dem Gericht zu zeigen, dass wir alle solidarisch an der Seite von Edith und allen anderen Verfolgten stehen. (…) Ebenso berichtet das investigative Magazin MONITOR über diesen Fall. *(Bei der YPG handelt es sich um die mit den USA verbündete kurdische Miliz, nicht etwa um die verbotene PKK)
Wer aber ist eigentlich diese Frau, Freundin und Weggefährtin, deren Aktivitäten ich erst seit zwei Jahren begleite und die mir dennoch in vielerlei Hinsicht so nahe steht? Erstmals getroffen haben wir uns bei einer Führung durch die neue Münchner Synagoge am St. Jakobsplatz im Frühsommer 2016 und kurz darauf bei der ersten großen Verlegung von Stolpersteinen auf privatem, aber öffentlich gut einsehbarem Grund. Diese Aktion führte uns kreuz und quer durch das Münchner Zentrum und bot ausgiebig Zeit für erste Gespräche. Dabei erläuterte mir Edith, dass sie zwar aktiv die Initiative „Stolpersteine für München e.V.“ unterstütze, bewusst dort aber nicht Mitglied sei, um unabhängig  von jenen Rücksichtnahmen zu bleiben, die die Mitgliedschaft in einem Verein mehr oder weniger beinhaltet. Ebenso wenig liegt ihr die verzwirbelte und alles weich spülende Rhetorik, die, im Namen politisch erforderlicher Kompromisse, unsere Volksvertreter*Innen zwangsläufig kennzeichnet. Meiner Meinung nach muss es ebenso „political correctness“ wie außerparlamentarischen Klartext geben, das eine jeweils als Korrektiv des anderen, wobei Edith, ebenso wie ich, uns letzterem verschrieben haben. – Weil wir gar nicht anders können 😉

Die große Stolperstein-Verlegung im Juli 2016 auf privatem Grund in München hat Edith Grube und mich zusammen geschweißt … Foto: Terry Swartzberg, Vorstand „Stolpersteine für München e.V.“

Leidenschaftlich engagiert, mit fundiertem Sachwissen und dabei mitunter im Ausdruck herzerfrischend baiuwarisch-krachert, so lesen sich im Internet die Posts von Edith Grube, auf die ich vor einiger Zeit aufmerksam wurde, nicht zuletzt, weil Edith weitestgehend die selben politischen Standpunkte und Werte wie ich vertritt, seinerzeit vor allem allem in Bezug auf das Verbot der Verlegung von Stolpersteinen in München und der Sorge wegen des wachsenden Rechtsrucks in unserer Gesellschaft. Allerdings positioniert sich Edith kompromissloser, ist sie doch im Schatten des Holocaust aufgewachsen:

1938 lebten die Grubes in einer Wohnung der jüdischen Gemeinde. Bevor sie von dort vertrieben wurden, erlebten sie vom Wohnzimmerfenster aus noch die Zerstörung der Alten Hauptsynagoge

Ihr Vater Werner und ihr Onkel Ernst Grube waren, als Söhne einer Jüdin, die in die protestantische Familie Grube eingeheiratet hatte, noch am 21. Februar 1945, gemeinsam mit der Mutter, von den Nationalsozialisten nach Theresienstadt deportiert worden. Der späte Zeitpunkt der Deportation rettete ihnen das Leben und war der Charakterstärke des „arischen“ Vaters zu verdanken. Dieser hatte sich stets einer Scheidung von seiner jüdischen Frau widersetzt, trotz massiven Drucks des Regimes. Ernst Grube äußerte gegenüber Edith, dass ihm dadurch von seinem Vater zum zweiten Mal das Leben geschenkt worden sei. Wer kann das schon von  seinem Papa sagen, kommentierte Edith, als sie mir einmal die Geschichte ihrer Familie erzählte. Zivilcourage bewies Großvater Grube auch im alltäglichen Umgang mit nationalsozialistischen Verfügungen. So unternahm er mit seinen Buben Werner und Ernst einen Ausflug in den Tierpark Hellabrunn , obwohl jüdischen Kindern der Zutritt zum Zoo verboten war. Der Vater zog den Kindern einfach einen Mantel über deren Judenstern und ermöglichte ihnen einen Nachmittag voller kindlicher Freude und einem Hauch Normalität. Die Notwendigkeit zu Zivilcourage und politischer Wachsamkeit ergibt sich für Edith entsprechend schon aus der Chronik ihrer Familie …

Ernst Grube während seiner bemerkenswerten Dankesrede zum Georg-Elser-Preis 2017 im NS-Dokumentationszentrum München. Sehr traurig für Edith, dass ihr Vater diesen Augenblick, im Kreis der Familienangehörigen, nicht mehr erleben durfte; Foto: Titelmotiv meines entsprechenden Blogbeitrags

Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass sich die Brüder Grube nach dem Krieg für die Aufklärung über den Holocaust, für  Menschenrechte und Demokratie engagierten. Ediths Vater Werner Grube starb bereits vor einigen Jahren, ihr Onkel Ernst Grube jedoch ist aktuell Vorsitzender der Lagergemeinschaft Dachau sowie Landessprecher der Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes. 2017 wurde er von der Landeshauptstadt München mit dem Georg-Elser-Preis ausgezeichnet. Dabei heißt es unter anderem in der Begründung der Jury:  Nicht die Bequemen verteidigen die Demokratie …

Seltener Freizeit-Spass: Werner Grube beim Tanz mit der Ex-Schwiegertochter, um 1980

…. und oft erweisen sie sich auch im Familienkreis als keine ganz einfachen Zeitgenossen … Der Gedanke, einmal hinter die Kulissen einer solchen Familie blicken zu dürfen, beschäftigte mich schon einige Zeit, und so bat ich Edith um ein Interview darüber, was es für sie bedeutet, „eine Grube“ zu sein. Tochter eines Vaters zudem, dessen Jähzorn ihm den Spitznamen „Louis de Funes“ eingebracht hatte. Edith skizzierte das Familienbild konsequenter Linker. Ediths Mutter Josepha teilte das politische Engagement ihres Mannes. Beide Eltern verbanden sich mit politisch Gleichgesinnten, um gemeinsam dafür kämpfen dass Nazis nicht wieder an die Macht kommen. Mama hat mit vielen Jugoslawinnen zusammen gearbeitet, war Personal-Rätin und in der Gewerkschaft.

Klein-Edith (ganz rechts) als „Heidenkind“ bei einer Prozession; Foto Anfang der 1960er Jahre, Haidhausen

Edith fühlte früh, dass ich nicht gleich war mit den anderen. Ich war die kleinste, nicht getauft, besuchte aber den angegliederten Kindergarten eines katholischen Knabenheims am Johannisplatz, denn beide Eltern mussten arbeiten, Mama als Putzfrau im Deutschen Museum und mein Vater als selbstständiger Malergehilfe, erinnerte sich Edith, die damals mit ihren Eltern im Herzen Haidhausens wohnte. Bereits dort zeigte sich ihr ausgeprägter Eigensinn. Weil ich mich so aufgeführt habe, gelang es Klein-Edith sogar, vom eigentlich obligatorischen Mittagsschlaf entbunden zu werden, was einzigartig in der Geschichte aller Kindergärten dieser Welt sein dürfte … 😉

Wildfang Edith auf dem Spielplatz vor der Kirche St. Johann Baptist in Haidhausen, Anfang der 1960er Jahre

Dass sie sich ständig auf Konfrontationskurs begab, führt Edith auch darauf zurück, dass sie 10 Jahre nach ihrem Bruder Bernhard geboren wurde, dem sie die vielen Freiheiten des Älteren neidete. Aber vor allen dürfte sich die traumatische Vergangenheit des Vaters und der Großeltern auf sie ausgewirkt haben. Schon mit circa sechs, sieben Jahren begleitete sie den Vater zu Mai-Kundgebungen, Demos sowie Gedenkveranstaltungen im KZ-Dachau, ohne damals die Zusammenhänge zu begreifen. Vielmehr blieben ihr solcherart Veranstaltungen als Remmidemmi mit Fahnen in Erinnerung, bei denen wir Kinder fangen gespielt haben.

Die Brüder Ernst (li) und Werner Grube, Holocaust-Überlebende und sehr verschiedene Seiten einer Medaille

Damals lagen hinter den Grube-Brüdern bereits bewegte Jahre der Nachkriegszeit, in die das Schicksal zwei blutjunge traumatisierte Männer entlassen hatte, die dafür brannten, der Welt die Augen zu öffnen, für das Schreckliche, das sie erlebt hatten. Doch die Nachkriegsgesellschaft zeigte kein Interesse, wollte in die Zukunft blicken. Im Haus der Grubes hingegen standen der persönliche Einsatz dafür, dass sich sowas nie wiederholt und die damit verbundene politische Arbeit, immer an erster Stelle. Dabei orientierten sich die Brüder, als Gegenreaktion zum NS-Regime, politisch nach links, obgleich zu der Zeit bereits ein Amerika-Aufenthalt hinter Werner lag, aber da war er ja noch Jude und noch nicht Kommunist, kommentiert im Nachgang die Tochter.

Babyfoto von Edith Grube, die 10 Jahre nach ihrem Bruder Bernhard zur Welt kam

Die Vergangenheit des Vaters nahm in ihrer Kindheit zunächst nur zögerlich Gestalt an. Auf dem Firmenschild der Grubes prangte neben dem Namenszug Malerbetrieb – Werner Grube öfter mal ein hingeschmierter Davidstern … Zu Hause gab es auch einen Kasperl, den hatte Werner Grube von seinem Kindheitsfreund Bernhard Ostertag geschenkt bekommen, mit der Zusicherung: „Wir sehen uns wieder.“ Doch stattdessen fuhr der kleine Bernhard nichts ahnend in den Tod. Dass sein Sohn nach dem Freund aus Kindertagen benannt werden würde, stand für Werner Grube noch vor seiner Eheschließung fest und so kam es dann auch. Für Nachzüglerin Edith hatte der sowohl beruflich wie auch politisch stark eingebundene Vater wenig Zeit. Im Rückblick kann sie sich nicht daran erinnern, jemals auf dem Schoss meines Vaters gesessen zu sein. Eine einzige Kino-Vorstellung besuchte er mit ihr, die daher unvergessen blieb: „Walt Disneys Dschungelbuch“. Vielmehr wurden der kleinen Edith – zwar nicht ganz kindgerecht, aber auch nicht verkehrt – praktische Kenntnisse vermittelt, wie der Umgang mit einer Laubsäge und das Tapezieren. Er lehrte sie aus dem, was Du hast, mit dem geringsten Aufwand das Beste zu machen.

Edith Grube kurz vor dem Teenager-Alter

Auf Grund der DKP-Beziehungen des Vaters ging es ab 1970 für Edith jedes Jahr zur Jungpionier-Erholung in die DDR. Sie berichtete mir in schillernden Farben von einem gemeinschaftlichen Klo auf Donnerbalken, Bungalows mit Stockbetten, – ich immer im obersten -, Pioniertüchern in Rot und in Blau, zu binden mit einem bestimmten Knoten und dem obligatorischen Morgenappell. Die Aufenthalte erstreckten sich immer über zwei bis drei Wochen und machten Edith anfangs großen Spaß. Sie spielte zusammen mit den anderen Kiddies von Parteigenossen. Man war gut beschäftigt, aber irgendwann empfand Edith ihre DDR-Kameraden als zu aufdringlich: Die wollten von mir Jeans und Mickey Mouse und so, und das hat mir die Luft genommen. An ihren letzten Aufenthalt im Ferienlager,1977, erinnert Edith sich noch besonders gut: Da ist der Elvis gestorben. Das war vielleicht ein Geheule im Bungalow! Mädchen und Jungens schliefen in getrennten Bungalows – und ich bin dann nachts immer zu den Jungs rüber …

Edith in jungen Jahren

Über seine Jugend in der NS-Zeit sprach der Vater nie; es gab genug anderes zu tun, zum einen als selbstständiger Handwerker, sowie auf Kundgebungen, gegen den  Vietnam-Krieg, es gab die Spannungen um Israel, die Friedensbewegung der Hippie Flowerzeiten. Die Schatten der Vergangenheit gewahrte die junge Edith weiterhin nur am Rande, wenn bei uns das Firmenschild mit dem wieder einmal mit Schmierereien verunstaltet worden war. Als dann noch auf der Plakatwand gegenüber der Satz „Judas verrecke“ zu lesen war, reichte es Werner Grube. Erwandte sich an die Polizei und stellte sich als „Werner ISRAEL Grube“ vor.– Israel ist doch ein Staat? wunderte sich die kleine Edith. Der Vater klärte auf. Die Polizeit tat – nichts! Mit den Jahren schlichen sich verstärkt Anzeichen eines neu aufkeimenden Rechtsextremismus in das Leben der Grubes ein: Da haben wir im 2. Stock einen von der Wehrsportgruppe Hofmann wohnen gehabt, den hab ich verprügelt, nachdem dieser antisemitische Tiraden zum besten gegeben hatte. Beschwerden bei der Polizei seien weiterhin sinnlos gewesen – Eine Erfahrung, aus der heraus Edith ihre zupackende Art entwickelt hat, frei nach dem Motto: „Hilf Dir selbst zu Deinem Recht, dann wird Dir geholfen!“ Und die ihr in jüngeren Jahren den Spitznamen „Schlägerbobbe“ einbrachte.

Edith in der für sie so typischen kämpferischen Pose, in den späten 1990er Jahren als Bedienung in Haidhausen

Der DKP vermochte Edith mit zunehmendem Alter nicht mehr viel abzugewinnen, so dass sie sich später der Eingliederung in die SDAJ (Soziale Deutsche Arbeiter Jugend) verweigerte, weil man in solchen politischen Zirkeln nur zusammen hockt und diskutiert, und das alles ganz ohne Gaudi. Auf Dauer erschien dem kritisch beobachtendem Teenager das alles zu doktrinär, so dass sie sich häufiger Grundsatz-Debatten mit ihrem Vater lieferte. Warum er denn im Westen lebe, wenn ihm das DDR-System soviel mehr zusagte? Mit der Zeit wurden Edith aber auch die Zusammenhänge klar, die zum politischen Tunnelblick des Vaters geführt hatten: Seine Befreiung aus dem Konzentrationslager, in letzter Minute, durch die Rote Armee. Als umso bedrückender erlebte er den Zusammenbruch des Kommunismus, blieb aber Zeit seines Lebens dieser Ideologie verbunden. Gemeinsam mit seinem Bruder Ernst trat er in späteren Jahren häufig als Zeitzeuge auf und sprach von jenen Erlebnissen, über die er daheim schwieg. Ich habe immer darauf gewartet, dass er mir  freiwillig etwas erzählt, war mit ihm auf diversen Veranstaltungen, habe gesehen, wie sein Mund schmal und sein Gesicht fahl wurde, sich Schweißperlen bildeten … Ich denke, es fällt einem leichter, Fremden gegenüber von schockierenden Erlebnissen und Eindrücken zu sprechen, weil der Rahmen dort kein persönlicher ist.

Edith mit Ehemann Robert am 60. Geburtstag von Gaby dos Santos,, im Haus von Terry Swartzberg, Juni 2018

Es gab jedoch einen Menschen, dem sich Werner Grube vor seinem Tod doch etwas mehr zu öffnen vermochte: Robert, Ediths späterer Ehemann, der mit seiner mentalen Nähe zu ihrem Vater die Weichen für die Nähe auch zu ihr stellte … Viele ihrer politischen und kulturellen Aktivitäten teilt er; allerdings mit Edith bei allem mitzuhalten, würde kein Mensch schaffen. Ich am allerwenigsten, doch hat mir Edith, im Rahmen meiner gesundheitlichen Möglichkeiten, gleich nach unserem Kennenlernen bei den Stolperstein-Aktionen, Zugang zu einer weiteren, für mich bis dahin unbekannten Welt verschafft: Die der unter uns, oft inkognito bzgl. ihrer ethnischen Abstammung, lebenden Minderheit der Sinti und Roma, über die unsere Mehrheitsgesellschaft bis heute kaum Konkretes weiß. Eines Tages „schleppte“ – anders lässt es sich im Nachgang kaum formulieren – mich Edith zu einer Institution namens „Madhouse„. Allein schon der Name verwirrte mich. Ich erfuhr, dass es sich hierbei um das Familienberatungszentrum für Sinti und Roma in München handelte, quasi im Alleingang vom Sinto Alexander Diepold vor 30 Jahren gegründet; eine dringend nötige Maßnahme, denn während die jüdische Minderheit gleich nach dem Krieg Reparationen erhielt, blieben die Lebensumstände der ziganen Ethnien in Deutschland lange prekär.

2.10.2016: Edith Grube, vorne, hat mich mit den Sinti-Schwestern Silvana und Ramona bekannt gemacht, sowie mit (ganz rechts) der Roma-Soziologin und Filmemacherin Iovanca Gaspar, Madhouse-Mitarbeiterin

Und da Edith keine Freundin halber Sachen ist, begann sie tatkräftig, Alexander Diepold bei seinem Anliegen zu unterstützen, einen festen Gedenktag für die in der NS-Zeit aus München deportierten und ermordeten Sinti und Roma zu etablieren. Seit 2018 steht nunmehr der 13. März als fester Termin in der Erinnerungs-Agenda der Landeshauptstadt München fest: Ihre Geschichten sind unsere Erinnerungen … Nach Monaten als Ehrenamtliche arbeitet Edith inzwischen offiziell als Verwaltungsangestellte bei Madhouse und koordiniert zudem die kulturelle Zusammenarbeit von Alexander Diepold, in Fragen der Sinti- und Roma-Kultur, mit der Kulturplattform jourfixe-muenchen, bei der er jetzt Mitglied ist.

Red Carpet und Promis? Kein Thema fur Edith, die gerade Chansonnier Albrecht von Weech (rechts sitzend) („Kann denn Liebe Sünde sein? – Bruno Balz„) über die Lebenssituation der Sinti und Roma aufklärt; Oktober 2017, bei der Benefiz-Vernissage „We Are All The Same“ von jourfixe-Mitglied, Fotokünstler Dirk Schiff

Neben Angelica Fell, geschäftsführender Vorstand der inklusiven Freien Bühne München, empfinde ich Edith als die begnadetste und eloquenteste – manchmal fast zu sehr 😉 – Netzwerkerin überhaupt! Immer wieder erlebe ich, wie Edith die Fäden – respektive Menschen – zu irgendeiner neuen, politisch und oder kulturell wirksamen Task Force zusammen führt. Widerspruch zwecklos! Dabei stattet sie alle von ihr Auserkorenen mit dem jeweils erforderlichen Hintergrundwissen aus. Kein Wunder, sondern folgerichtig, dass ich kurz nach unserem Kennenlernen feststellen durfte, dass sich mein bester Freund und jourfixe-Vorstand Jon Michael Winkler und Edith bereits seit den 1990er Jahren kennen und schätzen, als sie in Jons Stammkneipe als Bedienung arbeitete. Dank Edith haben sich in meinem Leben in letzter Zeit viele Kreise geschlossen … Hinzu kommt ihre große Hilfsbereitschaft: Wann auch immer in den beiden letzten Jahren Not am Mann bzw. an mir Frau herrschte, fand sich Edith ohne Umschweife bereit, ob als Begleitperson nach einer Gastroskopie oder als ehrenamtliche Kassenkraft bei meinem letzten Auftritt im Gasteig.

Kennen und mögen sich schon lange: Jon Michael Winkler und Edith als ehrenamtliche Kassierer, im Sommer  2018 im Gasteig, zur Aufführung des Historicals  „Franzsiska zu Reventlow

Auf Grund ihres angeborenen Selbstverständnisses als Aktivistin, liest Edith ununterbrochen, recherchiert, vergleicht und analysiert Posts und Prints jedweder Art und leitet im Netz weiter, wie viele andere auch, was ihr wissenswert erscheint. Geprägt durch die Biografie ihrer Familie, hat dabei für Edith jedes Thema Priorität, das sich mit Menschenrechten und deren Beschneidung auseinander setzt. Ein für die Tochter eines halbjüdischen Holocaust-Überlebenden und politischen Aktivisten nachvollziehbares Verhalten. So jemand gehört meiner Meinung nach nicht wegen irgendwelcher juristischen Spitzfindigkeiten vor ein Strafgericht gestellt! Obwohl – oder gerade weil – in Bayern und insbesondere in München, mitunter die Uhren etwas anders zu ticken scheinen …

Edith Grube mit Gaby dos Santos 2017 im NS-Dokumentationszentrum in München

Edith Grubes erster Prozess-Termin ist Mittwoch, 17.10.18, 11:30 Uhr, Amtsgericht München, Nymphenburger Str. 16, Raum A124


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Nie zu spät für ein Liebesgedicht … Zum heutigen Post von Lyrikerin und Malerin Tania Rupel Tera

Bild von Tania Rupel Tera, gepostet auf ihrer Facebookseite, Februrar 2018

Die Sonne brennt, und brennt, und brennt
Als ob es nie anders war
Als ob es nie anders wird
Als ob kein Ende existiert

Der Schnee fällt, und fällt, und fällt
Als ob es nie anders war
Als ob es nie anders wird
Als ob kein Ende existiert

Worauf warten wir noch
Wann lieben wir uns
Als ob es nie anders war
Als ob es nie anders wird
Als ob kein Ende existiert

„Der Schrei der Tropfen“ von Tania Rupel Tera: Lyrik und Bilder –  ISBN/EAN: 9783939321729

Jede Woche postet die Lyrikerin und Malerin Tania Rupel Tera auf ihrer Facebook-Seite eines ihrer Bilder, die sie bevorzugt in Acryl, Öl und Pastell malt. Inzwischen erkenne ich ihre Werke auf ersten Blick, anhand ihrer kraftvollen Farben – nicht unbedingt knallig bunt, aber Aufmerksamkeit fordernd, die Linien mit einer Bestimmtheit gesetzt, der ich mich nicht entziehen kann! Ebenso wenig, wie dem Wortlaut ihrer Gedichte, deren Klarheit mich von der ersten Zeile an fesselt, bis sie mich schließlich, stets ein wenig atemlos entlassen, nach einer Kaskade an Gedanken und Bildern, innerhalb nur weniger Verse; oft begleitet von einem lakonischen Unterton, der in unerwartete  Schlusspointen mündet.

Tania Rupel Tera, Gasteig, Münchner Bücherschau 2017

Das erste Mal getroffen habe ich Tania Rupel Tera im Künstlerkreis Kaleidoskop. Eine schöne Bulgarin, die im gemischten Programm dieses Abends mit einigen Gedichten vertreten war. Ehrlich gesagt erwartete ich nicht viel von diesem Auftritt. Zum einen zeichnet sich der Künstlerkreis bewusst dadurch aus, dass die Qualität der Darbietungen sehr unterschiedlich ausfällt und damit einen wünschenswert paritätischen Querschnitt durch die Welt der Münchner Kleinkunst darstellt. Zum anderen wählen viel zu viele angehende LiteratInnen ausgerechnet Dichtung als Einstieg in das Schreiben. (So übrigens auch ich, 😦  vor vielen Jahren) Die Möglichkeit textlicher Kürze erscheint verlockend. Dabei wird übersehen, dass es dafür auf jedes einzelne Worte in besonderem Maße ankommt, von der Schwierigkeit des Textvortrags bei Lesungen ganz zu schweigen. Doch bereits ab dem Moment, an dem sich Tania Rupel Tera auf eine Bühne begibt, weicht alle Zierlichkeit von ihr, sie baut sich mit der Wucht ihrer Worte regelrecht vor dem Publikum auf.

Dabei ist Deutsch nicht einmal ihre Muttersprache. Geboren und aufgewachsen ist Tera in Bulgarien, als Tochter eines in ihrer Heimat bedeutenden Literaten. Nach einem Studium der Literatur und Journalistik an der Universität „Kliment Ochridski“ in Sofia, siedelte sie 2005 nach München über. Seit 2013 ist sie Mitglied im Freien Deutschen Autorenverband Bayern (FDA) und in der Autoren Galerie 1, seit 2017 Mitglied der Kulturplattform jourfixe-muenchen.

Tania Rupel Tera, 2017 fotografiert von jourfixe-Mitglied Dirk Schiff  für die Benefiz-Fotoausstellung „We Are All The Same“. Der gleichnamige Fotoband ist, wie Teras Lyrik, im SALON LiteraturVERLAG von jourfixe-Mitglied Franz Westner erschienen

Über sich selbst äußert sie auf der Homepage des SALON LiteraturVERLAGs von jourfixe-Mitglied Franz Westner:

Tania Rupel Tera mit Verleger Franz Westner, SalonLiteratur Verlag, am Stand auf der Leipziger Buchmesse

Gegenstand meiner Arbeit ist der Mensch, sein Wesen, sein bewegtes Inneres, seine Seele mit all ihren Facetten. Am meisten interessiert mich, welche Gefühle, Sehnsüchte, Ängste und Wunden sich tief in ihm verbergen. So entstehen Momentaufnahmen – manchmal zart und poetisch in Metaphern und Allegorien, manchmal expressionistisch und mit der Wucht aufbrechender Worte und Farben.“

(Tania Rupel Tera)

Heute Vormittag fügte Tania Rupel Tera ihrem wöchentlichen Bild-Post obiges Gedicht bei, in Form eines verspäteten Sankt-Valentin-Grußes, denn, so die Künstlerin, „es ist nie zu spät für ein Liebesgedicht.“ Für die Liebe wohl auch nicht. Trifft sie einen nicht sowieso unausweichlich, um unendlich zu brennen und sei es nur, um danach zu Nichts zu verglühen?  Heute morgen hatte ich wieder lyrische NachDenkZeit …

Von Tania Rupel Tera dort erschienen:

Der Schrei der Tropfen, Lyrik, Gemälde

„Blick ins Buch“ als Flipbook


Zu Tania Rupel Teras Facebook-Seite


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Letzter Gig: Hannes Beckmanns Trauerfeier am 24. März 2016

Die letzte Bühne von Jazzgeiger und Komponist Hannes Beckmann, lag im vorderen Bereich des Saales, war in warmes Licht getaucht und mit Blumen geschmückt. Zwischendrin stand der Sarg, den ich aber nicht wirklich mit Hannes in Bezug zu bringen vermochte. Zu sehr hatte mich die Nachricht seines Todes überrascht, ja schockiert. Von der Verschlechterung seines Zustands in den letzten Monaten hatte ich nichts erfahren und gegen seine langjährige Krebserkrankung war er bislang erfolgreich mit dem selben Kampfgeist und eisernen Willen angetreten, mit dem er sich allen Herausforderungen des Lebens gestellt hatte, stets „direttissima“, ab durch die Menge, auch wenn die sich davon nicht immer begeistert zeigte, zumal er sich meist durchzusetzen verstand …

Die Trauerfeier begann mit einer Einspielung von „Tango des Friedens“, einer frühen Komposition Beckmanns, die noch aus der Zeit seiner spektakulären afro-brasilianischen Jazzband „Sinto“ stammt. Doch auch in späteren Konzerten hatte dieses Lied einen festen Platz in Hannes Repertoire und ist daher eng mit meinen Erinnerungen an ihn verbunden. Das Stück wird von stampfenden Tango-Rhythmen getragen, über die sich immer wieder ein fast jubelndes Geigensolo erhebt, befreit und triumphierend, mit dem unverwechselbaren Klang von Hannes Geigenspiel. Mit diesem Klang nahm Hannes noch einmal einen ganzen Raum für sich ein und in seine musikalische Präsenz mischten sich bruchstückhaft meine Erinnerungen; vor allem die an die frühen 80er Jahre, als ich ihn kennengelernt hatte, in jenem schrillen Jahrzehnt, in dem exzessiv und auf der Überholspur gelebt, die Nächte zum Tag gemacht wurden, ganz so als wolle man austesten, wo die Grenzen lagen. Die haben inzwischen viele von uns, nicht zuletzt ich, deutlich aufgezeigt bekommen und gesundheitlich Tribut zollen müssen,  für all die Gier auf Leben, Lust und Liebe in jungen Jahren. Die Erinnerung an deren Intensität aber möchte ich nicht missen und die spiegelt sich für mich in Hannes Musik und seiner Art zu spielen wieder, ganz besonders in „Tango des Friedens“, den Hannes sicher nicht ohne Grund an den Anfang seiner Trauerfeier gestellt hat. Gerade dadurch, dass das Stück den meisten Anwesenden vertraut war, vermittelte es in diesem Rahmen, was für mich vorher unfassbar gewesen war: Hier und jetzt fand ein Abschied statt, ein Lebewohl, kein „Auf Wiedersehen bis zum nächsten Mal in der Unterfahrt, im Prinzregententheater, im Resi, Gasteig oder spätestens beim nächsten Hannes-Geburtstagskonzert Ende August …

Vielen der Anwesenden, die dicht an dicht im Krematorium saßen oder auch standen, ging es scheinbar ähnlich. Die meisten hielten nun ihre Köpfe gesenkt, griffen verstohlen nach Taschentüchern. Glücklicherweise saß ich unter Freunden, neben Jazzsänger Thomas de Lates und Petra Windisch de Lates, Vorstandsvorsitzende der Deutsche Lebensbrücke e.V. Petra hatte ich zusammen mit Hannes und dessen Frau Brigitta 1984 kennengelernt, ebenso meinen späteren Mann Edir dos Santos, der als Schlagzeuger bei Sinto und später punktuell im Hannes-Beckmann-Quartett mitspielte. Edir und ich haben 1993 in Rio geheiratet, auf der anschließenden Hochzeitsparty im damaligen Multikulti-Lokal „Möwe“ hat auch Hannes für uns gespielt. Inzwischen sind wir geschieden, stehen aber in gutem Einvernehmen, und so freuten wir uns beide, den jeweils anderen bei dieser Trauerfeier nach längerer Zeit wieder zu sehen und durch Hannes Verbundenheit zu empfinden.

Auch sonst entdeckte ich unter den Trauergästen zahlreiche vertraute Gestalten, mit denen mich schöne wie hässliche, traurige oder auch irritierende Erlebnisse aus über drei Jahrzehnten verbinden, mit Hannes Beckmann als gemeinsamen Nenner. Noch einmal war es ihm gelungen, uns alle zusammenzuführen, zu einem Spektrum dessen, was die Künstlerszene einer Stadt ausmacht: Die Erfolgreichen neben denen, die über den Status des „Tingelns“ nie hinaus gekommen sind; die inzwischen Gebrechlichen, oft euphemistisch als „Grandames“ und „Grandseigneurs“ von … (irgendwas) tituliert, Seite an Seite mit dem künstlerischen Nachwuchs; gereifte Künstlerpersönlichkeiten neben ewig Frustrierten und dazwischen, ganz privat und bescheiden, unser Kulturreferent Hans-Georg Küppers. Neben ihm Michael Stephan, Direktor des Münchner Stadtarchivs, wobei beide unabhängig von einander gekommen waren.

Volksschauspielerin Ilse Neubauer verlas eine Grußbotschaft von Alt-OB Christian Ude, seit Studienzeiten ein Duzfreund von Hannes, der neben Violine und Komposition auch Jura studiert hat. Sehr berührt hat mich ein Beitrag von Ottfried Fischer, der es sich nicht nehmen ließ, obgleich von seiner Parkinson Erkrankung inzwischen deutlich gezeichnet, einen kleinen Text für Hannes zu verfassen und auch selbst vorzutragen.

Atemlose Stille herrschte, als Thomas Beckmann, ein renommierter klassischer Cellist, ein Solo für den verstorbenen Bruder spielte. Noch vor zwei Jahren hatte er launig durch ein Konzert zugunsten seiner Obdachlosenhilfe „Gemeinsam gegen Kälte e.V.“ geführt, dass er mit Hannes im Prinzregententheater gegeben hatte, und über das ich in meinem Blog „Warum sitzt der Mann da?“ berichtet habe …

Unter den Trauerrednern befand sich Hannes langjähriger Arzt, Dr. Michael Molls, emeritierter Professor an der TU für Strahlentherapie und Radiologische Onkologie. Aus seinem Nachruf wurde offenkundig, wie nachhaltig ihn sein Patient beeindruckt hatte. Auch Hannes Bruder Ludger erinnerte mit immer wieder stockender Stimme an die bewundernswerte Haltung, die Hannes während der gesamten Zeit seiner Erkrankung gezeigt hatte, der Einsicht folgend: „Was kann man verlangen, wenn man jahrelang in beiden Händen eine brennende Kerze hält?“ 

Auch mir gegenüber hat Hannes, bei unserer letzten Besprechung geäußert, dass es ihm noch nie so gut gegangen sei, wie jetzt, mit und gerade wegen seiner Krankheit. Kurz nach deren Ausbruch erlebte ich ihn sogar während einer Phase von Chemo und Bestrahlung bei einem Auftritt und zwar als den  ganz normalen „Teufelsgeiger“, als den man ihn kannte. Und nun, 2014, sah er so gut aus, wie lange nicht mehr: Drahtig, vorwärtsschauend, eloquent wie eh und je, den Sprachproblemen, unter denen er seit einem Schlaganfall 2012 litt, so gar keine Beachtung einräumend.

Ab den 90er Jahren, als ich selbst kulturell und künstlerisch aktiv wurde, herrschte zwischen Hannes und mir meist Funkstille, unterbrochen hauptsächlich von Phasen des Kräftemessens bis hin zum offenen Schlagabtausch. Perioden des Waffenstillstands oder der Allianz waren wertvoll und rar. Hannes vermittelte mir oft das Gefühl, mich gegen seine Dominanz und grenzenlose Zielstrebigkeit zur Wehr setzen zu müssen, um nicht von ihm überrannt zu werden und mitunter verwandelt mich mein Selbsterhaltungstrieb in eine kleine Bestie  … Geschenkt haben wir uns jedenfalls gegenseitig nichts.

Allerdings habe ich Hannes seinem unmittelbaren Umfeld gegenüber, ob Freunde oder Familie, als außergewöhnlich loyal erlebt, mitunter gepaart mit einem bestimmenden und fordernden Wesen. Offensichtlich bis zuletzt. Die evangelische Regionalbischöfin Susanne Breit-Kessler berichtete in ihrer Trauerrede von der letzten Mail, die sie von Hannes kurz vor dessen Tod erhalten hatte, in der er sie in Du-Ansprache, das „DU“ wohlbemerkt in Großbuchstaben, anwies, ihre gemeinsame Produktion „Kreuzwegstationen ii“ nunmehr doch bitte verabredungsgemäß zu bewerben.

Diese letzte Produktion, moderne Passionsmusik für großes Ensemble und Chor von Hannes Beckmann, zu Bildprojektionen von Cäsar W. Radetzky und lyrischen Texten von Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler, ist am 16.3.2016, gerade einmal einen Tag vor Hannes Tod auf CD erschienen und somit sein kompositorisches Vermächtnis. Spirituell wie leider auch existenziell schließt sich damit ein Kreis in Hannes Leben: Tragischerweise wurde der erste Teil „Die Blaue Krone – Kreuzwegstationen i“ unmittelbar vor Ausbruch von Hannes Krebserkrankung fertig gestellt, wie der der katholische Leiter der Traufeier, Dr. Ulrich Schäfert vom Kunstpastoral der Erzdiözese erinnerte. Einmal habe Hannes ihm gegenüber geäußert, dass sich das kompositorische Timing im Nachhinein anfühle, wie die Vorwegnahme seines eigenen Leidensweges. In Konzeption und Umsetzung beider Teile, so wurde in den Würdigungen sowohl seitens Ulrich Schäfert, wie auch seitens Susanne Breit-Kessler deutlich, verbirgt sich Spiritualität ohne Ende; eine Facette von Hannes Persönlichkeit, die ich nie kennen lernen durfte. In der Auseinandersetzung mit dieser Art von Themen, wie auch in der beiderseitigen interdisziplinären Umsetzung künstlerischer Projekte, hätten wir wirkliche Anknüpfungspunkte finden können. Allein diese Erkenntnis, die sich mir erst aus der Trauerfeier erschlossen hat, lässt mir Hannes Beckmann näher und vertrauter erscheinen, als jemals zu Lebzeiten. Das empfinde ich als schade und zugleich tröstlich.

Ausschnitte aus Hannes „Kreuzweg ii“-Kompostionen führten, im Wechsel mit den Ansprachen, durch die Trauerfeier. Genau auf den Punkt abgestimmt, schloss sich zu einer Passage aus dem letzten Stück „Surrection Hymn“ der Vorhang. Noch einmal hatte der Maestro virtuos dirigiert!

Die Blaue Krone – Kreuzweg i, Trailer

„Kreuzwegstationen ii“  > Hörproben und Bestell-Center

Früher sind wir uns bei Gigs über den Weg gelaufen, inzwischen sind es Trauerfeiern …„, merkte Jazzbassist Gary Todd an, der im Krematorium des Münchner Ostfriedhofs zu meiner Rechten saß. Und tatsächlich sind in der letzten Zeit bereits eine ganze Reihe alter Weggefährten verstorben, wie vor zwei Jahren Hannes enger Freund und Bandmitglied Michael Blam aus Belgrad,  der Saxophonist Klaus Kreuzeder oder im letzten Jahr Rudi Martini, Jazz-Drummer und Mitinitiator (neben Hannes und Doldinger-Bassist Wolfgang Schmid) der Jazzmusiker Initiative München (J.I.M.). Wir alle sind, ob mit-, für- oder gegeneinander, älter bis alt geworden, grau bis „friedhofsblond“ oder zumindest gefärbt. Dass die Zusammensetzung der Trauergäste dennoch nicht zu einem Abgesang in die Jahre gekommener Künstler_Innen und Kunstliebhaber_Innen tendierte, ist u.a. einer weiteren Facette von Hannes Persönlichkeit geschuldet: Seiner Zuwendung an junge Menschen, ob im privaten Rahmen oder als Dozent an der Hochschule für Musik und Theater Münchenwo er das von ihm konzipierte Projekt „Jazz-Improvisation, Freies Spiel, Ethno-Elemente für Streichinstrumente“ leitete (Wikipedia), aber auch als Schöpfer und Leiter einer ganzen Reihe musikalischer Projekte, in die er vielversprechende Schüler_Innen eingebunden hatte, so zum Beispiel in seiner letzten Formation:

Maestro Beckmann und die Münchner BahnhofskapelleIn dieser Bahnhofskapelle vereinen sich Musiker verschiedenster Generationen und Nationen. Hierbei handelt es sich um ein professionelles, international besetztes, kleines Orchester (Kammerorchesterstärke) in dem neben erfahrenen, bekannten und erfolgreichen Musikern auch junge KünstlerInnen ihre Chance finden. Manche sind noch Beckmanns Studenten, einige starten nach Studienabschluß gerade ins Berufsleben. In der Rhythmusgruppe spielen brasilianische Musiker: Edir dos Santos aus Rio, „Alafin“ Marinho und sein 15-jähriger Sohn Lincoln aus Bahia. (Quelle: www.hannes-beckmann.de)

 Zu Besuch bei Jazzgeiger Hannes Beckmann – Merkur.de, 2.7.2014

Seine Kunst-/Fertigkeit an die Jugend weiterzugeben, das war ihm wichtig. Dito die multikulturelle Farbigkeit des Münchner Bahnhofviertels, mit dem er als Anwohner seit Jahrzehnten verwurzelt war und das ihn sowohl zum Namen seiner letzten Formation inspirierte, wie auch zu seiner Suite „Canto Migrando für großes, ungewöhnlich besetztes Orchester.

Typisch für den visionären Musiker Hannes Beckmann war, dass er bis zuletzt voller Pläne und Zielstrebigkeit steckte. Nie hätte er zu Lebzeiten sich oder ein Vorhaben einfach aufgegeben. Nun aber, so glaube ich, hat mein alter Freund und Gegner jenen Frieden gefunden, um den ich noch zu kämpfen habe.

Auf der Traueranzeige der Familie heißt es:

„Deine Geige ist verstummt, deine Töne klingen weiter!“


Im Sinne von Hannes Beckmann, der die Obdachlosenhilfe seines Bruders zeitlebens unterstützt hat, wurde in der Traueranzeige, statt um Blumen oder Kränze, um eine entsprechende Spende gebeten:

 SPENDENKONTO:

GEMEINSAM GEGEN KÄLTE e.V.
Commerzbank AG
IBAN: DE78 3004 0000 0110 9966 00
BIC: COBADEFFXXX


 Nachrufe: Bayerischer Rundfunk   Süddeutsche Zeitung


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In der Löwengrube? Ministerpräsident Horst Seehofer im PresseClub

Wohin auch immer in der Welt er während seiner langen politischen Laufbahn gekommen sei, sei „Bayern schon da gewesen“, äußerte der Ministerpräsident heute Vormittag launig im Rahmen von knapp zwei Stunden, in denen er im PresseClub Rede und Antwort stand. Angesichts der aktuellen politischen Lage und weil er schon länger nicht mehr im Club zu Gast gewesen war, fiel der Medienandrang entsprechend groß aus: ARD, ZDF, RTL sowie die lokalen Medien BR und TV München hatten sich jeweils in mehrköpfiger Teamstärke in den überschaubaren Räumlichkeiten des Clubs eingefunden. Dazu Vertreter der Printmedien jeglicher Couleur … und mittendrin eine Bloggerin, die kaum eine Chance auf einen guten Schnappschuss hatte, angesichts des Andrangs 😉

Daniela Philippi, die herzlich entspannte Pressesprecherin des Ministerpräsidenten, erschien als erste. Persönlich habe ich sie sehr positiv in Erinnerung, seit ich bei Vorbereitungen zur Verleihung des Simon-Snopkowski-Preises in einer  kniffligen protokollarischen Frage nicht weiter wusste und mich an sie wandte. Kollegialität statt Allüren – wie schon in früheren Blogs erwähnt, nicht immer und überall ein selbstverständliches Verhalten! Auch mein Name war ihr erfreulicherweise in Erinnerung geblieben. Wir stellten fest: „Philippi“ – „dos Santos“ = zwei sehr nützlich markante Namen im PR-Geschäft …

Kurz vor knappp fand sich erwartungsgemäß auch Charlotte Knobloch, Präsidentin der Jüdischen Gemeinde München ein, inklusive Bodyguards und der vertrauten Aureole wichtiger Unnahbarkeit. Ein Eindruck, der vielleicht täuscht, aber Unnahbare lernt – per Definition – kaum jemand näher kennen. Jedenfalls eskortierte das übliche gezischte „Ach ja, da ist ja auch wieder Charlotte“  ihren Gang durch die inzwischen drangvolle Enge des Raumes. Die Dame hat sich offensichtlich in der Stadt nicht nur Freunde gemacht, nicht zuletzt wegen ihres vielerorts als eigenmächtig empfundenen Engagements GEGEN die Verlegung von Gedenk-Stolpersteinen.  Zu diesen s. auch die engagiert von Terry Schwarzberg betreute Seite: https://www.facebook.com/groups/stolpersteine.muenchen/

Bayerischer_Ministerpraesident_Horst_Seehofer_Charlotte_Knobloch_PresseClub_jourfixe-Blog_Gaby_dos_Santos

Alle Kameras richten sich auf den bayerischen Ministerpräsidenten. Ganz links im Bild Charlotte Knobloch, Präsidentin der Jüdischen Gemeinde München

Der Ministerpräsident traf pünktlichst ein, eine Eigenschaft, die mir schon früher positiv bei ihm aufgefallen und leider nicht sehr verbreitet ist. Im Gegenteil. „Wichtig“ lässt gerne warten. Angenehm fand ich auch, dass Horst Seehofer, als er vor die Wahl gestellt wurde, ob er zunächst eine Rede halten oder gleich Fragen beantworten wolle, sich für letzteres entschied. Mit (häufig sorgfältig austarierten) Ansprachen habe ich so meine Probleme, während hingegen Fragen im PresseClub spontan gestellt und beantwortet werden.

Zu PEGIDA: Unser Vorsitzender, Ruthard Tresselt, startete gleich mit der ersten Frage „in die Vollen“: Was denn der Herr Ministerpräsident zu der pauschalen Aburteilung der PEGIDA Anhänger seitens des deutschen Justizministers als „Nazis in Nadelstreifen“ meine. Spannende Frage, deren Antwort elegant umgangen wurde. Seehofer erklärte „diese Bewegung für überschätzt“. Auch habe er gehofft, dass PEGIDA, nach den tragischen Vorfällen in Frankreich, ihre Kundgebungen absagen würde. Lob aber gebühre der Bevölkerung, gerade in München, die so massiv opponiert und so demonstriert habe, dass man mit den „abscheulichen Parolden der PEGIDA-Rädelsführer nichts am Hut habe“. Grundsätzlich solle man bei Kundgebungen zwar immer hinterfragen, was die Menschen auf die Straße treibe, aber in „keine Olympiade der Parolen“ einsteigen.

Sehr gut fand ich, dass der Ministerpräsident, in Zusammenhang mit seinem Bedauern bezüglich der Vorgänge in Paris, ausdrücklich das Erscheinen des palästinensischen Präsidenten würdigte und als ein wichtiges Zeichen wertete – Letzteres wiederum mit Blick in Richtung von Frau Knobloch. Dieses Detail im Rahmen der Pariser Trauerfeierlichkeiten hatte ich als seitens der Medien unbefriedigend unkommentiert empfunden.

Bayern und die 3 Säulen der CSU:  Der Ministerpräsident betonte, Bayern sei nach wie vor ein christlich geprägtes Land, das in einer langen langen christlich-jüdischen (mit Blick auf Frau Knobloch) Tradition stünde, sich an den christlichen Sittengesetzen und der christlichen Soziallehre orientiere. Diese Haltung beinhalte auch Respekt für andere Religionen und darüber hinaus für deren freie Entfaltung. Daraus resultiere „die Weltoffenheit Bayerns„.

Vorratsdatenspeicherung: Von Charlotte Knobloch auf seine Einstellung zur Vorratsdatenspeicherung befragt, zeigte sich Seehofer erwartungsgemäß als „pro“, allerdings unter strikten Auflagen, also nur nach richterlicher Genehmigung und bei Verdacht auf schwere Straftaten. Auch die Kanzlerin teile diese Ansicht. Er gehe  davon aus, dass die Vorratsdatenspeicherung früher oder später kommen werde, weil unverzichtbar in einer globalisierten Welt.  Seehofer sprach sich für eine „wehrhafte Demokratie“ aus und bedauerte die Unzulänglichkeit der EU-Außengrenzen. Hier müssten die Vereinbarungen zuverlässiger umgesetzt werden, als bisher. Dies habe de Maizière auch bei der letzten EU-Innenminister-Konferenz eins zu eins so kundgetan.

Flüchtlingspolitik/Integration in Bayern: Ein kurdischer Journalist schnitt das Thema an, zu dem Seehofer ein „3-Säulen-Modell“ für den Freistaat skizzierte:

1. Humanität und Solidarität bei der Aufnahme von Flüchtlingen: Und- nicht nur Kirchen und humanitäre Verbände würden hier Engagement und Solidarität zeigen, sondern inzwischen auch breite Teile der Bevölkerung, ganz im Unterschied zu der Flüchtlingsbewegung Ende der 80er / Anfang der 90er Jahre. Ebenso positiv zeige sich die Bevölkerung übrigens gegenüber der Anwerbung ausländischer Fachkräfte, die vor 20 Jahren noch als Konkurrenz betrachtet worden waren. Seehofer wies auch darauf hin, dass in Bayern der Anteil an Migranten höher sei, als beispielsweise in Berlin.

2. Gerechtigkeit: Gerade im Sinne einer breiten Solidarisierung mit Flüchtlingen in schweren Notsituationen, sei jedoch den Bürgern nicht zu vermitteln, wenn auch, wie zum Beispiel häufig aus den Balkan-Staaten, Menschen Asyl beantragten, deren Existenz nicht gleichermaßen bedroht sei, wie die anderer Flüchtlinge. Eine Einhaltung der Rechtsordnung sei hier unabdingbar.

Diesen Punkt empfand ich als etwas zu schwarz-weiß abgehandelt. Ich finde: Man muss nicht unmittelbar vom Tod bedroht sein, um sich dennoch in der Heimat Umständen ausgeliefert zu fühlen, die wir in Deutschland als unzumutbar empfinden würden.

3. Hilfeleistungen in den Heimatländern vor Ort: Gegen den dritten Punkt in Seehofers Modell lässt sich wiederum nichts einwenden. Vor allem Hilfe zur Selbsthilfe ist dringend gefordert, aber leisten wir Wohlstandsländer diesbezüglich auch wirklich genug? Um dies  beurteilen zu können, fehlen mir leider – wieder einmal – die nötigen Hintergrundzahlen.

Horst_Seehofer_Daniela_Philippi_PresseClub-Muenchen_jourfixe-Blog_Gaby_dos_Santos

Daniela Philippi, die Pressesprecherin, folgt konzentriert den Ausführungen ihres Chefs

 Seehofers Rückzug aus der Politik/Presse-Spekulationen: Zur Sprache kam natürlich auch Seehofers Ankündigung, sich nach der nächsten Landtagswahl zurück ziehen zu wollen. Erwähnt wurden dabei natürlich die Presse-Gerüchte um einen möglichen Rückzug vom Rückzug, falls es Seehofer nicht gelingen sollte, sein Amt „harmonisch auf die nächste Generation“ zu übertragen. Solcherart Spekulationen wies Seehofer entschieden zurück. Eine nahtlose Übergabe des Amtes sei dabei sein Ziel, dann wäre seines ein „rundes Werk„, und er sehe in keiner Weise, warum sich dieser Vorsatz nicht erfüllen sollte.

Nun ja, sein Wunsch in unser aller Ohren, aber diesbezüglich befinden wir uns a) auf politischem Parkett und b) hier in Bayern und wenn ich zurückblicke, was sich in der jüngeren Vergangenheit, nach dem Tod von Franz Joseph Strauß bzw. dem Abgang von Stoiber, für Rangeleien, Kungeleien und Schlammschlachten rund um die Nachfolge abgespielt haben, dann bin ich mir keineswegs sicher, ob alles so nahtlos ablaufen wird, wie heute in Aussicht gestellt.

Seehofer schmunzelte, im Duo mit seiner Pressesprecherin, bei seiner lakonischen Feststellung:„Es freut mich zu lesen, was ich so denke“.  Er überlege sich von Fall zu Fall sehr genau, ob er einen solchen Beitrag kommentieren oder übergehen solle. Kürzlich habe er verwundert die Kanzlerin angerufen, weil laut Presse der Präsident der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, die Maut kritisiert haben sollte. Seehofer habe davon nichts gewusst, ebenso wenig wie Angela Merkel … Jedenfalls laut Seehofer. „Beliebt“ wie die Maut allgemein ist, würde es mich nicht wundern, wenn da doch so das eine oder andere Wort des Vorbehalts zunächst gefallen und dann zurück genommen worden wäre. Aber nun spekuliere ja ich!!!

In puncto EU forderte Seehofer mehr Zusammenhalt in großen Fragen, wie den derzeitigen humanitären und weniger EU in den kleinen Fragen. Und was die Gen-Technik anbelange, so bleibe Bayern Gen-frei und habe darüber auch alleine zu entscheiden, nicht die EU!  „Gut gebrüllt Bayerischer Löwe!“, kann ich nur beistimmen …

Seehofer_Ministerpraesident_Bayern_im_PresseClub_vor_ARD_ZDF_RTL-jourfixe-Blog_Gaby_dos_Santos

Bayerische Ministerpräsidenten erlebe ich ein Stück weit als „Bayerische Löwen“, den heutigen „Löwen“ als in einer Löwengrube voller kritischer Journalisten, …

Zu diesem Punkt und bezüglich vieler weiterer Punkte, die ich in diesem Blog teilweise zusammengefasst habe. Heute erlebte ich alles in allem und wie so oft im PresseClub, einen ganz anderen Menschen, als auf Grund von Medienberichten erwartet. Aber, um beim Bild zu bleiben, der Löwe befand sich auch gerade in einer Löwengrube voller kritischer Journalisten … Die Krux mit aller Politik, die über kommunale Belange hinausgeht, ist ja genau die: Wo endet die Wahrhaftigkeit und wo beginnt rhetorisches Taktieren? Und ist erstere unhaltbar und letztere unvermeidbar in der Großen Politik? Politik in einer Demokratie bleibt ein ständiger Balance-Akt der Kompromisse, der sich von Außenstehenden nie ganz nachvollziehen, geschweige denn bewerten lässt. Umso wichtiger bleibt für mich der persönliche Eindruck UND das persönliche Weiterverfolgen politischer Entwicklungen in Bezug auf die zuvor geäußerten Statements. In diesem Fall sehe ich dem politischen Aschermittwoch der CSU gespannt entgegen …

Und übrigens: Mal sehen, wie sich nächsten Donnerstag die FDP auf ihrem Neujahrsempfang positioniert. Davon werde ich in Kürze an gleicher Stelle berichten.

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Seitens Herrn Dr. h.c. Georg Engel, Chefredakteur und Herausgeber des Online-Magazins Ungarn-Panorama

http://www.ungarnpanorama.com/201404/startseite.php

sind mir nachträglich die Links einiger Ausschnitte obiger Pressekonferenz mit Ministerpräsident Horst Seehofer netterweise übermittelt worden, die ich, mit Dank an Herrn Engel, meinem Beitrag hinzufüge.

Ministerpräsident Horst Seehofer im PresseClub München Teil 1
Diskussion über: Pegida, Meinungsfreiheit, Sicherheitspolitik, Migration, Vorratsdatenhalterung
Moderator: Ruthart Tresselt, Vorsitzender des Internationalen PresseClubs München.
http://youtu.be/kC1ynEq5yJM

Ministerpräsident Horst Seehofer im PresseClub München Teil 2
Diskussion über: Sengen-Abkommen,  Aussenkontrolle, Integration, Zuwanderung
Moderator: Ruthart Tresselt, Vorsitzender des Internationalen PresseClubs München.
http://youtu.be/zpYiObfYgy0

Ministerpräsident Horst Seehofer im PresseClub München Teil 3
Diskussion über: Rücktritt, Migration, Wiedereinreise, Bayernkaserne
Moderator: Ruthart Tresselt, Vorsitzender des Internationalen PresseClubs München.
http://youtu.be/L0EtamqzlMs

Ministerpräsident Horst Seehofer im PresseClub München Teil 4
Diskussion über: Stammstrecke, Konzertsaal, Länderfinanzausgleich
Moderator: Ruthart Tresselt, Vorsitzender des Internationalen PresseClubs München.
http://youtu.be/G0EMPDkBbcs


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„Ohne Künstler und Kunstschaffende wäre keine Stadt lebenswert“ – Abschied von Dr. Angelika Baumann im Kulturreferat

Als “Mittelweg ohne Gold” bezeichnet der Satiriker Ephraim Kishon die vielen Kompromisse, die ich, wie viele Kunstschaffende, eingehen muss, um einigermaßen über die – materiellen – Runden zu kommen. Da ich mit einem relativ großen Einfallsreichtum bedacht wurde, beschreite ich meinen “Mittelweg ohne Gold” recht komfortabel, mal mehr, mal weniger, aber irgendwie stetig. Dabei sammle ich die Welt um mich Momentaufnahmen ein, verdichte sie in Ideen und Gefühlen zu einer Vision, die schließlich auf kreative Umsetzung drängt. An diesem Punkt droht der Mittelweg zur Sackgasse zu werden: Zwar sind Gedanken frei und Visionen gratis, in künstlerischer Umsetzung jedoch bitten sie zur Kasse. Vor diesem Dilemma findet man sich als Kunstschaffender des öfteren wieder, selbst wenn das Auskommen an sich einigermaßen gesichert ist. Aber wie darüber hinaus die eigenen Herzblut-Projekte realisieren? Was, wenn das neueste Projekt partout produziert werden will? Wenn dem eigenen kleinen Theater das Aus droht? Wenn einem das Atelier gekündigt wurde?

Man hofft inständig auf eine Förderung durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München und nicht selten erscheint einem eine solche Förderung als letzter Ausweg. Mit entsprechend großer Emotionalität werden Ablehnungen daher aufgenommen, als große Katastrophe und persönlicher Affront. Nur zu gut weiß ich aus eigener Erfahrung, wovon ich hier schreibe 😉 Nicht der Kopf durch die Wand, sondern der Schritt durch die Tür hat mich dann schrittweise mit den Strukturen und Richtlinien des Kulturreferats vertraut gemacht – und mit einer ganzen Reihe MitarbeiterInnen, die Jon Michael Winkler und mir durchaus nicht immer mit Fördermitteln, aber auf jeden Fall mit Ratschlägen und Kontakten weiter geholfen haben.

Eine wichtige Ansprechpartnerin für den jourfixe-muenchen war seit einigen Jahren Frau Dr. Angelika Baumann, Abteilungsleiterin der Abt. 1 – Bildende Kunst, Darstellende Kunst, Film, Literatur, Musik, Stadtgeschichte und Wissenschaft.

Als ich erfuhr, dass Frau Dr. Baumann am 1. September aus dem Amt scheidet, bat ich um ein Abschieds-Interview für den jourfixe-Blog. Nachstehend finden sich in Zusammenfassung unser Gespräch sowie Links zu O-Tönen. Das Interview wirft einen Blick zurück auf die beinahe 25 Jahre, in denen Frau Dr. Baumann Kultur in München mitgestaltet hat. Darüber hinaus beinhaltet das Gespräch eine Reihe von Informationen zu Aktivitäten und Richtlinien des Kulturreferats.

Jon Michael Winkler, unser Erster Vorsitzender und ich haben in den vergangenen sechs Jahren Frau Dr. Baumann als offene Ansprechpartnerin mit Kompetenz UND Herz schätzen gelernt. Durchaus – wie schon in anderen meiner Blog-Beiträge thematisiert – keine Selbstverständlichkeit in der Kulturszene.

Abschiedsinterview mit Angelika Baumann am 4. August 2014 im Kulturreferat Muenchen

Abschiedsinterview mit Frau Dr. Baumann am 4. August 2014 im Kulturreferat München

 

Dafür, liebe Frau Dr. Baumann, danken wir Ihnen! Ebenso für das Interesse, mit dem Sie unsere Produktionen verfolgt haben, ob im Rahmen von Kooperationen oder direkt im Publikum. Sie werden uns fehlen!

Bereits seit 1990 ist die promovierte Historikerin für das Kulturreferat tätig. Damals wurde erstmalig eine Stelle für kommunale Geschichtsarbeit ausgeschrieben. Dr. Angelika Baumann, damals noch TV-Redakteurin, bewarb sich mit Erfolg und betrat mit diesem Aufgabenbereich absolutes Neuland, mit entsprechend großem Gestaltungsfreiraum, was sie als besonders reizvoll empfand.

Mit der Zeit übernahm Frau Dr. Baumann die Betreuung einer Reihe von Großprojekten in ihrem Fachgebiet, so beispielsweise 2002 die Vorbereitungen für das Jüdische Museum in München.

Ebenso hatte Frau Dr. Baumann daran mitgewirkt, die Grundsatzbeschlüsse des Münchner Stadtrats zu einem NS-Dokumentationszentrum in München vorzubereiten und das Projekt maßgeblich begleitet.

Besonders in Erinnerung geblieben ist Frau Dr. Baumann die sogenannte „Wehrmachtausstellung“ von 1997. In Absprache mit ihrem Chef, dem damaligen Kultureferenten Siegfried Hummel, hatte Frau Dr. Baumann die Ausstellung selbst nach München geholt und in historischen Bezug zur Stadt gestellt.  Diese erste Wehrmachtsausstellung, ebenso wie eine zweite, die in überarbeiteter Fassung später im Stadtmuseum gezeigt wurde, blieben monatelang Stadtgespräch, wobei die teilweise leidenschaftlich Pro und Contra ausgetragenen Diskussionen  zu einer intensiven zeitgeschichtlichen Auseinandersetzung führten.

2005 übernahm Frau Dr. Baumann, zusätzlich zu ihrem Aufgabenbereich, die Abteilungsleitung für alle Sparten der Kulturförderung, mit Ausnahme der  Bereiche „Stadtteilkultur“, der „kulturelle Bildung“ und „urbane Kultur“. Ein sinnvoller Zusammenschluss, durch welchen die Kommunikationswege optimiert wurden. Dennoch blieben und bleiben die finanziellen Mittel begrenzt. Es sei immer zu wenig Geld da, um allen Anträgen gerecht zu werden, räumte Frau Dr. Baumann ein und betonte ausdrücklich, dass sie die Frustration abgewiesener Kunstschaffender sehr gut nachvollziehen könne, aber …

In Folge sprach ich an, dass sich speziell die Freie Musikszene, nicht zuletzt gegenüber der Theaterszene, als ein Stück weit benachteiligt fühle, worauf Frau Dr. Baumann eine Reihe von Bereichen aufzählte, in denen sich das Kulturreferat speziell für die Förderung von Musik einsetzt und nannte als zukunftsnahe Maßnahme die Schaffung von Proberäumen für MusikerInnen, da hier dringender Bedarf zu beobachten sei.

Auf die Frage hin, ob es spezielle Situationen im Kulturreferat gebe, die ihr besonders gegenwärtig seien, berichtete Frau Dr. Baumann, dass immer wieder Künstler in recht verzweifelten Lebenslagen und besonders häufig an Freitagen, wohl mit dem Wochenende vor Augen, bei ihr vorgesprochen hätten. Diese Anfragen führt Frau Dr. Baumann auch darauf zurück, dass in der Künstlerszene das Kulturreferat inzwischen verstärkt als Partner wahrgenommen werde, in der Lage, in prekären Situationen weiterzuhelfen; zwar nicht immer mit Geld, aber durchaus mit Kontakten und Tipps. (Dass sich für solche Anliegen jedoch gerade der Freitag NICHT zu einem“ Jour Fixe“ entwickeln sollte, versteht sich … 😉 )

In diesem Zusammenhang appellierte Frau Dr. Baumann, sich unbedingt über Förderrichtlinien auf der Homepage des Kulturreferats zu informieren. Nachstehend der Link

http://www.muenchen.de/Kulturfoerderung

Frau Dr. Baumann schloss mit einem Appell an die Künstler zu mehr Selbstbewusstsein und empfahl zugleich, sich dem Markt nicht zu verschließen.

„Ohne seine Künstler und Kunstschaffenden wäre keine Stadt lebenswert „, so Frau Dr. Baumanns Fazit.

Nachfolger von Frau Dr. Baumann, in der Abteilung zur Förderung von Kunst und Kultur, wird ab 1. September 2014, Marc Gegenfurtner. Er war zuvor sieben Jahre lang der persönliche Mitarbeiter des Kulturreferenten.

Soweit der jourfixe-Blog für heute. Eine Übersicht aller Beiträge findet sich auf der Homepage unserer Kulturplattform jourfixe-muenchen, unter

http://www.jourfixe-muenchen-ev.de/jourfixe_Blog_Verzeichnis.html

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Lange Nacht der Musik 2014, Artist Studio München, jourfixe-Collage Kein Applaus für Podmanitzki, Gaby dos Santos, Peter Lang
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Vierzehnundeine Lange Nacht kultureller Vielfalt und Toleranz – Nachlese, Bilder, O-Töne und Links

Alljährlich präsentieren sich während einer Langen Nacht – der Musik oder Museen – gleichberechtigt große Kulturtempel neben kirchlichen Einrichtungen, Musikkneipen und sonstigen ausgefallenen Orten, Subkultur neben Hochkultur, „E“(rnste) Kunst und „U“(nterhaltung) – Tür an Tür! Dieser integrative Ansatz ist ein Glücksfall für die Münchner Szene, in der sich so manche Seilschaft als elitär empfindet und weniger etablierten KollegInnen stutenbissigst die eine oder andere Tür zu versperren sucht.

Bayerisches Staatsballett, Glockenbachwerkstatt, Lange Nacht der Musik, jourfixeBlog

Kulturelle Bandbreite bei der Langen Nacht der Musik: links: Glockenbachwerkstatt, rechts Bayerisches Staatsballett

"Die Theatermaske verdrückt eine Träne" - Bildmotiv des jourfixe-muenchen e. V.

Bild: Gaby dos Santos

Dagegen verdeutlicht jede Lange Nacht eindrucksvoll, dass sich die Kulturszene einer Stadt erst über die Summe ihrer unterschiedlichsten künstlerischen Aktivitäten definiert.  Beweis dafür ist die enorme Bandbreite an künstlerischen Angeboten und Spielstätten sowie die ebenso große Bandbreite an Publikum.

O-Ton Verena Thiel, seit 2004 Projektleiterin der Langen Nacht der Musik: Persönliches Fazit >>>

Organisiert werden diese Großveranstaltungen seit nunmehr 15 Jahren vom überschaubaren Team der Münchner Kultur GmbH. Ihr Konzept, anfangs von vielen Seiten noch mit Skepsis bedacht, hat sich inzwischen zu einer festen Einrichtung in der Münchner Kultur-Agenda entwickelt – und zwar nach wie vor als private Initiative! Link zum O-Ton Ralf Gabriel Die Lange Nacht ist eine private Initiative >>>

Dass die Lange Nacht für alle Mitwirkenden auf Augenhöhe ausgelegt ist, zeigt sich bereits bei der vorangehenden Pressekonferenz: Auf dem Podium präsentiert Geschäftsführer Ralf Gabriel sowohl KooperationspartnerInnen kleinerer oder neuer Locations, z.B. 2014 das Musiklokal Pigalle, wie auch VertreterInnen großer Häuser, wie Gasteig. Auch für den allgemeinen Kulturbetrieb maßgebliche Institutionen finden hier eine Plattform, z. B. 2014 erstmals die ZAV, früher bekannt unter der Bezeichnung „Künstlerdienst“, der Agentur für Arbeit München und Gastgeberin der diesjährigen Pressekonferenz.

ZAV, Künstlerdienst München, Agentur für Arbeit München

Das ZAV (Künstlerdienst München) präsentierte ein Spektrum seiner KünstlerInnen

Künstler-Fachvermittlung mit 50 Jahren Marktpräsenz:

http://www.arbeitsagentur.de/web/content/DE/service/Ueberuns/WeitereDienststellen/ZentraleAuslandsundFachvermittlung/Ueberuns/Kuenstlervermittlung/Detail/index.htm?dfContentId=L6019022DSTBAI526087

Christina Stürmer, BMW Welt

Christina Stürmer zum Auftakt der Musiknacht bei der BMW-Welt, Foto: O. Rayermann

DIE OFFENHEIT DER KULTUR-GMBH GEGENÜBER ALLEN KULTURELLEN STRÖMUNGEN entspringt einer seit 15 Jahren unveränderten Grundmotivation Ralf Gabriels: Kulturelle Hemmschwellen und  Vorurteile abbauen, Besucher auch für verstecktere Seiten des Münchner Kulturlebens öffnen und andererseits einen Star wie Christina Stürmer, Auftaktsakt 2014, einer breiten Menge zugänglich machen. Dazu ein weiterer O-Ton von Ralf Gabriel >>> Anekdote

Einige kritische Äußerungen wiederholen sich mit jeder Langen Nacht: Oft beklagen Musiker und kleinere Locations die geringe Beteiligung am Ticket-Erlös. Hierbei muss aber bitte bedacht werden, dass die Kultur-GmbH, als privater Veranstalter, auch alle Risiken und erhebliche Kosten selbst trägt, wie GEMA , Shuttlebusse, Werbekosten, etc.

Als Mitwirkende Erster Stunde bzw. seit der ersten Musiknacht im Jahr 2000, kann ich nur davor abraten, eine Mitwirkung an der Langen Nacht als Einnahme-Quelle einzuplanen. Die Veranstaltungen sind vielmehr eine 1a)-PR-Plattform aufzufassen, gerade auch für kulturelle Nischen und/oder ausgefallene Beiträge, wie z. B. unsere jourfixe-Collagen sowie für (noch) unbekannte Locations. Für den jourfixe-muenchen e. V. haben sich aus der Präsenz bei der Langen Nacht einige der wichtigsten Kontakte, Engagements und Produktionsaufträge ergeben.

Daher bemühe ich mich bei jeder Teilnahme, die Chancen zu nutzen, welche uns die breite Öffentlichkeit dieser Veranstaltung bietet; vor allem den jeweiligen  jourfixe-Beitrag durch eine möglichst ausgefeilte Gestaltung im Programmheft zu profilieren, welches in einer Auflage von ca. 100.000 Exemplaren Verbreitung findet. Wer von uns aus der Freien Szene kann sich normalerweise Werbemaßnahmen in diesem Umfang leisten? Und bei der Veranstaltung selbst, ein gutes Show-Programm vorausgesetzt, mit stetigem Zuschauer-Aufkommen rechnen?

O-Ton Ralf Gabriel: Die Lange Nacht als PR-Plattform 

Elina Goto, Alter Südlicher Friedhof München, Lange Nacht der Musik 2013

Elina Goto friert bei der Musiknacht 2013 auf dem Alten Südfriedhof, Foto: Robert Dreher

Bei der Langen Nacht der Musik 2014 trotzten unerwartet viele ZuschauerInnen der Kälte und dem Regen, um eine öffentliche Probe zur jourfixe-Collage auf dem Alten Südlichen Friedhof Open Air zu erleben! Und in diesem Jahr erfreuten sich sowohl das Artist Studio, als auch wir eines permanenten Zuschauerstroms zu unserer multimedialen Collage „Kein Applaus für Podmanitzki“, mit Livemusik von Peter Lang! Obgleich der doppelbödige und eher kulturkritisch angelegte Unterton der Produktion sicher nicht zum Schenkelklopfen nach einem Fußball-Sieg einlud. Aber, wie gesagt, das Publikum der Langen Nacht setzt sich so unterschiedlich zusammen, dass jede Art Programm auch seine Zuschauer findet.

Artist Studio im Künstlerhaus, Peter Lang, Kishon, Kein Applaus für Podmanitzki, jourfixe-Collage

Peter Lang, Inhaber des Artist Studio und Multi-Instrumentalist in Aktion bei der Musiknacht 2014

Werner Bauer Foto, Kein Applaus für Podmanitzki, Martin Wichmann

Wichmann alias Podmanitzki, Foto: W. Bauer

Einen aufregenden Abend lang konnten wir also stetig wechselndem Publikum die Figur unseres Alter Egos „Jarden Podmanitzki „vorstellen. Mit dieser Collage „aus der nicht immer schönen Welt der Schönen Künste“ wollten wir unseren Künstler-Kollegen, wie auch uns selbst, eine Hommage zum jourfixe-Jubiläumsjahr bieten. Denn: Kishons Podmanitzki ist einer von uns – der „berühmteste aller unbekannten, mittelmäßig erfolgreichen Künstler„. Für uns war es daher eine Herzensangelenheit, diesen Alias aller KünstlerInnen, ganz nah an den Zuschauern, in einem historischen Münchner Künstler-Gewölbe aufleben zu lassen. Vor einem Publikum, das sich uns gezielt aus der breiten Programm-Palette ausgesucht hatte, bereit, sich auf unseren speziellen Humor einzulassen – und zugleich unsere Wirklichkeit ein wenig besser kennen zu lernen. So dokumentiert die Collage u.a. realistisch, unter welchen Umständen und mit wie viel Herzblut in der Freien Theaterszene Kunst entsteht, dabei immer an den Grenzen technischer  Möglichkeiten stoßend und meist an der breiteren Öffentlichkeit vorbei – außer eben bei der Langen Nacht!

Werner Bauer Photography, Kishon, jourfixeCollage

Foto-Collage nach einer Idee von Fotograf Werner Bauer

Link zur Website mit Video/O-Ton Martin Wichmann in einer Doppelrolle als Kunstkritiker Kunstetter und Theaterleiter Spitz, mit Fotos von Werner Bauer; Adaption nach Kishons Episode „Wie Du mir, so ich Dir!“

http://www.jourfixe-muenchen-ev.de/dhtml/jfkatalog/Zwei_aus_der_Kunstszene.html

Es geht in unserer Kishon-Adaption ebenso wie im Alltag vieler Kunstschaffender um das Überleben durch Tingeltangel und um das Bewahren von wenigstens etwas Würde gegenüber einem Kultur-Establishment, dass einen  nicht gelten lassen will. Und es geht um große Träume, die längst begraben sind. – Oder vielleicht doch nicht ganz?

Als ich mich um Mitternacht auf den Heimweg machte, pulsierte die Stadt noch immer, auf diese spezielle Art, welche die Atmosphäre der Langen Nächte auszeichnet. Eine deutsche Stadt zu fortgeschrittener Stunde noch immer in  Bewegung und zwar Generationen übergreifend  – Shuttle-Busse, Sonder-Tram – Eine lebendige Stimmung, die mich an meine Jugend in südlichen Ländern erinnert. Ein wenig Lago Maggiore, ein Hauch von Rio, etwas lärmendes Athen … Und künstlerisch spürte ich, trotz aller Erschöpfung wieder jenen Elan, der mich den Satz aus dem jüdischen Volkslied „Soll Seyn“ nachempfinden lässt, mit dem ich, auf uns Künstler gemünzt, die Kishon-Collage beende:

Zitat_jourfixeCollage_Musiknacht_jourfixeBlog

Dafür danke ich dem Team der Münchner Kultur GmbH und wünsche ihm, ebenso wie meinen KollegInnen und mir noch viele erfolgreiche Lange Nächte künstlerischer Teilhabe!

Weitere Links:

O-Ton von Ralf Gabriel zu den Anfängen der Langen Nächte in München >>>

Werner Bauer fotografiert bei einer Veranstaltung im Artist Studio

Werner Bauer in Aktion im Artist Studio

Die Linse von Fotograf Werner Bauer richtet sich nicht nur in unserer Bild/Klang-Collage fest auf die Welt der berühmten oder auch erfolgreichen unbekannten Künstler >>>

http://www.bauerwerner.com/portraits/artists/artists.html

 

Peter Lang Inhaber Artist Studio im Münchner Künstlerhaus

Das Artist Studio von Peter Lang ist eine eigenständige Firma im UG des Münchner Künstlerhauses

Nicht nur zur Langen Nacht geben sich im Artist Studio Künstler unterschiedlichster Couleur und unterschiedlichsten Bekanntheitsgrad die Klinke in die Hand >>>

http://www.artist-studio.de/gaestefotos/

Fotos zu den diversen Programmen der Langen Nacht der Musik 2014 mit freundlicher Genehmigung von Verena Thiel/Münchner Kultur Gmbh

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