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Herbergssuche – Münchner Muslime seit Mai auf der Suche nach einem Gebetsraum

Jesuiten bieten Münchner Musliminnen und Muslimen für ihr Freitagsgebet Raum in der Michaelskirche … Diese Meldung im Mai 2017 klang erst einmal sehr berührend, setzte sie doch ein Zeichen für wahrhaftige interkonfessionelle Solidarität, wie sie gerade jetzt nur wünschenswert sein kann.

Soweit so gut und schön, doch diese Schlagzeile steht auch für ein  für die Münchner Muslime schwerwiegendes Problem: Der Verlust ihrer angestammten Gebetsräume in der Münchner Innenstadt und somit, wie jede/r Gläubige jeglicher Konfession nachvollziehen kann, der Verlust einer spirituellen Heimstatt; ein Problem, das seither medial für Aufsehen sorgt:

So schrieb Stephanie Lahrtz, Kolumnistin der Neuen Züricher Zeitung bereits am 20.5.2017: Weil sie immer beliebter und somit immer voller wurden, mussten sie schließen. Die Rede ist nicht etwa von besonders angesagten Szenekneipen, sondern von Moscheen in der bayrischen Landeshauptstadt. In den letzten Monaten ist die Zahl muslimischer Einwohner in München stark gestiegen. Derzeit leben nach offiziellen Schätzungen über 100 000 in der Stadt. Jeden Freitag benötigen die in der Innenstadt Berufstätigen für das obligatorische Gebet eine Moschee in der Nähe ihres Arbeitsplatzes. Zuletzt kamen in die Gebetsräume der Altstadt, meist unauffällige Gebäude in Hinterhöfen, statt einiger Dutzend bis zu 400 Menschen. Manchem blieb nur der Bürgersteig für sein Gebet. (…)

Vorläufiger Sitz des MFI ist das Gebäude in der Hotterstraße, bis Mai auch Sitz der Innenstadt-Moschee

Plastisch schildert Dunja Ramadan in der SZ die Zustände, die zur Schließlung der letzten Moschee in der Innenstadt führten: Gebetrsräume draußen vor der Tür„: Beim Niederknien stießen die Betenden mit dem Kopf an den Rücken ihres Vordermannes, beim Aufstehen schmerzten vielen die Knie vom Sitzen auf der Treppenkante oder auf dem Asphalt des Parkplatzes im Hof. Bis in den Gebetsraum schafften es viele Gläubige nicht, im Münchner Forum für Islam (MFI) war die Tür zur Moschee häufig bereits vor Beginn des Freitagsgebets geschlossen. Von außen rüttelten einige Nachzügler an der Tür, klopften, gingen einen Schritt zurück, um zu sehen, ob sie auch wirklich richtig stehen.“ (…)

Ehemalige Altstadt-Moschee in der Hotterstr.

Schließlich wurde aus Brandschutzgründen auch diese Moschee in der Hotterstraße geschlossen. Junge Muslime beschlossen darauf hin, ein öffentliches Freitagsgebet auf dem Münchner Marienplatz abzuhalten, sagten es aber, nach heftigen Drohungen, kurzfristig wieder ab, aus Angst vor Repressalien. (…) „Darüber waren viele Glaubensbrüder und Muslimverbände sogar froh,“ so Lahrtz/NZZ,  denn man wollte weder Feinden ein Forum bieten, noch die Stadt zu Unrecht an den Pranger stellen. Vermutlich hätte man sich tatsächlich einige Sympathien mit solch einer Aktion verscherzt, hätte sie doch wegen des gewählten Ortes sehr plakativ gewirkt – und nicht jeder Passant hätte das eigentliche Anliegen, eine Herbergssuche, erkannt. (…)

Seither befinden sich unsere muslimischen Mitbürger_Innen „on tour“:  Auf die Michaelskirche,  als kurzfristige Alternative zum Open Air-Gottesdienst am Marienplatz, folgten die altehrwürdigen Hallen der Münchner Kammerspiele, was sogar dem überregionalen Wochenmagazin Focus einen Beitrag wert war.

Erkan Inan, im Vorstand von mfi und Migrationsbeirat und Kulturveranstalter der dem mfi angegliederten Reihe „Kritisch denken“ sowie des Festivals „AusArten“

Erkan Inan, Vorstandsmitglied des MFI – Münchner Forum für Islam – und Organisator von dessen Kulturprogramm „kritisch denken“ sowie Mitglied im Migrationsbeirat, fand in einem Post warme Worte für die viele Unterstützung aus der Stadtgesellschaft:

„Danke an alle die sich seit Wochen ‚mit‘ den Muslimen solidarisch zeigen und sich gemeinsan mit uns einsetzen. Ob Kunst- und Kulturschaffende oder Vertreter verschiedener Religionsgemeinschaften, alle versuchen Räumlichkeiten für das Freitagsgebet zu finden.

Ganz nach dem Motto: Gemeinsam für mehr WIR!

Sie haben sich nicht von Populisten einschüchtern lassen und sich persönlich eingesetzt.

Vielleicht schaffen wir es auch langfristige Lösungen zu finden, zumindest während des Ramadan wäre es sehr schön und eine wohlwollende Geste. Hierbei lege ich vor allem eine große Hoffnung in Herrn OB Dieter Reiter.

In diesem Sinne möchten wir uns für diese Woche ganz besonders bei dem Kulturreferenten der LH München Herrn Dr. Hans-Georg Küppers und dem Intendanten der Münchner Kammerspiele Herrn Matthias Lilienthal bedanken. Ein ganz besonderer Dank geht vor allem an Herrn Stadtrat Marian Offman (CSU), der sich als Mensch und gläubiger Jude einsetzt. Er hat sich auch in der Vergangenheit stets gegen die Rechtspopulisten gestellt und klare Kante gezeigt. Ich sage Chapeau!

Mitglieder des SPD-Stadtrats treffen sich mit Münchner Muslim_Innen: Von links u.a. Julia Schönfeld-Knor u. Cumali Naz, SPD-Stadtrat, dann Erkan Inan, MFI / Migrationsbeirat

Vielen Dank auch an die SPD Stadtfraktion, die sich gestern Zeit genommen hat um sich die Sorgen der Muslime direkt anzuhören. Es war ein ehrliches und konstruktives Gespräch, dass uns allen Hoffnung gemacht hat. Für ihr Engagement bedanken wir uns herzlichst bei Stadträtin Julia Schönfeld-Knor und Ihren Kollegen wie Herrn Stadtrat Cumali Naz.“

Doch leider blieb die Karavane der Gläubigen auch während des Ramadans in Bewegung: Es folgten Freitagsgebete in Räumlichkeiten der evangelisch-reformierten Kirche, der evangelischen Stadtakademie und der Stiftung Sternenstaub. Danach bot das  KKV Hansa-Haus in der Brienner Straße Asyl.

Der Ramadan ist inzwischen längst passé, doch feste neue Räumlichkeiten für das Freitagsgebet in der Münchner Innenstadt sind noch immer nicht in Sicht. Auch wurde ein Roundtable zu diesem Problem, ursprünglich für Juni angesetzt, auf Oktober verschoben. Auf die Bitte  der „Gebetsnomaden“, doch wenigstens eine Sporthalle für nur eine Stunde in der Woche zum Freitagsgebet nutzen zu dürfen, erwiederte ein Vertreter, dass dann jeder beliebige Sportverein mit ähnlichen Anliegen kommen könne … 

Titelbild des jourfixe-Blogbeitrags „Münchner Muslime als gesellschaftliche Chance“, Okt. 2015

Natürlich bietet sich im Zusammenhang auch wieder die Argumentation von wegen „Trennung von Religion und Staat an“. Doch haben sich nicht Glaubensfragen längst zum Politikum entwickelt, angesichts des IS-Terrors, der auf einer Pervertierung des Islam gründet? Sollten daher wir, als Stadtgesellschaft, nicht besser eine Institution wie das MFI – Münchner Forum für Islam -unterstützen, das einen gemäßigten europäischen Islam vertritt und die Ausbildung von Imamen in Deutschland? Statt uns via DITIP  (Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion) weiterhin aus Erdogans Türkei mit Imamen versorgen zu lassen, Einflussnahmen nicht ausgeschlossen? Dass nunmehr der Gebetsraum fehlt, liegt nicht zuletzt daran, dass das MFI – Münchner Forum für Islam – für den Bau einer großen Moschee (geplant in der Dachauer Straße), mit integriertem Kulturforum, konsequent Geldgeber aus dem arabisch-wahhabitischen Raum abgelehnt hatte, um sich religiös konservativer Einflussnahme zu entziehen.

Imagefilm zum geplanten Großprojekt „Münchner Forum für Islam“

[Die Vision eines spirituellen und interkulturellen Zentrums in München bleibt, trotz nahmhafter Unterstützer_Innen, wie z. B. die evangelische Stadtdekanin Barbara Kittelberger, der griechisch-orthodoxe Erzpriester Apostolos Malamoussis oder auch Alt-OB Christian Ude, vorerst ein Traum …]

Wäre es nicht von städtischer Seite aus sinnvoll, wie auf interkonfessioneller Ebene bereits geschehen, „Muslimisches Leben in München als gesellschaftliche Chance“ zu erkennen und entsprechend konsequent zu unterstützen, nicht zuletzt im Sinne einer besseren Integration vorwiegend muslimischer Flüchtlinge und effektiveren Prävention islamistischer Radikalisierung?


FR, 22. September bis MO, 9. Oktober 2017

Zu einem „Perspektivwechel durch Kunst“ lädt das „AusARTen-Festival“, verastaltet auch in diesem Jahr wieder vom MFI – Münchner Forum für Islam, in der Hotterstr. 16, unter Leitung von Erkan Inan.

Kooperationspartner sind das Kulturreferat der Landeshauptstadt München, das Jugend Kulturwerk, die Fachstelle für Demokratie, Allianz Kulturstiftung, MUCA Museum und voraussichtlich noch die Kammerspiele, weitere Kooperationspartner_Innen sind im Gespräch.

Nachstehender Post vermittelt erste Informationen zur breiten Programmpalette des diesjährigen Festivals, auf dem Laufenden hält die Facebook-Seite https://m.facebook.com/ausarten.muenchen/

Geboten sind Comic, Graffiti, Theater, Fotografie, Calligraffiti, Poetry-Slam, Musik, Film …
Ausserdem stehen zwei Impuls-Vorträge auf dem Programm, zum Thema „Ausgrenzung und Rassismus“, jeweils mit anschließ
ender Podiumsdiskussion in spannender Runde. > Zum Programm-Download (PDF)


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Terry Swartzbergs Steine des Anstoßes

In der Reihe „Nymphenburger Gespräche, veranstaltet von diversen Institutionen, die sich für interkulturellen und interreligiösen Dialog einsetzen, stand heute Abend ein Gespräch mit Terry Swartzberg auf dem Programm, seines Zeichens Journalist, PR-Fachmann, Autor, Aktivist etc. …
Abgesehen davon, dass der interkulturelle und interreligiöse Dialog für mich generell ein wichtiger Aspekt ist, freute ich mich, in diesem besonderen Rahmen mehr über Terry Swartzberg zu erfahren, den ich im Lauf der letzten Jahre bei unterschiedlichsten Anlässen kennen und schätzen gelernt habe. Umso mehr interessierte mich nun, Einzelheiten über den Lebenslauf und die Beweggründe eines Mannes zu erfahren, der für mich zu den „Mitbürger/Innen zählt, die dazu beitragen unsere Stadt im positiven Sinne bunter und somit froher zu gestalten“, wie ich es einmal in einem Post formuliert habe.
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Terry Schwarzberg 2012 auf dem Münchner Ostfriedhof in seinem Stück „Tzaddhik“, Foto AZ

Getroffen habe ich Terry erstmals 2012 anlässlich der Aufführung des von ihm geschriebenen Theaterstücks „Tzaddhik„, das die talmudische Vorstellung von den 36 Gerechten im Zusammenhang mit Frieden und Krieg aufgreift. In dieser Inszenierung übernahm Terry auch gleich die männliche Hauptrolle, an der Seite der vielseitigen jüdischen Künstlerin Nirit Sommerfeld und legte aus dem Stand eine beachtliche schauspielerische Leistung hin – Eine solche Rolle, als Nicht-Schauspieler über fast zwei Stunden auszufüllen, das muss man erst einmal schaffen!

Ein Jahr später besuchte ich eine seiner Veranstaltungen der Initiative Stolpersteine für München e.V., die eine Aufhebung des Verbots der Verlegung von Gedenk-Stolpersteinen in München erreichen möchte. Schöpfer dieser Stolpersteine ist der Künstler Gunter Demnig.

Gunter Demnig ist der Schöpfer der Stolpersteine; Quelle: Wikipedia

Gunter Demnig ist der Schöpfer der Stolpersteine; Quelle: Wikipedia

Seine „Stolpersteine“ sollen „an Menschen erinnern, die in der Zeit des Nationalsozialismus deportiert wurden und meist dem Holocaust zum Opfer fielen. Die Steine, die auf der Oberseite kleine Metallplatten mit den Namen der Opfer tragen, verlegt er vor deren einstigen Wohnungen im Straßen- oder Gehwegpflaster. Das Projekt hatte sich mit 40.000 Steinen im Juli 2013 in rund 820 deutschen und 200 ausländischen Städten zum weltweit größten dezentralen Mahnmal entwickelt. (Quelle: Wikipedia)

Wie Terry Swartzberg auch an diesem Abend nochmals detailliert darlegte, wird jeder Antrag auf Herstellung eines Stolpersteins, Kostenpunkt um die 100 €, vom „Stolpersteine“-Verein darauf hin geprüft, ob dies auch im Sinne der betroffenen Person, respektive der Hinterbliebenen ist. Dennoch dürfen solche Gedenksteine bislang in München nicht verlegt werden, was angesichts ihrer zwischenzeitlichen Verbreitung über die Grenzen Deutschlands hinaus für mich unverständlich ist – und peinlich für München, als ehemalige Hauptstadt der Bewegung. Es wird ja niemand gezwungen, in dieser Form zu gedenken. Dass es aber auch all denjenigen verwehrt bleiben soll, die sich eben dies wünschen, kann ich nicht nachvollziehen. Sicher empfinden ich und alle Anhänger der Stolpersteine eben anders, als zum Beispiel mein geschätzter Mitbewohner, der Kulturjournalist Marcus Woelfle, für den solche Stolpersteine ein nochmaliges Nachtreten auf die Opfer darstellt. Damit steht er argumentativ auf der Seite der Gegner. Empfindungen sind eben immer eine individuelle Angelegenheit und entsprechend gegenseitig zu respektieren. Meiner Meinung nach jedenfalls …
Im Fall der Münchner Stolperstein-Debatte geht vor allem von Teilen der jüdischen Gemeinde eine starke Opposition aus, allen voran seitens Charlotte Knobloch, der Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde. Wie auch immer, konnten sich die Befürworter der Stolpersteine auch in diesem Jahr wieder nicht durchsetzen, die Verlegung bleibt verboten, nicht nur die von Stolpersteinen für jüdische Opfer, sondern automatisch für die anderer NS-Opfergruppen gleich mit … Eine Klage gegen diese Entscheidung des Münchner Stadtrats läuft.
Terry Swartzberg bei einer Kundgebung; Quelle Wikipedia

Terry Swartzberg bei einer Kundgebung; Quelle Wikipedia

Desweiteren erregte Terry Aufsehen durch seinen Selbstversuch, tagtäglich mit der Kippa durch Deutschland zu laufen. Eine dieser Kippas wird inzwischen im Haus der Geschichte in Bonn ausgestellt, das hierzu schreibt: „Die blaue Kippa mit Davidstern, die Terry Swartzberg bei einem Stadtratshearing in München trug, bei dem die Verlegung der sogenannten ‚Stolpersteine‘ von Gunter Demnig diskutiert wurde, nimmt die Stiftung Haus der Geschichte als Objekt der Zeitgeschichte in ihre Sammlung auf.

Nun also hat Terrys „Kippa der städtischen Renitenz“ auch noch historische Weihen erlangt und damit wohl für manche seiner Gegnerinnen und Gegner das Fass zum Überlaufen gebracht. Bereits bei meiner Ankunft im PresseClub, die Veranstaltung war kurzfristig vom Rathaus dorthin verlegt worden, registrierte ich verwundert die Anwesenheit von Leuten, die sich zuvor auf Facebook in ziemlich eifernder Sprache gegen Terry geäußert hatten. Warum besuchten sie nun ausgerechnet eine Veranstaltung, die die Person Terry Swartzberg zum Thema hatte? Offensichtlich um seine Positionen anzugreifen. Natürlich ist Terry Swarzberg ein Tausendsassa und als begnadeter PR-Mann wird alles, was er anpackt, garantiert zu einer sehr öffentlichen Geschichte, mit ihm im Zentrum. Und vermutlich ist der Antisemitismus in Deutschland verbreiteter, als es für den – in meinen Augen wohltuend – optimistischen Terry Swartzberg vielleicht den Anschein hat, wie Jan Mühlstein, der Vorsitzende der liberalen jüdischen Gemeinde Beth Shalom zu bedenken gab. Diese Bedenken äußerte er aber sachlich und in liebevollen Ton; umso irritierender empfand ich die teilweise Aggressivität, mit der ein Großteil der Wortmeldungen vorgebracht wurden. Sie gaben eben nicht zu bedenken, sie klagten an, vehement und des öfteren schlichtweg am Thema des Abends „Terry Swartzberg – die Person“ vorbei, unbeirrbar, wieder und immer wieder, regelrecht „Platte mit Sprung“.
Glücklicherweise moderierte Ralph Deja souverän und setzte auch dem obligaten „Knobloch“-Bashing (wie er es nannte), das bei solchen Diskussionen seitens der Stolperstein-Befürworter unweigerlich aufkommt, ebenfalls ein sehr berechtigtes Ende. Ebenso dem Versuch, ihn und die katholische Friedensbewegung „Pax Christi“ gleich mit anzugreifen, wegen deren Israel-Haltung (wenn ich es richtig mitbekommen habe). Zugegeben, es können einem mal die Gäule durchgehen, aber hier bedurfte es schon sehr energischer verbaler Zügelungen: das Thema laute „Terry Schwartzberg“ und nicht „Ralph Deja/Pax Christi“, bis die Tirade einer besonders insistenten Rednerin endlich verstummte (bis zu ihrem nächsten Einsatz, siehe Absatz oben).
Aus der Seele sprach mir Pfarrerin Jutta Höcht-Stöhr der Evangelischen StadtakademieSie brachte in einer wohl formulierten, ruhigen Wortmeldung ihr Bedauern zum Ausdruck, dass uns die Diskussionen, am Thema vorbei, um die Chance gebracht hätten, die schillernde Vita Terry Swartzbergs näher kennen zu lernen.
Schon auf Facebook hat mich wiederholt die aggressive Art befremdet, mit der jüdische Themen und auch Israels Politik diskutiert werden. Ich denke, angesichts der erstärkenden Rechten, sollten wir den Zusammenhalt im Dialog vorantreiben, gerne und unvermeidlich auch kontrovers. Nur so, gemeinsam, können wir uns denen entgegenstellen, die dabei sind, die unseligen Geister der Vergangenheit erneut heraufzubeschwören! Wie ein solcher Dialog sich formulieren lässt, hat – wie gesagt – Jan Mühlstein in bemerkenswerter Weise mit seiner Wortmeldung gezeigt und voller Wärme und Menschlichkeit eine abweichende Meinung vorgetragen.
Abschließend zitiere ich wieder einmal den von mir hochgeschätzten EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich-Bedford-Strohm:
Wir müssen lernen, einander auszuhalten.
Wir, die demokratischen Bürgerinnen und Bürger.

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