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„Münchner & Zuagroaste“ – Vorschau auf die Red Carpet Vernissage 2018 von Fotograf Dirk Schiff

Mosaikartig kristallisiert sich aus den Portraits und Stadt-Ansichten von Fotograf Dirk Schiff jenes Flair heraus, das die bayerische Landeshauptstadt und deren Bewohner charakterisiert: Eine aussterbende, aber noch einflussreiche Gruppe lupenreiner Münchner Urgesteine, wie die ehemalige Prominentenwirtin, Schauspielerin und Autorin Toni Netzle oder Großbuchhändlerin Nina Hugendubel, zu denen sich Zuagroaste in wachsender Überzahl und unterschiedlichster Couleur gesellen, ob nun Tresenfürst Charles Schumann oder Serienhauptdarsteller Sebastian Fischer (Sturm der Liebe), Unternehmer und Nobelgalerist Dirk Kronsbein oder Fußball-Legende Lothar Matthäus, Influencer*Innen wie Alexandra Polzin und internationale Leinwandhelden, wie Mario Adorf.

Dieses Portrait von Gunna Wendt stammt aus dem Fotoshooting 2018 in der Monacensia, dem „literarischen Gedächtnis der Stadt“. Auf Gunnas Biografie beruht mein Historical „Franziska zu Reventlow – Zum 100. Todestag“.

Beispielhaft für die enge Bindung einer aus dem Hohen Norden Zuagroasten zu ihrer Wahlheimatstadt München ist die Schriftstellerin Gunna Wendt, in deren Biografien sich eine Reihe Schwabinger Legenden so lebensnah verewigt finden, dass sie dafür mit dem Schwabinger Kunstpreis auszgezeichnet wurde. Ein Foto für Peymann Amin, Ex-Juror von Germany’s Next Topmodel hielt Dirk Schiff auch bereit – und selbstredend 😉 für mich, als Leiterin der Kulturplattform jourfixe-muenchen, der Dirk angehört.

Ansicht des Nymphenburger Schlosses in München; Foto Dirk Schiff

Womit wir beim Stichwort „Seilschaften“ angelangt wären, die hier besonders gut funktionieren, zumal die Stadtgesellschaft, obgleich aus einem Mix kontrastierender Charaktere zusammen gewürfelt, sich eines gemeinsamen Nenners erfreut: Dem des allgemeinen Selbstverständnisses „mia san mia“ – wer oder was auch immer … Man feiert und inszeniert sich gerne und oft, anhand eines barocken Lebensstils, der den nahen Süden erahnen lässt …

Wies’n Madl Anne Schiff, Ehefrau des Künstlers, Oktoberfest 2018

Dabei kleidet man das Münchnerische mitunter neu ein, buchstäblich bei den fantasievollen Oktoberfest-Outfits, die mit Tracht wenig, mit Zuckerguss umso mehr zu tun haben, zur großen Freude von Designern und Betrachtern, hinreißend festgehalten in einem Foto, das Anne Schiff, ironisch verschämt, in einem pinkfarbenen Dirndl dominiert. Die Biotope intellektueller Askese vertritt in dieser München-Ausstellung Rainer Langhans, 68-er Ikone und Ex-Bewohner des RTL Dschungel-Camps. Der US-amerikanische Jude Terry Swartzberg engagiert sich derweil für die Verlegung von Stolpersteinen in München und für Bürgerrechte, während Jutta Speidel sich seit Jahren für obdachlose Mütter einsetzt. An ihre Verein HORIZONT e.V. geht daher auch ein Teil des Erlöses der Fotos. Dirk Schiff schreibt dazu auf der Homepage von portraitiert.deDie Schauspielerin Jutta Speidel habe ich bereits für meine erste Fotoausstellung We are all the same! portraitiert. Daraus ist eine tolle Zusammenarbeit entstanden. Ich konnte Einblicke in die wundervolle Vereinsarbeit von Frau Speidel gewinnen und habe mich dazu entschlossen, HORIZONT e. V. mit meiner Ausstellung zu unterstützen. Sie können jetzt bereits Fotos der Ausstellung in unserem Shop erwerben. Mit jedem Kauf spenden Sie 25 Prozent des Kaufpreises an HORIZONT e.V.

Im Pressetext des veranstaltenden Hotels Le Méridien München heißt es entsprechend: Die Münchner verbindet seit jeher ein besonderes Verhältnis zu Vielfalt, zu Engagement – und vor allem auch zu ihren Neu-Münchnern. „Das haben wir in bewegender Form 2015 erlebt, als die Stadt tausende Flüchtlinge willkommen hieß“, so der Fotokünstler Dirk Schiff. Bereits im letzten Jahr sendete er mit den 80 Porträts von Prominenten, Flüchtlingen und Menschen von nebenan, im Rahmen von We are all the same! – Wir sind alle gleich! eine eindrucksvolle Botschaft über den Wert von Offenheit in unserer Gesellschaft.

Geben und Nehmen bei der Kulturplattform jourfixe-muenchen: Mitglied Franz Westner​, Kulturmanager und Verleger (SALON LiteraturVerlag) verbrachte seinen Feiertag bei den Vorbereitungen zu Dirks Ausstellung 2018 im Showroom des Le Méridien zu helfen.

Den Musikteil des Abends bestreiten der Sänger und Schauspieler Ben Blaskovic, (sein Portrait ist links auf dem Foto zu sehen) mit Songs seines aktuellen Albums Those who dig  sowie Tuija Komi, bekannt aus The Voice of Germany und kürzlich von der Süddeutschen Zeitung als echte finnische Jazz-Diva bezeichnet. Sie wird Titel ihrer neuen CD Land Of The Midnight Sun vorstellen.

Bei beiden Musikern handelt es sich natürlich um Künstler, für die Dirk Schiff in seiner Ausstellung ebenfalls „ein Foto hatte“.

Theresa Klamert, Schauspielerin

„Mich interessieren die Geschichten, die hinter den Gesichtern von Menschen stecken.“ erläutert Dirk Schiff auf seiner Homepage. Und einmal mehr ist es ihm gelungen, diese hinter den ausdrucksstarken Portraits durchschimmern zu lassen. Auch der Stadt selbst begegnet man in dieser Ausstellung, eingefangen in Momentaufnahmen, die durch ungewöhnliche Details und Perspektiven bestechen.

Inzwischen hängen die Bilder, hier eine kleine Foto-Dokumentation:

Geschafft! Die erste  Die erste Wand mit Bildern von Wahl/Münchnern für die Red-Carpet-Vernissage 2018 von jourfixe-Mitglied, Fotokünstler Dirk Schiff steht im großzügigen Showroom des Hotels Le Méridien München 

Geschafft! Die erste Wand mit jener Auswahl an Münchnern & Zuagroasten, die Dirk Schiff für seine diesjährigeRed-Carpet-Vernissage zusammengestellt hat:  Beispielsweise der „Stadtschreiber“ – jawohl, München gönnt sich so etwas nach wie vor  Andriano Riegerhof, Filmlegende Mario Adorf oder auch der vielseitige jourfixe-Künstler Albrecht von Weech, oben rechts im Bühnen-Outfit zu sehen. bei einem Shooting zu „Kann denn Liebe Sünde sein? Bruno Balz“, ein Historical, in dem Albrecht die UFA-Hits von Zarah Leander & Co. singt. Die Aufführung findet übrigens 2 Tage nach Dirks Vernissage, also am 7.11./19.30 Uhr, in der Pasinger Fabrik statt …


Dirk Schiffs Vernissage Münchner & Zuagroaste findet am Montag, 5. November, um 19 Uhr statt, wie immer im Hotel Le Méridien München.


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„Schlägerbobbe mit Herz“ – Portrait der Münchner Aktivistin Edith Grube, die im Oktober 2018 vor Gericht muss

Als ich im September 2018 meiner Freundin Edith zum Geburtstag gratulieren wollte, lies sie mal eben die neueste Bombe aus ihrer bewegten Vita als Kultur- und Politaktivistin platzen: Am 17. Oktober steht sie in München vor Gericht! Dazu schreibt erläutert der deutsch-türkische Blogger und Polit-Aktivist Kerem SchambergerEdith Grube soll 2250;- € Strafe zahlen, weil sie von meiner Facebookseite zwei Beiträge mit YPG-Symbolen* geteilt hat. Dies hat sie natürlich nicht akzeptiert und nun kommt es zum ersten Prozess in diesem Fall in München. Es wird der Auftakt einer langen Reihe von Prozessen in diese Richtung sein*. Umso wichtiger ist es dem Gericht zu zeigen, dass wir alle solidarisch an der Seite von Edith und allen anderen Verfolgten stehen. (…) Ebenso berichtet das investigative Magazin MONITOR über diesen Fall. *(Bei der YPG handelt es sich um die mit den USA verbündete kurdische Miliz, nicht etwa um die verbotene PKK)
Wer aber ist eigentlich diese Frau, Freundin und Weggefährtin, deren Aktivitäten ich erst seit zwei Jahren begleite und die mir dennoch in vielerlei Hinsicht so nahe steht? Erstmals getroffen haben wir uns bei einer Führung durch die neue Münchner Synagoge am St. Jakobsplatz im Frühsommer 2016 und kurz darauf bei der ersten großen Verlegung von Stolpersteinen auf privatem, aber öffentlich gut einsehbarem Grund. Diese Aktion führte uns kreuz und quer durch das Münchner Zentrum und bot ausgiebig Zeit für erste Gespräche. Dabei erläuterte mir Edith, dass sie zwar aktiv die Initiative „Stolpersteine für München e.V.“ unterstütze, bewusst dort aber nicht Mitglied sei, um unabhängig  von jenen Rücksichtnahmen zu bleiben, die die Mitgliedschaft in einem Verein mehr oder weniger beinhaltet. Ebenso wenig liegt ihr die verzwirbelte und alles weich spülende Rhetorik, die, im Namen politisch erforderlicher Kompromisse, unsere Volksvertreter*Innen zwangsläufig kennzeichnet. Meiner Meinung nach muss es ebenso „political correctness“ wie außerparlamentarischen Klartext geben, das eine jeweils als Korrektiv des anderen, wobei Edith, ebenso wie ich, uns letzterem verschrieben haben. – Weil wir gar nicht anders können 😉

Die große Stolperstein-Verlegung im Juli 2016 auf privatem Grund in München hat Edith Grube und mich zusammen geschweißt … Foto: Terry Swartzberg, Vorstand „Stolpersteine für München e.V.“

Leidenschaftlich engagiert, mit fundiertem Sachwissen und dabei mitunter im Ausdruck herzerfrischend baiuwarisch-krachert, so lesen sich im Internet die Posts von Edith Grube, auf die ich vor einiger Zeit aufmerksam wurde, nicht zuletzt, weil Edith weitestgehend die selben politischen Standpunkte und Werte wie ich vertritt, seinerzeit vor allem allem in Bezug auf das Verbot der Verlegung von Stolpersteinen in München und der Sorge wegen des wachsenden Rechtsrucks in unserer Gesellschaft. Allerdings positioniert sich Edith kompromissloser, ist sie doch im Schatten des Holocaust aufgewachsen:

1938 lebten die Grubes in einer Wohnung der jüdischen Gemeinde. Bevor sie von dort vertrieben wurden, erlebten sie vom Wohnzimmerfenster aus noch die Zerstörung der Alten Hauptsynagoge

Ihr Vater Werner und ihr Onkel Ernst Grube waren, als Söhne einer Jüdin, die in die protestantische Familie Grube eingeheiratet hatte, noch am 21. Februar 1945, gemeinsam mit der Mutter, von den Nationalsozialisten nach Theresienstadt deportiert worden. Der späte Zeitpunkt der Deportation rettete ihnen das Leben und war der Charakterstärke des „arischen“ Vaters zu verdanken. Dieser hatte sich stets einer Scheidung von seiner jüdischen Frau widersetzt, trotz massiven Drucks des Regimes. Ernst Grube äußerte gegenüber Edith, dass ihm dadurch von seinem Vater zum zweiten Mal das Leben geschenkt worden sei. Wer kann das schon von  seinem Papa sagen, kommentierte Edith, als sie mir einmal die Geschichte ihrer Familie erzählte. Zivilcourage bewies Großvater Grube auch im alltäglichen Umgang mit nationalsozialistischen Verfügungen. So unternahm er mit seinen Buben Werner und Ernst einen Ausflug in den Tierpark Hellabrunn , obwohl jüdischen Kindern der Zutritt zum Zoo verboten war. Der Vater zog den Kindern einfach einen Mantel über deren Judenstern und ermöglichte ihnen einen Nachmittag voller kindlicher Freude und einem Hauch Normalität. Die Notwendigkeit zu Zivilcourage und politischer Wachsamkeit ergibt sich für Edith entsprechend schon aus der Chronik ihrer Familie …

Ernst Grube während seiner bemerkenswerten Dankesrede zum Georg-Elser-Preis 2017 im NS-Dokumentationszentrum München. Sehr traurig für Edith, dass ihr Vater diesen Augenblick, im Kreis der Familienangehörigen, nicht mehr erleben durfte; Foto: Titelmotiv meines entsprechenden Blogbeitrags

Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass sich die Brüder Grube nach dem Krieg für die Aufklärung über den Holocaust, für  Menschenrechte und Demokratie engagierten. Ediths Vater Werner Grube starb bereits vor einigen Jahren, ihr Onkel Ernst Grube jedoch ist aktuell Vorsitzender der Lagergemeinschaft Dachau sowie Landessprecher der Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes. 2017 wurde er von der Landeshauptstadt München mit dem Georg-Elser-Preis ausgezeichnet. Dabei heißt es unter anderem in der Begründung der Jury:  Nicht die Bequemen verteidigen die Demokratie …

Seltener Freizeit-Spass: Werner Grube beim Tanz mit der Ex-Schwiegertochter, um 1980

…. und oft erweisen sie sich auch im Familienkreis als keine ganz einfachen Zeitgenossen … Der Gedanke, einmal hinter die Kulissen einer solchen Familie blicken zu dürfen, beschäftigte mich schon einige Zeit, und so bat ich Edith um ein Interview darüber, was es für sie bedeutet, „eine Grube“ zu sein. Tochter eines Vaters zudem, dessen Jähzorn ihm den Spitznamen „Louis de Funes“ eingebracht hatte. Edith skizzierte das Familienbild konsequenter Linker. Ediths Mutter Josepha teilte das politische Engagement ihres Mannes. Beide Eltern verbanden sich mit politisch Gleichgesinnten, um gemeinsam dafür kämpfen dass Nazis nicht wieder an die Macht kommen. Mama hat mit vielen Jugoslawinnen zusammen gearbeitet, war Personal-Rätin und in der Gewerkschaft.

Klein-Edith (ganz rechts) als „Heidenkind“ bei einer Prozession; Foto Anfang der 1960er Jahre, Haidhausen

Edith fühlte früh, dass ich nicht gleich war mit den anderen. Ich war die kleinste, nicht getauft, besuchte aber den angegliederten Kindergarten eines katholischen Knabenheims am Johannisplatz, denn beide Eltern mussten arbeiten, Mama als Putzfrau im Deutschen Museum und mein Vater als selbstständiger Malergehilfe, erinnerte sich Edith, die damals mit ihren Eltern im Herzen Haidhausens wohnte. Bereits dort zeigte sich ihr ausgeprägter Eigensinn. Weil ich mich so aufgeführt habe, gelang es Klein-Edith sogar, vom eigentlich obligatorischen Mittagsschlaf entbunden zu werden, was einzigartig in der Geschichte aller Kindergärten dieser Welt sein dürfte … 😉

Wildfang Edith auf dem Spielplatz vor der Kirche St. Johann Baptist in Haidhausen, Anfang der 1960er Jahre

Dass sie sich ständig auf Konfrontationskurs begab, führt Edith auch darauf zurück, dass sie 10 Jahre nach ihrem Bruder Bernhard geboren wurde, dem sie die vielen Freiheiten des Älteren neidete. Aber vor allen dürfte sich die traumatische Vergangenheit des Vaters und der Großeltern auf sie ausgewirkt haben. Schon mit circa sechs, sieben Jahren begleitete sie den Vater zu Mai-Kundgebungen, Demos sowie Gedenkveranstaltungen im KZ-Dachau, ohne damals die Zusammenhänge zu begreifen. Vielmehr blieben ihr solcherart Veranstaltungen als Remmidemmi mit Fahnen in Erinnerung, bei denen wir Kinder fangen gespielt haben.

Die Brüder Ernst (li) und Werner Grube, Holocaust-Überlebende und sehr verschiedene Seiten einer Medaille

Damals lagen hinter den Grube-Brüdern bereits bewegte Jahre der Nachkriegszeit, in die das Schicksal zwei blutjunge traumatisierte Männer entlassen hatte, die dafür brannten, der Welt die Augen zu öffnen, für das Schreckliche, das sie erlebt hatten. Doch die Nachkriegsgesellschaft zeigte kein Interesse, wollte in die Zukunft blicken. Im Haus der Grubes hingegen standen der persönliche Einsatz dafür, dass sich sowas nie wiederholt und die damit verbundene politische Arbeit, immer an erster Stelle. Dabei orientierten sich die Brüder, als Gegenreaktion zum NS-Regime, politisch nach links, obgleich zu der Zeit bereits ein Amerika-Aufenthalt hinter Werner lag, aber da war er ja noch Jude und noch nicht Kommunist, kommentiert im Nachgang die Tochter.

Babyfoto von Edith Grube, die 10 Jahre nach ihrem Bruder Bernhard zur Welt kam

Die Vergangenheit des Vaters nahm in ihrer Kindheit zunächst nur zögerlich Gestalt an. Auf dem Firmenschild der Grubes prangte neben dem Namenszug Malerbetrieb – Werner Grube öfter mal ein hingeschmierter Davidstern … Zu Hause gab es auch einen Kasperl, den hatte Werner Grube von seinem Kindheitsfreund Bernhard Ostertag geschenkt bekommen, mit der Zusicherung: „Wir sehen uns wieder.“ Doch stattdessen fuhr der kleine Bernhard nichts ahnend in den Tod. Dass sein Sohn nach dem Freund aus Kindertagen benannt werden würde, stand für Werner Grube noch vor seiner Eheschließung fest und so kam es dann auch. Für Nachzüglerin Edith hatte der sowohl beruflich wie auch politisch stark eingebundene Vater wenig Zeit. Im Rückblick kann sie sich nicht daran erinnern, jemals auf dem Schoss meines Vaters gesessen zu sein. Eine einzige Kino-Vorstellung besuchte er mit ihr, die daher unvergessen blieb: „Walt Disneys Dschungelbuch“. Vielmehr wurden der kleinen Edith – zwar nicht ganz kindgerecht, aber auch nicht verkehrt – praktische Kenntnisse vermittelt, wie der Umgang mit einer Laubsäge und das Tapezieren. Er lehrte sie aus dem, was Du hast, mit dem geringsten Aufwand das Beste zu machen.

Edith Grube kurz vor dem Teenager-Alter

Auf Grund der DKP-Beziehungen des Vaters ging es ab 1970 für Edith jedes Jahr zur Jungpionier-Erholung in die DDR. Sie berichtete mir in schillernden Farben von einem gemeinschaftlichen Klo auf Donnerbalken, Bungalows mit Stockbetten, – ich immer im obersten -, Pioniertüchern in Rot und in Blau, zu binden mit einem bestimmten Knoten und dem obligatorischen Morgenappell. Die Aufenthalte erstreckten sich immer über zwei bis drei Wochen und machten Edith anfangs großen Spaß. Sie spielte zusammen mit den anderen Kiddies von Parteigenossen. Man war gut beschäftigt, aber irgendwann empfand Edith ihre DDR-Kameraden als zu aufdringlich: Die wollten von mir Jeans und Mickey Mouse und so, und das hat mir die Luft genommen. An ihren letzten Aufenthalt im Ferienlager,1977, erinnert Edith sich noch besonders gut: Da ist der Elvis gestorben. Das war vielleicht ein Geheule im Bungalow! Mädchen und Jungens schliefen in getrennten Bungalows – und ich bin dann nachts immer zu den Jungs rüber …

Edith in jungen Jahren

Über seine Jugend in der NS-Zeit sprach der Vater nie; es gab genug anderes zu tun, zum einen als selbstständiger Handwerker, sowie auf Kundgebungen, gegen den  Vietnam-Krieg, es gab die Spannungen um Israel, die Friedensbewegung der Hippie Flowerzeiten. Die Schatten der Vergangenheit gewahrte die junge Edith weiterhin nur am Rande, wenn bei uns das Firmenschild mit dem wieder einmal mit Schmierereien verunstaltet worden war. Als dann noch auf der Plakatwand gegenüber der Satz „Judas verrecke“ zu lesen war, reichte es Werner Grube. Erwandte sich an die Polizei und stellte sich als „Werner ISRAEL Grube“ vor.– Israel ist doch ein Staat? wunderte sich die kleine Edith. Der Vater klärte auf. Die Polizeit tat – nichts! Mit den Jahren schlichen sich verstärkt Anzeichen eines neu aufkeimenden Rechtsextremismus in das Leben der Grubes ein: Da haben wir im 2. Stock einen von der Wehrsportgruppe Hofmann wohnen gehabt, den hab ich verprügelt, nachdem dieser antisemitische Tiraden zum besten gegeben hatte. Beschwerden bei der Polizei seien weiterhin sinnlos gewesen – Eine Erfahrung, aus der heraus Edith ihre zupackende Art entwickelt hat, frei nach dem Motto: „Hilf Dir selbst zu Deinem Recht, dann wird Dir geholfen!“ Und die ihr in jüngeren Jahren den Spitznamen „Schlägerbobbe“ einbrachte.

Edith in der für sie so typischen kämpferischen Pose, in den späten 1990er Jahren als Bedienung in Haidhausen

Der DKP vermochte Edith mit zunehmendem Alter nicht mehr viel abzugewinnen, so dass sie sich später der Eingliederung in die SDAJ (Soziale Deutsche Arbeiter Jugend) verweigerte, weil man in solchen politischen Zirkeln nur zusammen hockt und diskutiert, und das alles ganz ohne Gaudi. Auf Dauer erschien dem kritisch beobachtendem Teenager das alles zu doktrinär, so dass sie sich häufiger Grundsatz-Debatten mit ihrem Vater lieferte. Warum er denn im Westen lebe, wenn ihm das DDR-System soviel mehr zusagte? Mit der Zeit wurden Edith aber auch die Zusammenhänge klar, die zum politischen Tunnelblick des Vaters geführt hatten: Seine Befreiung aus dem Konzentrationslager, in letzter Minute, durch die Rote Armee. Als umso bedrückender erlebte er den Zusammenbruch des Kommunismus, blieb aber Zeit seines Lebens dieser Ideologie verbunden. Gemeinsam mit seinem Bruder Ernst trat er in späteren Jahren häufig als Zeitzeuge auf und sprach von jenen Erlebnissen, über die er daheim schwieg. Ich habe immer darauf gewartet, dass er mir  freiwillig etwas erzählt, war mit ihm auf diversen Veranstaltungen, habe gesehen, wie sein Mund schmal und sein Gesicht fahl wurde, sich Schweißperlen bildeten … Ich denke, es fällt einem leichter, Fremden gegenüber von schockierenden Erlebnissen und Eindrücken zu sprechen, weil der Rahmen dort kein persönlicher ist.

Edith mit Ehemann Robert am 60. Geburtstag von Gaby dos Santos,, im Haus von Terry Swartzberg, Juni 2018

Es gab jedoch einen Menschen, dem sich Werner Grube vor seinem Tod doch etwas mehr zu öffnen vermochte: Robert, Ediths späterer Ehemann, der mit seiner mentalen Nähe zu ihrem Vater die Weichen für die Nähe auch zu ihr stellte … Viele ihrer politischen und kulturellen Aktivitäten teilt er; allerdings mit Edith bei allem mitzuhalten, würde kein Mensch schaffen. Ich am allerwenigsten, doch hat mir Edith, im Rahmen meiner gesundheitlichen Möglichkeiten, gleich nach unserem Kennenlernen bei den Stolperstein-Aktionen, Zugang zu einer weiteren, für mich bis dahin unbekannten Welt verschafft: Die der unter uns, oft inkognito bzgl. ihrer ethnischen Abstammung, lebenden Minderheit der Sinti und Roma, über die unsere Mehrheitsgesellschaft bis heute kaum Konkretes weiß. Eines Tages „schleppte“ – anders lässt es sich im Nachgang kaum formulieren – mich Edith zu einer Institution namens „Madhouse„. Allein schon der Name verwirrte mich. Ich erfuhr, dass es sich hierbei um das Familienberatungszentrum für Sinti und Roma in München handelte, quasi im Alleingang vom Sinto Alexander Diepold vor 30 Jahren gegründet; eine dringend nötige Maßnahme, denn während die jüdische Minderheit gleich nach dem Krieg Reparationen erhielt, blieben die Lebensumstände der ziganen Ethnien in Deutschland lange prekär.

2.10.2016: Edith Grube, vorne, hat mich mit den Sinti-Schwestern Silvana und Ramona bekannt gemacht, sowie mit (ganz rechts) der Roma-Soziologin und Filmemacherin Iovanca Gaspar, Madhouse-Mitarbeiterin

Und da Edith keine Freundin halber Sachen ist, begann sie tatkräftig, Alexander Diepold bei seinem Anliegen zu unterstützen, einen festen Gedenktag für die in der NS-Zeit aus München deportierten und ermordeten Sinti und Roma zu etablieren. Seit 2018 steht nunmehr der 13. März als fester Termin in der Erinnerungs-Agenda der Landeshauptstadt München fest: Ihre Geschichten sind unsere Erinnerungen … Nach Monaten als Ehrenamtliche arbeitet Edith inzwischen offiziell als Verwaltungsangestellte bei Madhouse und koordiniert zudem die kulturelle Zusammenarbeit von Alexander Diepold, in Fragen der Sinti- und Roma-Kultur, mit der Kulturplattform jourfixe-muenchen, bei der er jetzt Mitglied ist.

Red Carpet und Promis? Kein Thema fur Edith, die gerade Chansonnier Albrecht von Weech (rechts sitzend) („Kann denn Liebe Sünde sein? – Bruno Balz„) über die Lebenssituation der Sinti und Roma aufklärt; Oktober 2017, bei der Benefiz-Vernissage „We Are All The Same“ von jourfixe-Mitglied, Fotokünstler Dirk Schiff

Neben Angelica Fell, geschäftsführender Vorstand der inklusiven Freien Bühne München, empfinde ich Edith als die begnadetste und eloquenteste – manchmal fast zu sehr 😉 – Netzwerkerin überhaupt! Immer wieder erlebe ich, wie Edith die Fäden – respektive Menschen – zu irgendeiner neuen, politisch und oder kulturell wirksamen Task Force zusammen führt. Widerspruch zwecklos! Dabei stattet sie alle von ihr Auserkorenen mit dem jeweils erforderlichen Hintergrundwissen aus. Kein Wunder, sondern folgerichtig, dass ich kurz nach unserem Kennenlernen feststellen durfte, dass sich mein bester Freund und jourfixe-Vorstand Jon Michael Winkler und Edith bereits seit den 1990er Jahren kennen und schätzen, als sie in Jons Stammkneipe als Bedienung arbeitete. Dank Edith haben sich in meinem Leben in letzter Zeit viele Kreise geschlossen … Hinzu kommt ihre große Hilfsbereitschaft: Wann auch immer in den beiden letzten Jahren Not am Mann bzw. an mir Frau herrschte, fand sich Edith ohne Umschweife bereit, ob als Begleitperson nach einer Gastroskopie oder als ehrenamtliche Kassenkraft bei meinem letzten Auftritt im Gasteig.

Kennen und mögen sich schon lange: Jon Michael Winkler und Edith als ehrenamtliche Kassierer, im Sommer  2018 im Gasteig, zur Aufführung des Historicals  „Franzsiska zu Reventlow

Auf Grund ihres angeborenen Selbstverständnisses als Aktivistin, liest Edith ununterbrochen, recherchiert, vergleicht und analysiert Posts und Prints jedweder Art und leitet im Netz weiter, wie viele andere auch, was ihr wissenswert erscheint. Geprägt durch die Biografie ihrer Familie, hat dabei für Edith jedes Thema Priorität, das sich mit Menschenrechten und deren Beschneidung auseinander setzt. Ein für die Tochter eines halbjüdischen Holocaust-Überlebenden und politischen Aktivisten nachvollziehbares Verhalten. So jemand gehört meiner Meinung nach nicht wegen irgendwelcher juristischen Spitzfindigkeiten vor ein Strafgericht gestellt! Obwohl – oder gerade weil – in Bayern und insbesondere in München, mitunter die Uhren etwas anders zu ticken scheinen …

Edith Grube mit Gaby dos Santos 2017 im NS-Dokumentationszentrum in München

Edith Grubes erster Prozess-Termin ist Mittwoch, 17.10.18, 11:30 Uhr, Amtsgericht München, Nymphenburger Str. 16, Raum A124


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Geburtstag auf Wolke 7: Fotostrecke, Kommentare und weiterführende Links zur Künstlerfeier an meinem 60. Geburtstag, 4. Juni 2018, bei Terry Swartzberg in München

Runde Geburtstage verleiten mich regelmäßig zum Kassensturz: Wo genau stehe ich an diesem Stichtag, in Bezug auf meine Pläne, Ziele, Überzeugungen und auf meine Gefühlswelt? Und wer steht an meiner Seite, beziehungsweise mir zur Seite? Nehme ich den aktuellen, sechzigsten Geburtstag zum Maßstab, fällt meine biografische Zwischenbilanz um so vieles besser aus, als mir selbst bislang bewusst war. Von der Zuneigung meiner Gäste fühlte ich mich regelrecht eingelullt, von vielen liebevollen Gesten, Zuwendungen, Worten und künstlerischen Darbietungen. Dass die Gästeliste sich fast ausschließlich aus künstlerischen WegbegleiterInnen und engen KooperationspartnerInnen unterschiedlichstem Datums zusammensetzte, spielte dabei für mich keine Rolle, denn in meinem Leben verlaufen die Grenzen zwischen künstlerischer, beziehungsweise kultureller Arbeitswelt und Privatleben seit Jahrzehnten fließend.

Glücklich – Gaby dos Santos am 60. Geburtstag. Links im Hintergrund Christiane von Nordenskjöld, Kustodin (Ateliermuseum) der Magda-Bittner-Simmet-Stiftung

Die prägnantesten Momentaufnahmen, festgehalten von mehreren Gästen, habe ich in nachstehender Fotostrecke zusammengestellt, kommentierjt und verlinkt, weil diese nicht nur eine schöne Erinnerung für mich – und hoffentlich für meine Gäste – darstellen, sondern auch widerspiegeln, wofür die Kulturplattform jourfixe-muenchen steht. Nachfolgendes Gruppenfoto zeigt zwar nicht alle der geladenen !80 Gästen, aber einen guten Querschnitt:

Kurz vor Beginn der Künstler-Session: HINTEN von links: Manuela Rosenkind (Illustratorin, Autorin „Mia Meilenstein„), Harry Rosenkind (Musik-Promoter, Schlagzeuger der Kultrockband „Sahara“), Elisabeth Sorger (Malerin, Sprecherin der MKG-Münchner Künstlergenossenschaft), Reiner Mauthe, Catherine Houdayer (Modeexpertin), Jörn Pfennig (Lyriker, Bestseller mit „Grundlos zärtlich“), ganz an der Wand Arno Baum (Musik-Booker, Bassist der Progressive-Rockband PROGNOSTIC) und ansatzweise zu sehen Piaistin Masako Ohta; MITTLERE REIHE im Sessel: Ulrike Keil (Musikwissenschaftlerin, Pressechefin von Musikerlebnis/Tonicale, musica femina münchen) mit Ehemann, Michaila Kühnemann (Film- und Radiomacherin RADIO MÜNCHEN, Kabarettistin, Liedermacherin), Peter Lang (Inhaber Artist Studio München, als Musiker Mitbegründer der ungarischen Kultbands Hungaria und Omega), Claudia Cane (Rockröhre), VORNE, neben mir, Christine Weissbarth (Schauspielerin, Moderatorin und Referentin bei der Hanns-Seidel-Stiftung) sowie, halbverdeckt, Cecilia Gagliardi (Sängerin, Gitarristin, Theater im Roßstall/Germering)

Die  Kulturplattform jourfixe-muenchen steht seit fast zwanzig Jahren für kulturelle und künstlerische Vielfalt, mit dem Ziel gegenseitiger Inspiration und der Bildung von Synergien. Diese Vielfalt spiegelte sich in der Geburtstagsfeier wieder: Die Künstler- und Kulturschaffenden des jourfixe sind unterschiedlichster Couleur, doch bilden Know How, Offenheit und Interesse gegenüber anderen Kunstformen, Freude an künstlerischen Synergien und multidisziplinären Projekten einen kittenden, gemeinsamen Nenner. Als Mitglied kann man sich bei uns nicht bewerben; statt dessen spreche ich gezielt Kunst- und Kulturschaffende an, die ich mir als Bereicherung unseres künstlerischen Pools erhoffe, zur Entwicklung gemeinsamer Projekte und gegenseitigen Unterstützung.

Gastgeber Terry Swartzberg, Journalist, PR-Fachmann und Vorsitzender von „Stolpersteine für München e.V.“ stellte mir für meine Geburtstagsfeier sein historisches Häuschen am Nockerberg zur Verfügung und ermöglichte so einen unvergesslichen Abend! Foto: Dirk Schiff (portraitiert.de)

Apropos gegenseitige Unterstützung: Eben mal sein ganzes Haus für die Feier zu meinem 60. Geburtstag zur Verfügung stellen – das macht ihm so schnell keiner nach und entspricht seinem Wesen: Für den Kosmopoliten Terry Swartzberg sind Aufgeschlossenheit, soziales Engagement (u.a. in seinen PR-Kampagnen) und phantasievoll gestaltete Lebensfreude zwei Seiten einer Medaille. Nach rund 25 Jahren als Korrespondent für die International Herald Tribune, gilt sein großes Engagement seit einigen Jahren dem Verein Stolpersteine für München e.V., dem er vorsteht und mit dem er aktuell ein großes Sommerfest vorbereitet, am Mittwoch, 20. Juni 2018, um 20 Uhr, bei freiem Eintritt im Jüdischen Museum München, mehr unter jourfixe-News. Und einmal mehr ist einfach jede/r herzlich willkommen! Ohne Anmeldung und bei freiem Eintritt.

„Gabys gute Geister“ nannte meine Freundin Edith Grube Reiner Mauthe, Marianne Niederkofler, Sigi Blässer und Jon Michael Winkler; Letzterer ist nicht nur mein enger Vertrauter sondern auch Erster Vorsitzender des jourfixe-Vereins. Für mich bedeuten die vier Menschen auf obigem Foto weit mehr als Mainzelmännchen! Mit ihnen ist in Teilen mein Leben verwoben. Fest steht aber auch, dass  ohne deren Hilfe diese Geburtstagsfeier gar nicht zu stemmen gewesen wäre. Der untere Bildteil zeigt einen Ausschnitt des üppigen Büffets: Alle Gäste waren gebeten worden, Speisen und Getränke anstelle von Geschenken mitzubringen. Foto: Stey

 

Geburtstagskind Gaby dos Santos führt Prof. Thomas Pekny, Intendant Komödie im Bayerischen Hof, durch Terry Swartzbergs historisches Domizil am Nockerberg, Foto: Oliver Stey

 

Theaterwelten: Angelica und Lili Fell, Geschäftsführung der inklusiven FBM-Freien Bühne München mit Thomas Pekny, Chef der Komödie im Bayerischen Hof; Foto: Dirk Schiff

 

Kommt Moses nicht zum Berg … Nachdem es im Winter wegen einer Endlosschlange nicht möglich gewesen war, das Rockmuseum im Olyimpiaturm zu erreichen, kam dessen Betreiber, Herbert Hauke eben zu uns. Neben ihm seine Frau Gabi, Tourbegleiterin und Assistentin von Sissi Perlinger; Foto: Schiff

 

Foto links: Die finnische Sängerin Tuija Komi im Gespräch mit musica-femina-Grafikerin Irmgard Voigt; Foto rechts: Claudia Strauch (Strauch Media) im Gespräch mit Behar Heinemann, links und  Petra Windisch de Lates (Vorstand Lebensbrücke e.V. und J.I.M.-Jazzmusiker Initiative München)

 

Foto links: Das Sänger-Ehepaar Maya und Charles Logan; Rechts schneide ich eine der Geburtstagstorten an, die mir Gäste gebacken haben, assistiert von Gabi Hauke, dahinter jourfixe-Gründungsmitglied Angelika Grimm (Sozialpädagogin); Foto: Elisabeth Sorger

 

V.l. Alexander Diepold (Madhouse), hat gerade in München den alljährlichen Gedenktag für die im Holocaust ermordeten Sinti und Roma durchgesetzt, daneben Eva Giesel, Litag Theaterverlag, rechts Uta Horstmann, Bundesverdienskreuzträgerin für ihr lebenslanges Engagement für Sinti & Roma, auf den Stufen Esthera und Artur Silber (Musik-Manager DownTown Studios,PR–Agentur Silberpfeil, Schlagzeuger, u.a. PROGNOSTIC)

 

Unter den Nazis wurden ihre Ethnien unter dem Sammelbegriff „Zigeuner“ verfolgt, doch hier ist Differenzierung angesagt: Von links: Oliver Stey, aus einer Zirkus- und Schausteller-Dynastie, der das größte Privatarchiv dazu führt, die schillernde Behar Heinemann, eine, wie sie es selbst formuliert „stolze Rom“ (Autorin und Kulturmanagerin) sowie der Sinto Alexander Diepold (Madhouse-Chef), dem München seit diesem Jahr einen festen Gedenktag für die verfolgten Sinti & Roma verdankt; Fotos: Dirk Schiff

 

Fotografin Anne Schiff – Mit ihr und ihrer Familie erlebe ich immer wieder kuschelige private Stunden; Rechts Stephanie Bachhuber (Bayer. Staatsoper) Am Vortrag meines Geburtstags feierten wir den 20. Jahrestag unserer Freundschaft! Fotos: Dirk Schiff

 

Geniales Geschenk von Naomi Isaacs (Institute for Charismology): Ein Kaleidoskop – zeitlose Freude! Links von ihr Reiner Mauthe, rechts Sänger Charles B. Logan, an der improvisierten Bar; Rechtes Bild: Ulrich Floßdorf, Traumatherapeuth etc. bei Alexander Diepolds Familienberatungsstelle Madhouse; Foto: Stey

 

Die finnische Sängerin Tuija Komi kam auf Krücken! Und verstand sich mit Gastgeber Terry Swartzberg offensichtlich prima. Für mich ist sie ein veritabler Sonnenschein, kann aber auch „traurig“ und sang später bei der Session à capella ein melancholisches finnisches Gänsehaut-Lied; Fotos: Dirk Schiff

 

Von links: Petra Windisch de Lates (Vorstand Lebensbrücke e.V. und J.I.M.-Jazzmusiker Initiative München), Kriminalautorin Sabine Vöhringer („Die Montez Juwelen„) Michaila Kühnemann, Radio München, Moderatorin, Filmemacherin, Kabarettistin, Musikerin, Foto/Ausschnitte von Oliver Stey

 

Blick von Terry Swarzbergs Terrasse in den Innenhof. Von vorne links: Dr. Ulrich Schäfert, Leiter Kunstpastoral der Erzdiözese,, Grafikerin/Illustratorin Elena Buono, Heidi und Peter Lang, Artist Studio und Kulturjournalistin Heidi Weidner; ganz re. Sängerin Tuija Komi; Foto: Oliver Stey

 

Totale des Innenhofs – Im Vordergrund zu sehen ist Regisseur Rüdiger Nüchtern, ganz hinten wird es Italienisch: An der Wand die Grafikerin und Illustratorin Elena Buono und vor Ihr die Sängerin und Kabarettistin Cecilia Gagliardi, die einer römischen Künstlerdynastie entstammt; Foto: Dirk Schiff

Links neben Musikerin Cecilia Gagliardi (Theater im Roßstall/Germerin) die japanische Pianistin Masako Ohta, bei der ich mich fragte, wie sie aus einem Keyboard in Schoß-Format derart perlende Klänge zu zaubern vermochte. Rechts Sängerin Linda Jo Rizzo, die kürzlich das Hippodrom zum Kochen brachte. Foto-Ausschnitte: Dirk Schiff

Höhepunkt der Feier waren sicherlich die Geburtstagsständchen der MusikerInnen unter den Gästen sowie ein eigens zu meinem Geburtstag getextetes Gedicht SIXTY SEXY GABY des Lyrikers Jörn Pfennig! Große Freude! …

Lyriker Jörn Pfennig, zwei Ausschnitte von Fotos von Dirk Schiff

Vorbemerkung:

Eines Deutschen Dichters Scheitern
ist für ihn und die Welt ein wahrer Graus.
Doch manchmal kann es beide auch erheitern –
probieren wir’s doch einfach mal aus:

Das Gedicht:

Der Deutsche Dichter muss ja nicht denken –
von dieser Pflicht hat sein Volk ihn befreit
um sie dem Deutschen Denker zu schenken
der sich immer schon sehr
aber seither noch mehr
schier unglaublicher Bedeutung erfreut.
(… mehr)

Stimmungsbild während der temperamentvollen Performance von Jazz-Sängerin Jenny Evans; rechts außen Hausherr Terry Swartzberg, neben ihm Jazz-Sänger Thomas de Lates, Foto: Oliver Stey

 

Zwei Momente der Performance von Jazz-Sängerin Jenny Evans: Ein peppiges Lied à capella und aus eigener Feder über die Vorzüge reifer Frauen; Jennys Auftritt berührte mich sehr, denn oft war ich früher in ihrem Jazz-Lokal Jenny’s Place zu Gast gewesen und hätte mir nie träumen lassen, sie einmal als Geburtstagsgast zu begrüßen … Foto-Ausschnitte: Dirk Schiff

 

Csaba Gal, Leiter des Künstlerkreises Kaleidoskop und Cecilia Gagliardi (‚Theater im Roßstall/Germering) singen „Bella Ciao“, das „House Of Rising Sun“ Italiens, Foto: Dirk Schiff

 

Mitwirkende an der Künstlersession: Jazz-Sänger Thomas de Lates und zwei der Musiker der Progressive-Rockband PROGNOSTIC: Keyborder Martin Stellmacher und Sänger Charles B. Logan

 

Vertraute aus wilden Zeiten: Journalistin Daniela Schwan (rechts neben mir). Links zu sehen ist Kabarettistin Karin Engelhard. Dahinter Klaus Onnich, Kurator MVG-Museums – Foto: Dirk Schiff

 

Ein schönes Portrait-Foto von Kulturjournalistin Daniela Schwan; Foto: Dirk Schiff (portraitiert.de)

 

Mit meinem alten Freund aus wilden Datscha-Zeiten, Zarko Mrdjanov, Gitarrist von Massel Tov, meiner Schwägerin Sigi und Heidi Lang vom Artist Studio, Foto: Dirk Schiff

 

Elisabeth Sorger, Malerin und Sprecherin der MKG – Münchner Künstlergenossenschaft, Martin Hubensteiner, Ausstellungsmacher der LV1871, Gaby dos Santos und Christine Weissbarth, Referentin/Moderatorin der Hanns-Seidel-Stiftung, Foto: Dirk Schiff

 

In der Mitte Claudia Weigel, (Parlamentarische Beraterin Hochschul- und Kulturpolitik, Fauenpolitik für die BayernSPD Landtagsfraktion), links Autorin Gunna Wendt, nach deren Biografie über Franziska zu Reventlow wir zur Zeit, gemeinsam mit Musikerin Michaela Dietl, eine Collage zum 100. Todestag produzieren

 

Renate Lettenbauer und Lising Pagenstecher, wie ich Mitglieder von musica femina münchen    und Rockröhre Claudia Cane, die später Janis Joplins „Mercedes Benz“ sang; Foto: Dirk Schiff

 

Meine Freundin Edith Grube, Tochter und Nichte der KZ-Überlebenden Werner und Ernst Grube; Aktivistin (Stolpersteine für München e.V.) und Verwaltungssupervisor bei Madhouse, mit ihrem Mann Robert; Links: Harry Rosenkind (Musikpromoter und Schlagzeuger der Kult-Rockband „Sahara„)

 

Meine Collage über Textdichter Bruno Balz brachte mich mit diesen beiden Herren zusammen: Mein Bühnenpartner Lutz Bembenneck (li) und der „Experte“ für die Talkrunde nach der Aufführung, Albert Knoll, Archivar der KZ-Gedenkstätte Dachau und Vorstand des Forums Homosexualität München,

 

Unsere beiden jourfixe-Fotografen einmal selbst vor der Linse von Oliver Stey: Links: Dirk Schiff/ portraitiert.de und rechts Bernd Sannwald, ein As in abstraktv wirkender Detail-Fotografie

 

Dieses Portrait von Naomi Isaacs fand Dirk Schiff (portraitiert.de) so ansprechend, dass er spontan beschloss, es in seine neue Herbst-Ausstellung „Münchner und Zuagroste“ einzubeziehen. Wie bereits seine erfolgreiche Ausstellung im Vorjahr mit Uschi Glas, „We are all the same“, findet die Vernissage im Hotel Le Méridien statt, diesmal zugunsten von Jutta Speidels HORIZONT e.V.

 

Es ist spät geworden … Christiane von Nordenskjöld, Kustodin (Ateliermuseum) der Magda-Bittner-Simmet-Stiftung im Gespräch mit Jon Michael Winkler;; Foto: Stey

 

Ein glückliches Geburtstagskind sagt: „Danke!“


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„Aus dem Schutzraum der Heimlichkeit“ – Werkschau von Meier/Miserre, Bildhauer und Spion, bis 29. April 2018, im Hotel Le Méridien München

Was für ein Plot, den sich hier das Leben hat einfallen lassen:

Horst Meier, alias Erwin Miserre und seinerzeit DDR-Agent, entdeckt während seiner Mission im Brüssel der NATO, das Brüssel der Kunst. Meier, der schon in der DDR als Kulturjournalist tätig gewesen war, taucht daraufhin, trotz seiner Legende als Elektro-Installateur, tief in die Brüsseler Kunstszene ein. Dabei lernt er einen ihrer wichtigsten Vertreter kennen, den Bildhauer Olivier Strebelle, dessen monumentale Plastiken sich nicht nur in Brüssel finden, sondern  weltweit.

Academie Royale des Beaux Arts in Brüssel

Kurzerhand schreibt sich Meier/Miserre an der Königlichen  Akademie der Künste in Brüssel ein und wird in Folge Schüler und Assistent von Olivier Strebelle. In diese Zeit, Ende der 60er Jahre, “ (…) fiel das künstlerische Erwachen Horst Meiers.

Cover des Buches von Günther Rothe: „Meier/Missere – Aus dem Schutzraum der Heimlichkeit“

Und obwohl er Strebelle so bewunderte, hielt er sich nicht lange mit epigonalen Verbeugungen auf, sondern entwickelte seine ganz eigene und unverwechselbare Formensprache.“ So nachzulesen im Buch/Katalog „Meier/Misserre – Aus dem Schutzraum der Heimlichkeit“, in einem der Vita Horst Meiers gewidmeten Kapitel des Autors Gerald Grundmann. Darin beschreibt Grundmann auch Meiers Skulpturen:

„Deren wesentliches Merkmal sind fließende, organisch wirkende Körper, die sich zwar äußerlich als elegante Einheiten gebärden, aber im Inneren aus präzise gefügten Teilen bestehen, die wie Schlüssel und Schloss ineinanderpassen und keinen Millimeter Spielraum dulden. So hüllen sie Präzision in Ästhetik, Härte in Weichheit, Komplexität in Schlichtheit und stehen sinnbildlich für eine zutiefst menschliche Vielschichtigkeit. (…) 

„Zugriff“ – Skulptur von Horst Meier mit autobiografischem Bezug?

Im Gegensatz zu vielen KünstlerKollegInnen blieb Meier/Miserre viel Zeit, „(…) seine oft komplexen Modelle zu gestalten, weil die Tätigkeit für die HVA nur den kleineren Teil seiner Aufmerksamkeit beanspruchte. Er observierte nicht nächtelang Menschen oder wartete in Autos auf deren Ankunft. Nur einmal pro Woche, jeden Mittwoch ab 22 Uhr, war er für das Hauptquartier über Kurzwelle zu erreichen und erfuhr, wen er treffen und was er wohin bringen sollte. So lebte er im Grunde hauptberuflich als Künstler (…)“ rekapituliert Grundmann Meiers Leben in Brüssel. “ (…) In seinem Herzen hatte die Kunst die erste Stelle erobert, und er war nicht länger nur ihr staunender Besucher, sondern ein aktiver Teil ihrer Welt geworden. (…)“

Horst Meier 1972 als Erwin Miserre im belgischen Ostende; Foto: Buch

1976 jedoch gerät sein Leben, zwischen Brotjob als Agent und künstlerischem Dasein, aus der Balance. Enttarnung droht, und aus Sicherheitsgründen beordert man ihn zurück in die DDR. Da er der Stasi als „verbrannt“ gilt, schickt man ihn mit bereits 51 Jahren und einer auskömmlichen Rente in den Ruhestand. Dieser Umstand erlaubt ihm die nahtlose Fortsetzung seiner künstlerischen Arbeit. Gleichwohl schmerzt ihn die Trennung von Brüssel und vor allem von seinem zwischenzeitlich zum Freund gewordenen Mentor Olivier Strebelle, dem er die Gründe seiner Umsiedelung nicht erläutern darf.

Den Freundeskreis in seiner neuen alten Heimat hält Horst Meier begrenzt. Dazu zählt ab den 1980er Jahren auch der Leipziger Musiker und Maler Günther Rothe, der zudem eine kleine Kunstgießerei betreibt, eine Nebentätigkeit, die die beiden Männer zusammenführt. Seit Meiers Tod 2016 verwaltet Rothe auch den Nachlass des Bildhauers und widmet ihm besagtes Buch „Meier/Missere – Aus dem Schutzraum der Heimlichkeit„, in dem er Werk und Vita des Freundes detailliert in Texten unterschiedlicher Autoren präsentiert sowie anhand von Fotografien des Künstlers und seiner Werke. Im Vorwort zu diesem Buch erinnert Rothe:

Kurator Günther Rothe eröffnet die Ausstellung „Meier/Miserre“ im Hotel Le Méridien München, im Januar 2018

Als ich ihn 1982 in seinem Atelier in Freudenberg bei Berlin zum ersten Mal traf und seine Modelle und Plastiken betrachten und berühren durfte, war ich unmittelbar ergriffen von ihrer außergewöhnlichen visuellen Sprache, ihrer Sinnlichkeit und Ästhetik. Horst Meier und ich haben uns auf Anhieb verstanden und deshalb in den kommenden Jahren – zwar sporadisch, aber immer wieder gern – zusammengearbeitet. Erst seine schwere Erkrankung, die ihn zunehmend von der Welt und ihren Menschen entfernte, hinderte uns daran. Umso mehr war es mir eine Ehre und Verpflichtung als er mir die Verwaltung seines künstlerischen Erbes und die Ausführung der gusstechnischen Arbeit zur Fertigstellung seiner im Modell vorhandenen Plastiken antrug. In diesem Katalog sowie in weiteren Publikationen und Ausstellungen werden sie daher erstmals einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht. (…)

An diesen Vorsatz hat sich Rothe gehalten und das Werk des Freundes aus jenem Dornröschenschlaf geweckt, in dem es sein Schöpfer, selbst noch nach der Wende, bewahrt hatte. Der Publizist Martin Tschechne, der mit einem Beitrag in Rothes Buch vertreten und Namensgeber des Buchtitels ist, hält diesen Umstand für das Werk künstlerisch von Vorteil: „Kein Markt und keine öffentliche Kritik hatten die Gelegenheit, darauf Einfluss zu nehmen, es zu verwässern, zu korrumpieren, es zu zerreden und seine Intensität zu relativieren.

Gaby dos Santos, Kulturplattform jourfixe-muenchen. mit Influencerin und Moderatorin Alexandra Polzin nach der Vernissage im Le Méridien München, 29.1.2018;

Jedoch ein Leben lang, konsequent und mit künstlerischer Hingabe „nur für die Schublade“ zu arbeiten, beinhaltet auch den Verzicht auf jene öffentliche Anerkennung, die für Kunstschaffende doch der eigentliche, unverzichtbare Lohn ihrer Arbeit bedeutet? Jedenfalls zumeist. Persönlich sind mir in meinen über zwei Jahrzehnten vor und auf der Bühne sowie im Kunstbetrieb allgemein, noch nie zuvor KünstlerInnen begegnet, die auf Publikum freiwillig verzichtet hätten. Und selbst würde ich mir auch nicht die fortgesetzte Plünderung meines Innenlebens zu künstlerischen Zwecken zumuten wollen, ohne nach wenigstens einem klitzekleinen Bisschen Applaus zu schielen … Chapeau vor Horst Meiers einmaligem Mangel an künstlerischer Eitelkeit!

Inzwischen jedoch erregen Werk und Vita von Horst Meier – Künstler und Spion“ – Süddeutsche Zeitung – erhebliches mediales Interesse und eine von Günther Rothe kuratierte Ausstellung befindet sich seit 2017 „on tour“, aktuell im Hotel Le Méridien Munich. Dort fügen sich die Skulpturen auf erstaunliche Weise in das Ambiente des Hotels ein, so dass man die Exponate auf ersten Blick gar nicht einer Wanderausstellung zuordnet, sondern sie für Teil der Raumausstattung hält! So zumindest empfand ich es, zumal ich im Vorfeld auch keine Zeit gehabt hatte, mich mit dem Hintergrund dieser Vernissage auseinander zu setzen.

Die Gäste strömen zur Vernissage von „Meier/Miserre“ im Präsentationssaal des Hotel Le Méridien München. Rechts im Bild: Kurator Günther Rothe

Nachdem bereits im Oktober 2017 unser jourfixe-Mitglied Dirk Schiff hier sehr erfolgreich seine Benefiz-Ausstellung We Are All The Same, mit Uschi Glas als Ehrengast, präsentiert hatte, reizte es mich, einmal privat an einem der Kunst-Events dieses Hotels teilzunehmen, in Begleitung des Kunstfotografen und seinerseits jourfixe-Mitglieds Bernd Sannwald, der mir, noch unter dem Eindruck des Erlebten, ein begeistertes Feedback mailte:

PR-Dame Michaela Rosien und Fotograf Bernd Sannwald; Foto Marian Wilhelm

Herr Rothe stellte engagiert und mit leuchtenden Augen  (neben einem Video über die Guss-Herstellung) Meier/Miserres Skulpturen vor, die allerhöchsten Ansprüchen genügen und eine Augenweide sondergleichen sind; aus vielen Einzelstücken zusammen gesetzte Meisterwerke eines Künstlers, der ebenso geheimnisvoll wie genial war (…) schwärmte Sannwald. Und weiter:

Das Publikum folgt der Einführung von Kurator Günther Rothe mit atemloser Spannung: Diese Vernissage eröffnet nicht mit verbalen Elfenbeintürmen aus der Welt der Schönen Künste, sondern mit der Schilderung eines Daseins im noch nie dagewesenen Spannungsfeld zwischen Kunst und Geheimdienst!

„Für mich gestalteten sich dieser Abend, die Begegnung mit Herrn Rothe, dessen Begeisterung, Meier/Miserres Werke und Geschichte, zutiefst erfüllend, umwerfend, voller Staunen und Bewunderung! Kurz: Gigantisch! ! Ein absolutes Muss für Kunstinteressierte!

Einige der noch bis 29.4.2018 im Hotel Le Méridien München ausgestellten Skulpturen von Horst Meier, fotografiert während der detaillierten Führung von Kurator Günther Rothe, Januar 2018

Dabei sind die Skulpturen auf verschiedenste Weise anziehend: Die filigrane Arbeit, die unterschiedlichen Materialien und Oberflächen, die Formen, die mich zum Teil an Arbeiten von Otto Freundlich erinnern –

Millimeterarbeit: Fotograf Bernd Sannwald kommt beim Zusammensetzen einer Skulptur von Horst Meier  ganz schön ins Schwitzen. Kurator Günther Rothe assistiert …

… Und dann durfte ich noch eine Skulptur zusammen setzen. Die Einzelstücke, wie Schmeichler in die Hand nehmen und dann zusammen fügen, was gar nicht so einfach war. Dank von Herzen!

Kurzum und ins Neu-Deutsche übertragen: Bernd Sannwald hat die Kunst von Horst Meier „angefixt“. Inzwischen selbst Besitzer einer „Meier“-Skulptur, steht er zudem weiterhin mit Günther Rothe in Kontakt. Als Fotograf selbst im Reich der visuellen Kunst unterwegs, entdeckte sein Auge an jenem Abend noch wesentlich mehr Details an den Skulpturen als ich es vermochte. Mir vermittelte jedoch Günther Rothes anschließende Führung durch die Ausstellung einiges mehr an Verständnis, nicht nur für die Besonderheiten der Skulpturen, sondern auch für die aufwändigen Techniken des Gießens, die den Werken zugrunde liegen und auf die auch im Buch „Meier/Miserre – Aus dem Schutzraum der Heimlichkeit“ in einem separaten Kapitel eingegangen wird.

Alexandra Polzin, Suzanne Landsfried und Hoteldirektor Frank Beiler, Le Méridien, vor einer goldfarbenen Skulptur von Horst Meier; Foto: Marian Wilhelm

Aber nun möchte nicht ausgerechnet ich diejenige sein, die ein hochspannendes künstlerisches Vermächtnis virtuell doch noch zerredet, sondern Ihnen und Euch, liebe Leserinnen und Leser aus München, einen Besuch der öffentlichen Ausstellung im Foyer und ersten Stock des Hotel Le Méridien Munich, noch bis 29.4.2018 empfehlen, denn, wie Kurator Günther Rothe so wunderbar treffend am Ende seines Vorworts schreibt:

Noch bis 29.4.2018 im Hotel Le Méridien zu besichtigen: Skulptur von Horst Meier

In ihrer Gesamtheit bilden die Plastiken ein unverkennbar zusammengehöriges Oeuvre und zeigen doch, jede für sich, ihre ganz eigenen Qualitäten, die unsere Phantasie beflügeln und ihre Geheimnisse unserer Entdeckung überlassen. Denn …

… die Bedeutung eines Kunstwerks liegt nicht im Willen seines Schöpfers – oder im Sachverstand von Gelehrten -, sondern in der Vorstellungskraft seiner Betrachter.“


Le Méridien steht für über 100 Hotels und Resorts weltweit und bildet schon seit einiger Zeit Schnittstellen zwischen dem Reisen und der Kunst, nicht zuletzt mit dem Projekt „Unlock Art – Kunst entschlüsseln“ in Partnerschaft mit namhaften Kunst- und Kulturstätten weltweit. Hier in München besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem MUCA – Museum of Urban and Contemporary Art.


„Meier/Miserre – Aus dem Schutzraum der Heimlichkeit“ > 2016, im Verlag Michael Imhof erschienen, ISBN-10: 3731904179 – ISBN-13: 978-3731904175


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Nie zu spät für ein Liebesgedicht … Zum heutigen Post von Lyrikerin und Malerin Tania Rupel Tera

Bild von Tania Rupel Tera, gepostet auf ihrer Facebookseite, Februrar 2018

Die Sonne brennt, und brennt, und brennt
Als ob es nie anders war
Als ob es nie anders wird
Als ob kein Ende existiert

Der Schnee fällt, und fällt, und fällt
Als ob es nie anders war
Als ob es nie anders wird
Als ob kein Ende existiert

Worauf warten wir noch
Wann lieben wir uns
Als ob es nie anders war
Als ob es nie anders wird
Als ob kein Ende existiert

„Der Schrei der Tropfen“ von Tania Rupel Tera: Lyrik und Bilder –  ISBN/EAN: 9783939321729

Jede Woche postet die Lyrikerin und Malerin Tania Rupel Tera auf ihrer Facebook-Seite eines ihrer Bilder, die sie bevorzugt in Acryl, Öl und Pastell malt. Inzwischen erkenne ich ihre Werke auf ersten Blick, anhand ihrer kraftvollen Farben – nicht unbedingt knallig bunt, aber Aufmerksamkeit fordernd, die Linien mit einer Bestimmtheit gesetzt, der ich mich nicht entziehen kann! Ebenso wenig, wie dem Wortlaut ihrer Gedichte, deren Klarheit mich von der ersten Zeile an fesselt, bis sie mich schließlich, stets ein wenig atemlos entlassen, nach einer Kaskade an Gedanken und Bildern, innerhalb nur weniger Verse; oft begleitet von einem lakonischen Unterton, der in unerwartete  Schlusspointen mündet.

Tania Rupel Tera, Gasteig, Münchner Bücherschau 2017

Das erste Mal getroffen habe ich Tania Rupel Tera im Künstlerkreis Kaleidoskop. Eine schöne Bulgarin, die im gemischten Programm dieses Abends mit einigen Gedichten vertreten war. Ehrlich gesagt erwartete ich nicht viel von diesem Auftritt. Zum einen zeichnet sich der Künstlerkreis bewusst dadurch aus, dass die Qualität der Darbietungen sehr unterschiedlich ausfällt und damit einen wünschenswert paritätischen Querschnitt durch die Welt der Münchner Kleinkunst darstellt. Zum anderen wählen viel zu viele angehende LiteratInnen ausgerechnet Dichtung als Einstieg in das Schreiben. (So übrigens auch ich, 😦  vor vielen Jahren) Die Möglichkeit textlicher Kürze erscheint verlockend. Dabei wird übersehen, dass es dafür auf jedes einzelne Worte in besonderem Maße ankommt, von der Schwierigkeit des Textvortrags bei Lesungen ganz zu schweigen. Doch bereits ab dem Moment, an dem sich Tania Rupel Tera auf eine Bühne begibt, weicht alle Zierlichkeit von ihr, sie baut sich mit der Wucht ihrer Worte regelrecht vor dem Publikum auf.

Dabei ist Deutsch nicht einmal ihre Muttersprache. Geboren und aufgewachsen ist Tera in Bulgarien, als Tochter eines in ihrer Heimat bedeutenden Literaten. Nach einem Studium der Literatur und Journalistik an der Universität „Kliment Ochridski“ in Sofia, siedelte sie 2005 nach München über. Seit 2013 ist sie Mitglied im Freien Deutschen Autorenverband Bayern (FDA) und in der Autoren Galerie 1, seit 2017 Mitglied der Kulturplattform jourfixe-muenchen.

Tania Rupel Tera, 2017 fotografiert von jourfixe-Mitglied Dirk Schiff  für die Benefiz-Fotoausstellung „We Are All The Same“. Der gleichnamige Fotoband ist, wie Teras Lyrik, im SALON LiteraturVERLAG von jourfixe-Mitglied Franz Westner erschienen

Über sich selbst äußert sie auf der Homepage des SALON LiteraturVERLAGs von jourfixe-Mitglied Franz Westner:

Tania Rupel Tera mit Verleger Franz Westner, SalonLiteratur Verlag, am Stand auf der Leipziger Buchmesse

Gegenstand meiner Arbeit ist der Mensch, sein Wesen, sein bewegtes Inneres, seine Seele mit all ihren Facetten. Am meisten interessiert mich, welche Gefühle, Sehnsüchte, Ängste und Wunden sich tief in ihm verbergen. So entstehen Momentaufnahmen – manchmal zart und poetisch in Metaphern und Allegorien, manchmal expressionistisch und mit der Wucht aufbrechender Worte und Farben.“

(Tania Rupel Tera)

Heute Vormittag fügte Tania Rupel Tera ihrem wöchentlichen Bild-Post obiges Gedicht bei, in Form eines verspäteten Sankt-Valentin-Grußes, denn, so die Künstlerin, „es ist nie zu spät für ein Liebesgedicht.“ Für die Liebe wohl auch nicht. Trifft sie einen nicht sowieso unausweichlich, um unendlich zu brennen und sei es nur, um danach zu Nichts zu verglühen?  Heute morgen hatte ich wieder lyrische NachDenkZeit …

Von Tania Rupel Tera dort erschienen:

Der Schrei der Tropfen, Lyrik, Gemälde

„Blick ins Buch“ als Flipbook


Zu Tania Rupel Teras Facebook-Seite


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„We Are All The Same“ – Blick hinter die Kulissen eines ungewöhnlichen Projekts von Fotokünstler Dirk Schiff

„We All The Same“ ist ein Titel mit einer eindeutigen, fast banalen Aussage, der aber schon beim zweiten Hinsehen aneckt! Wir sind doch nicht alle gleich?

V.li.: Serena/ehrenamtliche Flüchtlingshelferin, Sahra Wagenknecht/Politikerin DIE LINKE, Anuj Sharma/Designer, Darlington/Flüchtling

Im Gegenteil, es lebe der Individualismus, beseelt wie wir gerade hierzulande vom Zeitgeist der Ichbezogenheit sind. Und tatsächlich zeichnet ja auch jeden von uns etwas einzigartiges aus. Um das hervorzuheben, hat Dirk Schiff alle seine Modelle vor ein und dem selben dunkeln Hintergrund abgelichtet. Dieses puristische Konzept ist zwar nicht überall gleichermaßen auf Begeisterung gestoßen, die Konsequenz des Fotokünstlers in diesem Punkt hat sich jedoch gelohnt: Entstanden sind eindrucksvolle Momentaufnahmen von Menschen unterschiedlichster Couleur, ob nun Promi oder Flüchtling, Kind oder älterer Mensch, ob aus Europa, Asien, Afrika oder den USA.

Mir persönlich entlockt diese Vielfalt an Einzigartigem großen Respekt vor jedem einzelnen der Modelle, die zudem vor dem Grundgesetz ja alle gleich sein sollten. Betonung auf „sollten“.

Der Fotoband WE ARE ALL THE SAME von Dirk Schiffportraitiert.de,  € 22,50 im SHOP SALON Literatur VERLAG von Franz Westner, Hardcover, 102 Seiten, ISBN-13 : 978-3-939321-79-8 Mit Zitaten u. Portraits ganz unterschiedlicher Prominenter, Flüchtlinge und Menschen von nebenan

Uschi Glas schreibt dazu im Vorwort zum begleitenden Fotobuch: „Es geht nicht darum, dass wir alle gleich sind, sondern dass wir alle Menschen sind. Und dass es alle verdienen, gleich behandelt zu werden; vor dem Gesetz, bei der Wohnungssuche, bei der Bewerbung um einen Arbeitsplatz – und nicht zuletzt in der Schule.
Besonders wichtig ist mir Chancengerechtigkeit. Das ist das, was ich unter Gleichheit verstehe: Schon Kinder sollen unabhängig von ihrer sozialen oder ethnischen Herkunft die gleichen Möglichkeiten haben.“

Fotograf Dirk Schiff mit Uschi Glas und Make-up-Artist Coriful

Entsprechend tatkräftig hat sie Dirk Schiffs Projekt unterstützt, der einen Teil des Erlöses an ihren Verein „brotZeit e.V.“ spenden wird, den anderen an die „Flüchtlingshilfe München e.V.“  Unter anderem vermittelte die Schauspielerin Dirk über „brotZeit e.V.“ den Kontakt zu Kindern aus unterschiedlichsten Ländern, mit denen dem Fotograf einige der intensivsten Aufnahmen seiner Serie gelang.

Nicht um Brotzeit sondern um Haute Cusine drehte sich hingegen das Shooting in Johann Lafers Table d’Or, zu dem der bekannte TV-Koch Dirk in vollem Ornat empfing …

Dirk Schiff mit Sternekoch Johann Lafers, in dessen Gourmet-Tempel „Table d’or“

Auf das sicherlich ungewöhnlichste Fotoshooting begleitete ich Dirk Schiff selbst: Es führte uns in die Berge Südtirols, wo der legendäre Bergsteiger Reinhold Messner eines seiner Bergmuseen betreibt. Erwartet hatten wir eine Hochburg voller Messner-Devotionalien; statt dessen empfing uns zwar tatsächlich eine Burg auf felsigem Terrain (Verbotschild für Highheels inklusive!), allerdings ausgestaltet zu einem märchenhaft anmutendem Panoptikum, voller Erinnerungen an Messners Touren über die Bergmassive dieser Welt:

Foto-Audienz bei einem ganz Großen: In Reinhold Messners Bergmuseum, Bozen, Juni 2017, Foto Dirk Schiff

Eine Grotte mit Souveniers aus den Anden, in Lichtspiele getaucht, ein Turmzimmer mit sakralen Gegenständen aus dem Himalaya, beseelt mittels einer Klang-Installation. An den ungewöhnlichsten Stellen, auf Glastüren, am Gemäuer, in Steinboden eingelassen, verteilten sich philosophische Zitate von „A“ wie Aristoteles, bis „Y“ wie Neil Young. Eine schmaler Steg führte zum Rundgang über die Burgmauern und bot einen umwerfenden Blick über Bozen. Die ausrangierten Sessel einer Schwebebahn luden zur Pause ein und Buddhas bevölkerten das Gelände ebenso, wie historische Elemente aus dem Mittelalter und moderne Skulpturen.

Selfies kann Dirk auch besser als ich; hier vor einem monumentalen Berggemälde mit Messner in dessen Museum bei Bozen, Juni 2017

Reinhold Messner selbst erwies sich als beinahe scheu, ganz das Gegenteil des Bildes, das er bei öffentlichen Auftritten vermittelt. Mich schüchtert soviel Zurückhaltung ja ein, nicht so Dirk, dem es – ich weiß nicht wie – gelang, in kürzester Zeit diesen Mann fotografisch genau als den Menschen einzufangen, der sein Leben zu großem inneren Reichtum verdichtet und für die Nachwelt zusammengetragen hat. 

Albrecht von Weech

Überhaupt bot sich Dirk Schiff, im Rahmen seiner Fotoshootings, ein Programm absoluter Kontraste. Dennoch ist es ihm gelungen, auch bei den extravagantesten Modellen, zum Kern ihrer Persönlichkeit durchzudringen, wie zum Beispiel bei Albrecht von Weech, Conférencier, Chansonnier und aktuell jourfixe-Künstler im Historical Kann denn Liebe Sünde sein? – Bruno Balz

„Mich hat beeindruckt, welche Geschichte hinter den Gesichtern von Menschen steckt, …“   so Dirk Schiff. Er berichtet weiter: „Für das Projekt wurden Flüchtlinge, Prominente und Personen wie Sie und ich fotografiert.“ In der Tat finden sich in der Ausstellung Publizisten wie Walter Kohl neben ehrenamtlichen Flüchtlingshelferinnen wie Serena (s. Foto ganz oben), Weltstars wie Mario Adorf neben Schwabinger Ikonen, wie die ehemalige Prominentenwirtin des Alten Simpls, Toni Netzle, der Posterkönig Wolfgang Roucka oder der Stadtschreiber von Minga, W. A. Riegerhof (Hallo, KIR München), bekannte TV-Gesichter, wie Telenovela-Star Louisa von Spies oder Florian Stadler, „Influencer“, wie Jeanette Graf und Journalisten, wie Robert Pölzer, BUNTE-Chefredakteur .

W. A. Riegerhof, Stadtschreiber von Minga (u.a. Hallo, KIR München)

Für mich persönlich jedoch bewirkte  „We Are All The Same“, dass ich dank des Shootings nicht nur ein wunderschönes Foto von mir bekommen habe, das ich seitdem als Profil-Foto auf allen Social-Medias nutze, sondern auch, dass ich Dirk und seine bezaubernde Familie während dieser Zusammenarbeit kennen und schätzen gelernt habe, eine sicher nachhaltige Verbindung, auch über dieses Projekt hinaus …

Dirk und ich diskutieren Einstellungen beim Fotoshootings zu „We Are All The Same“, März 2017, Foto: Anne Schiff

Ausgestellt werden die Bilder im Hotel Le Méridien Munich. Le Méridien steht für über 100 Hotels und Resorts weltweit und bildet schon seit einiger Zeit Schnittstellen zwischen dem Reisen und der Kunst, nicht zuletzt mit dem Projekt „Unlock Art – Kunst entschlüsseln“ in Partnerschaft mit namhaften Kunst- und Kulturstätten weltweit. Hier in München besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem MUCA – Museum of Urban and Contemporary Art.

Die Vernissage findet „mit großem Bahnhof“ am Mittwoch, den 4. Oktober 2017 statt, als Resonanz auf die vielen bekannten Persönlichkeiten, die es Dirk Schiff gelungen ist, für dieses Projekt ins Boot zu holen, wohl wissend, dass klingende Namen für verstärktes öffentliches Interesse sorgen und dabei die Aufmerksamkeit auf sein Kernanliegen bündeln würden:

Modou, Flüchtling aus Senegal

Eine Lanze für all die Menschen zu brechen, die unserer Hife bedürfen, durch Empathie, Respekt und vor allem auch ganz konkret durch Spenden! Entsprechend werden zur Vernissage auch VertreterInnen weiterer Hilfsorganisationen erwartet: Allen voran Jutta Speidel, die sich für Dirks Projekt als Modell zur Verfügung gestellt hat und selbst, mit ihrem Verein „Horizont e.V.“, alleinerziehenden Müttern in prekärer Lage beisteht. Desweiteren Petra Windisch de Lates, Gründerin und Leiterin, seit nunmehr fast !28 Jahren, der Deutschen Lebensbrücke e.V.

Angesagt zur Vernissage hat sich auch ein neues jourfixe-Mitglied, das sich mit dem Anliegen dieser Benefiz-Veranstaltung ganz besonders identifizieren dürfte: Der syrische Schriftsteller Foud Yazij. In seiner Heimat zählte er zu den bekanntesten Autoren, bis er sich zu einem der Wortführer des Arabischen Frühlings in Homs aufschwang und fliehen musste. Danke eines Stipendiums des PEN-Clubs Deutschland lebt er aktuell in München, wo er an einem neuen Buch arbeitet, in dem er seine Sicht auf die politischen Ereignisse der letzten Jahre in Syrien, in Romanform, darstellen wird.

„(…) Straßenlaternen flüstern leise – Auf vertraute Art und Weise – Unsere Geschichten, denn in jedem Stück Asphalt von dir – Steckt was von mir (…)“ 

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So lautet eine Zeile aus dem Song der jungen Liedermacherin Julia Kautz, die als musikalisches Highlight bei der Vernissage auftritt:  Auch sie ist eine „Zugereiste“, die mit dieser Liebeserklärung an ihre Wahl-Heimatstadt München derzeit im aktuellen Werbespot der Stadtwerke München zu hören ist, der auf Hochrotation im Kino, TV, Internet und Radio läuft. Mit ihrem Lied schließt sich an diesem Abend thematisch ein Kreis, denn so unterschiedlich wir wirken und handeln mögen, in unseren Bedürfnissen und Sehnsüchten sind wir uns alle gleich …


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