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Geburtstag auf Wolke 7: Fotostrecke, Kommentare und weiterführende Links zur Künstlerfeier an meinem 60. Geburtstag, 4. Juni 2018, bei Terry Swartzberg in München

Runde Geburtstage verleiten mich regelmäßig zum Kassensturz: Wo genau stehe ich an diesem Stichtag, in Bezug auf meine Pläne, Ziele, Überzeugungen und auf meine Gefühlswelt? Und wer steht an meiner Seite, beziehungsweise mir zur Seite? Nehme ich den aktuellen, sechzigsten Geburtstag zum Maßstab, fällt meine biografische Zwischenbilanz um so vieles besser aus, als mir selbst bislang bewusst war. Von der Zuneigung meiner Gäste fühlte ich mich regelrecht eingelullt, von vielen liebevollen Gesten, Zuwendungen, Worten und künstlerischen Darbietungen. Dass die Gästeliste sich fast ausschließlich aus künstlerischen WegbegleiterInnen und engen KooperationspartnerInnen unterschiedlichstem Datums zusammensetzte, spielte dabei für mich keine Rolle, denn in meinem Leben verlaufen die Grenzen zwischen künstlerischer, beziehungsweise kultureller Arbeitswelt und Privatleben seit Jahrzehnten fließend.

Glücklich – Gaby dos Santos am 60. Geburtstag. Links im Hintergrund Christiane von Nordenskjöld, Kustodin (Ateliermuseum) der Magda-Bittner-Simmet-Stiftung

Die prägnantesten Momentaufnahmen, festgehalten von mehreren Gästen, habe ich in nachstehender Fotostrecke zusammengestellt, kommentierjt und verlinkt, weil diese nicht nur eine schöne Erinnerung für mich – und hoffentlich für meine Gäste – darstellen, sondern auch widerspiegeln, wofür die Kulturplattform jourfixe-muenchen steht. Nachfolgendes Gruppenfoto zeigt zwar nicht alle der geladenen !80 Gästen, aber einen guten Querschnitt:

Kurz vor Beginn der Künstler-Session: HINTEN von links: Manuela Rosenkind (Illustratorin, Autorin „Mia Meilenstein„), Harry Rosenkind (Musik-Promoter, Schlagzeuger der Kultrockband „Sahara“), Elisabeth Sorger (Malerin, Sprecherin der MKG-Münchner Künstlergenossenschaft), Reiner Mauthe, Catherine Houdayer (Modeexpertin), Jörn Pfennig (Lyriker, Bestseller mit „Grundlos zärtlich“), ganz an der Wand Arno Baum (Musik-Booker, Bassist der Progressive-Rockband PROGNOSTIC) und ansatzweise zu sehen Piaistin Masako Ohta; MITTLERE REIHE im Sessel: Ulrike Keil (Musikwissenschaftlerin, Pressechefin von Musikerlebnis/Tonicale, musica femina münchen) mit Ehemann, Michaila Kühnemann (Film- und Radiomacherin RADIO MÜNCHEN, Kabarettistin, Liedermacherin), Peter Lang (Inhaber Artist Studio München, als Musiker Mitbegründer der ungarischen Kultbands Hungaria und Omega), Claudia Cane (Rockröhre), VORNE, neben mir, Christine Weissbarth (Schauspielerin, Moderatorin und Referentin bei der Hanns-Seidel-Stiftung) sowie, halbverdeckt, Cecilia Gagliardi (Sängerin, Gitarristin, Theater im Roßstall/Germering)

Die  Kulturplattform jourfixe-muenchen steht seit fast zwanzig Jahren für kulturelle und künstlerische Vielfalt, mit dem Ziel gegenseitiger Inspiration und der Bildung von Synergien. Diese Vielfalt spiegelte sich in der Geburtstagsfeier wieder: Die Künstler- und Kulturschaffenden des jourfixe sind unterschiedlichster Couleur, doch bilden Know How, Offenheit und Interesse gegenüber anderen Kunstformen, Freude an künstlerischen Synergien und multidisziplinären Projekten einen kittenden, gemeinsamen Nenner. Als Mitglied kann man sich bei uns nicht bewerben; statt dessen spreche ich gezielt Kunst- und Kulturschaffende an, die ich mir als Bereicherung unseres künstlerischen Pools erhoffe, zur Entwicklung gemeinsamer Projekte und gegenseitigen Unterstützung.

Gastgeber Terry Swartzberg, Journalist, PR-Fachmann und Vorsitzender von „Stolpersteine für München e.V.“ stellte mir für meine Geburtstagsfeier sein historisches Häuschen am Nockerberg zur Verfügung und ermöglichte so einen unvergesslichen Abend! Foto: Dirk Schiff (portraitiert.de)

Apropos gegenseitige Unterstützung: Eben mal sein ganzes Haus für die Feier zu meinem 60. Geburtstag zur Verfügung stellen – das macht ihm so schnell keiner nach und entspricht seinem Wesen: Für den Kosmopoliten Terry Swartzberg sind Aufgeschlossenheit, soziales Engagement (u.a. in seinen PR-Kampagnen) und phantasievoll gestaltete Lebensfreude zwei Seiten einer Medaille. Nach rund 25 Jahren als Korrespondent für die International Herald Tribune, gilt sein großes Engagement seit einigen Jahren dem Verein Stolpersteine für München e.V., dem er vorsteht und mit dem er aktuell ein großes Sommerfest vorbereitet, am Mittwoch, 20. Juni 2018, um 20 Uhr, bei freiem Eintritt im Jüdischen Museum München, mehr unter jourfixe-News. Und einmal mehr ist einfach jede/r herzlich willkommen! Ohne Anmeldung und bei freiem Eintritt.

„Gabys gute Geister“ nannte meine Freundin Edith Grube Reiner Mauthe, Marianne Niederkofler, Sigi Blässer und Jon Michael Winkler; Letzterer ist nicht nur mein enger Vertrauter sondern auch Erster Vorsitzender des jourfixe-Vereins. Für mich bedeuten die vier Menschen auf obigem Foto weit mehr als Mainzelmännchen! Mit ihnen ist in Teilen mein Leben verwoben. Fest steht aber auch, dass  ohne deren Hilfe diese Geburtstagsfeier gar nicht zu stemmen gewesen wäre. Der untere Bildteil zeigt einen Ausschnitt des üppigen Büffets: Alle Gäste waren gebeten worden, Speisen und Getränke anstelle von Geschenken mitzubringen. Foto: Stey

 

Geburtstagskind Gaby dos Santos führt Prof. Thomas Pekny, Intendant Komödie im Bayerischen Hof, durch Terry Swartzbergs historisches Domizil am Nockerberg, Foto: Oliver Stey

 

Theaterwelten: Angelica und Lili Fell, Geschäftsführung der inklusiven FBM-Freien Bühne München mit Thomas Pekny, Chef der Komödie im Bayerischen Hof; Foto: Dirk Schiff

 

Kommt Moses nicht zum Berg … Nachdem es im Winter wegen einer Endlosschlange nicht möglich gewesen war, das Rockmuseum im Olyimpiaturm zu erreichen, kam dessen Betreiber, Herbert Hauke eben zu uns. Neben ihm seine Frau Gabi, Tourbegleiterin und Assistentin von Sissi Perlinger; Foto: Schiff

 

Foto links: Die finnische Sängerin Tuija Komi im Gespräch mit musica-femina-Grafikerin Irmgard Voigt; Foto rechts: Claudia Strauch (Strauch Media) im Gespräch mit Behar Heinemann, links und  Petra Windisch de Lates (Vorstand Lebensbrücke e.V. und J.I.M.-Jazzmusiker Initiative München)

 

Foto links: Das Sänger-Ehepaar Maya und Charles Logan; Rechts schneide ich eine der Geburtstagstorten an, die mir Gäste gebacken haben, assistiert von Gabi Hauke, dahinter jourfixe-Gründungsmitglied Angelika Grimm (Sozialpädagogin); Foto: Elisabeth Sorger

 

V.l. Alexander Diepold (Madhouse), hat gerade in München den alljährlichen Gedenktag für die im Holocaust ermordeten Sinti und Roma durchgesetzt, daneben Eva Giesel, Litag Theaterverlag, rechts Uta Horstmann, Bundesverdienskreuzträgerin für ihr lebenslanges Engagement für Sinti & Roma, auf den Stufen Esthera und Artur Silber (Musik-Manager DownTown Studios,PR–Agentur Silberpfeil, Schlagzeuger, u.a. PROGNOSTIC)

 

Unter den Nazis wurden ihre Ethnien unter dem Sammelbegriff „Zigeuner“ verfolgt, doch hier ist Differenzierung angesagt: Von links: Oliver Stey, aus einer Zirkus- und Schausteller-Dynastie, der das größte Privatarchiv dazu führt, die schillernde Behar Heinemann, eine, wie sie es selbst formuliert „stolze Rom“ (Autorin und Kulturmanagerin) sowie der Sinto Alexander Diepold (Madhouse-Chef), dem München seit diesem Jahr einen festen Gedenktag für die verfolgten Sinti & Roma verdankt; Fotos: Dirk Schiff

 

Fotografin Anne Schiff – Mit ihr und ihrer Familie erlebe ich immer wieder kuschelige private Stunden; Rechts Stephanie Bachhuber (Bayer. Staatsoper) Am Vortrag meines Geburtstags feierten wir den 20. Jahrestag unserer Freundschaft! Fotos: Dirk Schiff

 

Geniales Geschenk von Naomi Isaacs (Institute for Charismology): Ein Kaleidoskop – zeitlose Freude! Links von ihr Reiner Mauthe, rechts Sänger Charles B. Logan, an der improvisierten Bar; Rechtes Bild: Ulrich Floßdorf, Traumatherapeuth etc. bei Alexander Diepolds Familienberatungsstelle Madhouse; Foto: Stey

 

Die finnische Sängerin Tuija Komi kam auf Krücken! Und verstand sich mit Gastgeber Terry Swartzberg offensichtlich prima. Für mich ist sie ein veritabler Sonnenschein, kann aber auch „traurig“ und sang später bei der Session à capella ein melancholisches finnisches Gänsehaut-Lied; Fotos: Dirk Schiff

 

Von links: Petra Windisch de Lates (Vorstand Lebensbrücke e.V. und J.I.M.-Jazzmusiker Initiative München), Kriminalautorin Sabine Vöhringer („Die Montez Juwelen„) Michaila Kühnemann, Radio München, Moderatorin, Filmemacherin, Kabarettistin, Musikerin, Foto/Ausschnitte von Oliver Stey

 

Blick von Terry Swarzbergs Terrasse in den Innenhof. Von vorne links: Dr. Ulrich Schäfert, Leiter Kunstpastoral der Erzdiözese,, Grafikerin/Illustratorin Elena Buono, Heidi und Peter Lang, Artist Studio und Kulturjournalistin Heidi Weidner; ganz re. Sängerin Tuija Komi; Foto: Oliver Stey

 

Totale des Innenhofs – Im Vordergrund zu sehen ist Regisseur Rüdiger Nüchtern, ganz hinten wird es Italienisch: An der Wand die Grafikerin und Illustratorin Elena Buono und vor Ihr die Sängerin und Kabarettistin Cecilia Gagliardi, die einer römischen Künstlerdynastie entstammt; Foto: Dirk Schiff

Links neben Musikerin Cecilia Gagliardi (Theater im Roßstall/Germerin) die japanische Pianistin Masako Ohta, bei der ich mich fragte, wie sie aus einem Keyboard in Schoß-Format derart perlende Klänge zu zaubern vermochte. Rechts Sängerin Linda Jo Rizzo, die kürzlich das Hippodrom zum Kochen brachte. Foto-Ausschnitte: Dirk Schiff

Höhepunkt der Feier waren sicherlich die Geburtstagsständchen der MusikerInnen unter den Gästen sowie ein eigens zu meinem Geburtstag getextetes Gedicht SIXTY SEXY GABY des Lyrikers Jörn Pfennig! Große Freude! …

Lyriker Jörn Pfennig, zwei Ausschnitte von Fotos von Dirk Schiff

Vorbemerkung:

Eines Deutschen Dichters Scheitern
ist für ihn und die Welt ein wahrer Graus.
Doch manchmal kann es beide auch erheitern –
probieren wir’s doch einfach mal aus:

Das Gedicht:

Der Deutsche Dichter muss ja nicht denken –
von dieser Pflicht hat sein Volk ihn befreit
um sie dem Deutschen Denker zu schenken
der sich immer schon sehr
aber seither noch mehr
schier unglaublicher Bedeutung erfreut.
(… mehr)

Stimmungsbild während der temperamentvollen Performance von Jazz-Sängerin Jenny Evans; rechts außen Hausherr Terry Swartzberg, neben ihm Jazz-Sänger Thomas de Lates, Foto: Oliver Stey

 

Zwei Momente der Performance von Jazz-Sängerin Jenny Evans: Ein peppiges Lied à capella und aus eigener Feder über die Vorzüge reifer Frauen; Jennys Auftritt berührte mich sehr, denn oft war ich früher in ihrem Jazz-Lokal Jenny’s Place zu Gast gewesen und hätte mir nie träumen lassen, sie einmal als Geburtstagsgast zu begrüßen … Foto-Ausschnitte: Dirk Schiff

 

Csaba Gal, Leiter des Künstlerkreises Kaleidoskop und Cecilia Gagliardi (‚Theater im Roßstall/Germering) singen „Bella Ciao“, das „House Of Rising Sun“ Italiens, Foto: Dirk Schiff

 

Mitwirkende an der Künstlersession: Jazz-Sänger Thomas de Lates und zwei der Musiker der Progressive-Rockband PROGNOSTIC: Keyborder Martin Stellmacher und Sänger Charles B. Logan

 

Vertraute aus wilden Zeiten: Journalistin Daniela Schwan (rechts neben mir). Links zu sehen ist Kabarettistin Karin Engelhard. Dahinter Klaus Onnich, Kurator MVG-Museums – Foto: Dirk Schiff

 

Ein schönes Portrait-Foto von Kulturjournalistin Daniela Schwan; Foto: Dirk Schiff (portraitiert.de)

 

Mit meinem alten Freund aus wilden Datscha-Zeiten, Zarko Mrdjanov, Gitarrist von Massel Tov, meiner Schwägerin Sigi und Heidi Lang vom Artist Studio, Foto: Dirk Schiff

 

Elisabeth Sorger, Malerin und Sprecherin der MKG – Münchner Künstlergenossenschaft, Martin Hubensteiner, Ausstellungsmacher der LV1871, Gaby dos Santos und Christine Weissbarth, Referentin/Moderatorin der Hanns-Seidel-Stiftung, Foto: Dirk Schiff

 

In der Mitte Claudia Weigel, (Parlamentarische Beraterin Hochschul- und Kulturpolitik, Fauenpolitik für die BayernSPD Landtagsfraktion), links Autorin Gunna Wendt, nach deren Biografie über Franziska zu Reventlow wir zur Zeit, gemeinsam mit Musikerin Michaela Dietl, eine Collage zum 100. Todestag produzieren

 

Renate Lettenbauer und Lising Pagenstecher, wie ich Mitglieder von musica femina münchen    und Rockröhre Claudia Cane, die später Janis Joplins „Mercedes Benz“ sang; Foto: Dirk Schiff

 

Meine Freundin Edith Grube, Tochter und Nichte der KZ-Überlebenden Werner und Ernst Grube; Aktivistin (Stolpersteine für München e.V.) und Verwaltungssupervisor bei Madhouse, mit ihrem Mann Robert; Links: Harry Rosenkind (Musikpromoter und Schlagzeuger der Kult-Rockband „Sahara„)

 

Meine Collage über Textdichter Bruno Balz brachte mich mit diesen beiden Herren zusammen: Mein Bühnenpartner Lutz Bembenneck (li) und der „Experte“ für die Talkrunde nach der Aufführung, Albert Knoll, Archivar der KZ-Gedenkstätte Dachau und Vorstand des Forums Homosexualität München,

 

Unsere beiden jourfixe-Fotografen einmal selbst vor der Linse von Oliver Stey: Links: Dirk Schiff/ portraitiert.de und rechts Bernd Sannwald, ein As in abstraktv wirkender Detail-Fotografie

 

Dieses Portrait von Naomi Isaacs fand Dirk Schiff (portraitiert.de) so ansprechend, dass er spontan beschloss, es in seine neue Herbst-Ausstellung „Münchner und Zuagroste“ einzubeziehen. Wie bereits seine erfolgreiche Ausstellung im Vorjahr mit Uschi Glas, „We are all the same“, findet die Vernissage im Hotel Le Méridien statt, diesmal zugunsten von Jutta Speidels HORIZONT e.V.

 

Es ist spät geworden … Christiane von Nordenskjöld, Kustodin (Ateliermuseum) der Magda-Bittner-Simmet-Stiftung im Gespräch mit Jon Michael Winkler;; Foto: Stey

 

Ein glückliches Geburtstagskind sagt: „Danke!“


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„Wo bitte geht’s zu Buch und Bühne?“ Persönliche Reminiszenzen zum Künstlerkreis Kaleidoskop, kombiniert mit einer Chronik von Bernhard Ganter

Jeder, den es in die Welt der Literatur, Malerei oder auf jene Bretter verschlagen hat, die die Welt bedeuten und auch der, der meint, vom Schicksal auf dem Weg dorthin aufgehalten worden zu sein, teilt eine Erfahrung: Schon als Kind verzückte man wahlweise oder en bloc Familie, Lehrer, kurzum das unmittelbare Umfeld mit künstlerischen Darbietungen derart, das einem der Sternenstaub einer künstlerischen Karriere in das Buch des Lebens geschrieben schien. Nachdem aber zwischen Sein und Schein eine Realität liegt, die versorgt werden will, schleicht sich meist das Bedürfnis nach einem gesicherten Broterwerb auf leisen Sohlen ein.

Kuenstlerkreis_Kaleidoskop_Wo_bitte_gehts_zu_Buch_und_Buehne_jourfixe-Blog

Bretter, die die Welt bedeuten … http://www.bauerwerner.com/

Der institutionalisierte Weg über Studium der Kunst, Theaterwissenschaften, Musik und/oder Schauspielerei, Regie etc. wird gar nicht erst eingeschlagen. Oft erst Jahre später erinnert einen dann ein Ereignis daran, dass man doch ursprünglich von einem ganz anderen Lebensweg geträumt hatte … Und in diesem Moment drohen all diese alten Träume von Glanz, Gloria und künstlerischer Selbstverwirklichung unwiederbringlich im Mittelmaß des Daseins zu ersticken.

Mein (Wieder)Erweckungserlebnis war die große Liebe zu einem Künstler. Zum einen stand er genau für jene Welt, in die es mich einst als Kind schon gezogen hatte. Zum anderen weckte das Verzweifelte dieser Beziehung in mir den unbedingten Drang, mich auszudrücken, meine Empfindungen und Gedanken in eine sublimierte, allgemein gültige Form zu bringen und öffentlich kund zu tun. Kurzum, ich fand es an der Zeit, neben Kind und Bürojob, in die Welt der Bohème einzutauchen und dort bitteschön auch gleich gefeiert zu werden. Letzeres erwies sich schnell als Utopie 😉

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Gaby dos Santos, 1992, Foto: Wolf-Dieter Roth

Die Welt im allgemeinen und die der Kunst insbesondere schien nicht auf mich zu warten, wem auch immer ich meine frisch verfassten Texte aufdrängte. Da meine Kreativität und ich, auf Grund des damals aktuellen Liebesdramas, eine Phase unausgelebter Sinnlichkeit durchlitten, handelte es sich bei dem Endprodukt um erotische Gedichte, mitunter an der Grenze zum Pornografischen. Das Echo: verhalten.

Wie also sollte ich mir nun Zugang zum Künstlertum erschließen? Zum Glück war und bin ich in München nicht die einzige, die sich über Umwege zur Kunst berufen fühlt(e). Schon bald fand ich mich unter Gleichgesinnten wieder, Schwerpunkt: Literarische Ergüsse. Man traf sich zu irgendwelchen Workshops oder Leseabenden in Kneipen-Hinterzimmern und lauschte den mehr oder weniger gelungenen Texten der Konkurrenz, um dafür im Gegenzug deren Aufmerksamkeit zu ernten und – früher oder später – davon war jeder von uns überzeugt – die allgemeine Anerkennung als größtes literarisches Talent seit … nun ja mindestens seit der Blechtrommel. Gelesen wurde von zusammengehefteten Blättern und „entdeckt“ wurde, soweit ich weiß, keiner von uns …

In dieser Zeit begegnete mir eine wirklich bemerkenswerte Frau, mit starkem künstlerischen Background: Die Schauspielerin, Kabarettistin und Autorin Monica Kleiber. Ihr verstorbener Mann war Regisseur gewesen, ihre Tochter Claudia Kleiber arbeitete ebenfalls als Schauspielerin und Synchronsprecherin. Monica gehörte eigentlich gar nicht in die Riege von uns Greenhorns, da sie eine solide Schauspielausbildung, Bühnenerfahrung und ein uns weit überlegenes lyrisches Können auszeichneten. Sie setzte mir erstmals die Notwendigkeit von Selbstdisziplin, Akribie und Hingabe bei künstlerischen Prozessen auseinander, an der sich früher oder später die Spreu vom Weizen, die wirklich berufenen Kunstschaffenden von den reinen Selbstdarstellern scheiden.

Der Künstlerkreis Kaleidoskop wendet sich an Künstler und an interessiertes Publikum

Der Künstlerkreis Kaleidoskop, seit 1987, wendet sich an Künstler und an interessiertes Publikum

Monica ist es auch zu verdanken, dass ich mich aus dem Dunstkreis von kreativer Selbstverliebtheit und Dilettantismus allmählich zu lösen vermochte, denn sie war es, die mich 1992 in den Künstlerkreis Kaleidoskop einführte, der zwar allen offen stand und steht, sich aber auf einem künstlerisch schwindelerregend höheren Niveau bewegte, als alles, was ich bis dato kennengelernt hatte. Offensichtlich bewegten sich in diesem Zirkel vorwiegend Leute, die ich für mich als „echte“ Künstler und Literaten definierte:

Als erster trat ein gewisser Milan Esten von Funcke auf, Autor und Leiter der Komparserie am Residenztheater. Er las aus seinem gerade erschienen Buch „Liebe – das Jahrtausendmißverständnis“. Aus einem „echten“, gedruckten Buch!, erschienen nicht etwa im Selbst- sondern in einem ebenso „echten“ Verlag!  Ehrfurcht ergriff mich. Erst recht, als ich bemerkte, dass durch den Abend zwei! noch veritablere Schriftsteller führten, die noch mehr „echte“ Bücher bei „echten“ Verlagen ihr eigen nannten. Milan, mit seinem Erstlingsbuch war nur der Auftakt gewesen.

Autor Werner Schlierf um 1990; Quelle: www.kk-kaleidoskop.de

Autor Werner Schlierf um 1990; Quelle: http://www.kk-kaleidoskop.de

Bei dem einen Gastgeber handelte es sich um den unvergessenen Münchner Autor und Dramatiker Werner Schlierf, von dem es ein Stück sogar bis nach New York und „Off-Broadway“ geschafft hatte! Allein die Tatsache, dass einem hier das Wort „Broadway“ – wenn auch etwas „Off“-personifiziert erschien, elektrisierte mich. Der andere Gastgeber war der Autor Bernhard Ganter, der damals gerade eine Anthologie in der Mache hatte, in dem sich zahlreiche, ebenfalls „echte“ Prominente gegen Fremdenfeindlichkeit zu Wort meldeten. Wow! Später lernte ich, dass auch die Gründung dieses Künstlerkreises auf die beiden Autoren zurückzuführen war.

Schriftsteller Bernhard Ganter, Foto: Bertl Jost

Schriftsteller Bernhard Ganter, Foto: Bertl Jost

Bernhard Ganter schreibt dazu rückblickend:

Im Bamberger Haus lernte ich Prinz Luitpold von Bayern und die Gräfin Sayn zu Wittgenstein kennen, die mich fragten, ob ich mir vorstellen könne, das altehrwürdige Haus mit Kultur zu beseelen, einen Künstlerkreis ins Leben zu rufen, einen Treff, wo nicht nur Künstler sondern auch Kunstinteressierte jeglichen Couleurs willkommen sein sollten, mit dem Ziel, einen Freundeskreis von Künstlern, Publizisten und Kunstinteressierten zu schaffen, der die Traditionen vergangener Künstlerstammtische und Künstlervereinigungen fortsetzt, die in München seit dem Ende des 19. Jahrhunderts unsere Stadt entscheidend mitgeprägt haben (Münchner Boheme).

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Simplizissius-Wirtin Kathi Kobus, Mittelpunkt der legendären Münchner Bohème um 1900, Bildquelle: „Mein Alter Simpl“ von Toni Netzle

Ich holte mir Rat bei meinen Freunden, dem Schriftstellerkollegen Werner Schlierf, dem Karikaturisten Franz Eder.  Am 29. Nov. 1987 trafen wir uns auf der Cafeterrasse des

Kaleidoskop

Die Wiege des Künstlerkreises Kaleidoskop: Das Bamberger Haus im Münchner Luitpoldpark; Quelle: Wikipedia

Bamberger Haus mit Prinz Luitpold von Bayern und der Gräfin Sayn zu Wittgenstein. Das war die Geburtsstunde des Künstlerkreises Kaleidoskop. Am Anfang waren wir nur eine handvoll Künstler, doch mit der Zeit wurden es immer mehr. Unsere Veranstaltungen fanden großen Anklang, so dass auch die Publikumszahl stetig anstieg. So kam es, dass wir uns einvernehmlich mit Prinz Luitplod und Gräfin Sayn zu Wittgenstein trennten, um uns eine größere Bleibe zu suchen.

Eine Odyssee begann, bis wir schließlich im Münchner Hinterhoftheater (heute Theaterplatz, Wirtshaus am Hart) fündig wurden. Viele prominente Künstler fanden seither immer wieder den Weg zum Künstlerkreis Kaleidoskop. Aber auch Künstler, die damals noch keine so großen Namen hatten, traten auf den KKK-Brettern auf, so wie Christian Springer, bevor er in den Olymp der ganz Großen Einzug hielt.

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Werner Schlierf, Bernhard Ganter, Kabarettistin Gisela Schneeberger, Promiwirt Rosario Liberatore und Karikaturist Franz Eder, Foto: B. Ganter

Oberbürgermeister Christian Ude ließ es sich nicht nehmen, die Laudatio für unsere Preisträgerin Gisela Schneeberger zu halten und schrieb uns ins Stammbuch „Ich habe mich hier sehr, sehr wohl gefühlt …“ und im SZ Interview äußerte Ude:

Der damalige Münchner OB Christian Ude als Laudator

Der damalige Münchner OB Ude als Laudator, Foto: B. Ganter

Der Künstlerkreis Kaleidoskop ist ein würdiger Nachfolger der „Traumstadt„, jener unvergessenen Künstlervereinigung um den Schwabinger Künstler Peter Paul Althaus.“ Das war wie ein Ritterschlag für uns, und wir alle waren mächtig stolz darauf.

Stimmungsbild mit viel TV-Präsenz

Stimmungsbild mit viel TV-Präsenz, Foto: B. Ganter

Ebenso stolz waren wir, dass unsere Veranstaltung von vier Fernsehsendern Besuch erhielt, RTL, Bayerisches Fernsehen, TV München und, was wir nicht für möglich gehalten haben, das ZDF mit Nina Ruge in „Leute heute“!

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David Copperfields Limousine fährt am Hinterhoftheater vor … Foto: B. Ganter

Aber manchmal gab es auch ganz lustige Episoden. Als wir den alljährlichen Kaleidoskop-Preis dem Kabarettisten Bruno Jonas und dem Hollywoodautor und Liedtexter Max Colpet – er schrieb u.a. für Marlene Dietrich das Lied „Sag mir wo die Blumen sind …“ – verliehen, wollten wir einen Gag versuchen. Wir charterten eine Strechlimousine und ließen die beiden Künstler damit am Hinterhoftheater vorfahren. Jene Limousine, in der am Tag zuvor der bekannte Las Vegas Magier David Copperfield durch München kutschiert wurde. Stretchlimousine und Hinterhoftheater, konträrer ging das nicht. Schon bei der Anfahrt gab es Probleme. Die drei TV-Kamerateams schalteten jedes Mal ihre Kameras zu spät ein. Und weil sie uns ja beim Vorfahren und Aussteigen filmen wollten, baten sie uns, nochmals um den Stock zu fahren.

Max Colpet mit Frau und Bruno Jonas

Max Colpet mit Frau und Bruno Jonas, Quelle: B. Ganter

Das ging dreimal so. Bruno Jonas wirkte etwas verstört, unsicher, ja fast schüchtern, was ich bei Bruno so nicht kannte. Nach einer Weile, als er sich unbeobachtet fühlte, zog er mich etwas zur Seite und sagte zu mir: „Du, Bernhard, ganz im Ernst, das ist doch hier Vorsicht Kamera, oder?“ Das war’s also.

Von links: Kabarettist Christian Überschall, Autor Bernhard Ganter, Kabarettist Bruno Jonas

Von links: Kabarettist Christian Überschall, Autor Bernhard Ganter, Kabarettist Bruno Jonas; Foto: Ganter

Ich konnte ihn jedoch von der Ernsthaftigkeit unserer Absichten überzeugen, und es wurde ein wunderschöner Abend mit den beiden Preisträgern.

Das in Kürze und trotzdem lang, eine kleine Chronik über das Werden des Künstlerkreises Kaleidoskop. 16 Jahre lang haben Werner Schlierf und ich den Künstlerkreis geleitet, dann konnten wir nicht mehr, aus Zeitmangel.

Soweit erst einmal Bernhard Ganters Bericht.

Während meiner eigenen Zeit als Gast im Künstlerkreis Kaleidoskop lernte ich eine ganze Menge über die Arbeitsweise „echter“ Künstler, ebenso über Mechanismen in der Kunst- und Kulturszene und knüpfte erste Kontakte. Begegnung und Kontakte bilden einfach das „A“ und „O“ in unserer Branche, mehr als in allen anderen.

Wirtshaus_zum Isartal_Gaby_dos_Santos_Seifenblasenfest_Linda_Jo_Rizzo_jourfixe-Blog

1994 führte ich das Wirtshaus zum Isartal als Kleinkunstbühne ein, u. a. mit den schrägen Seifenblasenfesten; Collage: Gaby dos Santos

Bald darauf, 1994, eröffnete ich meine erste eigene Kleinkunstbühne bzw. führte das „Wirtshaus zum Isartal“ als Spielort in dieser Funktion ein. Später folgten die WerkstattBühne in der Gabelsperger Straße und gleich darauf die Gründung des Jour Fixe im Nachtcafé. Entsprechend knapp wurde meine Zeit und nagelte mich an die eigenen Veranstaltungsorte und Projekte fest.

Irgendwann las ich – einige Jahre ist das  nun auch schon wieder her – überrascht und traurig vom Tod Werner Schlierfs. Mein Vorsatz, endlich wieder einmal den Künstlerkreis Kaleidoskop zu besuchen, wurde stärker, ließ sich aber erst im Dezember letzten Jahres verwirklichen, nachdem es mir endlich gelungen war, den Umfang eigener Produktionen (Multimedia-Collagen) entschieden zurück zu fahren, um künftig „öfter mal einen Blick über den kulturellen Tellerrand zu werfen“. Und damit schließt sich, was das Kaleidoskop und mich anbelangt, nunmehr ein Kreis …

Seilschaft aus Budapest: Csaba Gál mit Peter Lang in dessen Artist Studio

Gál mit Peter Lang im Artist Studio, Foto GdS

Zumal der jetzige Kaleidoskop-Leiter  Csaba Gál  wiederum mit dem Inhaber meines Produktionsstudios und jourfixe-Vereinsfreund Peter Lang noch aus Budapester Zeiten gut bekannt ist …

Bernhard Ganter schreibt über Csaba Gál als Nachfolger:

Werner_Schlierf_Csaba_Gal_Kuenstlerkreis-Kaleidoskop_jourfixe-Blog

V. li: Csaba Gál, Werner Schlierf, Charles Kalman; Foto: Dieter Schnöpf

Der Künstlerkreis Kaleidoskop wird seit September 2009 von dem großartigen Künstler und Chansonpoet Csaba Gál geleitet. Ihm gebührt mein Respekt, meine Hochachtung und mein Dank, für sein unermüdliches Wirken, allmonatlich mit einem Programm aufzuwarten das seinesgleichen sucht.

Der „Ungar in Bayern“ Csaba Gál hatte zwischen 2002 und 2004 eine fruchtbare Zusammenarbeit mit Werner Schlierf aufgenommen, von dem er viele Gedichte vertonte, um sie dann im Duo aufzuführen. Auch Schlierfs in der Nachkriegszeit angesiedeltes Theaterstück „Joe und Marianne“ nahm sich Gál an, übersetzte es ins Ungarische und veröffentlichte es in seiner Heimat mit großem Echo. Da Csaba Gál zudem viel von dem legendären aber leider selten gewordenen K & K – Charme versprüht, erscheint mir seine Nachfolge als Leiter des Kulturkreises Kaleidoskop eine sinnige wie stimmige Wahl!

Rote Baskenmütze als Kennzeichen: Chansonpoet und Kaleidoskop_Leiter Csaba Gál im Dezember 2015

Rote Baskenmütze als Markenzeichen: Chansonpoet und Kaleidoskop-Leiter Csaba Gál im Dezember 2015, Foto: Klaus Stießberger

Vor meinem Besuch 2015 war ich zuletzt 1993, mit der begnadeten Chansonsängerin Susan Avilés im Kaleidoskop zu Gast gewesen, kurz nach meiner Hochzeit in Rio. (Wie das Leben so spielt, NICHT mit jener großen Liebe, die mich in die Bohème getrieben und zum Kaleidoskop geführt hatte.) Nun kehrte ich, anlässlich der Verleihung des Kaleidoskop-Tellers im Dezember 2015 zurück, nach – ich habe gerade fassungslos nachgerechnet – 22 Jahren!

Das Künstler-Ehepaar Katja und Konrad Kortin leitete das Kaleidoskop von 2003 - 2009; Quelle: www.kk-kaleidoskop.de

Das Künstler-Ehepaar Katja und Konrad Kortin leitete das Kaleidoskop von 2003 – 2009; Quelle: http://www.kk-kaleidoskop.de

Chapeau an die Herren Schlierf und Ganter, an das Künstler-Paar Katja und Konrad Kortin und schließlich an Csaba Gál, denen allen es zu verdanken ist, dass dieses künstlerische Biotop, nicht wie so manches andere in der Künstlerszene, schnell vertrocknet ist, sondern noch in schönster Blüte steht.

2010 erhält der wohl namhafteste deutsche Liedermacher, Konstantin Wecker, den begehrten Kaleidoskop-Teller. Hier neben Csaba Gál, Quelle: www.kk-kaleidoskop.de

Kaleidoskop-Teller 2010 für Konstantin Wecker http://www.kk-kaleidoskop.de

Anlass für meinen Besuch 2015 war die alljährliche Verleihung des Kaleidoskop-Tellers, den schon Ikonen der Münchner Künstlerszene erhielten, wie beispielsweise 2010 Konstantin Wecker.

Kabarettist Josef Brustmann erwies sich beim Kaleidoskop-Abend auch als Virtuose an der Zither

Kabarettist Josef Brustmann erwies sich beim Kaleidoskop-Abend auch als Virtuose an der Zither; Foto: Klaus Stießberger

Auch 2015 war  ein Programm auf hohem künstlerischen Niveau geboten, u. a. mit dem Träger des Deutschen Kabarettpreises 2015, Kabarettist Josef Brustmann, der eine virtuose Laudatio hielt und zwar auf  Wolfgang Ramadan, der mit einem der Kaleidoskop-Teller 2015 ausgezeichnet wurde.

Wolfgang Ramadan, wortgewaltiger Poet und Preisträger des Kaleidoskop-Tellers 2015

Wolfgang Ramadan, wortgewaltiger Poet und Preisträger des Kaleidoskop-Tellers 2015, Foto: Klaus Stießberger

Ramadan-Kostprobe: Hinter jedem großen Mann steht eine Frau – wie vor jedem kleinen.

An Wolfgang Ramadan, den ich selbst seit vielen Jahren kenne, führt in der bayerischen Kunst – und Kulturszene sowieso seit Jahrzehnten kein Weg vorbei: Poet, Kabarettist, Garchinger Kulturreferent, Schauspieler, Kulturmanager, Networker … Ach, ich glaube, ich widme ihm gelegentlich mal lieber einen eigenen Blog-Beitrag 😉

Kulturverein Arche Noe, Kufstein

Kulturverein Arche Noe, Kufstein, 2015 prämiert im Kaleidoskop; Foto: Stießberger

Der zweite Kaleidoskop-Teller ging 2015 an den Kulturverein Arche Noe Kufstein. In seiner Laudatio äußert Dr. Uwe Kullnick – Präsident des Freien Deutschen Autorenverbandes (FDA) einen Gedanken, den ich  nicht nur für zutreffend auf die Kufsteiner Preisträger, sondern auf die Kleinkunst allgemein halte, die der Künstlerkreis Kaleidoskop schon so lange repräsentiert:

Die Laudation von Dr. Uwe Kullnick berührte mich sehr

Laudator Dr. Uwe Kullnick, Foto: Klaus Stießberger

„Hier gibt es Kleinkunst. Dabei ist hier kaum etwas klein. Vielleicht das Budget, aber wo am Puls Kultur liebender Menschen und abseits der subventionierten Kultur-Groß-Ereignisse und der Riesenveranstaltungen der Musik-Stars, ist es das nicht? Klein ist hier nur der Aufwand und der Obolus der Zuschauer und nahezu winzigklein die Gefahr enttäuscht zu werden. Riesengroß hingegen ist das, was geboten wird, was man genießen und mitnehmen kann, nämlich die Kunst. (…)“

Schon länger suche ich nach einem geeigneten Treffpunkt, an dem auch die Kulturplattform jourfixe-muenchen einmal im Monat eine wieder „fixe“ Anlaufstelle für Kolleginnen und Kollegen, jourfixe-Freundinnen und Freunde bieten kann.

Im Dezember besuchte ich das Kaleidoskop gemeinsam mit der Schauspielerin und Sängerin Krista Posch sowie Fotograf Klaus Stießberger

Kaleidoskop-Besuch 2015: Schauspielerin und Sängerin Krista Posch mit Gaby dos Santos in Begleitung von Fotograf Klaus Stießberger

Dafür scheint der Künstlerkreis Kaleidoskop, mit seinem Ablauf, wie geschaffen: Ein gemütlicher Gast- und Bühnenraum lädt zwischen 18 Uhr und 20 Uhr zum Essen, zu Austausch und Kontakten und danach, bei freiem Eintritt, zu einem stets breit gefächerten Kulturprogramm. Zugleich hoffe ich, das Kaleidoskop mit etwas PR unterstützen zu können und damit ein wenig von dem zurück zu geben, was es mir vermittelt hat, und das auf dem Weg aller Kunstschaffenden sowie für ein besseres Kunstverständnis seitens des Kulturpublikums unbezahlbar ist: Informative Schlüssellochperspektiven auf den Kosmos von Kunst und Kultur.

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Csaba Gal, Dez. 2015; Foto: Stießberger

Foto: Stießberger

Der nächste Termin ist am Montag, 7. März 16.(KaleidoskopAbende finden immer am 1. Montag des Monats statt)

Mitwirkende:  
Erika Stadler , Liedermacherin
Schorsch Hampel, Bluespoet
Rick Baltes, Liedermacher
Jan-Eike Hornauer, Textzüchter
Helmut Eckl, Münchner Turmschreiber (Poetentaler), Mundartdichter, Satiriker

Durch den Kaleidoskop-Abend führt, wie immer, der Chansonpoet und Conférencier Csaba Gal.

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