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jourfixe-News vom 17.18.11: Artrock mit PROGNOSTIC im Rockmuseum / Gunna Wendt liest aus „Erika & Therese“, Im SALON-LiteraturVerlag „Plötzliche Hunde“ von Tania Rupel Tera, TV-Clip zur Vernissage von Dirk Schiff

Andreas Gabalier vs. Prognostic am 17.11.18 im Münchner Olympiapark. Er in der OlyHalle, wir im OlyTurm. Für die Programmgestaltung haben wir uns mit ihm abgestimmt: Er spielt nix von Genesis und wir verzichten dafür auf Hulapalu 🤗verspricht unser jourfixe-Mitglied Artur Silber, seines Zeichens Musik/PR–Manager, Mit-Inhaber der Downtown-Studios und Herzblut-Schlagzeuger, aktuell bei der Progressive Rock Band Prognostic, bei dessen Welturaufführung in unplugged-Variante ich die Ehre hatte, letzten Dezember anwesend zu sein …

Nachdem Lead-Sänger Charles Logan überraschend in seine Heimat USA zurück gekehrt ist, um sich um seine betagten Eltern zu kümmern, wartet die Band (Keyboards: Martin Stellmacher auf dem Foto in der Mitte und Bass: Arno Baum, rechts ) bei bei diesem Konzert gleich mit drei Gast-Vocals auf: Präsentiert Artrock forever mit Rockröhre CLAUDIA CANE, PETER GIELGEN und GEORG KLEESATTEL. Komplexe Kompositionen wie „Tarkus“ von Emerson, Lake & Palmer wechseln sich ab mit Songs u.a. von Genesis, Yes, David Bowie, Peter Gabriel und Jethro Tull.

SA, 17.11., um 20:00 Uhr Rockmuseum im Olympiaturm
Karten: € 22;– inkl. Auffahrt auf den Olympiaturm NUR ÜBER  München Ticket


SO, 18.11., um 11 Uhr  im KIM Kino im Einstein, Einsteinstr. 42

Gunna Wendt liest aus ihrem Buch „Erika und Therese. Erika Mann und Therese Giehse – Eine Liebe zwischen Kunst und Krieg“: Zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Erika Mann, talentierte Tochter Thomas Manns, und Therese Giehse, beliebte Theaterschauspielerin. Als sie sich kennenlernten, waren beide bereits etabliert und wagten kurz darauf dennoch einen Neubeginn: Am 1. Januar 1933 gründeten sie das politische Kabarett »Die Pfeffermühle«. Erika verfasste die Szenen, in denen Therese brillierte. Doch schon zwei Monate später mussten die beiden Frauen, die nicht nur das gemeinsame Projekt, sondern auch eine problematische Liebesbeziehung verband, ins Schweizer Exil, bis ihre Wege sich 1937 schließlich trennten. Gunna Wendt verarbeitet diese Schicksalsjahre zweier ungleicher Frauen zu einem einmaligen Doppelporträt, das Tabus und Traumata einer Generation nicht ausspart. (Quelle: Piper Verlag)


Literarisch weiter geht es mit einer Meldung von Franz Westner – SALON LiteraturVerlag, zur Buch-Neuerscheinung unseres jourfixe-Mitglieds, der Malerin und Autorin Tania Rupel Tera: „Plötzliche Hunde“:

52 Prosageschichten – Erzählungen, Motive, Impressionen. Und immer geht es um den Menschen, die Liebe, Träume und die Reise nach Innen. „Plötzliche Hunde“ ist ein Buch voller Überraschungen. Sie alle führen den Leser unverhofft in menschliche Höhen und Tiefen, in allem lauern Erfüllung und Abgrund dicht nebeneinander. Warum? Weil der Minotaurus vermutlich der Alltag ist? Tera schreibt ihre Literatur wie ein Jazzmusiker seine Songs – sie moduliert Motive, Geschehnisse, hebt Szenarien wie Soli heraus, nuanciert mit Wortspielen und schafft zwischen den hellen und dunklen Tönen des Lebens Raum für Interpretationen. Natürlich gibt es auch in den „Plötzlichen Hunden“ wieder Bilder und Zeichnungen der Autorin und Malerin!

Neugierig geworden? Dann einfach beim Verlag zum Subskriptionspreis von 15 EUR (regulär 21 EUR) – anfordern: bestellen@salonline.de
(In Kürze auch bei Ihrem Buchhändler und allen Online-Händlern erhältlich).

Die Buch-Präsentation im Literaturhaus am 22.11. musste leider aus familiären Gründen abgesagt werden – aber die „Plötzlichen Hunde“ lassen sich davon nicht abschrecken! Gestern stürmten sie ins Büro, machten es sich auf der Heizung bequem und warten nun auf fachkundige, verspielte und neugierige Frauchen und Herrchen … 😉  (Siehe obiges Foto)


Virtuelle „Nachlese“ der Red-Carpet-Vernissage 2018 „Münchner & Zuogroaste“ von Fotograf Dirk Schiff/portraitiert.de  im Hotel Le Meridien Munich zugunsten von Jutta Speidels Verein HORIZONT e.V. auf TV-München >


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Geburtstag auf Wolke 7: Fotostrecke, Kommentare und weiterführende Links zur Künstlerfeier an meinem 60. Geburtstag, 4. Juni 2018, bei Terry Swartzberg in München

Runde Geburtstage verleiten mich regelmäßig zum Kassensturz: Wo genau stehe ich an diesem Stichtag, in Bezug auf meine Pläne, Ziele, Überzeugungen und auf meine Gefühlswelt? Und wer steht an meiner Seite, beziehungsweise mir zur Seite? Nehme ich den aktuellen, sechzigsten Geburtstag zum Maßstab, fällt meine biografische Zwischenbilanz um so vieles besser aus, als mir selbst bislang bewusst war. Von der Zuneigung meiner Gäste fühlte ich mich regelrecht eingelullt, von vielen liebevollen Gesten, Zuwendungen, Worten und künstlerischen Darbietungen. Dass die Gästeliste sich fast ausschließlich aus künstlerischen WegbegleiterInnen und engen KooperationspartnerInnen unterschiedlichstem Datums zusammensetzte, spielte dabei für mich keine Rolle, denn in meinem Leben verlaufen die Grenzen zwischen künstlerischer, beziehungsweise kultureller Arbeitswelt und Privatleben seit Jahrzehnten fließend.

Glücklich – Gaby dos Santos am 60. Geburtstag. Links im Hintergrund Christiane von Nordenskjöld, Kustodin (Ateliermuseum) der Magda-Bittner-Simmet-Stiftung

Die prägnantesten Momentaufnahmen, festgehalten von mehreren Gästen, habe ich in nachstehender Fotostrecke zusammengestellt, kommentierjt und verlinkt, weil diese nicht nur eine schöne Erinnerung für mich – und hoffentlich für meine Gäste – darstellen, sondern auch widerspiegeln, wofür die Kulturplattform jourfixe-muenchen steht. Nachfolgendes Gruppenfoto zeigt zwar nicht alle der geladenen !80 Gästen, aber einen guten Querschnitt:

Kurz vor Beginn der Künstler-Session: HINTEN von links: Manuela Rosenkind (Illustratorin, Autorin „Mia Meilenstein„), Harry Rosenkind (Musik-Promoter, Schlagzeuger der Kultrockband „Sahara“), Elisabeth Sorger (Malerin, Sprecherin der MKG-Münchner Künstlergenossenschaft), Reiner Mauthe, Catherine Houdayer (Modeexpertin), Jörn Pfennig (Lyriker, Bestseller mit „Grundlos zärtlich“), ganz an der Wand Arno Baum (Musik-Booker, Bassist der Progressive-Rockband PROGNOSTIC) und ansatzweise zu sehen Piaistin Masako Ohta; MITTLERE REIHE im Sessel: Ulrike Keil (Musikwissenschaftlerin, Pressechefin von Musikerlebnis/Tonicale, musica femina münchen) mit Ehemann, Michaila Kühnemann (Film- und Radiomacherin RADIO MÜNCHEN, Kabarettistin, Liedermacherin), Peter Lang (Inhaber Artist Studio München, als Musiker Mitbegründer der ungarischen Kultbands Hungaria und Omega), Claudia Cane (Rockröhre), VORNE, neben mir, Christine Weissbarth (Schauspielerin, Moderatorin und Referentin bei der Hanns-Seidel-Stiftung) sowie, halbverdeckt, Cecilia Gagliardi (Sängerin, Gitarristin, Theater im Roßstall/Germering)

Die  Kulturplattform jourfixe-muenchen steht seit fast zwanzig Jahren für kulturelle und künstlerische Vielfalt, mit dem Ziel gegenseitiger Inspiration und der Bildung von Synergien. Diese Vielfalt spiegelte sich in der Geburtstagsfeier wieder: Die Künstler- und Kulturschaffenden des jourfixe sind unterschiedlichster Couleur, doch bilden Know How, Offenheit und Interesse gegenüber anderen Kunstformen, Freude an künstlerischen Synergien und multidisziplinären Projekten einen kittenden, gemeinsamen Nenner. Als Mitglied kann man sich bei uns nicht bewerben; statt dessen spreche ich gezielt Kunst- und Kulturschaffende an, die ich mir als Bereicherung unseres künstlerischen Pools erhoffe, zur Entwicklung gemeinsamer Projekte und gegenseitigen Unterstützung.

Gastgeber Terry Swartzberg, Journalist, PR-Fachmann und Vorsitzender von „Stolpersteine für München e.V.“ stellte mir für meine Geburtstagsfeier sein historisches Häuschen am Nockerberg zur Verfügung und ermöglichte so einen unvergesslichen Abend! Foto: Dirk Schiff (portraitiert.de)

Apropos gegenseitige Unterstützung: Eben mal sein ganzes Haus für die Feier zu meinem 60. Geburtstag zur Verfügung stellen – das macht ihm so schnell keiner nach und entspricht seinem Wesen: Für den Kosmopoliten Terry Swartzberg sind Aufgeschlossenheit, soziales Engagement (u.a. in seinen PR-Kampagnen) und phantasievoll gestaltete Lebensfreude zwei Seiten einer Medaille. Nach rund 25 Jahren als Korrespondent für die International Herald Tribune, gilt sein großes Engagement seit einigen Jahren dem Verein Stolpersteine für München e.V., dem er vorsteht und mit dem er aktuell ein großes Sommerfest vorbereitet, am Mittwoch, 20. Juni 2018, um 20 Uhr, bei freiem Eintritt im Jüdischen Museum München, mehr unter jourfixe-News. Und einmal mehr ist einfach jede/r herzlich willkommen! Ohne Anmeldung und bei freiem Eintritt.

„Gabys gute Geister“ nannte meine Freundin Edith Grube Reiner Mauthe, Marianne Niederkofler, Sigi Blässer und Jon Michael Winkler; Letzterer ist nicht nur mein enger Vertrauter sondern auch Erster Vorsitzender des jourfixe-Vereins. Für mich bedeuten die vier Menschen auf obigem Foto weit mehr als Mainzelmännchen! Mit ihnen ist in Teilen mein Leben verwoben. Fest steht aber auch, dass  ohne deren Hilfe diese Geburtstagsfeier gar nicht zu stemmen gewesen wäre. Der untere Bildteil zeigt einen Ausschnitt des üppigen Büffets: Alle Gäste waren gebeten worden, Speisen und Getränke anstelle von Geschenken mitzubringen. Foto: Stey

 

Geburtstagskind Gaby dos Santos führt Prof. Thomas Pekny, Intendant Komödie im Bayerischen Hof, durch Terry Swartzbergs historisches Domizil am Nockerberg, Foto: Oliver Stey

 

Theaterwelten: Angelica und Lili Fell, Geschäftsführung der inklusiven FBM-Freien Bühne München mit Thomas Pekny, Chef der Komödie im Bayerischen Hof; Foto: Dirk Schiff

 

Kommt Moses nicht zum Berg … Nachdem es im Winter wegen einer Endlosschlange nicht möglich gewesen war, das Rockmuseum im Olyimpiaturm zu erreichen, kam dessen Betreiber, Herbert Hauke eben zu uns. Neben ihm seine Frau Gabi, Tourbegleiterin und Assistentin von Sissi Perlinger; Foto: Schiff

 

Foto links: Die finnische Sängerin Tuija Komi im Gespräch mit musica-femina-Grafikerin Irmgard Voigt; Foto rechts: Claudia Strauch (Strauch Media) im Gespräch mit Behar Heinemann, links und  Petra Windisch de Lates (Vorstand Lebensbrücke e.V. und J.I.M.-Jazzmusiker Initiative München)

 

Foto links: Das Sänger-Ehepaar Maya und Charles Logan; Rechts schneide ich eine der Geburtstagstorten an, die mir Gäste gebacken haben, assistiert von Gabi Hauke, dahinter jourfixe-Gründungsmitglied Angelika Grimm (Sozialpädagogin); Foto: Elisabeth Sorger

 

V.l. Alexander Diepold (Madhouse), hat gerade in München den alljährlichen Gedenktag für die im Holocaust ermordeten Sinti und Roma durchgesetzt, daneben Eva Giesel, Litag Theaterverlag, rechts Uta Horstmann, Bundesverdienskreuzträgerin für ihr lebenslanges Engagement für Sinti & Roma, auf den Stufen Esthera und Artur Silber (Musik-Manager DownTown Studios,PR–Agentur Silberpfeil, Schlagzeuger, u.a. PROGNOSTIC)

 

Unter den Nazis wurden ihre Ethnien unter dem Sammelbegriff „Zigeuner“ verfolgt, doch hier ist Differenzierung angesagt: Von links: Oliver Stey, aus einer Zirkus- und Schausteller-Dynastie, der das größte Privatarchiv dazu führt, die schillernde Behar Heinemann, eine, wie sie es selbst formuliert „stolze Rom“ (Autorin und Kulturmanagerin) sowie der Sinto Alexander Diepold (Madhouse-Chef), dem München seit diesem Jahr einen festen Gedenktag für die verfolgten Sinti & Roma verdankt; Fotos: Dirk Schiff

 

Fotografin Anne Schiff – Mit ihr und ihrer Familie erlebe ich immer wieder kuschelige private Stunden; Rechts Stephanie Bachhuber (Bayer. Staatsoper) Am Vortrag meines Geburtstags feierten wir den 20. Jahrestag unserer Freundschaft! Fotos: Dirk Schiff

 

Geniales Geschenk von Naomi Isaacs (Institute for Charismology): Ein Kaleidoskop – zeitlose Freude! Links von ihr Reiner Mauthe, rechts Sänger Charles B. Logan, an der improvisierten Bar; Rechtes Bild: Ulrich Floßdorf, Traumatherapeuth etc. bei Alexander Diepolds Familienberatungsstelle Madhouse; Foto: Stey

 

Die finnische Sängerin Tuija Komi kam auf Krücken! Und verstand sich mit Gastgeber Terry Swartzberg offensichtlich prima. Für mich ist sie ein veritabler Sonnenschein, kann aber auch „traurig“ und sang später bei der Session à capella ein melancholisches finnisches Gänsehaut-Lied; Fotos: Dirk Schiff

 

Von links: Petra Windisch de Lates (Vorstand Lebensbrücke e.V. und J.I.M.-Jazzmusiker Initiative München), Kriminalautorin Sabine Vöhringer („Die Montez Juwelen„) Michaila Kühnemann, Radio München, Moderatorin, Filmemacherin, Kabarettistin, Musikerin, Foto/Ausschnitte von Oliver Stey

 

Blick von Terry Swarzbergs Terrasse in den Innenhof. Von vorne links: Dr. Ulrich Schäfert, Leiter Kunstpastoral der Erzdiözese,, Grafikerin/Illustratorin Elena Buono, Heidi und Peter Lang, Artist Studio und Kulturjournalistin Heidi Weidner; ganz re. Sängerin Tuija Komi; Foto: Oliver Stey

 

Totale des Innenhofs – Im Vordergrund zu sehen ist Regisseur Rüdiger Nüchtern, ganz hinten wird es Italienisch: An der Wand die Grafikerin und Illustratorin Elena Buono und vor Ihr die Sängerin und Kabarettistin Cecilia Gagliardi, die einer römischen Künstlerdynastie entstammt; Foto: Dirk Schiff

Links neben Musikerin Cecilia Gagliardi (Theater im Roßstall/Germerin) die japanische Pianistin Masako Ohta, bei der ich mich fragte, wie sie aus einem Keyboard in Schoß-Format derart perlende Klänge zu zaubern vermochte. Rechts Sängerin Linda Jo Rizzo, die kürzlich das Hippodrom zum Kochen brachte. Foto-Ausschnitte: Dirk Schiff

Höhepunkt der Feier waren sicherlich die Geburtstagsständchen der MusikerInnen unter den Gästen sowie ein eigens zu meinem Geburtstag getextetes Gedicht SIXTY SEXY GABY des Lyrikers Jörn Pfennig! Große Freude! …

Lyriker Jörn Pfennig, zwei Ausschnitte von Fotos von Dirk Schiff

Vorbemerkung:

Eines Deutschen Dichters Scheitern
ist für ihn und die Welt ein wahrer Graus.
Doch manchmal kann es beide auch erheitern –
probieren wir’s doch einfach mal aus:

Das Gedicht:

Der Deutsche Dichter muss ja nicht denken –
von dieser Pflicht hat sein Volk ihn befreit
um sie dem Deutschen Denker zu schenken
der sich immer schon sehr
aber seither noch mehr
schier unglaublicher Bedeutung erfreut.
(… mehr)

Stimmungsbild während der temperamentvollen Performance von Jazz-Sängerin Jenny Evans; rechts außen Hausherr Terry Swartzberg, neben ihm Jazz-Sänger Thomas de Lates, Foto: Oliver Stey

 

Zwei Momente der Performance von Jazz-Sängerin Jenny Evans: Ein peppiges Lied à capella und aus eigener Feder über die Vorzüge reifer Frauen; Jennys Auftritt berührte mich sehr, denn oft war ich früher in ihrem Jazz-Lokal Jenny’s Place zu Gast gewesen und hätte mir nie träumen lassen, sie einmal als Geburtstagsgast zu begrüßen … Foto-Ausschnitte: Dirk Schiff

 

Csaba Gal, Leiter des Künstlerkreises Kaleidoskop und Cecilia Gagliardi (‚Theater im Roßstall/Germering) singen „Bella Ciao“, das „House Of Rising Sun“ Italiens, Foto: Dirk Schiff

 

Mitwirkende an der Künstlersession: Jazz-Sänger Thomas de Lates und zwei der Musiker der Progressive-Rockband PROGNOSTIC: Keyborder Martin Stellmacher und Sänger Charles B. Logan

 

Vertraute aus wilden Zeiten: Journalistin Daniela Schwan (rechts neben mir). Links zu sehen ist Kabarettistin Karin Engelhard. Dahinter Klaus Onnich, Kurator MVG-Museums – Foto: Dirk Schiff

 

Ein schönes Portrait-Foto von Kulturjournalistin Daniela Schwan; Foto: Dirk Schiff (portraitiert.de)

 

Mit meinem alten Freund aus wilden Datscha-Zeiten, Zarko Mrdjanov, Gitarrist von Massel Tov, meiner Schwägerin Sigi und Heidi Lang vom Artist Studio, Foto: Dirk Schiff

 

Elisabeth Sorger, Malerin und Sprecherin der MKG – Münchner Künstlergenossenschaft, Martin Hubensteiner, Ausstellungsmacher der LV1871, Gaby dos Santos und Christine Weissbarth, Referentin/Moderatorin der Hanns-Seidel-Stiftung, Foto: Dirk Schiff

 

In der Mitte Claudia Weigel, (Parlamentarische Beraterin Hochschul- und Kulturpolitik, Fauenpolitik für die BayernSPD Landtagsfraktion), links Autorin Gunna Wendt, nach deren Biografie über Franziska zu Reventlow wir zur Zeit, gemeinsam mit Musikerin Michaela Dietl, eine Collage zum 100. Todestag produzieren

 

Renate Lettenbauer und Lising Pagenstecher, wie ich Mitglieder von musica femina münchen    und Rockröhre Claudia Cane, die später Janis Joplins „Mercedes Benz“ sang; Foto: Dirk Schiff

 

Meine Freundin Edith Grube, Tochter und Nichte der KZ-Überlebenden Werner und Ernst Grube; Aktivistin (Stolpersteine für München e.V.) und Verwaltungssupervisor bei Madhouse, mit ihrem Mann Robert; Links: Harry Rosenkind (Musikpromoter und Schlagzeuger der Kult-Rockband „Sahara„)

 

Meine Collage über Textdichter Bruno Balz brachte mich mit diesen beiden Herren zusammen: Mein Bühnenpartner Lutz Bembenneck (li) und der „Experte“ für die Talkrunde nach der Aufführung, Albert Knoll, Archivar der KZ-Gedenkstätte Dachau und Vorstand des Forums Homosexualität München,

 

Unsere beiden jourfixe-Fotografen einmal selbst vor der Linse von Oliver Stey: Links: Dirk Schiff/ portraitiert.de und rechts Bernd Sannwald, ein As in abstraktv wirkender Detail-Fotografie

 

Dieses Portrait von Naomi Isaacs fand Dirk Schiff (portraitiert.de) so ansprechend, dass er spontan beschloss, es in seine neue Herbst-Ausstellung „Münchner und Zuagroste“ einzubeziehen. Wie bereits seine erfolgreiche Ausstellung im Vorjahr mit Uschi Glas, „We are all the same“, findet die Vernissage im Hotel Le Méridien statt, diesmal zugunsten von Jutta Speidels HORIZONT e.V.

 

Es ist spät geworden … Christiane von Nordenskjöld, Kustodin (Ateliermuseum) der Magda-Bittner-Simmet-Stiftung im Gespräch mit Jon Michael Winkler;; Foto: Stey

 

Ein glückliches Geburtstagskind sagt: „Danke!“


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„Der Turm rockt!“ – Zur Entstehung des Rockmuseums im Olympiaturm und zum Jubiläumsprogramm am SO, 25.2.18: Führungen ab 11 Uhr, Claudia Cane & Band, 15 Uhr

50 Jahre Olympiaturm und der Turm rockt! Das hätten sich die Erbauer des Münchner Olympiaturms seinerzeit so nicht träumen lassen: Dass sich eines Tages „ihr Turm“, das höchste Gebäude Münchens, zur Anlaufstelle für Rockmusik-Fans aus aller Welt entwickeln würde!

Dank einer visionären Initiative, im Alleingang von Herbert und Gabi Hauke sowie Arno Frank Eser gestemmt, eröffnete 2004 das Rockmuseum Munich im ersten Stock des Olympiaturms. Die BesucherInnen erwarten dort faszinierende Exponate aus der internationalen Rockszene: “ (…) signierte Schallplatten, Poster, Bühnen-Outfits, Fotos, Dokumente, Instrumente, Tickets und vieles mehr. Darüber hinaus viele Events wie Konzerte, Lesungen und spezielle Foto-Ausstellungen. Seit kurzem gibt es sogar eine App, die all das zeigt, was aus Platzmangel auf dem Olympiaturm nicht live zeigt werden kann,“ erläutern die Betreiber. Für ihr Museum hatten sie Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, Klinken putzen müssen. Ein ehemaliger städtischer Vertreter der Münchner Kulturszene beschied Hauke und Eser damals (sinngem.) München brauche kein Museum für Langhaarige und Drogensüchtige …

Längst freut sich auch die Landeshauptstadt München über diese weitere, originelle Adresse in ihrer Museenlandschaft und erwähnt sie ganz selbstverständlich auf ihrem offiziellen Internetportal: „Bei der Eröffnung war reichlich Rock-Prominenz vertreten: Uriah Heep, Drummer Pete York, Leslie Mandoki oder der Isarindianer Willy Michl. ( mehr …)

Tja, … und eine gewisse Gaby dos Santos mischte sich damals auch unter das Eröffnungspublikum 😉 Als Begleiterin der Musikjournalistin Ingeborg Schober. Zu der Zeit ahnte niemand, dass Schober dort, im Duo mit ihrem Gitarristen Bernhard Weber, einige der letzten Auftritte ihres Lebens bestreiten würde; Lesungen aus ihren zahlreichen Musikbiografien, zu Jim Morrison oder Janis Joplin sowie aus ihrer letzten Veröffentlichung Poptragödien, in denen sie tragische Momentaufnahmen im Leben internationaler Popstars skizziert. Damals hatte ihr eigenes Leben bereits eine tragische Wendung genommen, vor allem finanziell. Daher organisierten mein Freund Henning Halfpap, damals beim  jourfixe-muenchen für IT- und Technik zuständig, und ich kostenlos Equipment aus dem Artist Studio München und fuhren via Lift – gefühlt – jedes Teil einzeln  in den ersten Stock zur Lesung. Der Aufwand lohnte: Die intime Atmosphäre auf Tuchfühlung mit Exponaten unserer Jugendidole, von denen uns Ingeborg Schober mit der ihr eigenen, rauchigen Stimme erzählte, dazu der Rundumblick über das nächtlich beleuchtete München …

Janis Joplin, dahinter Claudia Cane und im Vordergrund Ingeborg Schober, vereint in einer Bildcollage aus „Ingeborg Schober – Eine Poptragödie“, für die mir auch Herbert Hauke einen O-Ton beisteuerte

2015 interviewte ich dann Rockmuseum-Chef Herbert Hauke zum 5. Todestag von Ingeborg Schober, zu dem ich ein gerade ein Portrait vorbereitete: Ingeborg Schober – eine Poptragödie. In selbiger Produktion übernahm unser jourfixe-Mitglied – und Deutschlands Antwort auf Janis Joplin – Claudia Cane, den Gesangspart. Ende Februar 2018 schließen sich nun wieder einmal Kreise:

Am 25.2.18, 15 Uhr, rocken Claudia Cane & Band dem Oly-Turm ein Geburtstagsständchen

Zum 50. Geburtstag des Münchner Olympiaturms, am So, 25.2.2018, neben launigen Führungen der Museumsgründer durch die kleine, feine Ausstellung, um 11:00 Uhr, um 14:00 Uhr und um 16:00 Uhr, spielen Claudia Cane und Band um 15:00 Uhr im Rockmuseum auf„weil Rock nur lebt, wenn er rockt,“ so die Veranstalter.

Sollte Ingeborg Schober, die die Idee eines Rockmuseums in München von Anfang an unterstützt hatte, am Sonntag von Wolke Sieben aus zusehen, wird ihr das bunte Treiben im ersten Stock des „Oly-Turms“ gefallen, dessen bin ich mir ganz sicher …

Yeahhh …

Das Rockmuseum Munich auf Facebook     sowie auf der Homepage unter >>>  www.rockmuseum.de


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Streifzug durch die 68er-Welt des Rock und Pop und weiter bis ins Baskenland

Die Pop-Journalistin Ingeborg Schober, deren Schicksal ich gerade in einer Collage nachempfinde, verbringt mit Udo Lindenberg einen beschwingten Abend im Bayerischen Hof. Danach setzt sie der Rockstar – ganz Kavalier – in ein Taxi. Kaum dass er zurück ins Hotel verschwunden ist, eröffnet Ingeborg dem verdutzen Fahrer, sie habe es sich anders überlegt, die Nacht sei so schön, dass sie lieber zu Fuß gehen wolle. In Wirklichkeit hatte sie einen Abend der Sonderklasse ohne eine müde Mark in der Tasche verbracht … Shit happens!

Austern_Gaby_dos_Santos_High_Society_jourfixe-Blog_Ingeborg Schober

DaSein zwischen Austern … eine gedankliche Assoziation

Ähnliche Situationen erlebe auch ich immer wieder, wie alle – meist Kunstschaffenden – die grenzüberschreitend in der Gesellschaft unterwegs sind, mal neugierig erkundend, mal torkelnd, mal oben und mal unten. „Kein Zahn im Maul, aber La Paloma pfeifen“ lautet ein Spruch, den ich mir in jungen Jahren im Münchner Milieu angeeignet habe. Warum denn auch nicht pfeifen, wenn man dazu willens und in der Lage ist? Wo auch immer. Das Leben an sich kennt ja keine Zulassungsbeschränkungen je nach materieller Lage, Herkunft, politischer oder spiritueller Orientierung. Die unsichtbaren Grenzen zieht sich die Gesellschaft schon ganz von alleine. Und erst dadurch wird eine Situation wie obige, statt als gegeben, als absurd empfunden und das (zeitweilige) Fehlen finanzieller Mittel als ein dringend zu verbergender Makel.

Gaby_dos_Santos_jourfixe-Blog_Identitaeten

Ingeborg Schober 2004, Ausschnitte der
Fotos von Stefan M. Prager

Unter der Diskrepanz, gerade in ihren letzten Jahren, zwischen den Live-Style-Möglichkeiten der Kreise in denen sie verkehrte und ihrer eigenen Realität, hat Ingeborg sehr gelitten, hat ein Leben als gescheitert empfunden, das doch von ihr so zielstrebig erforscht, intensiv ausgekostet und auch reflektiert worden ist, dass es alle Anerkennung verdient. Doch die letzten Worte, die sie kurz vor ihrem Tod an ihre „lieben Freunde und Kollegen“ richtet, sind Worte des Bedauerns und der Warnung über ungelebte Träume. Damit hinterlässt Ingeborg zwar eine wirkliche „Message“, wie es Sängerin Claudia Cane während unserer Proben formuliert hat, leider aber auch eine, die die eigenen Meriten übersieht.  Darauf hinweisen kann ich Ingeborg nun nicht mehr, wohl aber ihre Geschichte und ihr Werk in Klang, Ton und Bildern würdigen, mit all den Widersprüchen und Brüchen, die an einer Persönlichkeit das ausmachen, was bleiben wird. Ingeborgs letzte Botschaft hat dankenswerterweise Schauspielerin Krista Posch zu sprechen übernommen. Als ungelernte Sprecherin wäre ich nicht annähernd in der Lage gewesen, den Inhalt so zu vermitteln, wie Krista es getan hat. Ein Gänsehaut-Moment in unserem Porträt „Ingeborg Schober – Eine Poptragödie“. Noch verstärkt wird der durch den rauhen, gefühlsbetonten Gesang von Claudia Cane, die nicht umsonst schon mit ACDC auf der Bühne stand und als  landeseigene Ausgabe einer Janis Joplin gehandelt wird.

Sängerin auf der Bühne im Artist Studio beim Sichten von Kleidern und Accessoires aus Ingeborgs Nachlass. Foto: Stephanie Bachhuber

Sängerin auf der Bühne im Artist Studio beim Sichten von Kleidern und Accessoires aus Ingeborgs Nachlass. Foto: Stephanie Bachhuber

Ingeborg_Schober_Tanz-der-Lemminge_jourfixe-Blog_Gaby_dos_Santos

Elemente des Original Buchcovers von 1979

Tanz der Lemminge“ heißt der Titel von Ingeborgs erstem und inzwischen vergriffenem Buch, nach einem gleichnamigen Song der Underground-Kultband Amon Düül, deren Aufstieg Ingeborg begleitet und beschrieben hat, vor dem Hintergrund der weltweiten Jugendbewegung in den ausgehenden 60er und beginnenden 70er Jahren; die Geschichte des rauschhaften, kollektiven Aufbruchs in ein neues Lebensgefühl, gefolgt von einem Abgesang, der Ingeborg für den Rest ihres Lebens begleiten sollte. Gelesen habe ich das Buch in den Pausen des ökumenischen Kongresses „Heillos gespalten? Segensreich erneuert?, der letzte Woche an der Katholischen Akademie stattfand. Dadurch wanderte ich, gedanklich wie emotional, zwischen dem Aufschrei der 68er und dem großen theologischen Ringen um interkonfessionelle Einigkeit hin und her. Zu meinem Erstaunen merkte ich, dass sich aus der Auseinandersetzung mit den großen Fragen des Glaubens für mein aktuelles Projekt ganz neue Gedankengänge entwickelten. Trotzdem hatte ich meine liebe Mühe, den Ausführungen der Damen und Herren Professoren zu folgen. Mir wurde wieder einmal klar, wie viel mehr ich gerne wüsste und das natürlich bitte sofort!  Zu meinem Glück lernte ich bereits am ersten Abend den Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Baden Württemberg kennen, Herrn Dr. Haizmann, der mir solange geduldig Fragen beantwortete, bis mich mein schlechtes Gewissen verstummen ließ. Nach zwei Tagen drohte mein Hirn dennoch,  endgültig, auf „Tilt“ zu schalten, so dass ich mich wieder ausschließlich dem Ingeborg-Projekt zu wandte.

jourfixe-Blog_Ingeborg_Schober_Gaby_dos_Santos

Ingeborg Schober als Grundschülerin

Allmählich weckt die Auseinandersetzung mit Ingeborg und ihrer Generation viel Empathie in mir und die Expedition in die Untiefen von Ingeborgs Schicksal, ein ganz neues Bewusstsein für die Fragilität des Lebens. Da schaut ein kleines Mädchen beflissen von ihrem Buch auf, so rührend jung und ahnungslos, scheint einem direkt in die Augen zu blicken, während man selbst schon das letzte Kapitel ihres Lebens kennt – und um alle Enttäuschungen weiß, die ihrem Tod noch voran gehen werden. So sehr mich dieses Projekt anrührt, so schwer empfinde ich auch die Umsetzung. Nur ganz behutsam lassen sich die einzelnen Elemente an einander fügen, hauptsächlich in Baucharbeit, der Verstand ist einem bei solchen Unterfangen keine Hilfe. Nur kennt die Baucharbeit leider kein Zeitgefühl und der Terminplan drängt.

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Eingangstür zum Artist Studio auf der Rückseite des Künstlerhauses, in der Herzog-Max-Str.

Bereits kommenden Samstag zeigen wir bei der Langen Nacht der Musik 2015, im Artist Studio im Münchner Künstlerhaus, erste Ausschnitte. Dann erst werde ich erkennen, ob ich künstlerisch auf dem richtigen Weg bin oder bis zur Premiere Ende Juni im Gasteig ein da capo der Produktionsarbeit angesagt ist. Seltsamerweise gibt mir erst eine Aufführung vor Publikum, wenn ich meine Arbeit mit den Augen der Zuschauer neu betrachte, Aufschluss über die Qualität meiner Show.  Was das Publikum anbelangt, stand allerdings zeitweilig zu befürchten, dass der Zuschauertest in diesem Jahr weitgehend ausbleiben würde, da Maja Grassinger, Präsidentin des Künstlerhauses, es diesmal ablehnt, die Verbindungstür von Künstlerhaus zu Studio zu öffnen, wie im Vorjahr. Dadurch ist unser Veranstaltungsort nur schwer zu finden. Glücklicherweise hat der Geschäftsführer der Langen Nacht, Ralf Gabriel, für uns eine rettende Lösung gefunden, indem ein Aufbau vor dem BMW-Pavillon unmittelbar auf den Weg zum Studio und auf unsere Veranstaltung hinweisen wird. Mehr zur Veranstaltung, mit weiterführenden Links, findet sich  auf der „Kalenderseite“ unserer Homepage:

http://www.jourfixe-muenchen-ev.de/dhtml/jfprogramm.html

Eintritt mit Karten zur Langen Nacht der Musik, à € 15,-, können vor Ort im Studio erworben werden. Einlass ab 19.45 Uhr.

Ibon_Zubiaur_Wie_man_Baske_wird_Europaeische_Schule_Muenchen_Gaby_dos_Santos_jourfixe-Blog

Ibon Zubiaur präsentiert sein Buch „Wie man Baske wird“ den Schülern der Europäischen Schule in München

Letztes Jahr hatte ich das Vergnügen, den ehemaligen Leiter des Instituto Cervantes in München, Ibon Zubiaur, kennen und schätzen zu lernen, als jemand, dessen Esprit sich wohltuend von so mancher gewollten Intelektuellen-Pose im Kultur-Zirkus abhebt. Wohl aber auch deshalb hat er selbigem vor einiger Zeit den Rücken gekehrt, inklusive der damit verbundenen, gut dotierten Festanstellung, um in Berlin als freier Übersetzer und Autor zu arbeiten. Dass ihn Dr. Roland Jerzewski, im Rahmen der groß angelegten Veranstaltungsreihe Europäische Identitäten,

http://esmunich.de/home/hoehere-schule/projekte/europaeische-identitaeten.html

erneut an die Europäische Schule in München eingeladen hat, ergibt Sinn, denn Zubiaur vertritt gegenüber den Schülern Kultur in einer Form,  zu der sie einen Draht finden können. Das ist wichtig, denn es hält uns potentielles Kulturpublikum bei der Stange, statt es, wie allzu oft der Fall, schon in jungen Jahren durch Verkopftes zu vergraulen. Hier aber verhieß allein schon der Titel seines neuen Buches gedanklich viel Erquickliches: „Wie man Baske wird. Über die Erfindung einer exotischen Nation“. Entsprechend entwickelte sich auch der  Vortrag zu einer typischen, für mich ziemlich unwiderstehlichen Zubiaur-Performance, die lässig Wortwitz mit pointierten Ausführungen und Geist verband. Da mir aber nun einmal, wenn mich etwas begeistert, der sachliche Abstand leicht etwas abhanden kommt, lasse ich jetzt lieber Dr. Jerzewski, übrigens seit letztem Jahr mit Gattin Martine auch jourfixe-Mitglied, zu Wort kommen:

Nina Koszlowski, Gaby dos Santos und dahinter Martine Jerzweski in der Europäischen Schule München bei der Lesung von Ibon Zubiaur

Nina Koszlowski, Gaby dos Santos und dahinter Martine Jerzweski in der Europäischen Schule München bei der Lesung von Ibon Zubiaur

(…) „Kaum ist der Abschlussapplaus verklungen, da beginnt der spanische Referent auch schon vor neuem Publikum – u.a. mit Gaby dos Santos von der Kulturplattform „jourfixe-muenchen“ und der deutsch-polnischen Übersetzerin Nina Kozlowski – mit der Vorstellung seines ersten auf Deutsch verfassten Buches „Wie man Baske wird. Über die Erfindung einer exotischen Nation“ und hier ist Zubiaur nunwirklich ganz in seinem Element als Baske, Europäer und Weltbürger. Nationen sind für ihn willkürliche Erfindungen, ganz gleich, ob es sich um die deutsche, spanische oder baskische handelt. Allerdings sei das baskische „nation-building“ ziemlich spät und notgedrungen ziemlich künstlich erfolgt. Das heutige Baskisch sei im Wesentlichen eine philologische Erfindung des 19. Jahrhunderts bzw. der Rebaskisierung der nachfranquistischen Ära. Die in seinem Essay-Band aufgeführten Beispiele sind ebenso beredt wie hanebüchen. Aber: Der 1971 geborene Ibon hat eine baskische Paradeerziehung durchlaufen mit Spanisch als 1. Fremdsprache und spricht bis heute eine Sprache,die im Baskenland nur eine Minderheit beherrscht. Früh ist er also über seine baskische Privatschule in Getxo bei Bilbao in eine Zweisprachigkeit hineingewachsen, die ihn für weitere Sprachen sensibilisierte und zum Übersetzer prädestinierte. Auf Englisch lernte er die Weltliteratur kennen, auf Deutsch lehrt, übersetzt und schreibt er seit fast anderthalb Jahrzehnten, ohne indes seine iberisch-baskische Herkunft zu verleugnen. Identität – ethnische, gesellschaftliche, sexuelle, religiöse – ist fürZubiaur ein „lockeres Band“. Jahrelang sei er mit der Frage konfrontiert worden, ob er sich als Spanier oder als Baske fühle. „Bis heute aber sehne ich mich nach einer gesellschaftlichen Stimmung, in der nicht die Frage zählt, als was ich mich fühle, sondern eher, wie ich mich fühle. Allzu oft aber lautete die Frage bloß: Was bist du? Und mehr als einmal (…) habe ich geantwortet: Athletic-Fan.“ Und genau hier sieht Ibon Zubiaur eine Lösung: Sein Lieblingsverein, der Erstliga-Fußballklub Athletic Bilbao, arbeitet nur mit Spielern aus der Region, aber nicht mit dem nebulösen Kriterium baskischer Abstammung, sondern mit dem nachvollziehbaren von Herkunft und Ansässigkeit. So versammelt derErstligist eine bunte Truppe von Spitzenspielern, auch solchen aus Angola oder Venezuela, die früh genug in baskische Gefilde gelangt sind. Dergestalt überwindet man ausgerechnet im Fußball ein politisches Problem spielerisch. (Roland Jerzewski) 

evangelische_Kircheneintrittsstelle_Muenchen_Gaby_dos_Santos_jourfixe-Blog

Evangelische Kirchen-Eintrittsstelle München, in der Herzog-Wilhelm-Straße 24,Tel. 089/51 26 59 60

Abschließen möchte ich mit einer Einladungskarte, die ich in der evangelischen Kirchen-Eintrittstelle entdeckt habe. Dort waren mein Freund und Kollege Jon Michael Winkler und ich zu einer Stadtführung (ebenfalls im Rahmen der Recherchen zu unserem Protestantismus-Projekt) geladen, „Protestantische Stätten in München“. Dort lag ein Kärtchen in Regenbogenfarben aus, auf dessen Rückseite fand sich der Spruch:

und jonatan schloss mit david einen bund, denn er hatte ihn lieb wie sein eigenes herz.“ (1. Samuel 18,3)

Auf den Bibelspruch, auf den ich bereits vor einiger Zeit im Sonntagsblatt aufmerksam geworden war,  folgte der Satz:

„Lesbisch, schwul, bi, hetero oder trans- Gott hat die Welt und seine Geschöpfe ganz schön bunt gemacht! Und alle gehören dazu. Herzlich willkommen in der Evangelischen Kirche!“

Da bin ich doch froh, einer Kirche anzugehören, die schätzungsweise keine Botschafter nach Hause schickt, weil diese bekennend schwul sind, wie kürzlich im Vatikan der Fall.

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Gaby dos Santos Werner Bauer Foto
Allgemein

Bin dann mal weg … Vorschau

Endlich einmal kann ich verwirklichen, was die meisten von uns nur gedanklich durchzuspielen vergönnt ist: Eine Auszeit von 5 Wochen! Es geht in den Schwarzwald, in die Gegend in der ich meine allererste Lebenszeit verbrachte, bevor es die Familie nach Italien verschlug. Nun heißt es wirklich eine ganze Weile Abschied nehmen von festgefahrenen Gewohnheiten und vielleicht wird die eine oder andere davon danach keinen Bestand mehr haben? Oder bitter vermisst werden? Ein wenig mulmig ist mir schon zumute, angesichts einer so langen Internet- und TV-freien Zeitspanne. Zumal es sich bei meinen letzten Tapetenwechseln immer um Reisen mit beruflichem Hintergrund handelte, zu Recherche- und Interview-Zwecken oder Auftritten. Entsprechend gewichtig in jeder Hinsicht fühlt sich mein Gepäck an: Ein Stapel jener Bücher, die ich schon seit langem zu lesen plante, Sportausrüstung und Freizeit-Kleidung.

Mitte Oktober erwartet mich dann – hoffentlich entsprechend frisch geölt – mein innig geliebtes Hamsterrad wieder: Die Vorbereitungen zu einer Reprise meiner Collage

http://www.jourfixe-muenchen-ev.de/dhtml/jfkatalog/Genosse_Rock_n_Roll_Collage.htm

Peter Lang Genosse RocknRoll

Peter Lang um 1967 in der Collage „Genosse Rock’n Roll“ (Bildmontage: G. dos Santos)

die auf den Lebenserinnerungen des Musikers Peter Lang im Ungarn der 60ies beruhen. Zu Peter Langs 70. Geburtstag Mitte November wird die Produktion in der Europäischen Schule in München einmal als Schülervorstellung und später am Abend nochmals öffentlich vorgestellt werden. Für mich als ehemalige Schülerin der Europäischen Schule in Varese (Italien) eine Art Heim(kehr)spiel.

Und apropos Geburtstage: Im kommenden Mai wird Toni Netzle 85! Anlass genug, nochmals die Produktion

Der "Alte Simpl" zu Toni Netzles Zeiten (1962 - 1992)

Der „Alte Simpl“ zu Toni Netzles Zeiten (1962 – 1992)

„Nicht immer Simpl … 3 Jahrzehnte deutscher Geschichte aus der Tresen–Perspektive von Wirtin Toni Netzle“ aufzuführen, die spannende O-Töne unterschiedlichster Zeitzeugen wie Amelie Fried, Barbara Diekmann, Horst Ehmke, Hans Beierlein, Ralf Siegel, Peter Gauweiler, Max Strauß etc. enthält sowie natürlich Tonis eigene, herrlich lakonische Reminiszenzen.

Toni Netzle Alter Simpl Dieter Haanitzsch Franz-Joseph Straus

Karrikatur von Dieter Hanitzsch aus dem Alten Simpl

Die Arbeit an dieser Produktion war für mich eine der schönsten, nicht auf Grund der Bandbreite und Prominenz der Beteiligten, sondern wegen der positiven Grundstimmung, die sie begleitete. Ich fühlte mich beinahe wie auf einem Klassentreffen, weil alle diese Leute so beseelt von ihren ganz persönlichen Erinnerungen an Toni und „ihr Wohnzimmer“. Mit Toni selbst werde ich noch zeitnah ein Geburtstagsinterview führen.

Ingeborg_Schober_Poptragoedien

„PopTragödien“ hieß Ingeborg Schobers letztes Buch …

Die Neuproduktion 2015 „Ingeborg Schober – eine Poptragödie“ ist der 2010, viel zu früh verstorbenen Journalistin und Autorin gewidmet. Die Livemusik nimmt dabei diesmal eine durch und durch bluesig-rockige Wendung, mit Claudia Cane, auch als „Janis Joplin Münchens“ bezeichnet, als Sängerin.

Angesichts dieser vielen schönen Herausforderungen werden Sie es mir sicher nachsehen, wenn ich jetzt erst einmal alles stehen und liegen lasse – und erst einmal weg bin ;-))

Das Titelfoto stammt von Werner Bauer. Ein Blick auf seine Künstler- und sonstige Foto-Highlights lohnt:

http://www.bauerwerner.com/index.html

Das heutige Beitragsbild entstand 2006. Ein paar Jahre her, aber ich bin recht zuversichtlich, dass mich die bevorstehende Auszeit Foto konform verjüngen wird ;-))


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