HER STORY complementing HISTORY – Startschuß für die EU-Reihe „Women Vote Peace“ am 15./16.1.2019, 20 Uhr, im Münchner Teamtheater

In einem Wartesaal treffen sich am Ende des Ersten Weltkriegs sieben Frauen. Sie alle spielen in den sich umstürzenden Verhältnissen eine besondere Rolle, haben sich mit großem Einsatz eingebracht, wo und wie es die politischen Verhältnissen verlangen – teilweise mit einer solchen Dringlichkeit, dass keine Zeit mehr bleibt, sanfte Reformen anzustreben. Vielmehr ist jetzt der radikale Umbruch gefragt, sprich: die Revolution!

„Frauen in der Revolution“ Szenenfoto

Bei ihnen allen handelt es sich um

Clara Zetkin alias Sabine Bollenbach; Szenenfoto

Frauen in der Revolution,  beseelt vom Kampf um das Frauenwahlrecht, die dort kämpfen, wo das Leben ist …

Diese Frauen fallen somit alle unter den Begriff der „Revolutionärinnen“, die sich dem Zeitgeist ebenso leidenschaftlich widersetzten wie der Obrigkeit. Mit ihrem Verhalten riskierten sie ihren Ruf, ihre Freiheit und sogar ihr Leben. Mutige Frauen, die gesellschaftlich und politisch Weichen stellten, die bis heute nachwirken. Dennoch sind bislang die meisten dieser historischen Persönlichkeiten eine weitestgehend unbekannte Marginalie in der Geschichtsschreibung geblieben, denn – nomen est omen – heißt Geschichte bezeichnenderweise auf Englisch HIS STORY  – seine Geschichte!!

HER STORY! kontern nun die Frauen der deutschen Sektion der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit (IFFF), mit einer opulenten Veranstaltungsreihe, unter dem Motto:


Women Vote Peace – Her History complementing History!

Im historischen 100. Jahr der Frauen-Friedenskonferenz von Zürich, die damals kurz nach Erteilung des Frauenwahlrechts in mehreren europäischen Ländern stattfand, frischt die Münchner Sektion der IFFF, unter Federführung von Heidi Meinzolt, die Geschichtsschreibung auf und wirft, gemeinsam mit einer Reihe Kooperationspartnerinnen in ganz Europa, zugleich einen Blick in die Zukunft, angesichts der vielen „ToDo’s“, die es noch abzuarbeiten gilt, sowohl bzgl. der Wahrnehmung und Gleichstellung der Frauen, wie auch bzgl. der Friedenspolitik. Dies geschieht im Rahmen einer Veranstaltungsreihe, die über 2019 verteilt in mehreren europäischen Ländern stattfinden wird.

Den Programm-Auftakt bildet die im Wartesaal europäischer Geschichte angesiedelte szenische Lesung mit Musik am 15. und 16. Januar 2019, um 20:00 Uhr, im Teamtheater Salon in München: Dort kämpfen, wo das Leben ist! Frauen in der Revolution 1918/1919 

Zu Wort kommen: Anita Augspurg/Heidi Meinzolt, Constanze Hallgarten/Sibylle Dippel, Gabriele Kätzler/Christiane Hauck, Sarah Sonja Lerch/Cornelia Naumann, Toni Pfülf/Irmgard Hofer (Vorsitzende IFFF Deutschland), Clara Zetkin/Sabine Bollenbach, Rosa Luxemburg/Julia Killet

Nachstehend, die Geschichten dieser Frauen im Überblick:

Anita Augspurg (* 22. September 1857 in Verden (Aller); † 20. Dezember 1943 in Zürich) war eine deutsche Juristin, Aktivistin der bürgerlich-radikalen Frauenbewegung sowie Pazifistin.

Dr. jur. Anita Augspurg in ihrem Münchener Hause. Spezialaufnahme für Die Woche, 1899

Früh engagierte sie sich für das Frauenwahlrecht und gründete mit Gleichgesinnten zu diesem Zweck 1902 in Hamburg den Deutschen Verein für Frauenstimmrecht sowie 1907 den Bayerischen Landesverein für Frauenstimmrecht. Von 1907 bis 1912 gab Anita Augspurg außerdem die Zeitschrift für Frauenstimmrecht heraus, von 1912 bis 1913 die Zeitschrift Frauenstimmrecht und ab 1919 die Zeitschrift Die Frau im Staat, in der feministische, radikaldemokratische und pazifistische Positionen vertreten wurden.

1915: 1. transnationale Frauen-Friedenskonferenz im neutralen Den Haag

Im Ersten Weltkrieg nahm Augspurg mit ihrer langjährigen Lebensgefährtin Lida Gustava Heymann an internationalen Frauen-Friedenskonferenzen teil und hielt illegale Versammlungen in ihrer Münchner Wohnung ab. Zudem verbreiteten Augspurg und Heymann mit weiteren Pazifistinnen wie Frida Perlen aus Stuttgart Flugschriften gegen den Krieg, waren an der Gründung der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit (IFFF = WILPF in der englischen Diktion) beteiligt und federführend in der deutschen Sektion. Diese verleiht seit einigen Jahren den nach ihr benannten „Anita-Augspurg-Preis“ an Rebellinnen gegen den Krieg.  Ihre letzten Lebensjahre verbrachte Augspurg im Exil in der Schweiz, da sie schon sehr früh zu den warnenden Stimmen gegen den aufkeimenden Nationalsozialismus gezählt hatte.

Constanze Hallgarten  Quelle: Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Zu diesen Stimmen zählt auch Constanze Hallgarten. Sie warnte früh vor den Gefahren des Nationalsozialismus und stand bereits beim Hitler-Ludendorff-Putsch 1923 auf einer „schwarzen Liste“ der Nationalsozialisten.  Als Frauenrechtlerin und Pazifistin zählt sie zu den führenden Frauen der frühen deutschen Friedensbewegung. Aus dem Exil zurück nach Deutschland kehrte sie erst 1955 zurück und engagierte sich fortan in der IFFF bis zu ihrem Tod 1969.

Logo IFFF – WILPF

Gabriele Kätzler (1872-1954) gehörte mit ihren Töchtern zu den roten Frauen von Riederau, bzw. gewährte diesen Unterschlupf bei sich am Ammersee, wo sie mit ihrer Familie ein reformpädagogisches Landschulheim leitete, von dem aus sie als überzeugte Sozialistin Kontakt hielt zu allen umstürzlerischen Strömungen im wilhelminischen Deutschland. Sie engagierte sich aktiv in der bayerischen Räterepublik von 1919,  wurde in München stadtbekannt und auch in Oskar Maria Grafs Lebenserinnerung „Wir sind Gefangene“ gewürdigt. Nach der Niederschlagung der Räterepublik beschlagnahmte man das gesamte Archivmaterial der Aktivistin. In einem Aufsehen erregenden Hochverratsprozess wurden Gabriele Kaetzler und andere revolutionäre Frauen zwar freigesprochen, mussten Bayern jedoch verlassen.

Wie weit entfernt vom heutzutage gern gepflegten Salon-Aktivismus die Frauen noch vor hundert Jahren kämpften, zeigt sich am hohen Preis, den Sarah Sonja Rabinowitz, verheiratete Sarah Sonja Lerch, (* 1882 in Warschau; † 1918 in München) für ihre politischen Überzeugungen zahlte: Die Pazifistin gehörte zu den erklärten Kriegsgegnerinnen bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs, womit sie sich gegen den damals vorherrschenden Zeitgeist stellte, der den Krieg verherrlichte. Als Mitbegründerin der Münchener USPD organisierte sie schließlich, gemeinsam mit Kurt Eisner, Hans Unterleitner, Richard Kämpfer u. v. a., im Januar 1918 einen Streik von Münchner Munitionsfabrikarbeitern zur Durchsetzung des allgemeinen Friedens und wurde am 1. Februar 1918 wegen Landesverrats verhaftet. Eugen Lerch distanzierte sich öffentlich von der politischen Aktivität seiner Frau und reichte die Scheidung ein. Am 15. März 1918 wurde Sonja Lerch vom Untersuchungsgefängnis Neudeck in das Gefängnis München-Stadelheim überstellt. Dort wurde sie am 29. März 1918 erhängt aufgefunden. Der Schriftsteller Ernst Toller, der nach dem Januarstreik ebenfalls in Untersuchungshaft kam, nahm ihr Schicksal zum Thema seines Dramas Masse Mensch, das 1920 am Schauspiel Nürnberg uraufgeführt und am 29. September 1921 von Jürgen Fehling an der Volksbühne Berlin inszeniert wurde.

Antonie Pfülpf, 1877 – 1933 Quelle: Gedenkstätte Dt. Widerstand

Antonie Pfülf (1877-1933) Die sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete gehörte zu den Volksvertreterinnen erster Stunde und wurde bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten regelmäßig wiedergewählt. Was für wichtige Akzente die Teilhabe von Frauen an der Regierung zu setzen vermochte, zeigte sich bereits  1919, als es ihr gelang, gemeinsam mit Marie Baum (DDP) und Clara Mende (DVP), die Abschaffung des sogenannten Lehrerinnenzölibats durchzusetzen. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten, zählte sie zu den ganz wenigen beherzten Politiker*Innen, die parlamentarischen Widerstand leisteten. Pfülpf gehörte zu den 94 Abgeordneten, die gegen das Ermächtigungsgesetz im März 1933 stimmten, das dennoch, mit einer Mehrheit von 444 Stimmen, schließlich beschlossen und zur Grundlage für die Errichtung der NS-Diktatur wurde. Aus Verzweiflung über die politische Entwicklung beging Pfülf, nach einer kurzen Inhaftierung,  am 8. Juni 1933 Selbstmord. (Quelle/mehr: Wikipedia)

Gertrud Johanna Woker (1879 – 1968) war eine Schweizer Frauenrechtlerin, promovierte Chemikerin und Pazifistin. Ab 1911 leitete sie in Bern das Institut für physikalisch-chemische Biologie. 1917 wies sie auf die Giftigkeit von bleihaltigem Benzin hin und gab Vorschläge zur Herstellung von bleifreiem Motorenbenzin. Nach Vorliegen ihrer bahnbrechenden Arbeiten  – und trotz ihres pazifistisch-wissenschaftskritischen politischen Standpunktes – erhielt sie 1933 eine ausserordentliche Professur, welche sie bis 1953 innehatte. Sie wurde zu einer der Wegbereiterinnen der Biochemie. Vehement forderte sie das Frauenstimmrecht ein, dass den Schweizerinnen allerdings noch bis in die 1970er Jahre verwehrt bleiben sollte. (> Eine kleine Chronik zum Frauenwahlrecht1915 war sie Mitbegründerin der „Internationalen Frauenvereinigung für den dauernden Frieden“, die später in Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit (IFFF) umbenannt wurde. Zusammen mit Clara Ragaz u.a. baute sie den Schweizer Zweig der IFFF auf und leitete ihn nach dem Tod von Clara Ragaz. Sie setzte sich sehr für Verbote von Chemie- und Gaswaffen ein. Sie engagierte sich in der christkatholischen Kirche und war auch künstlerisch tätig. In Bern und in Düsseldorf sind nach ihr Strassen benannt.

Die beiden letzten Protagonistinnen der szenischen Lesung Frauen in der Revolution erfreuen sich hingegen allgemeiner Bekanntheit. Dieser Umstand ist jedoch weniger einer paritätischen Wahrnehmung dieser Frauen in der Geschichtsschreibung geschuldet, als vielmehr einer gewissen ideologischen Instrumentalisierung: Es handelt sich um Clara Zetkin und Rosa Luxemburg.

Clara Zetkin um 1898; Quelle Landesmedienzentrale BW

Clara Josephine Zetkin, geborene Eißner (1857 – 1933) war eine sozialistische deutsche Politikerin, Friedensaktivistin und Frauenrechtlerin. Sie war bis 1917 aktiv in der SPD und in dieser Partei eine markante Vertreterin der revolutionär-marxistischen Fraktion. 1917 schloss sie sich der SPD-Abspaltung USPD an. In der USPD gehörte sie zum linken Flügel bzw. zur Spartakusgruppe, die während der Novemberrevolution 1918 zum parteiunabhängigen Spartakusbund umbenannt wurde. Der Spartakusbund wiederum ging zusammen mit anderen linksrevolutionären Gruppierungen in der zum Jahreswechsel 1918/19 neu gegründeten Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) auf. Als einflussreiches Mitglied der KPD war Zetkin von 1920 bis 1933 Reichstagsabgeordnete und 1932 Alterspräsidentin des Parlaments.

Clara Zetkin in den 1920er Jahren, als Reichtagsabgeordnete in der Weimarer Republik

Ihre politische Konsequenz zwang Zetkin mehrfach ins Exil. Nach der Machtergreifung durch die NSDAP unter Adolf Hitler und dem Ausschluss der KPD aus dem Reichstag infolge des Reichstagsbrands, 1933 ging Clara Zetkin noch einmal, das letzte Mal in ihrem Leben, ins Exil, diesmal in die Sowjetunion, wo sie bereits von 1924 bis 1929 ihren Hauptwohnsitz gehabt hatte. Nach Angaben von Maria Reese, einer KPD-Abgeordneten des Reichstags, die sie dort unter Schwierigkeiten besuchte, lebte sie bereits parteipolitisch isoliert. Sie starb wenig später am 20. Juni 1933 im Alter von fast 76 Jahren. Ihre Urne wurde in der Nekropole an der Kremlmauer in Moskau auf der rechten Seite im Grab Nummer 44 beigesetzt. Stalin selbst trug die Urne zur Beisetzung. (Quelle: Wikipedia)

Natürlich nicht fehlen darf in dieser Reihe einflussreicher historischer Frauenfiguren Rosa Luxemburg: 

ADN-ZB
Rosa Luxemburg, führende linke Sozialdemokratin, Mitbegründerin der KPD,
geb. 5.3.1871 in Zemosé
ermordet am 15.1.1919 in Berlin

Rosa Luxemburg (* 5. März1871 als Rozalia Luksenburg in Zamość,Königreich Polen; † 15. Januar1919 in Berlin) war eine Gallionsfigur der europäischen Arbeiterbewegung, des Marxismus,Antimilitarismus und proletarischen Internationalismus. Sie trat für Massenstreiks als Mittel sozialpolitischer Veränderungen und zur Kriegsverhinderung ein. Sofort nach Beginn des Ersten Weltkrieges 1914 gründete sie die „Gruppe Internationale“, aus der der Spartakusbund hervorging. Diesen leitete sie als politische Gefangene zusammen mit Karl Liebknecht durch politische Schriften, in denen sie die Burgfriedenspolitik der SPD analysierte und verurteilte. Sie bejahte die Oktoberrevolution, kritisierte aber zugleich die ParteidiktaturLenins und der Bolschewiki. In der Novemberrevolution versuchte sie als Chefredakteurin der Zeitung Die Rote Fahne in Berlin auf das Zeitgeschehen Einfluss zu nehmen. Als Autorin des Spartakusbund-Programms forderte sie am 14. Dezember 1918 eine Räterepublik und die Entmachtung des Militärs. Anfang 1919 gründete sie die Kommunistische Partei Deutschlands mit, die ihr Programm annahm, aber die von ihr geforderte Teilnahme an den bevorstehenden Parlamentswahlen ablehnte. Nachdem der folgende Spartakusaufstand niedergeschlagen worden war, wurden sie und Karl Liebknecht von Angehörigen der Garde-Kavallerie-Schützen-Division ermordet. (Quelle: Wikipedia)


Die Unsichtbarkeit der Frauen in der Geschichtsschreibung war bereits ein wiederkehrendes Thema bei der Koordinierungskonferenz in Berlin.

Die Teilnehmerinnen der Koordinierungskonferenz im Dezember 2018 in Berlin stammten aus Polen, Spanien, Deutschland, Georgien, Großbritannien, Japan und Österreich

Sie diente zur Vorbereitung des Jahresschwerpunktes 2019 „Frauen Vote Peace“. Es ging darum, wie auch schon mit einem Teil der Kooperationspartnerinnen Ende November in München, das Programm-Angebot durchzusprechen, das ab Mitte Janur 2019 in mehreren europäischen Ländern stattfinden wird . Daher finanziert sich diese Themenreihe u.a. auch aus EU-Fördermitteln, die einen erheblichen Aufwand an Papierkrieg schon ab Antragstellung erforderten. Chapeau an Heidi Meinzolt (Foto) der Münchner Sektion der IFFF– Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit (WILPF), der es gelungen ist, dieses Projekt über alle Admin-Hürden der EU zu hieven.

Filmisch begleitet wird die „Women Vote Peace“-Reihe von Filmemacherin Charlotte Bill/Chapman Film Unit, UK. Von ihr stammt bereits die sehenswerte Dokumentation >>>  These Dangerous Women


über die Frauen-Friedenskonferenz von 1915 , aus der auch die IFFF (WILPF) hervorging. 2019 wird die britische Filmemacherin sich nun der internationalen Frauen-Friedenskonferenz von 1919 in Zürich widmen, vor dem Hintergrund des historischen Jubiläums im Mai vor Ort, Höhepunkt der „Women Vote Peace“-Reihe, deren Abschluss-Veranstaltung im November in Wien stattfinden wird, einschließlich der Uraufführung von Charlotte Bills Dokumentarfilm zur Züricher Frauenkonferenz von 1919.


Bereits zwei Wochen vor dem Berliner Treffen hatte eine erste Koordinierungskonferenz in München stattgefunden.

Brigitte Obermayer, Geschäftsführerin der Münchner Sektion der IFFF begrüßt am 28.11.18 die Teilnehmerinnen der Koordinierungskonferenin München, die aus Deutschland, Holland, Großbritannien, Japan und Italien kommen

Irmgard Hofer, Vorsitzende der IFFF/WILPF DEUTSCHLAND, fasst Treffen und Zielsetzungen zusammen:

Irmgard Hofer zwischen der Japanerin Maki Kimura (li) und Jenny Menninger (re), 28.11.18, in der Friedrich-Ebert-Stiftung, München

Die Frauen setzten ein Zeichen gegen die traditionelle Geschichtsschreibung, die das politische Wirken von Frauen marginalisiert und würdigten zunächst in kurzen Portraits die mutigen und vorausschauenden Frauen, die in ihren jeweiligen Ländern die rechtliche Gleichstellung der Frauen sowie das passive und aktive Wahlrecht erreicht hatten, in Deutschland vor genau 100 Jahren. 

 
Die italienische WILPF-Teilnehmerin berichtet von Vorkämpferinnen im faschistischen Italien

Woher kommt es, fragten sich die Anwesenden in einem feministischen Rückblick, dass dies weder in der Politik noch in der Gesellschaft dazu geführt hat, dass Frauen tatsächlich gleichgestellt wurden?
„!Why?! not implemented“ – „Warum nicht umgesetzt?“ unter dieses Motto wurde die gemeinsame Kampagne gestellt. 

Konferenzteilnehmerinnen aus Italien (li) und den Niederlande

IFFF/WILPF Mitglieder aus verschiedenen europäischen Ländern wollen die für Frauen verbrieften Rechte in verschiedenen europäischen und internationalen Verträgen herausarbeiten (Römische Verträge, EU-Erklärungen, CEDAW usw.), und analysieren, wer oder was deren Umsetzung verhindert hat.

Die Friedensaktivistinnen kritisierten die zunehmende Militarisierung und Aufrüstung der Europäischen Union und lehnten PESCO – die „Ständige Strukturierte Zusammenarbeit“ durch „stehende Heere“ sowie die auch dadurch steigenden Rüstungsausgaben ab. Ihr Ansatz ist ein „humaner“ Begriff der Sicherheit, der den Menschen eine sichere Existenz und ein würdiges Leben ermöglicht und in Nahrung, Wohnung, Bildung, Arbeit, Gesundheit, Kunst und Kultur investiert.

Ihren Forderungen sollen sich auch die Kandidat/Innen der Europawahl stellen. In einem weiteren Schwerpunkt des Projekts sollen vor allem auch jüngere Frauen motiviert werden, ihr Wahlrecht wahrzunehmen und die Demokratie in Europa zu verteidigen.

Gezeichnet: Irmgard Hofer, Vorsitzende der IFFF/WILPF DEUTSCHLAND


Das Programm von „Women Vote Peace“ in Übersicht:

Anlässlich der Europawahl und dem 100-jährigen Jubiläum des Frauenwahlrechts in mehreren europäischen Ländern organisieren wir im kommenden Jahr verschiedene Veranstaltungen mir Partner*innen aus Großbritannien, Polen, Spanien, Österreich und der Schweiz.

Erfahren Sie mehr zum Projekt auf dem Flyer

oder auf der Projektwebseite: https://womenvotepeace.com

Veranstaltungen:

Deutschland

15.-16.01.2019 / München

Theaterstück „Dort kämpfen wo das Leben ist“.

Großbritannien

30.1. & 7.2.2019 / London

Archiv-Workshop für freiwillige an der London School of Economics (LSE).

5.4.2019 / London

Women of Color in der Friedensbewegung 1919, Diskussion und Seminar and der LSE.

Polen

4.-7.3.2019 / Krakau

Cade „Wyrbory“, Disskussionsabend mit Dokumentationen über die Suragettenbewegung.

29.-31.3.2019 / Warschau

100 Jahre Frauenwahlrecht: Sollen wir feiern oder mobilisieren? Internationale Konferenz mit Expert*innen und feministischen Aktivist*innen.

Spanien

Februar – März / Madrid & Zaragoza

Offene Seminare zum Thema Frauenwahlrecht in Spanien zur Zeit des „International Woman Suffragette Alliance (IWSA) Kongresses in Madrid.

Schweiz

10.-11.5.2019 / Zürich

#Zurich19: Inszenierung des Frauen-Friedens-Kongresses in Zürich und Einsatz für Frauenbeteiligung in den kommenden Europawahlen.

Österreich

November 2019 / Wien

Finale Evaluation & Filmvorführung

Quelle: Homepage der IFFF/WILPF


Siehe auch die Beiträge im jourfixeblog.wordpress.com >

Verzeichnis aller jourfixe–Blogbeiträge mit jew. Link

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