Ehemalige Wiede-Fabrik: Ein Biotop Bildender Kunst!

„Paralleluniversum und kreative Traumfabrik: Die Künstlerkolonie in der Wiede-Fabrik im Münchner Osten ist ein Dorf in der Stadt, in dem Kreative unterschiedlichster Disziplinen Kunst produzieren.“

So beschrieb SZ online die verwunschene Welt, in die es mich mit Claudia Strauch (Strauch Media) am Freitag, anlässlich eines Kulturempfangs der SPD verschlug. Auf dem Weg dorthin fühlte ich mich wie auf einem Expeditionstrip durch Münchens Vorstadt-Pampa, glücklicherweise gaben Papierschilder zumindest punktuell den Weg vor. Als wir jedoch das Ziel erreicht hatten, leuchtete uns der Grund für die Einladung auf gerade dieses Gelände ein: Wir befanden uns auf einem 2000 qm großen Areal, welches mit einer Reihe hell beleuchteter, schmucker historischer Holzhäuser bestückt war und auf Anhieb verzauberte.

Ansicht des Wiede-Fabrik-Areals, Foto: Philipp Mansmann

Areal der Wiede-Fabrik,  Foto: Philipp Mansmann

Eine Hinweistafel erzählte mehr über diesen besonderen Ort. Ich zitiere von deren Homepage:

„Im Jahr 1928 errichtete der Firmengründer Gottfried Wiede auf dem knapp drei Hektar großen Gelände eine Fabrikations-Stätte zur Herstellung von Acetylen, einem ungiftigen Gas, das zusammen mit Sauerstoff zum Schweißen verwendet wird. Durch den Aufschwung während der Wirtschaftswunderjahre wuchs die Produktion und die Gasflaschen fanden weltweiten Absatz.

Wiede_Fabrik_historisch

Im Jahr 1985, nach fast sechzig Jahren Produktion im Familienbetrieb, wurde der Konkurrenzdruck jedoch zu groß und die Gründerfamilie entschloß sich zur Stilllegung. Sieben Jahre lang standen die kleinen Holzhäuser, eingestürzten Werkhallen und mächtigen Fabriktürme auf dem zunehmend überwucherten Gelände leer. Im Jahr 1992 richtete die Münchener Malerin Claudia Grögler als erste ihr Atelier in einem der Gebäude ein. Es folgte ein schneller Zuzug von zahlreichen weiteren Künstlern, bis die Fabrik mit allen Nebengebäuden weitgehend in Künstlerhand war.“

Inzwischen habe ich mit Initiator (u.a.)  Andreas Wiede-Kurz bzgl. dieser  außergewöhnlichen Neuverwertung des Familienbesitzes telefoniert: Nach Aufgabe der Fabrik wurde mit der Schaffung eines solchen Kunstareals ein Traum erfüllt. Geld scheffelt mit diesem Ateliersprojekt niemand, aber es trägt sich und der ideelle Wert ist erheblich. Fast täglich besucht Andreas Wiede-Kurz das Gelände und die 25 bis 30 inzwischen dort ansässigen KünstlerInnen. Keine Frage, dass bei der desolaten Atelier-Situation, in der sich viele Münchner KünstlerInnen befinden, die Warteliste für einen Ateliersplatz  dort entsprechend lang ist.

Sommerausstellung, Foto: Philipp Mansmann

Sommerausstellung, Foto: Philipp Mansmann

Im Winter- und im Sommerhalbjahr findet jeweils eine große Gruppenausstellung statt. Bei Interesse kann man sich auf der Homepage in einen entsprechendenEinladungsverteiler eintragen lassen.

http://www.wiede-fabrik.de/

In einer urigen Weinhandlung ebenfalls auf dem Gelände fand dann der Kulturempfang der SPD statt, wobei die Honorationen, Bürgermeister-Kandidat Dieter Reiter und diverse SPD-StadträtInnen auf sich warten ließen, da in München zuvor noch die neuen EhrenbürgerInnen Prof. Dr. Bruno Reichart, Michael Krüger und Bürgermeisterin a.D. Dr. Gertraud Burkert geehrt wurden:

http://www.muenchen.de/rathaus/Stadtinfos/Presse-Service/Presse-Archiv/2014/Pressemitteilungen-2014/0122Stadtrat-ernennt-drei-neue-M-nchner-Ehrenb-rger.html

Die Verspätung der Ehrengäste tat der Stimmung jedoch keinen Abbruch, denn der lateinamerikanische Harfenvirtuose Kiko Pedrozo heizte musikalisch so richtig ein.  Etwas abgekämpft erschienen schließlich auch unsere Top-Genossen.  Dieter Reiter und seine Frau taten mir an diesem Abend ziemlich leid. Nach dem Wahlkampf-Marathon der vergangenen Tage und der letzten Stunden ließ  man ihnen gerade einmal fünf Minuten Atempause ein wenig abseits, dann umlagerte man sie wieder … fotografierte, fragte, fotografierte und fragte. Als Bürgermeister-Kandidat muss man sich abends  vor dem Schlafengehen wahrscheinlich gewaltsam  die Mundwinkel wieder herunter in die Horizontale ziehen …

Als schlichte Genossin hingegen genieße ich die Wahlkampf-Zeit ausgiebig und könnte sie gut und gerne noch etwas über den 16. März hinaus verlängern: Zahlreiche Begegnungen, Diskussionen, Empfänge, Gespräche beim Wahlkampf auf der Straße und endlich eine Kommunalwahl, bei der ich die Leute , denen ich mein Kreuzchen geben werde,  zumindest vom Sehen her alle kenne! Meine Entscheidung, mich aktiver am Stadtleben zu beteiligen hat sich also als für mich richtig erwiesen! Erst recht, wenn sie mich an so wunderbare Orte führt, wie letzten Freitag.

 

Alle Fotos auf dieser Seite stammen von

http://www.philipp-mansmann.de/photographie/philipp_mansmann.html


 

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