Streifzug-München: Föhnlage!

Föhnlage führte schon in Jörg Maurers unvergessenen Erstlings-Bestseller zu üblen Folgen. Und leider nicht nur bei seinem Protagonisten. Ich packe diese Wetterlage auch nicht. Bei schönstem Sonnenschein leiden. Im Alter ziehe ich wohl doch in eine Senioren-Künstler-WG in Berlin. Aber noch bin ich ja München ausgeliefert und das ansonsten mit Herz und Seele und möchte meine kleineren und größeren Erlebnisse für meine Alten Tage in diesem „Streifzug-München“-Tagebuch künftig punktuell festhalten:

Samstag Nachmittag im Münchner Künstlerhaus: Bernd Suchers literarische Leidenschaft erstreckt sich – zum Glück für Enkel und mich – nun auch auf Kinderliteratur, so dass er eine Lesereihe für Kinder im Künstlerhaus gestartet hat. Den Anfang machte Andersens „Schneekönigin“, wobei die Kinder durch Fragen in die Veranstaltung aktiv einbezogen wurden. Und soweit ich es verstanden habe, engagiert sich Bernd Sucher dabei ehrenamtlich. Dickes Merci!

Mittwoch im Artist Studio: Generationen von Kindern hat das Münchner Theater für Kinder schon erste Bühnenerlebnisse beschert. Tonaufnahmen und Effekte lässt das Ensemble im Artist Studio herstellen. So auch gestern. Ich bin für die neue Produktion spontan als keifende böse Tante eingesprungen und habe für Enkel und mich eine Premierenkarte für den 7. März erarbeitet. Das neue Stück verspricht kindgerechten Grusel à la Harry Potter.

Montag war ich auf Besuch in der Höhle des Medien-Löwen Hans Beierlein, zu einem anregenden Gedankenaustausch mit Geschäftsführerin und künftiger montana-Nachfolgerin Bizzi Nießlein. Ein Kontakt, der hoffentlich nicht einmalig bleibt: Informativ und menschlich sehr angenehm!

Dienstag Abend im Literaturhaus: Großer Bahnhof für die Münchner Kulturszene zur Verleihung der Ernst-Hoferichter-Preise 2014 an Regisseur Marcus H. Rosenmüller und an die junge Kabarettistin Sarah Hakenberg. Genial dazu die Laudatio von Maria Peschek, in der sie sich weigerte, eine Laudatio auf ihre Kollegin zu sprechen. Die Gesangseinlage von Rosenmüller und seinem Laudator, Komponist Gerd Baumann fand Toni Netzle dilettantisch, während ich sie als anrührend empfand und wohltuend anders in der sonst oft so verhaltenen Kulturszene. Tja, so unterschiedliche Prioritäten setzen die individuellen Ansprüche: Toni setzt auf Perfektion, ich auf Emotionen. Die Intro sprach Jury-Mitglied Christian Ude, in gewohnt ausführlicher kabarettistischer Tausendsassa-Manier. Kürzer wäre vielleicht mehr gewesen, zumal er die Gelegenheit gleich auch zum Wahlkampf nutzte und den ebenfalls anwesenden Dieter Reiter hervorhob. Der ist zwar auch mein Wunschkandidat, aber ich fand das bei einer Preisverleihung deplaciert und den anderen Kandidaten gegenüber nicht ganz fair. Beim anschließenden Empfang zeigte sich mal wieder, wie kurzweilig sich Streifzüge mit Toni Netzle gestalten, weil sich selbst gesetzte Persönlichkeiten des Münchner Öffentlichen Lebens in ganz private Menschen mit vielen Erinnerungen an die gute alte Zeit im Simpl verwandeln. Dabei durfte ich ein politisch gemischtes Paar der besonderen Art kennenlernen: Den ehemaligen Münchner Bürgermeister, Herrn Zehetmaier und seine Frau Inge, er CSU, sie aus alter Familientradition SPD! Ein Hoch auf LebensART und Toleranz

Gestern war dann Internet-Recherche angesagt für mein Luther-Projekt zum Jubiläum 2017. Angesichts der Berge von Formulare die der Förderantrag der Bundesregierung umfasst, habe ich vor Schreck das Rauchen wieder angefangen, zumal sich meine Hoffnung auf ehrenamtliche Sekretariatsunterstützung am Wochenende kurzfristig bei der jourfixe-Mitgliederversammlung wieder zerschlagen hat. ;-)) Der Spagat zwischen Akquise und künstlerischer Arbeit ist für uns Kunstschaffende schon enorm und verträgt sich selbst nach 3monatiger Abstinenz schlecht mit Nikotin-Entzug.

Ab morgen heißt es für mich dann erstmalig: Wahlkampf! Ich freue mich schon sehr, meine Haidhausener Genossinnen und Genossen kennen zu lernen.

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