8. Januar 1994 bis 8. Januar 2014: Auf Brettern, die die Welt bedeuten?

Gaby dos Santos

Gaby dos Santos

Seit ich am 8. Januar 1994 das Wirtshaus zum Isartal in Thalkirchen als Kleinkunstbetrieb eröffnet habe, bin ich auf jenen Brettern aktiv, die unsereins die Welt  bedeuten (sollen) –  inklusive aller nur erdenklichen masochistischen Höhenflüge.  Die „Bretter“ meiner MitstreiterInnen und mir tragen seit 1999 die Bezeichnung „Kulturplattform jourfixe-muenchen“ und blicken auf eine Vielzahl von Begegnungen, Veranstaltungen und Kooperationen zurück. Von letzteren haben manche bis heute Bestand, wie zum z. B. die Kooperationen mit dem Artist Studio im Künstlerhaus oder der Kultur-GmbH (Lange Nacht der Musik/Museen, Münchner Stiftungsfrühling u.v.m.). Andere Kooperationen sind mit der Zeit im Sand verlaufen und wieder andere haben mit dem unserer Branche gebührenden Theaterdonner ein dramatisches Ende gefunden …

Foto: Werner Bauer

Foto: Werner Bauer

Zeit also für einen Blick zurück – zur Bestandsaufnahme dessen, was diese Welt, in welcher „unsere Bretter“ stehen, eigentlich beinhaltet, lokal, allgemein, künstlerisch, kulturpolitisch und vor allem  menschlich betrachtet … Daher stellen wir für ein Jahr unserer reellen Kulturplattform jourfixe-muenchen eine virtuelle Plattform an die Seite, den jourfixe-Blog. Eingerichtet wird er anlässlich unseres Jubiläumsjahres 2014 und ausgewertet ein Jahr später, am Donnerstag, 8.1.2015 im Münchner PresseClub am Marienplatz.

Jon M. Winkler

Jon M. Winkler

Unser Blog soll dem Erfahrungsaustausch unter Kunst und Kulturschaffenden dienen, als Kulturforum, für Tipps und gerne auch für Aufgeregtheiten rund um Kunst und Kultur, unter dem Motto:

„Von Schein und Sein und Schöner Scheitern unter Künstlern …“

Meine Fragestellung zum Auftakt: „Wie sehen Sie, wie seht Ihr das mit den berühmten Brettern, die die Welt bedeuten?“

Ich hoffe und freue mich auf zahlreiche Beiträge,

Ihre Gaby dos Santos im Januar 2014

HOMEPAGE: http://www.jourfixe-muenchen-ev.de/

 
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7 Gedanken zu “8. Januar 1994 bis 8. Januar 2014: Auf Brettern, die die Welt bedeuten?

  1. Pingback: Plädoyer für Kunstschaffende von Marcus A. Woelfle | jourfixeblog

  2. “Von Schein und Sein und Schöner Scheitern unter Künstlern …”
    So wie ein Kind, wenn es malt, Zeit und Raum vergisst und voll Freude am Schaffen ist, so sind wir Künstler ein Stückweit Kinder geblieben. Und immer wenn es uns gelingt, durch unser Wirken Zeit und Raum zu vergessen, ist das ein Lohn, den man einem Menschen, der, in einem der Absicherung dienenden Broterwerbsberuf steht, nur schwer vermitteln kann. So wenig, wie der eine begreifen kann, dass man etwas aus inneren Drang heraus macht, ohne dabei auf „Nutzen“, Absicherung und Einkommen zu schielen, so wenig kann der Künstler sich vorstellen, ein Leben lang etwas zu tun, zu dem es ihn nicht innerlich treibt. So gibt es das Scheitern des Künstlers eigentlich nur für den, der auf Marktkriterien schielend sich verbiegt, um auf den Brettern, die die Welt bedeuten, zu stehen.
    Marcus A. Woelfle

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  3. Super Idee & gute Frage! 1994 ging ich noch zur Schule und war dort unsterblich in eine Lehrerin verknallt – diese leitete nachmittags die Theater-AG, & nur wegen ihr trat ich dieser AG bei. Damals bedeuteten mir diese 1,5 Stunden bzw. Bretter die Welt, weil SIE der Grund war, warum diese Nachmittage meine Wochenhighlights waren. Aber es blieb bei Jungmädchenschwärmerei…immerhin stellte ich in dieser Zeit fest, dass ich mich gerne verwandelte & schließlich wandelte – nach der Schulzeit jobbte ich als Beleuchterin & „Mädchen für alles“ für die Theaterei Herrlingen & trug dazu bei, dass v.a. Ein-Mann- oder Ein-Frau-Stücke große Erfolge wurden wie „Marlene D. über Marlene“ oder „Silberhochzeit“ (Wolfgang Schukraft). Ich genoss das Agieren im Hintergrund, das Schalten & Walten an den Apparaten, um punktgenau Musik & Licht passend zur Stimmung zu verändern. Von dort aus bekam ich ein prima Auge für alles, was auf der Bühne & „drumherum“ passierte – auch nach 30 scheinbar gleichen Aufführungen ein- & desselben Stückes wurde es mir nie langweilig, da ich so das Spiel der Schauspielerin tagtäglich studieren & selbst noch die feinsten Nuancen registrieren & abspeichern konnte. Heute – als Musikwissenschaftlerin – liebe ich diese Arbeit noch immer: als Konzertmoderatorin, in Gesprächskonzerten, an der Forschung zu historischer Musik(aufführung), im Austausch mit anderen Bühnenkenner/inne/n, Kunstliebhaber/inne/n & Agierenden, mit Hang zu Detailverliebtheit & Opulenz, mit Vorbildern wie Lotti Huber, Hugo Wiener, Cissy Kraner & Marcel Prawy. Mehr zu gegebener Zeit…

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    • Liebe Sou, gut zu wissen! Die Affinität zu Akribie bei Bühnenarbeit, Know How als Musikwissenschaftlerin und Moderatorin, sehr interessant für eine Kulturplattform wie die unsere. Und vielen Dank für die schnelle Rückmeldung. Fange an, richtig Spaß am bloggen zu entwickeln …

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